Inhaltsverzeichnis
1 UNTERRICHTSGEGENSTAND S 4
2 BEZUG AUF DIE RAHMENRICHTLINIEN S 4
3 ANALYSE DER LERNVORAUSSETZUNGEN
3.1 Beobachtungen der Lerngruppe 5
3.2 Die religiöse Entwicklung im Jugendalter nach dem
S t u f e n m o d e l l v o n F o w l e r S 6
3.3 Gegenstandsbezogene Aspekte der religiösen bzw.
moralischen Sozialisation 7
4 SACHANALYSE: FACHWISSENSCHAFTLICHE
ERSCHLIE ßUNG DES GEGENSTANDES
4.1 Das Markusevangelium
4.1.1 Verfasser 7
4.1.2 Ort und Zeit der Abfassung 7
4.1.3 Empfänger 7
4.1.4 Der Anfang des Evangeliums (Mk 1,1-3) 7
4.1.5 Von Reinheit und Unreinheit (Mk 7,1-23) 8
4.2 Das Matthäusevangelium
4.2.1 Verfasser 9
4.2.2 Ort und Zeit der Abfassung 9
4.2.3 Empfänger 9
4.2.4 Der Anfang des Evangeliums (Mt 1,1-17) 10
4.2.5 Das Abreißen der Ähren am Sabbat (Mt 12,1-8) 10
4.3 Das Lukasevangelium
4.3.1 Verfasser 11
4.3.2 Ort und Zeit der Abfassung 11
4.3.3 Empfänger 12
4.3.4 Der Anfang des Evangeliums (Lk 1,1-4) 12
4.3.5 Das Gleichnis vom Festmahl (Lk. 14, 15-24) 13
2
5 DIDAKTISCHE ANALYSE UND STRUKTURIERUNG 5.1 Gegenwärtige und zukünftige Bedeutung für die L e r n e n d e n S . 1 4 5.2 Lerninhalte S. 14 5.3 Anordnung der Lerninhalte S. 14
6 LERNZIELE DER STUNDE 6.1 Hauptlernziel S. 15 6.2 Teillernziele S. 15
7 METHODISCHE ANALYSE UND STRUKTURIERUNG S. 15
8 REFLEXION DER UNTERRICHTSSTUNDE 8.1 Interaktion mit den Schülern und Atmosphäre im Unterricht S. 16
8.2 Verhältnis von Planung und Durchführung S. 17
S. 19 9 ANHANG: Arbeitsaufgaben zu den Textstellen
S . 2 0 LITERATURVERZEICHNIS
3
1 Unterrichtsgegenstand
Die Unterrichtsstunde mit dem Thema Die unterschiedliche Darstellung der Person Jesu bei den Synoptikern ist eingegliedert in die Unterrichtsreihe Die Person Jesu und richtet sich an einen Grundkurs Evangelische Religion in der zwölften Jahrgangsstufe. In den vorangegangenen Stunden haben die Schüler und Schülerinnen bereits wesentliche Merkmale der Person Jesu anhand exemplarischer Bibelstellen erarbeitet. Zentrale Aspekte hierbei waren: Jesus als Gottes Sohn, die Auferstehung, sein Konflikt mit den Pharisäern, Jesus als Wundertäter, die frohe Botschaft vom Kommen des Gottesreiches und der damit verbundene Aufruf zur Umkehr und Nächstenliebe. Weiterhin wurde eingegangen auf die geschichtliche und soziale Situation dieser Zeit. Bei der Frage, inwiefern die Evangelien hierüber Auskunft geben, stellten die S.u.S fest, dass sie Widersprüche bezüglich Zeitangaben (z.B. Geburts- und Sterbejahr Jesu) aufweisen. Anhand dieser Befunde konnte herausgestellt werden, dass die Evangelien wohl nicht aus einem primär historischen Interesse ihrer Verfasser entstanden sind. An dieses Vorwissen knüpft die hier erarbeitete Unterrichtsstunde an, wobei folgende Fragen im Mittelpunkt stehen sollen: Aus welcher Motivation entstanden die Evangelien? Was wissen wir über Entstehungszeit,-ort, Autor und Adressatenschaft? Wird die Person Jesu aufgrund dessen unterschiedlich dargestellt?
