Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 2
2 Definitionen 3
3 Die Ablösung junger Erwachsener von ihrer Kernfamilie. 4
3.1 Formen der Ablösung 4
3.2 Die Ablösungsphase im geschichtlichen Kontext 5
4 Das Ablösungsverhalten im zeitlichen Wandel. 6
5 Gründe für den Wandel der Ablösungsphase. 7
5.1 Mitte des 20. Jahrhunderts. 7
5.2 Ende des 20. Jahrhunderts 8
6 Fazit. 9
7 Literaturverzeichnis 11
1
1 Einleitung
Eine universale Verbotsbegründung gegenüber kleinen Kindern lautet: „Nein, das darf man erst, wenn man groß und erwachsen ist!“ - Doch wann ist man „erwachsen“ und wie wird man das?
Die Volljährigkeit ist in Deutschland seit 1975 mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlangt. Doch nach soziologischen Gesichtspunkten ist diese Frage nicht so eindeutig zu beantworten wie nach juristischen.
DIE ZEIT stellte in dem Artikel „Reife Zahlen“ fest, dass die Deutschen körperlich in immer jüngerem Alter erwachsen würden, jedoch sich immer länger Zeit ließen, bis sie in Lohn und Brot ständen. Hier wurden Kriterien wie erste Sexualerfahrungen oder das Rauchen der ersten Zigarette dem Auszug aus dem Elternhaus und der Verlängerung der Ausbildungszeiten gegenüber gestellt. 1 Das Erwachsenwerden und dann Erwachsensein ist also eine multidimensionale Angelegenheit, in der sich in den vergangenen Jahrzehnten etwas verändert hat. Das Ziel ist jedoch gleich geblieben: die vollständige Ablösung vom Elternhaus. Die Antwort an das kleine Kind hätte wohl in den 1950er Jahren anders ausgesehen als heutzutage.
Dieser Wandel des Erwachsenwerdens soll Thema dieser Arbeit sein; die Untersuchung beschränkt sich auf die formalen und gesellschaftsstrukturellen Gesichtspunkte. So wird zunächst geklärt, welche Merkmale für Erwachsensein stehen und wie sich der Prozess der Ablösung von den Eltern gestaltet. Dann kann betrachtet werden, inwiefern sich dieser Prozess seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts gewandelt hat. Abschließend werden die möglichen Gründe für den Wandel des Ablösungsprozesses behandelt.
Die Beantwortung dieser Frage ist selbstredend nicht nur für das oben erwähnte kleine Kind - mal ganz davon abgesehen, ob es das Folgende überhaupt verstehen würde - aufschlussreich. Denn gerade in soziologischer Hinsicht ist es in Bezug
1 vgl.: o.Verf.: „Reife Zahlen“, in: DIE ZEIT, 60. Jahrgang, 2005, Nr. 20, S. 57
2
auf die nach-elterliche, so genannte „empty-nest-Phase“ interessant, ab welchem Zeitpunkt die „großen Kinder“ als erwachsen gelten können und somit die Familienphase der Eltern als abgeschlossen angesehen werden kann. Klassisch ist diese durch die Spanne zwischen der Geburt des ersten Kindes und dem Auszug des letzten Kindes aus dem elterlichen Haushalt definiert. Wie auch im Folgenden mit einfließen wird, wird unter anderen von Laszlo Vaskovics bezweifelt, dass die vollkommene Ablösung der „großen Kinder“ von ihren Eltern mit dem Auszug aus deren Haushalt abgeschlossen ist. 2
2 Definitionen
Bei den oben mit dem Ausdruck „große Kinder“ Umschriebenen handelt es sich um Menschen, die sich zwischen dem Ende ihres zweiten und der Mitte ihres dritten Lebensjahrzehnts befinden und also im Allgemeinen volljährig sind. In der Literatur werden sie als „junge Menschen“, „junge Erwachsene“ oder „Postadoleszente“ bezeichnet und sie befinden sich im Übergangsstadium „Postadoleszenz“ zwischen Jugend und Erwachsensein, jene Lebenszeit, in der sich die „Ablösungs-“ oder „Abnabelungsphase“ von den „Eltern“ beziehungsweise „Kern-“ oder „Herkunftsfamilie“ abspielt. 3 Im Folgenden sollen die Termini so verwandt werden: „junge Erwachsene“ und „Eltern“ für die Akteure; „Ablösung“ und „Ablösungsphase“ für den zu beschreibenden Vorgang; „Kernfamilie“ für den Ort, von welchem sich abgelöst wird.
2 vgl.: Vaskovics, Laszlo: „Elternschaft nach Auflösung der Zeugungsfamilie - postfamiliale Elternschaft“, in: Schneider, Norbert F. / Matthias-Bleck, Heike (Hrsg.): „Elternschaft heute. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und individuelle Gestaltungsaufgaben.“, Opladen 2002, S. 147f.
3 vgl.: Vaskovics, Laszlo: „Generationenbeziehungen: Junge Erwachsene und ihre Eltern“, in: Liebau, Eckart (Hg.): „Das Generationenverhältnis. Über das Zusammenleben in Familie und Gesellschaft.“, Weinheim 1997, S. 141
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Arbeit zitieren:
Tilman Scheipers, 2007, Erwachsenwerden - Das Ablösungsverhalten junger Erwachsener von der Kernfamilie, München, GRIN Verlag GmbH
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