Inhaltsverzeichnis
1 GENERELLE INFORMATIONEN
1.1 Die Täuferbewegung 3
1.2 Calvins Kontakt zu den Täufern 3
2 DAS SAKRAMENT DER TAUFE
2.1 Der dreifache Dienst der Taufe 4
2.2 Ablehnung der Nottaufe 4
2.3 Die Kindertaufe: Größter Streitpunkt mit den Täufern 5
2.3.1 Die Position der Täufer 5
2.3.2 Beschneidung und Taufe als Zeichen derselben Verheißung 5
2.3.3 Stellvertretender Glaube bei der Kindertaufe 6
2.3.4 Vorwurf an die Leugner der Kindertaufe 6
3 WEITERE KONFLIKTPUNKTE MIT DEN TÄUFERN
3.1 Sinn und Zweck der Kirchenzucht 7
3.2 Separatismusvorwurf 7
3.3 Der perfektionistische Anspruch der Täufer 8
3.4 Der Eid: Durch die Bibel legitimiert oder nicht? 8
3.5 Calvins Kritik an den weltflüchtigen Tendenzen der Täufer 9
3.6 Die unterschiedliche Haltung zur staatlichen Obrigkeit 10
3.7 Die Lehre vom Seelenschlaf 11
LITERATURVERZEICHNIS
2
1 Generelle Informationen
1.1 Die Täuferbewegung
Unter den Täufern, auch Anabaptisten oder Wiedertäufer genannt, werden verschiedene religiöse Gruppierungen zusammengefasst, deren Anhänger die Erwachsenentaufe vollzogen. Ihre Bewegung entstand während der Reformation in Europa, insbesondere in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Mit ihren teilweise radikalen Ansichten hinsichtlich wesentlicher Aspekte des christlichen Glaubens grenzten sie sich deutlich von Lutheranern und Calvinisten ab. 1 Im April 1534 gelang einem extremen Flügel der Täuferbewegung die Einnahme der Stadt Münster und die Errichtung einer Theokratie. Während dieser Zeit wurden Nicht-Anhänger und Kritiker der Wiedertäufer radikal verfolgt. Erst im Juni 1535 konnte die Schreckensherrschaft beendet werden, ihre drei Anführer wurden gefangen genommen und im Januar 1536 zum Tode verurteilt. Eine derart extreme Form des Täufertums blieb zwar eine Seltenheit, generell aber erregten ihre Anhänger immer wieder Aufsehen, weil sie die Rechtmäßigkeit kirchlicher und weltlicher Obrigkeit leugneten. Oftmals der Ketzerei bezichtigt, wurden sie verfolgt und im Extremfall auch zum Tode verurteilt. 2
1.2 Calvins Kontakt zu den Täufern
Während seiner Studienjahre hat Calvin vermutlich noch keinen direkten Kontakt zu Täufern, da sie sich in Frankreich zu dieser Zeit nicht so stark verbreitet sind, wie in anderen europäischen Ländern. Er muss aber bereits über die neue Bewegung radikaler Reformatoren, zu denen auch die Täufer zählen, informiert gewesen sein, denn in seiner ersten theologischen Abhandlung „Psychopannychia“, die er 1534 in Orléans schreibt, wehrt er sich gegen die von ihnen verbreitete Lehre des Seelenschlafes. 3 Kurz darauf, bedingt durch seine Flucht aus Frankreich und Aufenthalten in Straßburg und Basel, knüpft Calvin erste Kontakte zu den dortigen Reformatoren, die im Kampf gegen die Täufer engagiert sind. Auf diesem Wege lernt er deren Ansichten und Thesen umfassend kennen, wie bereits aus seiner ersten Fassung der Institutio (1536) ersichtlich wird. 4
