Inhaltsverzeichnis :
Abkürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1. Problemstellung 1
2. Übersicht der Haftungsregeln in Deutschland 2
2.2. Auftraggeberhaftung i S d § 323 HGB 2
2.3. Dritthaftung 3
2.4. Berufshaftpflichtversicherung 4
3. Ökonomische Analyse im Rahmen spieltheoretischer Ansätze 4
3.1. Rechtfertigung der Anwendung spieltheoretischer Ansätze 4
3.2. Basismodell von Ewert 5
3.3. Haftungssystem und Präzision der GoA 6
3.4. Haftungs Vermögensbeschränkungen 8
3.5. Berufshaftpflichtversicherung 9
3.6. Konkurrenzanalyse bei verschärfter Haftung 9
4. Kritische Würdigung und alternative Ansätze 10
5. Thesenförmige Zusammenfassung 12
Anhang IV
Literaturverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis :
a.a.O. Am angegebenen Ort AGBG Gesetz zur Regelung des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen AP Abschlußprüfer BB Betriebs-Berater BFuP Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis BGB Bürgerliches Gesetzbuch BGH Bundesgerichtshof BHV Berufshaftpflichtversicherung bzw. beziehungsweise DB Der Betrieb DBW Die Betriebswirtschaft Ders. Derselbe Ebd. Ebenda; ebendort GoA Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber HwRP Handwörterbuch der Rechnungslegung und Prüfung i.H.v. in Höhe von i.S.d. im Sinne des/der KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich Mio. Million(en) u.a. unter anderem u.U. unter Umständen vgl. vergleiche WP Wirtschaftsprüfer WPG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WPK Wirtschaftsprüferkammer WPO Wirtschaftsprüferordnung z.B. zum Beispiel zfbf Schmalenbachs Zeitschrift für Betriebswirtschaftliche Forschung
Verwendete Modellparameter :
a* Mindestaufdeckungswahrscheinlichkeit e Prüfungsintensität ê Obliegenheiten f Fehlerwahrscheinlichkeit GK Gesamte Prüfungskosten K(e) direkte Prüfungskosten m mandantenbezogener Vorteil
II
m 2 Verifizierungskosten
PG Prüfungsgebühr(en)
V Vermögen
z Klagewahrscheinlichkeit
ß realer Vorteil aus der Prüfung
j(a) Interpretationsfunktion
Abbildungsverzeichnis :
Abbildung 1 Seite VI
Abbildung 2 Seite VIII
III
1.Problemstellung
Für ein effizientes und reibungsloses Funktionieren von Märkten sind möglichst prä- zise Informationen und deren Verlässlichkeit unabdingbar 1 .Auf dieser Basis können rational agierende Akteure ihre jeweiligen optimalen Entscheidungen treffen, was auf freien Märkten gleichzeitig zu volkswirtschaftlich optimalen Ergebnissen im Sin- ne der Allokationseffizienz 2 führt. In der Realität herrschen auf den meisten Märkten allerdings Informationsasymmetrien, die nur suboptimale Lösungen erlauben, Ineffi- zienzen auf Märkten bewirken und somit Schäden verursachen 3 . Der WP hat die Aufgabe durch seine Tätigkeit diese Informationsasymmetrien zu verhindern. Er be- sitzt damit eine große Verantwortung. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, daß er die ihm zur Verfügung stehenden Informationsvorsprünge egoistisch ausnutzt, seine Tätigkeit nicht mehr unabhängig ausübt und so seiner Funktion nicht mehr gerecht wird. Als ein institutionelles Instrument zur Vermeidung opportunistischen Verhal- tens werden Haftungsregeln angesehen 4 . Durch sie drohen dem WP hauptsächlich ökonomische Sanktionen,die ihn zu einer gewissenhaften Ausübung seiner Tätigkeit veranlassen sollen. Angesichts spektakulärer Skandale 5 in der jüngeren Vergangen- heit wird von vielen Seiten eine Verschärfung der Haftungsregelungen gefordert 4 . Die dahinterstehende Logik ist intuitiv einleuchtend: mehr Haftungsgefahr führt zu höherer Prüfungsintensität und damit zu verbesserter Publikationsqualität 6 . Diese Zu- sammenhänge sollen im folgenden im Rahmen einer ökonomischen Analyse unter- sucht werden. Es geht also darum mit welchen Haftungsregeln man den WP an op- portunistischem Verhalten hindert. Das Streben nach einer bloßen Maximierung der Prüfungsqualität alleine ist aber noch unzureichend. Ewert gibt nämlich zu bedenken, dass regulative Eingriffe im Prüfungsbereich Auswirkungen auf optimale Anpas- sungsreaktionen der Wirtschaftssubjekte und letztlich Marktergebnisse haben 7 . Die Zielvorgabe einer ökonomischen Analyse besteht also darin Haftungsregelungen da-
1 Schaefer, Hans-Bernd: Haftung für fehlerhafte Wertgutachten aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive, in: http://www.bepress.com/cgi/viewcontent.cgi?article=1005&content=gwp, hier S.1. 2 Bartling, Hartwig/Luzius, Franz : Grundzüge der Volkswirtschaftslehre,13.Auflage,München 2000, hier S.46. 3 Schaefer,Hans-Bernd: a.a.O. s.5-7 unterscheidet Ressourcen- und Umverteilungsschäden. 4 Ewert, Ralf (1999c): Wirtschaftsprüfung, in: Blitz, Michael u.a.(Hrsg.): Vahlen´s Kompendium der Betriebswirtschaftslehre,4.Auflage,Band II,München 1999,S.530-553, hier S.543 sowie Schwintowski, Hans-Peter: http://insolvenzverein.de/archiv/veranst03/Jan03.htm, hier S.2f. 5 z.B. Enron, Worldcom, Parmalat etc… 6 Ewert,Ralf(1993): Rechnungslegung, Wirtschaftsprüfung, rationale Akteure und Märkte,in: zfbf, 1993, S.715-747.
