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Inhaltsverzeichnis:
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1 EINLEITUNG
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2 DIE ITALIENISCHE IMMIGRATION NACH FRANKREICH
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2.1 Geschichte der italienischen Immigration nach Frankreich
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2.2 Die italienische Einwanderung nach Grenoble
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2.3 Ansehen der italienischen Einwanderer in Frankreich
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2.4 Sprachsituation der italienischen Immigranten in
Frankreich
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2.5 L’italien populaire und le français des italophones
8
2.5.1 L’italien populaire
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2.5.2 Le français des italophones
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3 STRUKTURELLE INTEGRATION AM BEISPIEL VON
AUSBILDUNG UND BERUF
12
4 ZUSAMMENHANG HERKUNFTSSPRACHE -
IDENTIFIKATION
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4.1 Die Integration als Ausdruck der Identifikation
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4.2 Identitätskonstruktion bei Kindern italienischer
Herkunft
18
5 DER SPRACHERHALT DES ITALIENISCHEN BEI
DEN NACHKOMMEN DER EINWANDERER
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6 FAZIT
21
7 BIBLIOGRAPHIE
ANHANG
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1 EINLEITUNG
Die vorliegende Hausarbeit entstand im Sommersemester 2006 an der Universität Mannheim im Rahmen des Hauptseminars „Sprache und Identitätmigrationsbedingte Mehrsprachigkeit in Frankreich“ unter der Leitung von PD Dr. Gabriele Birken-Silverman. Der Hauptgegenstand der Arbeit wird die Sprache und die Identität der Einwanderer italienischer Herkunft in Frankreich sein. Diesbezüglich stütze ich mich vor allem auf die Studie von François Avenas zu den Kindern der zweiten und dritten Generation italienischer Einwanderer in Grenoble und Giovanna Campanis Arbeit über das Bild Italiens bei italienischen Einwandererkindern der zweiten und dritten Generation im Großraum Paris. Beide Studien muss man jedoch kritisch hinterfragen, da die Untersuchungen vorherrschend unter dem jakobinischegalitären Leitbild der französischen Nationalidentität entstanden sind. Auf diesen Umstand wird aber in den jeweiligen Kapiteln nochmals näher eingegangen. Grundsätzlich stützen sich beide Arbeiten auf die Frage, ob der Erhalt oder Verlust der ethnischen Identität bei Immigranten und deren Nachkommen eng verbunden ist mit der Rolle, die die Herkunftssprache in ihrem Alltagsleben spielt. Die einzelnen Kapitel dieser Arbeit gliedern sich wie folgt: nach einem einführenden allgemeinen Überblick über die italienische Einwanderung nach Frankreich in historischer Hinsicht wird eine Analyse angeschlossen, die sich auf die Konsequenzen der Immigration auf die Sprache und die Identität der Einwanderer konzentriert (Kapitel 2). Im Folgenden werden in Kapitel 3 die Zusammenhänge zwischen Integration in der französischen Aufnahmegesellschaft mit Hilfe von Ausbildung und Beruf beleuchtet, ehe in Kapitel 4 die Frage nach möglichen Zusammenhängen zwischen dem aktiven Gebrauch der Herkunftssprache und der Identität der Einwanderer und ihrer Nachkommen in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Hierbei werden die Forschungsansätze François Avenas’ und Giovanna Campanis kritisch betrachtet, und mit Hilfe der Arbeiten von Paola Corti und Nicolas Violle ergänzt. Leider gestaltet sich die Auswertung der Studie François Avenas’ schwierig, da es sich bei dem vorliegenden Text um eine Zusammenfassung seiner dreibändigen Doktorarbeit Deux générations d’enfants de migrants italiens handelt 1 , die in vollem Unfang in Deutschland nicht erhältlich ist. Bevor in der abschließenden Zusammenfassung der Hausarbeit (Kapitel 6) eine Gesamtübersicht des Themenbereiches hergestellt wird, richtet das Kapitel 5 den Augenmerk auf den Spracherhalt des Italienischen unter den Nachkommen der Einwanderergeneration.
1 Siehe: http://auteurs.chapitre.com/page59/section92.html (Zugriff: 28.Juli 2006)
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2 DIE ITALIENISCHE IMMIGRATION NACH FRANKREICH
2.1 Geschichte der italienischen Immigration nach Frankreich
In Frankreich gibt es eine lange Tradition italienischer Einwanderung. Bereits im Second Empire 2 lebten 113.000 Italiener dauerhaft in Frankreich 3 (vgl. Véglianté 1988: 235). Hierbei kann man bei der Niederlassung der Einwanderer eine Konzentration auf den Süden 4 Frankreichs beobachten. Eine Ausnahme stellten aber die Départements Seine mit der Hauptstadt Paris und Meurthe-et-Moselle mit dem Industriezentrum im lothringischen Kohlegebiet um Nancy dar (vgl. Véglianté 1988: 235).