2 Bezug auf die Rahmenrichtlinien
Die Obligatorik schreibt für die Konzeption von Halbjahresthemen eine Verknüpfung der Bereiche I (= inhaltliche Ebene) und II (= methodische Ebene) vor. Weiterhin müssen im Durchgang durch die Oberstufe u.a. alle fünf theologischen Themenfelder mit mindestens einem Halbjahresthema dominant erschlossen werden. Der hier konzipierte Stundenentwurf richtet sich folgendermaßen nach diesen Rahmenrichtlinien: Auf der inhaltlichen Ebene kann die Stunde in die Kategorie Aussagen von Glauben und Theologie eingeordnet werden. Diese Kategorie wiederum ist in fünf theologische Themenfelder untergliedert, wobei sich die Stunde schwerpunktmäßig in das zweite Themenfeld 1 einordnen lässt.
1 Das zweite Themenfeld lautet: Das Zeugnis vom Zuspruch und Anspruch Jesu Chris-
ti.(Rahmenrichtlinien [1999], S.17)
4
Auf der methodischen Ebene lernen die S.u.S. in dieser Stunde anhand von Zeugnissen der jüdisch-christlichen Tradition in biblischen Texten 2 eine Form religiösen Sprechens kennen. Durch die Arbeit mit den biblischen Texten werden ihre Kompetenzen in den Grundformen sachgerechter Textarbeit gefördert, dazu gehört: Erschließung der Textstruktur, Zusammenfassung und Wiedergabe des Inhalts, sowie die Erfassung der Argumentationsstruktur.
3 Analyse der Lernvoraussetzungen
3.1 Beobachtungen der Lerngruppe
Der Grundkurs Evangelische Religion, bei dem ich hospitierte, setzte sich zusammen aus 15 S.u.S., wobei zu Anfang des Schuljahres dieser Kurs mit dem GK Katholische Religion zusammengelegt wurde. Innerhalb des Kurses beobachtete ich eine starke Diskrepanz zwischen leistungsstarken/aktiven und leistungsschwachen/passiven, sowie zwischen interessierten und eher interesselosen S.u.S.. Generell schien der Kurs den Religionsunterricht als >>Ausruh-<< und >>Laber-<< fach zu betrachten, was durch die Lage im Stundenplan (Mo 1.+2.Std, Do 5.Std.) begünstigt wurde. Entsprechend mühsamer war es für mich, aber auch für den unterrichtenden Lehrer, die S.u.S. zu konzentriertem Arbeiten zu motivieren.
3.2 Die religiöse Entwicklung im Jugendalter nach dem Stufenmodell von Fowler Zur psychologischen Beschreibung der Entwicklung des Glaubens entwickelte der amerikanische Psychologe James D. Fowler eine Stufentheorie. Sein Glaubensverständnis geht davon aus, dass jeder Mensch auf Sinn angewiesen ist. Diesen Sinn muss er sich im Laufe seiner Entwicklung selbst schaffen (meaning-making). Glauben (faith), verstanden als ein „sinnstiftendes Vertrauen auf letzte Werte“ 3 , ist etwas Allgemeinmenschliches. In Abgrenzung dazu bezeichnet er mit dem englischen Begriff belief das „Für-Wahr-Halten von Auffassungen, wie sie in den Lehren von Religionen zu finden sind.“ 4 Nach seinem Modell vollzieht sich der Glaube bei jedem Menschen von Geburt bis ins hohe Lebensalter in insgesamt maximal sechs Stufen. Für die hier in Frage kommende Altersgruppe der 17-18-Jährigen ist die dritte und vierte Glaubensstufe relevant.
2 Siehe Anhang 9.4 und 9.5 dieser Arbeit.
3 Schweitzer [1999], S.140.
4 Ebd., S.140.
5
Auf der dritten Stufe wird der Glaube als „synthetisch-konventionell“ 5 beschrieben. Hierbei ist synthetisch in dem Sinne zu verstehen, dass der jeweilige Glaube weder kohärent noch reflektiert ist, sondern ein „Bündel locker miteinander verknüpfter Elemente“ 6 darstellt. Konventionell als zweite Begriffskomponente meint in diesem Zusammenhang, dass der individuelle Glaube noch kein „persönlich angeeigneter“ 7 ist, sondern sich nach dem richtet, was alle glauben. Hierbei ist besonders wichtig, was Altersgenossen und die eigene Gruppe (peer-groups) glaubt.