1 Vgl. Artikel „Täufer“ in EKL, Sp.682f.
2 Vgl. ebd., Sp.683f.
3 Näheres hierzu in Kap.3.7 dieser Arbeit.
4 Vgl. Balke [1985], S.10-14.
3
2 Das Sakrament der Taufe
2.1 Der dreifache Dienst der Taufe
In der Institutio von 1543 betont Calvin einen „dreifachen Dienst“ 5 der Taufe an unserem Glauben: 1.: Sündenvergebung
Die Vergebung unserer Sünden bezieht sich nicht nur auf vergangene, sondern mit der Taufe werden wir „für unser ganzes Leben abgewaschen und gereinigt“ 6 . 2.: Teilhaftigkeit an Jesu Tod
Mit der Taufe werden wir in Jesu Tod hineingenommen. Wir erfahren „die Wirkkraft des Todes Christi“ 7 in uns durch die Abtötung unseres Fleisches und gleichzeitig Christi Auferstehung durch unsere geistliche Erneuerung mit Hilfe des Heiligen Geistes. 3.: Einung mit Christus
Wir sind nicht nur an Christi Tod und Auferstehung teilhaftig, sondern werden auch „aller seiner Güter“ 8 teilhaftig und stehen somit wie er in der Gotteskindschaft. Die Erfüllung der Taufe liegt letztendlich in Christus: „Denn alles, was uns in der Taufe an Gaben Gottes vorgelegt wird, das kann man allein in Christus finden.“ 9
2.2 Ablehnung der Nottaufe
Calvin lehnt die Nottaufe als abergläubischen Brauch der römischen Kirche ab. Er wehrt sich gegen die verbreitete Überzeugung, dass ein Ungetaufter nach seinem Tode verdammt sei und misst dem Vollzug der Taufe keine heilsnotwendige Bedeutung bei. Vielmehr ist für ihn die, durch die Taufe bezeichnete, Verheißung Gottes, dass er uns als seine Kinder annimmt, „aus sich selbst heraus stark genug [...], ihre Wirkung zu zeitigen!“ 10 Das Sakrament der Taufe wirkt demnach (ledig-
5 Institutionach Weber [1963], S.898.
6 Ebd., S.899.
7 Ebd., S.900.
8 Ebd..
9 Ebd., S.901.
10 Ebd., S.910.
4
Arbeit zitieren:
Ricarda Paas, 2005, Johannes Calvin und die Täufer, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und...
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Magisterarbeit, 119 Seiten
Glaube, Lehre und Leben der Täufer
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 13 Seiten
Was ist die Taufe nach Calvins und Luthers Taufliturgie?
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Pietismus und evangelikale Bewegung: Persönliche Gotteserfahrung und f...
Theologie - Systematische Theologie
Diplomarbeit, 135 Seiten
Bibelübersetzungen vor und nach Luther
Luthers Bibelübersetzung
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 19 Seiten
Das Taufkleid - die Taufe als Ritual und deren Bedeutung
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Seminararbeit, 23 Seiten
Wie kam es 1563 zur Einführung des calvinistisch-reformierten Glaubens...
Die Reformation in der Kurpfal...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Problemfall „Kindertaufe"- Zum Taufritus in seiner ursprünglichen...
Hausarbeit, 13 Seiten
Kirchenlieder als Spiegel der Geschichte
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit, 23 Seiten
Mennoniten, Spiritualisten, Herrnhuter - Nur religiöse Randgruppen im ...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Die Taufe in urchristlicher Zeit und Heute - Welche Parallelen gibt es...
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Seminararbeit, 20 Seiten
Ricarda Paas's Text Johannes Calvin und die Täufer ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ricarda Paas hat den Text Johannes Calvin und die Täufer veröffentlicht
Ricarda Paas hat einen neuen Text hochgeladen
Johannes Calvin - Streiflichter auf den Menschen und Theologen
Vorträge und Tagungsbeiträge a...
Sven Grosse, Armin Sierszyn
Johannes Calvin und die kulturelle Prägekraft des Protestantismus
Emidio Campi, Konrad Schmid, Peter Opitz
0 Kommentare