Andreas Gryphius
Es ist alles Eitel
1) Du sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden. 2) Was diser heute baut / reist jener morgen ein: 3) Wo itzund Städte stehen / wird eine Wisen seyn / 4) Auff der ein Schäfers-Kind wird spilen mit den Herden.
5) Was itzund prächtig blüht / sol bald zutretten werden. 6) Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein / 7) Nichts ist / das ewig sey / kein Ertz / kein Marmorstein. 8) Itzt lacht das Glück uns an / bald donnern die Beschwerden.
9) Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. 10) Soll denn das Spil der Zeit / der leichte Mensch bestehn? 11) Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten /
12) Als schlechte Nichtigkeit / als Schatten / Staub und Wind; 13) Als eine Wisen-Blum / die man nicht wider find`t. 14) Noch will was Ewig ist kein einig Mensch betrachten!
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Hauptteil 5
2.1 Struktur 5
2.2 Metrik 5
2.3 Sprache 6
2.3.1 Rhetorische Figuren 6
2.3.2 Syntax 7
2.3.3 Bildlichkeit 8
2.4 Gattung 10
2.5 Das Gedicht in den historischen Kontext eingeordnet 11
Fazit 13
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1 Einleitung
In dieser Hausarbeit erarbeite ich eine Textanalyse des Gedichts, „Es ist alles Eitel“ von Andreas Gryphius. Ich habe meine Hausarbeit in sechs Unterpunkte gegliedert: Struktur, Metrik, Sprache, Gattung, Literaturhistorisches sowie einen inhaltlichen Vergleich mit dem Gedicht „Vergänglichkeit der Schönheit“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau.
Für meine Strukturanalyse sind Beobachtungen zum Aufbau und Paratext wichtige Kriterien. Das Reimschema und die Kadenzen der metrischen Analyse möchte ich vorziehen und bereits in diesem Abschnitt bearbeiten, da so die Struktur des Gedichtes deutlicher wird.
In dem dann folgenden Abschnitt der metrischen Analyse wird die Silbenbetonung im Gedicht behandelt, die dann wiederum den Versfuß ergibt. Genauso werde ich auch auf andere metrische Besonderheiten eingehen, um abschließend dann den Gedichttyp zu definieren.
Im Unterpunkt Sprache wird meine Hausarbeit rein sprachliche Besonderheiten herausarbeiten, wie zum Beispiel rhetorische Figuren. Dabei konzentriere ich mich vor allem auf Figuren und Gedankenfiguren und werde situativ einige Beispiele erklären. Ebenso gehört auch die Syntax zu diesem Unterpunkt, bei der sprachliche Besonderheiten aufgezeigt werden, zugleich aber auch Satzarten, verbunden mit Enjambements, und Zeitenwechsel berücksichtigt werden. Durch den gezielten Einsatz von Adjektiven, Verben, Metaphern und Allegorien, erzeugt der Autor beim Leser Textbilder und verleiht dem Gedicht somit Bildlichkeit. Diese Textbilder stehen im letzten Unterpunkt von Sprache, der Bildlichkeit, im Fokus des Interesses.
An Gedichttypen sind bestimmte Erwartungen gebunden. Im Punkt Gattung beschreibe ich die Erwartungen, die an diesen bestimmten Gedichttyp geknüpft sind, und analysiere, ob die Erwartungen an unserem vorliegendem Gedicht erfüllt beziehungsweise nicht erfüllt sind oder ob es Besonderheiten gibt, die von den Erwartungen abweichen. Im Punkt Literaturhistorisches ordne ich das Gedicht in seinen zeitlichen Kontext ein und hebe das Typische dieser Zeit hervor.
Im letzten Unterpunkt vergleiche ich kurz noch die inhaltliche Thematik des Gedichts „Vergänglichkeit der Schönheit“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau mit dem vorliegendem Gedicht von Andreas Gryphius. Dabei untersuche ich die Autorenmotive der beiden Gedichte.
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2 Hauptteil
2.1 Struktur
Die Struktur des Gedichts ist gut erkennbar, denn neben dem Paratext, welcher sich unter anderem aus der Überschrift ergibt, ist das Gedicht in vier Abschnitte untergliedert, zwei Quartette, jeweils von Vers 1-4 und 5-8, und zwei Terzette, jeweils von Vers 9-11 und 12-14.
Die Unterteilung ist zum einen gut an den eingerückten Textstellen zu erkennen, zum anderen aber auch an dem Reim- und Kadenz- Schema.
Die ersten beiden Quartette umgibt beide Male ein Blockreim (a-b-b-a), die beiden Terzette werden mit einem Schweifreim (c-c-d-e-e-d) verbunden. Es sind ausschließlich reine Reime vorhanden. Die Kadenzen passen sich dem Reimschema an, da die Verse mit dem Reimschema a und d mit einer weiblichen Kadenz, die Verse mit dem Reimschema b, c und e mit einer männlichen Kadenz enden.
Der Text ist linksbündig. Strophen sind nicht vorhanden, da die Abschnitte nicht die gleiche Verslänge haben. Die Abschnitte sind gut an den eingerückten Versen zu erkennen. In jedem dieser Abschnitte befinden sich mehrere Einzelsätze.
2.2 Metrik
Senkung und Hebung von Silben in dem Gedicht wechseln sich ab, daher alterniert das Gedicht. Die vorangegangene Senkung mit nachfolgender Hebung der Silbe bezeichnet man als Jambus. In diesem Gedicht haben wir in jedem Vers insgesamt sechs Jamben, die, bis auf zwei Ausnahmen, von einer Mittelzäsur unterbrochen werden. Diese trennt vorwiegend Hauptsätze von Nebensätzen und ist deutlich zu erkennen. Man nennt diese Form der wiederkehrenden Abfolge von Hebungen und Senkungen „Alexandriner“, welcher auch der Versfuß ist. Die vorgeschriebene Abfolge von sechs Jamben für einen Alexandriner ist zwar eine bedingterweise begrenzte Definition, doch hat hier auch der Autor gewisse Freiheiten, Senkungen zu verdoppeln. Diese Füllung der Senkungen kann man beobachten in Vers 1, 4, 5, 8, 11 und 14. Hier wurde jeweils an dem sechsten Jambus noch eine Senkung beigefügt.
Nach dieser strukturellen und metrischen Analyse gilt es noch den Gedichttyp zu bestimmen. Es handelt sich beim vorliegenden Gedicht um ein klassisches Sonett nach
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Arbeit zitieren:
David Haamel, 2007, Analyse des Gedichts "Es ist alles Eitel" von Andreas Gryphius, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Andreas Gryphius: Es ist alles Eitel - Gedichtinterpretation
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