Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Risiken des Tabakkonsums für das ungeborene Kind 5
2.1 Zahlen und Fakten 5
2.2 Gefahr des Rauchens für das ungeborene Kind 6
3. Mögliche Folgen für die Gesundheit und Entwicklung des geborenen Kindes durch
Tabakkonsum der Mutter in der Schwangerschaft 7
3.1 Entzugssymptome 7
3.2 Plötzlicher Kindstod (SIDS) 8
3.3 Adipositas. 8
3.4 Diabetes 8
3.5 Allergien. 9
3.6 Verhaltensprobleme 9
4. Die Möglichkeiten motivierender Gesprächsführung 9
4.1 Ziel motivierender Gesprächsführung und bedingende Faktoren 10
4.1.1 Wahrnehmung ambivalenter Gefühle und Diskrepanzen 10
4.1.2 Abbau des Widerstand gegen Veränderungen 11
4.1.3 Möglichkeiten zur Verhinderung von ablehnenden Haltungen 11
4.2 Stadien der Verhaltensänderung. 12
4.2.1 Absichtslosigkeit 13
4.2.2 Absichtsbildung. 13
4.2.3 Vorbereitung. 13
4.2.4 Aktion. 13
4.2.5 Aufrechterhaltung. 14
4.3 Phasen des Beratungskonzepts. 14
4.3.1 Phase 1: Fragen zum Rauchverhalten 14
4.3.2 Phase 2: Motivation zum Nikotinverzicht. 15
4.3.3 Phase 3: Schritte zur Verhaltensänderung. 17
4.3.4 Phase 4: Erfolgsaussichten und Rückfallbewältigung 21
5. Schluss 23
Literaturverzeichnis. 25
Anhang 27
2
1. Einleitung
„Als ich mein erstes Kind erwartet habe, meinte mein Arzt, ich sollte besser mir dem Rauchen aufhören. Das habe ich leider damals nicht eingesehen. Ich war mir irgendwie sicher, es passiert schon nichts. Schließlich hatten in meinem Bekanntenkreis auch einige Frauen während der Schwangerschaft geraucht und ihre Kinder waren trotzdem bei der Geburt völlig gesund. Während der gesamten Schwangerschaft ging es mir dann aber nicht gut. Ich fühlte mich die ganze Zeit müde. Die Geburt war einen Monat früher als geplant. Mein Sohn kam untergewichtig und verhältnismäßig klein zur Welt. Seine Lungen waren nicht vollständig entwickelt. Er musste noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben. Als ich hin endlich zu Hause hatte, war er oft krank. Mittlerweise ist er gesund, aber ich war doch ziemlich betroffen.“ 1 Dieses Zitat aus einer Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung macht es deutlich: Die Gesundheit eines ungeborenen Kindes kann durch das Rauchen einer werdenden Mutter stark beeinträchtig werden. Trotzdem rauchen viele Schwangere Frauen weiterhin. Aus diesem Grunde möchte ich mich in meiner Hausarbeit mit dem Thema „Rauchen in der Schwangerschaft“ beschäftigen. Ich möchte die Risiken und Gefahren für das ungeborene Kind herausarbeiten und auf Grundlage dessen der Frage nachgehen, wie das Beratungskonzept der motivierenden Gesprächsführung hier zur Dezimierung des Rauchens von Frauen in der Schwangerschaft beitragen kann.
Meine Herausarbeitungen sollen sich hierbei auf den sozialpädagogischen Kontext beziehen. Das Beratungskonzept eignet sich für Hebammen, Ärzte und Sozialarbeiter gleichermaßen, da sie in verschiedenen Kontexten mit schwangeren Frauen zu tun haben. Ich möchte mich hier jedoch auf den Sozialarbeiter bzw. die Sozialarbeiterin als beratende Person beschränken. Im zweiten Kapitel möchte ich eingangs einige Zahlen und Fakten im Zusammenhang mit der Thematik der vorliegenden Hausarbeit nennen. Im zweiten Punkt möchte ich dann auf die Risiken des Rauchens in der Schwangerschaft für das Kind im Mutterleib eingehen. Im dritten Kapitel möchte ich dann die nachgeburtlichen Risiken für die Kinder von rauchenden Schwangeren beleuchten. Dabei beschränke ich mich auf das Rauchen in der Schwanger- 1 Lang2006b, S. 2-3
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schaft und werde nicht die Risiken erörtern, denen das Kind durch das Passivrauchen der Mutter nach der Schwangerschaft ausgesetzt ist. Es soll um die Gefahren hinsichtlich der Entzugssymptome nach der Geburt, den Plötzlichen Kindstod und die Disposition zu Adipositas, Diabetes und Verhaltensproblemen gehen.