7 Ewert,Ralf(1999b): Wirtschaftsprüfung und ökonomische Theorie, in: Richter, Martin(Hrsg.): Theorie und Praxis der Wirtschaftsprüfung II, Berlin 1999,S.35-99, hier S.74
1
raufhin zu untersuchen, ob sie Anreize für den WP liefern bei der Erstellung von In- formationen ausreichende Sorgsamkeit walten zu lassen, um somit Illoyalität oder Sorglosigkeit zu verhindern. Andererseits soll die „Haftungskeule“ 8 vermieden wer- den;d.h. übertriebene Sorgfalt, die sonst sogar die Funktionsfähigkeit und produktive Wirkung von Märkten behindern kann. Unter dieser Vorgabe sollen im Rahmen von zumeist spieltheoretischen Modellen die einzelnen Haftungsinstrumente sowie die Interdependenzen der verschiedenen Akteure auf dem Markt untersucht werden. Un- ter Bezugnahme auf die in Deutschland geltenden Haftungsbestimmungen sollen u.a. die Dritthaftungsproblematik und die Haftungsbeschränkung hervorgehoben werden.
Es bietet sich an im Rahmen einer ökonomischen Analyse auch auf die in der Reali- tät in Deutschland gültigen Haftungsregeln einzugehen. Diese sollen aber nur in ei- ner knappen Übersicht dargestellt werden. Dabei sollen aufgrund aktueller Diskus- sionen die zivilrechtliche Haftung (Auftraggeberhaftung/ Dritthaftungsregeln) sowie die Frage nach der Notwendigkeit einer Berufshaftpflichtversicherung (BHV) im Mittelpunkt stehen. Ziel ist aber nicht deren detaillierte Erläuterung. Sie sollen nur dazu dienen Probleme und Fragestellungen aufzuwerfen, die u.a. anschließend in Punkt 3 auf ihre mögliche Wirkungsweise hin analysiert werden. Abgesehen von der zivilrechtlichen Haftung kann der WP auch grundsätzlich im Rahmen der vertragli- chen Haftung, der berufsrechtlichen Ahndung, der strafrechtlichen Inanspruchnahme und der ordnungsrechtlichen Konsequenzen zur Verantwortung gezogen werden 9 .
2.2. Auftraggberhaftung i.S.d. § 323 HGB
Die Auftraggeberhaftung i.S.d. § 323 HGB gilt neben anderen gesetzlich vorge- schriebenen Pflichtprüfungen explizit für die gesetzliche Jahresabschlussprüfung und regelt die Haftung des gesetzlichen AP sowie seiner Gehilfen ggü. dem geprüften Unternehmen (Mandant) und mit ihm verbundenen Unternehmen i.S.d. § 271 II
HGB bei vorsätzlicher oder (leichter) fahrlässiger Pflichtverletzung. Anlaß zur Dis-
kussion bietet § 323 II HGB. Danach existiert eine Haftungsbegrenzung für lediglich fahrlässig handelnde AP i.H.v. 1 Mio. € bzw. 4 Mio. € bei börsennotierten Gesell-
8 Schaefer, Hans-Bernd: a.a.O., hier S.1. 9 vgl. Anhang S.V.
2
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Axel Wild, 2004, Ökonomische Analyse der Haftungsregelungen für Wirtschaftsprüfer, Munich, GRIN Publishing GmbH
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