Inhalt
Einleitung. 3
1. Was ist Armut? 4
1.1 Zum Begriff Armut. 4
1.2 Ursachen und Risiken von Armut 5
1.3 Armut bei Kindern 6
2. Die AWO-ISS-Studien 7
3. Das Armutskonzept der AWO-ISS-Studien 8
4. Armutsfolgen bei Kindern 11
4.1 Kinder im Alter von sechs Jahren 11
4.2 Kinder im Alter von zehn Jahren. 12
4.3 Armutsfolgen bis zum Ende der Grundschulzeit 13
4.4 Folgen für die Bildungskarriere von Kindern 14
5. Schutzfaktoren 15
6. Armutsprävention 17
7. Modellprojekt „KiTa-Netzwerk Gesundheits- und Armutsprävention“ der KiTa
Levinstra ße Essen: 18
Schlusswort 21
Literatur 22
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Einleitung
Wird von Armut gesprochen, denken die meisten zuerst an Entwicklungsländer in Afrika oder Asien. Das Armut jedoch auch in Deutschland existiert und zunimmt ist vielen nicht bewusst. Die Zahlen sprechen für sich: „Jeder Achte in Deutschland ist arm oder lebt an der Grenze zur Armut“(Stuttgarter Nachrichten 6.12.06). Im Jahr 2004 waren rund 10,6 Millionen Menschen von Armut betroffen. Die Zahl der Arbeitslosen und Hartz IV- Empfänger steigen und somit die Anzahl der Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Die Kinder die in Armut aufwachsen werden dabei häufig vergessen. Erst in den letzten Jahren hat sich der Focus auf die „armen Kinder“ gerichtet.
Im Rahmen der Ringvorlesung „…und Du bist raus!“ Armut, Ausgrenzung, soziale Gerechtigkeit“ im Wintersemester 2006/2007 an der Ev. Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg hat Gerda Holz in ihrem Vortrag „Armut verhindert Bildung - Zu Lebenslagen und Chancen von (armen) Kindern in Deutschland“ die Betroffenheit und Situation der von Armut betroffener Kinder erläutert. Des Weiteren hat sie Ergebnisse aus einer Längsschnittstudie zur Lebenslage von „armen Kindern“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) vorgestellt.
In vorliegender Hausarbeit möchte ich die AWO-ISS-Studien, deren Armutskonzept und die daraus abgeleiteten Möglichkeiten zur Armutsprävention darstellen. Im ersten Kapitel wird zunächst der Begriff „Armut“ definiert und die Betroffenheit von Kindern aufgezeigt. Anschließend werden die Ursachen und Risiken von Armut dargestellt. Im zweiten und dritten Kapitel werden die AWO-ISS-Studien und das Armutskonzept dieser Studie erläutert. Das vierte Kapitel befasst sich mit den Armutsfolgen für die Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit. Im letzen Teil der Hausarbeit werden Schutzfaktoren und Elemente eines kindbezogenem Armutspräventionskonzepts aufgeführt. Abschließend wird exemplarisch ein Projekt zur Armutsprävention einer Kindertagesstätte dargestellt.
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1. Was ist Armut?
1.1 Zum Begriff Armut
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Armut „anhand des Verhältnisses des individuellen Einkommens einer Person zum Durchschnittseinkommen in ihrem Heimatland“ (Sanders 2006, S.2). Als arm bezeichnet wird laut dieser Definition jemand, „dessen Einkommen weniger als 50 % des Durchschnittseinkommens seines Landes beträgt“ (Sanders 2006, S.2). Diese Form der Armut wird auch als „relative Armut“ bezeichnet. Dagegen ist „absolute“ Armut „Armut am Rande der Existenz, die unmittelbare Bedrohung, auf Grund ungünstiger Lebensverhältnisse oder Verwahrlosung an Hunger oder Kälte zu sterben“ (Sanders 2006, S.2).
Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts bildet die Armutsbetroffenheit von Kindern und Jugendlichen einen Schwerpunkt in der Armutsforschung. Während in den 70er Jahren die Gruppe der alten Menschen, insbesondere der alten Frauen, am häufigsten auf Sozialhilfe angewiesen waren, hat sich das „Altersgefälle seither in einer kontinuierlichen Entwicklung umgekehrt“ (Groh-Samberg/Grundmann 2006, S.12).
Diese Umkehr wird auch „Infantilisierung der Armut“ (Groh-Samberg/Grundmann 2006, S.12) genannt.
Heutzutage sind Kinder und Jugendliche am häufigsten von Armut betroffen. Im Jahr 2003 lebten in Deutschland etwa 15 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Davon lebten 2 Millionen, also jedes 7. Kind in relativer Armut und 1,1 Millionen, jedes 15. Kind, von Sozialhilfe. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (3,4 %) wiesen sie mit einer Quote von 7,2 % einen mehr als doppelt so hohen Hilfebedarf auf (vgl. Holz 2005, S.91).
12,2 Millionen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren leben derzeit in Deutschland. Über 1,7 Millionen dieser Kinder und Jugendlichen (jedes 7. Kind) beziehen Sozialgeld (vgl. Holz 2006b, S.3)
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1.2 Ursachen und Risiken von Armut
Als Ursachen von Armut bei Erwachsenen gelten:
(Langzeit-)Erwerbslosigkeit
Erwerbstätigkeit auf niedrigem Zeitniveau und Niedrigeinkommen 1 Bezug von Leistungen des SGB II „working poor“ Trennung und Scheidung Überschuldung Behinderung/ Krankheit
„Frauenarmut“ - die nicht bzw. gering entlohnte Haus-, Pflege-, Erziehungs- und Sorgearbeit von Frauen Als Risiken der Armutsbetroffenheit gelten: Migrationshintergrund 2 Ein-Eltern-Familien Bildung
Familien mit drei oder mehr Kindern
Sozialraum (Aufwachsen in Großstätten und sozial segregierten Quartieren) (vgl. hierzu insgesamt Holz 2006a, S. 3 f.; Holz 2006b, S.5)
Die größte Armutsgruppe in Deutschland stellen die Arbeiterfamilien mit Migrationshintergrund dar. 25 % der von Armut betroffenen Kinder leben in diesen Familien. Das höchste Risiko von Armut betroffen zu sein haben Kinder im Vor- und Grundschulalter (vgl. Groh-Samberg/Grundmann 2006, S.13 f.).
1 56 % der armen Kinder in Deutschland leben in einfachen Arbeiterhaushalten und weitere 24 % in
Facharbeiterhaushalten (vgl. Groh-Samberg/Grundmann 2006, S. 13).
2 Von den etwa 6 Millionen unter 25-Jährigen in Deutschland haben 27,7 % einen
Migrationshintergrund. Davon besitzt knapp die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft (Holz 2006b,
S.4).
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1.3 Armut bei Kindern
Die AWO-ISS-Studien beziehen sich in der Verwendung des Armutsbegriffs auf die Definition der WHO. Sie „bezeichnen ein Kind dann als arm, wenn familiäre Armut unterhalb der 50-Prozent-Grenze (alte OECD-Skala, Mittelwert) liegt oder Sozialhilfe/-geld bezogen wird“ (Holz 2006a, S. 6). „Wird von Armut bei Kindern gesprochen, dann gilt: Ausgangspunkt ist die Einkommensarmut, Das Kind lebt in einer einkommensarmen Familie.
Es zeigen sich kindspezifische Erscheinungsformen von Armut in Gestalt von materieller, kultureller, gesundheitlicher und sozialer Unterversorgung. Die Entwicklungsbedingungen des Kindes sind beeinträchtigt, wobei dies ein aufwachsen im Wohlergehen, mit Benachteiligung oder in multipler Deprivation umfassen kann.
Die Zukunftsperspektiven des Kindes sind eingeschränkt.“ (Groß/Puhlmann,/Holz 2004, S.5)
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Arbeit zitieren:
Anke Mauch, 2007, Armut verhindert Bildung - Lebenslagen und Chancen von (armen) Kindern, München, GRIN Verlag GmbH
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