In der Zeit zwischen den Weltkriegen kam es zu einer verstärkten Einwanderung aus Italien nach Frankreich (vgl. Véglianté 1988: 235). Für beide Zeiträume, sowohl für die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts als auch für die Zeitspanne zwischen 1920 und 1940, können die stärker entwickelte Industrie Frankreichs im Vergleich zu Italien und dessen Vorbildfunktion im Hinblick auf Liberalismus, Demokratie und republikanische Werte als Hauptfaktoren der Einwanderung genannt werden (vgl. Corti 2003: 3). Nach dem Ende des Second Empire 1870 wurde in Frankreich die Dritte Republik ausgerufen 5 , während zur selben Zeit in Italien die Vereinigung des italienischen Königreiches abgeschlossen wurde. 6 Schon hier kann man einen Unterschied der Regierungsformen der beiden Länder erkennen, der auch nach dem ersten Weltkrieg erhalten blieb, als Benito Mussolini 7 1922 nach dem Marsch auf Rom begann, einen faschistischen italienischen Staat zu errichten. Frankreich war zu dieser Zeit das Hauptaufnahmeland für politische Flüchtlinge in Europa (vgl. Corti 2003: 3), das, aufbauend auf den Ideen der Französischen Revolution, ein Ideal darstellte, welches für viele Immigranten erstrebenswert war. Diese Ansicht darf man nicht außer Acht lassen, wenn man die Integrationsfähigkeit der italienischen
2 Als Second Empire bezeichnet man die Zeitspanne zwischen der Ausrufung Louis Napoléon Bonapartes zum französischen Kaiser Napoléon III. im Dezember 1852 bis zu dessen Gefangennahme durch deutsche Truppen nach der Schlacht von Sedan am 2.September 1870 (vgl. Marseille 1999: 134).
3 Angaben aus dem Zensus von 1872 (vgl. Véglianté 1988: 235).
4 Départements Bouches-du-Rhône, Var, Corse, Alpes-Maritimes, Rhône, Savoie und Hérault (vgl. Véglianté 1988: 235).
5 Am 4.September 1870 kommt es auf Initiative Léon Gambettas und Jules Favres zur Ausrufung der 3.Republik, nachdem in der Schlacht von Sedan (1./2.September 1870 Kaiser Napoléon III. von deutschen Truppen gefangen genommen wurde (vgl. Sellen 2000: 56).
6 Die Begründung eines vereinigten italienischen Königreiches begann 1860 mit dem italienisch-österreichischen Krieg mit französischer Unterstützung auf italienischer Seite und dem „Zug der Tausend“ Giuseppe Garibaldis zur Eroberung des Königreichs Neapel-Sizilien. Nach der Besetzung des Kirchenstaates 1870 wurde Rom Hauptstadt des Königreiches Italien unter Viktor Emanuel und die Vereinigung abgeschlossen (vgl. Sellen 2000: 35).
7 Benito Mussolini (29.Juli 1883 - 28.April 1945), Führer der italienischen Faschisten, ab 1922 italienischer Ministerpräsident, ab 1925 betrieb er den Aufbau einer faschistischen Diktatur (vgl. www.dhm.de).
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Einwanderer in die französische Aufnahmegesellschaft untersucht (vgl. Véglianté 1988: 239). Sie findet aber auch Ausdruck in den hohen Auswandererzahlen nach Frankreich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert im Vergleich zu anderen Nationen wie Deutschland, wo die Masseneinwanderung erst später einsetzte. 8 Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in Frankreich zu einer weiteren Einwanderungswelle aus Italien. Diese basierte allerdings vorherrschend auf dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre. Das Streben nach demokratischrepublikanischen Idealen in Frankreich spielte in dieser Zeit eine geringere Rolle, da Italien 1946 9 selbst Republik geworden war (vgl. Véglianté 1988: 235). Seit 1968 kann man einen negativen Wanderungssaldo beobachten. Es ziehen mehr Menschen von Frankreich nach Italien als umgekehrt, wobei nicht zwischen französischen Auswanderern und italienischen Rückkehrern unterschieden wird (vgl. Véglianté 1988: 236). Nimmt man die Tabelle der Einwanderergruppen 10 zur Hand, so erkennt man, dass die italienischen Immigranten die derzeit viertstärkste Einwanderergruppe in Frankreich darstellen, auch wenn die Zahlen seit 1980 konstant abnehmen. Man geht davon aus, dass heutzutage in Frankreich mehr als drei Millionen italienischstämmige Personen leben, die die italienische Sprache mehr oder minder perfekt beherrschen (vgl. Véglianté 1988: 239).