Der individuierend-reflektierende Glaube der vierten Stufe setzt meistens im späten Jugendalter ein. Im Gegensatz zur dritten Stufe sind hier nicht mehr äußere Faktoren von entscheidender Bedeutung, sondern die individuell-kritische Ausei-nandersetzung mit Glaubensfragen. In Form des eigenen Gewissens wird Gott „in die eigene Person hineinverlagert“ 8 . Kennzeichnend für diese Phase ist das kritische Hinterfragen und eine generelle Distanz zu Institutionen, also auch zur Kirche, und den Glaubensüberzeugungen anderer.
Die Zuordnung der Glaubensstufen nach Alter 9 ergibt, dass sich die hier in Frage kommende Altersgruppe mehrheitlich auf Stufe drei (etwa 50%), ein nicht unerheblicher Anteil (etwa 30 %) sich aber auch schon auf dem Übergang zur Stufe vier befindet und ein geringer Anteil (etwa 5 %) bereits Stufe vier erreicht hat. Aus diesen Befunden lässt sich für den Religionsunterricht in der Jahrgangsstufe zwölf die Konsequenz ziehen, ihn derart zu gestalten, dass er den S.u.S. Anreize zur individuellen, kritisch-reflektierten Auseinandersetzung mit Glaubensvorstellungen bietet und auf diese Weise auf die Stufe vier hinführend wirken kann.
3.3 Gegenstandsbezogene Aspekte der religiösen bzw. moralischen Sozialisation In seinem Aufsatz Die unsichtbare Religion im Jugendalter 10 beschreibt H. Knoblauch den Lebensstil heutiger Jugendlicher als stark individualisiert und damit einher gehend eine generelle Ablehnung Jugendlicher von festen Strukturen und Formen. Im Vordergrund stehe bei ihnen die eigene Autonomie und Selbstentfaltung. M.E. ist es erforderlich, diese Faktoren im Religionsunterricht zu berücksichtigen. Die hier vorgestellte Unterrichtsstunde soll daher den S.u.S. Anrei-
5 Schweitzer[1999], S.142.
6 Schweitzer [1996], S.138.
7 Schweitzer [1999], S.146.
8 Ebd., S.150.
9 Vgl. ebd., S.153.
10 Vgl. Knoblauch [1996], S.65ff.
6
Arbeit zitieren:
Ricarda Paas, 2005, Entwurf und Auswertung einer Unterrichtsstunde: Die unterschiedliche Darstellung der Person Jesu bei den Synoptikern, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
"Ad Apostolice Dignitas" - Die Absetzung Friedrichs II
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Synoptiker im Religionsunterricht - Entwurf einer Unterrichtsstund...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Die Absetzung Kaiser Friedrichs II. auf dem Konzil von Lyon 1245
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Facharbeit (Schule), 11 Seiten
Bildungsbenachteiligung der Jugendlichen mit Migrationshintergrund dur...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Examensarbeit, 90 Seiten
Ricarda Paas's Text Entwurf und Auswertung einer Unterrichtsstunde: Die unterschiedliche Darstellung der Person Jesu bei den Synoptikern ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ricarda Paas hat den Text Entwurf und Auswertung einer Unterrichtsstunde: Die unterschiedliche Darstellung der Person Jesu bei den Synoptikern veröffentlicht
Ricarda Paas hat einen neuen Text hochgeladen
Schulpraktische Studien in gestuften Studiengängen
Neue Wege und erste Evaluation...
Rainer Bolle, Manfred Rotermund
Rolle und Selbstverständnis der Mentoren in den Schulpraktischen Studi...
Entwicklung einer Qualifikatio...
Jörg Oettler
Schulentwicklung und Schulpraktische Studien - Wie können Schulen und ...
Anne-Katrin Krueger, Yoshiro Nakamura, Manfred Rotermund
GER-JESU HELISBOTSCHAFT UND DI
H Giesen
Einführung in schulpraktische Studien
Vorbereitung auf Schule und Un...
Ingbert von Martial, Jürgen Bennack
0 Kommentare