Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Zum Begriff des Spiels 3
3. Spieltheorien 3
4. Entwicklung des Spiels 4
4.1 Spielarten 4
5. Mädchenspiele - Jungenspiele 7
5.1 Geschlechtsabhängige Unterschiede im Spielstil 8
5.2 Unterschiedliche Themen der Rollenspiele 11
6. Fazit/Schluss 12
7. Beobachtung 13
7.1 Zu den Gruppen 14
7.2 Beobachtungsergebnisse 15
7.3 Schlussbemerkung 18
8. Literaturliste 19
1. Einleitung
Vergleicht man gleichaltrige Gruppen von Mädchen und Jungen miteinander, werden Unterschiede sichtbar, die durch folgende Aussagen verdeutlicht werden: Häufig hört man von Jungen:
„Mit Mädchen spiel ich nicht - ich bin doch kein Mädchen.“ Mädchen dagegen äußern sich häufig wie folgt: „Die Jungen prügeln sich doch ständig, die sind doch blöd.“
Mit der Frage ob und wie sich die Mädchengruppen von den Jungengruppen im Spielverhalten unterscheiden soll sich die Arbeit beschäftigen. Dabei gehe ich einleitend auf den Begriff des Spiels ein, nenne anschließend einige der klassischen Spieltheorien und setze im Folgenden einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Spiels unter Berücksichtigung unterschiedlicher Spielarten. Nach diesem beschreibenden, ersten Teil beschäftige ich mich in einem weiteren Schwerpunkt mit dem direkten Vergleich von Mädchen- und Jungenspielen, wobei ich neben den konkreten Unterschieden auch auf die verschiedenen Themen der Spiele eingehe.
Die vorliegende Arbeit soll zeigen, inwiefern sich Mädchen- und Jungenspiele voneinander unterscheiden und welche Bedeutung die unterschiedlichen Spielarten für die Entwicklung beider Geschlechter haben. Ich beginne meinen ersten Teil der Hausarbeit mit einer Begriffsklärung des Wortes „Spiel“.
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2. Zum Begriff des Spiels
Das Wort „Spiel“ bedeutet ursprünglich: „unterhaltene Beschäftigung, fröhliche Übung“ 1 . Das Spielen ist eine Tätigkeit, die zwanglos und zweckfrei nur aus Freude an ihrer Ausübung, ihrem Inhalt oder ihrem Ergebnis ausgeführt wird. Dennoch gibt es dafür keine einheitliche Definition. Man unterscheidet beim Spielen verschiedene Erscheinungsformen, Bedeutungen und Funktionen. Sein Auftreten ist an vielfältige Bedingungen geknüpft. Deshalb ist das Spiel eine Form von Aktivität, die sowohl von Kindern, als auch von Erwachsenen praktiziert wird. Mit zunehmendem Alter wird das Spiel differenzierter und vielfältiger, Spielformen entwickeln sich. 2
Im Folgenden gebe ich eine kurze Übersicht über verschiedene Spieltheorien und deren Bedeutung für das Spiel.
3. Spieltheorien
Seit langem setzt man sich mit der Bedeutung und Funktion des Spiels für die kindliche Entwicklung wissenschaftlich auseinander. Es gibt zahlreiche Deutungen des Spiels, von denen sich als die bekannteste, zum Teil schon klassische Theorien, die folgenden nennen lassen:
• Theorie des Kraftüberschusses
Spencer (1855) deutet das Spiel als Kräfteüberschuss des Spielenden. Die überschüssigen Körperkräfte werden im Spiel aufgefangen und abgebaut.
• Erholungstheorie
Schaller (1861) und Lazarus (1883) stellen die Theorie auf, dass im Spiel Kräfte aktiviert werden. Dabei wird die Energie des Kindes nicht abgebaut, sondern aufgebaut, so dass das Kind sich im Spiel erholen kann.