2.2 Die italienische Einwanderung nach Grenoble
Eine Besonderheit bei der italienischen Einwanderung stellt die Stadt Grenoble dar, der Hauptort des Départements Isère in Südostfrankreich. Die Betrachtung dieser Ausnahme ist für das Verständnis der Studie François Avenas’ von Bedeutung, der sich ausschließlich mit den Nachkommen der zweiten und dritten Generation der Einwanderer beschäftigt hat.
In Bezug auf diejenigen italienischen Immigranten, die zwischen den beiden Weltkriegen nach Grenoble kamen, kann man deren fast geschlossene Herkunft aus der Gegend um die Stadt Corato in Apulien feststellen (vgl. Avenas 1998: 32). Betrachtet man das Schaubild zur demographischen Entwicklung Coratos 11 , so kann man für die Jahre zwischen 1921 und 1936 eine Abwanderung von mehr als 6000 Menschen konstatieren. Obwohl man davon ausgehen muss, dass sich nicht alle diese Auswanderer in Grenoble niederließen, ist deren Anzahl dort dennoch beeindruckend.
8 Siehe Anhang III.
9 Am 2. Juni 1946 wurde per Plebiszit die republikanische Staatsform für Italien festgelegt (vgl. Altgeld/Lill 2004: 436).
10 Siehe Anhang I.
11 Siehe Anhang II.
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In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war Grenoble ein industrielles Zentrum in Südostfrankreich, das sich vor allem auf die Stromgewinnung aus Wasserkraft und die damit verbundenen Branchen spezialisierte. Diese Industrialisierung war der Hauptfaktor für die Niederlassung italienischer Einwanderer (vgl. Avenas 1998: 32).
2.3 Ansehen der italienischen Einwanderer in Frankreich
Schon zu Zeiten der Pariser Kommune 12 wurden die italienischen Einwanderer auf Grund der monarchistisch geprägten Einigungsbewegung ihres Heimatlandes in Frankreich misstrauisch beobachtet (vgl. Véglianté 1988: 235). Dies steigerte sich zum Ende des 19.Jahrhunderts bis hin zu einer Italophobie, die beispielsweise im Massaker von Aigues-Mortes 13 im August 1893 oder auch im folgenden Gedicht aus der großen Streikbewegung von 1905 14 Ausdruck fand:
« Si l’ouvrier italien
Chez nous se plaint de la soupière Et la trouve trop maigre, eh bien Qu’il repasse donc la frontière Et s’en aille, à son appétit Boulotter du macaroni » (Véglianté 1988: 235).
Auch während der ersten großen Einwanderungswelle zwischen den beiden Weltkriegen genossen die Italiener in Frankreich kein hohes Ansehen. Ob der schieren Masse der Einwanderer befürchtete man eine italienische „Invasion“ (vgl. Corti 2003: 2), da nun die Italiener begannen, sich auch außerhalb der ursprünglich von ihnen bevorzugten Regionen niederzulassen (vgl. Véglianté 1988: 235). Von breiten Bevölkerungskreisen wurden die italienischen Immigranten abwertend als macaroni, ritals, piantus oder ours bezeichnet (vgl. Véglianté 1988: 238). Der Staat Frankreich interessierte sich aber kaum für sie als Gruppe, da es offiziell nach dem Selbstverständnis der Republik ja keine Minderheiten im Land geben sollte (vgl. Vermes 1991: 342). Auch die französischen Parteien und Gewerkschaften waren nicht an einer Annäherung interessiert. Man befürchtete, dass die Einwanderer zu sehr von der katholischen Kirche und der in Italien fest verwurzelten
12 Pariser Kommune: 26.März bis 28.Mai 1871; Nach der Wahl Adolphe Thiers zum Staatspräsidenten kommt es zur Gründung der republikanischen Pariser Kommune als Gegengewicht zur gewählten konservativen Nationalversammlung (vgl. Sellen 2000: 57).
13 Das Massaker von Aigues-Mortes (Département Gard) nahm seinen Ausgang in den Salinen von Peccais. Italienische und französische Wanderarbeiter wurden zur Salzernte eingesetzt. Am 16.August 1893 kam das Gerücht auf, dass Italiener drei französische Arbeiter getötet hätten, worauf sich die Wut der Bevölkerung an den italienischen Arbeitern entlud. Nachweislich lässt sich der Tod von acht italienischen Arbeitern auf diese Ausschreitungen zurückführen (vgl. www.ldh-toulon.net).
14 Im Jahre 1905 kam es in ganz Frankreich zu einer Serie von Streikbewegungen, deren Hauptforderungen eine Anhebung der Löhne und eine Reduzierung der Arbeitszeiten waren (vgl. www.pelloutier.net).
Arbeit zitieren:
Daniel Wimmer, 2006, Les immigrés d'origine italienne: Sprache und Identität, München, GRIN Verlag GmbH
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Syntax - Konstituentenanalyse - Eine Darstellung und kritische Betrach...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 17 Seiten
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