Auf der Grundlage der Herausstellung der Brisanz des Themas in den vorangegangenen Punkten möchte ich im Punkt 4 eine Interventionsmöglichkeit für Sozialarbeiter vorstellendie Motivierende Gesprächsführung als Beratungskonzept. Ich möchte hier natürlich nur auf die Beratung schwangerer Frauen eingehen, obgleich sich das Konzept auch allgemein für die Beratung von Rauchern und anderen Suchtkranken eignet.
Im ersten Punkt werde ich auf das Ziel der motivierenden Gesprächsführung eingehen und einige Grundlagen oder „bedingende Faktoren“ zum Gelingen dieses Ziels erklären. Im zweiten Punkt möchte ich auf die Stadien der Verhaltensänderung nach Prochaska, Nocross und DiClement, die für das Gesprächskonzept von wichtiger Bedeutung sind, eingehen. Im dritten Punkt werden die Phasen des Beratungskonzepts genauer erklärt.
4
2. Risiken des Tabakkonsums für das ungeborene Kind
Das Rauchen der werdenden Mutter schadet dem ungeborenen Kind - das ist hinlänglich bekannt. Jedoch gibt es demgegenüber einen Mythos, der sich wacker hält - viele Schwangere denken, dass das plötzliche Einstellen des Rauchens dem Kind viel mehr schadet als ein Weiterrauchen.
Es stellt sich also die Frage, welche Risiken werdende Mütter tatsächlich hinsichtlich der Ge-sundheit ihrer Kinder eingehen, wenn sie das Rauchen nicht einstellen.
2.1 Zahlen und Fakten
Bevor ich genauer auf die möglichen Schädigungen des Kindes im Mutterleib eingehe, möchte ich klären, wie viele Schwangere rauchen und wie sich die Belastung für den Fötus darstellt.
Laut Lang sind 36 Prozent der Schwangeren zu Beginn ihrer Schwangerschaft Raucherinnen, bei den unter 25jährigen Frauen ist es sogar jede zweite (siehe auch Anhang A). Nachdem die Schwangerschaft festgestellt worden ist, reduziert sich diese Rate innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate auf 20 Prozent. 3
Die Frauen, die weiter rauchten, reduzierten ihren Zigarettenkonsum von durchschnittlich 20 Zigaretten täglich auf 8 Zigaretten 4 .
Jede fünfte Frau raucht in der gesamten Schwangerschaft - durchschnittlich 13 Zigaretten täglich. Das ungeborene Kind ist somit summa summarum einer Schadstoffbelastung von circa 3640 Zigaretten ausgesetzt 5 .
2 vgl. http://www.gesundheit.de/familie/schwangerschaft-geburt/rauchen-in-der-schwangerschaft-
gefahr-fuer-das-ungeborene-leben/index.html
3 vgl. Bornhäuser / Pötschke-Langer 2004, S. 15 nach Lang 2000, 2001; Kries, Toschke, Koletzko 2002, S. 954-
961; Helmert, Lang, Cuelenaere 1998, S. 51-58; vgl. http://www.bips.uni-bremen.de/rauchen/
4 vgl. Lang 2006b, S. 14
5 vgl. Bornhäuser / Pötschke-Langer 2004, S. 15
5
2.2 Gefahr des Rauchens für das ungeborene Kind
Das Rauchen ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für das ungeborene Kind. Das Nikotin, welches die Mutter zu sich nimmt, führt dazu, dass sich die Blutgefäße verengen, und es kommt somit auch zu einer verringerten Durchblutung des Mutterkuchens (Plazenta). Dies wiederum zieht eine mangelnde Versorgung des Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen nach sich.
