TU Darmstadt, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik
Proseminar „Schulpraktische Studien 1“
WS 2003/04 + SS 2004, Fachsemester: 4
Über den richtigen Umgang mit Unterrichtsstörungen
Schulpraktische Studie 1 (Praktikumsbericht)
von: Vincent Steinfeld
Inhalt
Einleitung 3
„Meine Schule“: das Ludwig-Georgs-Gymnasium 5
Ein Tafelbild 5
Mein eigener Eindruck 6
Der Hospitationsverlauf 7
Meine Stundenpläne 7
Eindrücke aus den 5 Wochen 8
Eigener Unterricht 13
Politik und Wirtschaft (Klasse 8), Thema: Jugendrecht 15
Deutsch (Klasse 5), Thema: „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbacher 18
Schwerpunkt: Unterrichtsstörungen verstehen 21
Resümee 28
Einleitung
Diese Schulpraktische Studie ist auf der Basis meiner Erfahrungen in meinem Schulpraktikum entstanden. Die Erfahrungen und völlig neuen Eindrücke, die ich in meinen 5 Wochen am LGG gewann, waren wesentlich vielfältiger und überraschender als ich dies erwartet hatte – schließlich liegt meine eigene Schulzeit ja gar nicht so weit zurück.
Schon allein aufgrund der schieren Zahl ist es mir unmöglich mich in dieser Studie mit allen Erfahrungen zu beschäftigen. Ich möchte mich deshalb hier weitgehend auf die meiner Ansicht nach wichtigste Beobachtung beschränken, nämlich das Phänomen des gestörten Unterrichts.
Dieses Phänomen entdeckte ich während meines Schulpraktikums praktisch völlig neu. Sicher war ich während meiner eigenen Schulzeit Zeuge von Unterrichtsstörungen und auch hin und wieder daran beteiligt gewesen. Aber erstens hatte ich dies wohl über die positive Erfahrung mit meinem Abitur fast völlig vergessen. Und zweitens – und das ist viel wichtiger – hatte ich es in meinem Praktikum jetzt erstmals als „Gestörter“ erfahren. Eine sehr schmerzvolle Erfahrung, die mich nachforschen ließ, wie man dies vermeiden könnte. Herausgekommen ist dabei diese Arbeit.
Es soll hier zunächst kurz die Schule vorgestellt werden, an welcher ich das Praktikum absolvieren durfte.
Es folgt ein Abschnitt über meine Erfahrungen, die ich während des Praktikums als Hospitant gemacht habe. Diese bestanden vor allem darin, dass selbst an einem elitären Gymnasium wie dem LGG Unterrichtsstörungen ein Thema sind (und zwar vor allem in der Mittelstufe), andererseits aber auch verschiedene Lehrer ganz unterschiedlich mit diesen Störungen umgehen. In diesem Abschnitt werde ich mich daher auch mit den drei von mir am LGG vorgefundenen Lehrertypen beschäftigen.
Hierunter gibt es einen Lehrertypus, nämlich den seine Schüler verstehenden Lehrer, der meiner Meinung nach als einziger richtig mit diesem Thema umging.
„Seine Schüler verstehen“, das ist aber viel mehr als seine Schüler ernst zu nehmen. Das bedeutet auch für die Schüler interessanten Unterricht zu gestalten, über eventuelle Probleme in der Klassengemeinschaft bescheid zu wissen und schließlich Unterrichtsstörungen als das wahrzunehmen, was sie eventuell sind: konstruktive Kritik.
Wie dies zu verstehen ist – Unterrichtstörung als konstruktive Kritik von der Schülerseite – soll in meinem Schwerpunktteil erläutert werden. Zunächst aber soll anhand zweier selbstdurchgeführter Stunden gezeigt werden, wie ich versucht habe „verstehender Lehrer“ zu sein, mit dem einzigen mir dazu vorerst möglichen Merkmal: interessant gestaltetem Unterricht. Hier soll auch darüber reflektiert werden, wie mir dies meiner Meinung nach gelang.
„Meine Schule“: das Ludwig-Georgs-Gymnasium
Ein Tafelbild
[Tafelbild in der Downloaddatei vorhanden]
Mein eigener Eindruck
Das LGG begegnete mir als eine kleine, überschaubare Schule.
Die Schülerschaft setzt sich zum größten Teil aus Kindern akademisch gebildeter Eltern zusammen. Die Aufnahmekapazität beträgt jährlich um die 100 Schüler. Diese werden jeweils auf 3 Klassen verteilt, was zu vergleichsweise großen Klassen mit weit über 30 Schülern führt. In der Mittelstufe hat sich die Klassengröße allerdings meist wieder normalisiert und in der Oberstufe steht man dann – wie an anderen Schulen auch – recht kleinen Kursen gegenüber.
Das Kollegium war sehr freundlich und hilfsbereit. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, ließen mich die Lehrer gerne in ihren Stunden hospitieren – auch in den Fällen, in denen ich vergessen hatte, mich rechtzeitig anzumelden. Auch bei der Vorbereitung meiner eigenen Stunden war man sehr hilfsbereit, nahm sich in Freistunden Zeit, mit mir die Unterrichtsplanung durchzusprechen und stellte mir eigene Arbeitsblätter und Lehrbücher zur Verfügung. Nach den von mir vorbereiteten Stunden reflektierten einige Lehrer diese mit mir dermaßen gründlich und intensiv, wie ich dies bei weitem nicht erwartet hätte – schließlich opferten sie dafür ja wiederum eine (und in einem Fall sogar fast zwei!) Freistunden. Auch an Weiterbildungsseminaren (EG-Seminare) für die Referendare und an einer Gesamtkonferenz des Kollegiums (zum am LGG aktuellen Thema „Hochbegabung“) ließ man uns Hospitanten teilnehmen.
Einziger Wermutstropfen war der mitunter recht schlechte bauliche Zustand in dem sich das Gebäude der Schule befindet: Man klärte mich darüber auf, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, was notwendigen Renovierungsarbeiten im Wege stünde. Und so müssen die Schüler hinter schlecht isolierten Scheiben lernen – was angesichts der nahegelegen Hauptstraße mitunter zu erheblicher Lärmbelästigung führen kann.
Doch auch dieser Eindruck kann das sehr positive Bild, welches ich von dieser Schule gewinnen konnte, nicht schmälern und gerne würde ich auf das Angebot eines Lehrers zurückkommen, der mir anbot, dass „wenn Sie noch mal hier an die Schule kommen, gerne wieder zu mir kommen und auch wieder Stunden bei mir halten können! Ich hoffe, Ihnen hat es hier gefallen am LGG!“ Ja das hat es!
Der Hospitationsverlauf
[...]
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Vincent Steinfeld, 2004, Über den richtigen Umgang mit Unterrichtsstörungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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