1 Microsoft Encarta Enzyklopädie Plus 2000
2 Microsoft Encarta Enzyklopädie Plus 2000
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• Einübungstheorie
Groos (1899) sieht das Spiel als eine Vorübung auf das Leben als Erwachsener. Das Kind nimmt die Dinge seiner Umwelt auf und verarbeitet sie im Spiel. Keine dieser Theorien steht für sich allein oder schließt eine andere aus. Sie dienen als Hilfe, die Gefühle, Erfahrungen und Erkenntnisse des Kindes beim Spiel als Ganzes zu erfassen und zu bewerten. 3
4. Entwicklung des Spiels
Eine starre Trennungslinie zwischen den verschiedenen Spielformen ist nicht möglich, denn die Kindesentwicklung verläuft nicht sprunghaft, sondern Schritt für Schritt, vorwärts wie rückwärts. Progressive und regressive Vorgänge wechseln sich ständig ab.
Ein Überblick über die verschiedenen Spielarten dient zur Verdeutlichung der Entwicklung des Spiels und wird im kommenden Kapitel thematisiert. Dabei wird insbesondere das Symbol-, Rollen- und Regelspiel genauer betrachtet.
4.1 Spielarten
• Sensumotorisches Spiel
Das Kind zeigt in den ersten zwei Lebensjahren Aktivitäten, die als sensumotorisches Spiel bezeichnet werden. Das Kind hat Freude an der eigenen Körperbewegung und führt diese gern aus. Diese Bewegungen richten sich mit der Zeit auf Gegenstände aus der Umwelt. Das sensumotorische Spiel nimmt zwischen dem siebten und dreißigsten Monat allmählich ab. Bereits ab dem achtzehnten Lebensmonat treten komplizierte Handlungen mit den Gegenständen auf. 4
3 vgl. Oerter, Rolf: Kindheit. In: Oerter, Rolf und Montada, Leo (Hrsg.):
Entwicklungspsychologie, 4. Aufl. Psychologie Verlags Union, Weinheim. 1998. S. 249ff
4 vgl. ebd.
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• Informationsspiel
Das Kind erforscht und testet immer mehr Gegenstände, es will herausfinden, was man mit den Gegenständen machen kann, wie sie sich zusammensetzen oder wie sie von innen aussehen. Diese Aktivitätsform wird als Informationsspiel oder auch als Explorationsverhalten beschrieben. 5
• Konstruktionsspiel
Das wesentliche Merkmal des Konstruktionsspiels ist, es aus einzelnen Gegenständen oder mit ihrer Hilfe einen Zielgegenstand, wie zum Beispiel ein Bauwerk, eine Zeichnung oder eine Figur herzustellen. Diese Spielform hat einen hohen Stellenwert bei Vorschulkindern. 6
• Symbolspiele
Ab dem zwölften Monat tritt erstmals das Symbolspiel auf. Es nimmt über die Jahre im Verlauf der Vorschulzeit zu und sinkt in seiner Häufigkeit wieder ab. Der Anfang des Symbolspiels, auch als Fiktions- oder Als-ob-Spiel bezeichnet, ist gekennzeichnet durch das Nachahmen der Eltern beispielsweise durch Tätigkeiten wie (Staubsaugen, Kochen, oder Telefonieren, ...). Das Bemerkenswerte an Symbolspielen ist, dass Kinder ihre Gefühle und ihre Lebenssituation auf diese Art besser zum Ausdruck bringen können, als mit Worten oder Zeichnungen.
Des Weiteren geht es im Symbolspiel um das Verwandeln von Gegenständen und Personen. Es setzt Objektpermanenz voraus, das bedeutet, dass sich das Kind abwesende Objekte vorstellen kann. Häufig benutzt das Symbolspiel eingebildete Gegenstände, Personen oder Situationen, die von der Realität losgelöst sind und so der kindlichen Phantasie zur Verfügung stehen. Zum Beispiel wird ein Bauklotz zum Hammer, ein Besen zum Pferd oder ein Sessel zum Auto. Durch die Umdeutung eines Gegenstandes oder durch das bloße Vorstellen eines Gegenstandes, stellt das Symbolspiel hohe Anforderung an die kognitiven Leistungen, daher stärkt das Als-ob-Spiel die sozialen Fähigkeiten der Kinder.
5 vgl. ebd.
6 vgl. ebd.
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Arbeit zitieren:
Margarethe Gawlik, 2004, Geschlechtsunabhängige Unterschiede im kindlichen Spielverhalten, München, GRIN Verlag GmbH
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