Dies kann zur Folge haben, dass das Kind im Wachstum zurück bleibt. Das bedeutet, dass das Längenwachstum des Fötus vermindert ist (je nach Zigarettenkonsum zwischen 0,6 und 1,5 Zentimetern), sein Kopfumfang kleiner ist (durchschnittlich 0,3 Zentimeter) und er ein geringeres Geburtsgewicht haben wird. 6
Es handelt sich um ein geringeres Gewicht von 120 bis 350 Gramm im Gegensatz zu Kindern von Nichtraucherinnen, durchschnittlich aber um 200 Gramm. Um wie viel Gramm das Geburtsgewicht geringer ist als bei dem Kind einer Nichtraucherin, hängt auch ab von der Menge der Zigaretten, die die Raucherin täglich konsumiert. Das Baby ist also zu klein, obwohl es nicht zu früh geboren worden ist. Bei circa 20 - 30 % der zu klein geborenen Babys handelt es sich um Kinder von Raucherinnen. 7
Es wird deutlich, dass eine Raucherin, die mit Bekanntwerden der Schwangerschaft das Rauchen einstellt, ähnlich positive Aussichten hat, ein normalgewichtiges Kind zu bekommen, wie eine Nichtraucherin. 8
Das Rauchen der Schwangeren bedingt, wie bereits erwähnt, eine mangelnde Versorgung des Mutterkuchens (Plazenta) mit Blut. Dies kann auch dazu führen, dass sich die Plazenta ablöst und es zu einer Totgeburt oder Frühgeburt kommt. Das Risiko für eine solche Plazentaablösung kann bei einer Raucherin doppelt so hoch sein wie bei einer Nichtraucherin. Das Rauchen ist somit für 15 % aller Frühgeburten verantwortlich 9 . Auch 20 % der Säuglingssterblichkeit könnten vermieden werden, wenn die rauchende Schwangere bis zur 16. Schwangerschaftswoche das Rauchen aufgeben würde 10 .
Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die gesamte Sterblichkeit für das Kind kurz vor oder nach der Geburt (perinatal) um 150 % erhöht ist 11 .
6 vgl. Bornhäuser / Pötschke-Langer 2004, S. 15, 17
7 ebd. S. 15
8 ebd. S. 17
9 ebd.; vgl. http://www.krebsgesellschaft.de/rauchen_schwanger,1058.html
10 vgl. Laerum 2005, http://www.eltern.de/schwangerschaft_geburt/schwanger_sein/rauchfrei.html?p=8
11 vgl. Bornhäuser / Pötschke-Langer 2004, S. 15
6
Durch das Rauchen der werdenden Mutter wird auch die Entwicklung der Lunge des Fötus beeinträchtigt. Für die ersten Lebensjahre leidet das Kind unter einer verminderten Lungenfunktion, die sich auch auf die gesamte Lebensspanne negativ auswirken kann 12 . Neben dem genannten Risiko für die Entwicklung der Lunge des Kindes, können auch Fehlbildungen anderer Organe des ungeborenen Kindes auftreten. Da die Organe des Kindes im Mutterleib sich noch in der Entwicklung befinden, funktioniert ihre Entgiftung nicht wie bei den Organen von Erwachsenen - denn die Enzymsysteme sind noch nicht vollständig ausgebildet. Das Risiko, dass das Baby eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte haben wird, ist beispielsweise verdoppelt, wenn die Mutter jeden Tag 1 -10 Zigaretten raucht 13 .
Die Gefährdung für das ungeborene Kind in verschiedenerlei Hinsicht ist offensichtlich extrem. An einigen Stellen erwähnte ich bereits mögliche Folgen des Zigarettenkonsums in der Schwangerschaft für das geborene Kind. Im nächsten Kapitel möchte ich mich jedoch nochmals explizit mit diesem Thema auseinandersetzen.
3. Mögliche Folgen für die Gesundheit und Entwicklung des geborenen Kindes durch Tabakkonsum der Mutter in der Schwangerschaft
Im Folgenden möchte ich, wie oben erwähnt, auf mögliche Folgen des Rauchens in der Schwangerschaft für das Kind nach der Geburt eingehen.
3.1 Entzugssymptome
Das Phänomen der Entzugssymptome bei Neugeborenen heroinabhängiger Mütter ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch das Neugeborene einer Mutter, die in der Schwangerschaft geraucht hat, unter Entzugssymptomen leiden muss. Das ist das Ergebnis einer Studie der New Yorker Brown Medical School. Hatte die Mutter in der Schwangerschaft sechs Zigaretten täglich geraucht, konnten 48 Stunden nach der Geburt Symptome festgestellt werden, die höchstwahrscheinlich auf Entzug hindeuten. Hierzu gehörten eine Nervosität der betroffenen Kinder, eine leichte Erregbarkeit, Zittern, Magen-Darm-Störungen und hoher Blutdruck. 14
12 vgl. Bornhäuser / Pötschke-Langer 2004, S. 17
13 Laerum 2005, http://www.eltern.de/schwangerschaft_geburt/schwanger_sein/rauchfrei.html?p=8
14 ebd.
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Arbeit zitieren:
Christine Schlapa, 2006, Rauchen und Schwangerschaft - Welche Risiken hat das Rauchen? Welche Möglichkeiten kann Beratung bieten?, München, GRIN Verlag GmbH
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