Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung 3
2.Begriffserklärung............................................................................................. 4
3.Die Geschichte der Politischen Bildung in Österreich: 5
1869 - 1978. 5
3.1. Reichsvolksschulgesetz 5
3.2. Einführung der Bürgerkunde 5
3.3. Versuch der demokratischen Schule. 5
3.4. Schule während des Nationalsozialismus 6
3.5. Erlass von 1945 6
3.6. Schulorganisationsgesetz 7
3.7. Lehrplanreform 1970. 8
3.8. Versuch Politische Bildung zum Pflichtfach zu etablieren 9
4.Die Entstehung des Erlasses vom 11. April 1978 10
4.1. Der erste Entwurf 10
4.2. Überarbeitung des Ministeriums 10
4.3. Präsentation vor der Schulreformkommission. 11
4.4. Parteikommission. 11
4.5. Grundsatzerlass Politische Bildung in Schulen 11
5.Politische Bildung in der Praxis 16
5.1. Universitätslehrgang Politische Bildung 16
6.Schlusswort 19
7. Anmerkung zu den Fußnoten 21
8. Literaturverzeichnis: 22
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1.EINLEITUNG
Im Rahmen des Proseminars „Politisches System Österreich“ ist es meine Aufgabe ein Arbeit zu verfassen. Über ein Thema habe ich lange nachgedacht und nun eines gefunden. Und zwar: Politische Bildung in Österreich.
Dieses Thema beschäftigt mich schon lange. Während meiner Schulzeit, das heisst in der HBLA, hatten ich in der 4. und 5. Klasse das Fach „Politische Bildung und Recht“. Ich konnte mir zwar nicht viel darunter vorstellen, freute mich aber sehr darauf, weil ich schon immer politisch interessiert war. Doch meine Vorstellungen wurden enttäuscht. Im Großen und Ganzen gingen wir nur auf „Recht“ ein, das „Politische“ wurde nur kurz behandelt und hier auch nur, welche Institutionen es gibt bzw. wie sie zusammenspielen. Ich hatte aber das Glück, dass meine Geschichtsprofessorin es für wichtig hielt, uns ein wenig für Politik, besser gesagt das Interesse an Politik, zu motivieren. Aber leider kam es auch hier meiner Meinung nach zu kurz, was natürlich an der mangelnden Zeit lag.
Ich machte bzw. mache mir immer noch Gedanken, wieso im schulischen Bereich so wenig Wert auf Politische Bildung gelegt wird. Immerhin sind es die Jugendlichen, die die Zukunft eines Staates sind und deren Interesse an Politik unbedingt gefördert werden sollte.
Nun möchte ich in meiner Arbeit die zentrale Frage:
Wie hat sich die „Politische Bildung“ in Österreich entwickelt bzw. gibt es überhaupt eine Entwicklung in dieser Hinsicht? behandeln.
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2.BEGRIFFSERKLÄRUNG
Was bedeutet Politische Bildung bzw. was soll Politische Bildung vermitteln? Eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist, weil sich heute noch die Geister in dieser Frage scheiden.
Als aller erstes soll klar sein, dass Wissen über politische Systeme, Staatsorgane, Gesetze usw. nur ein kleiner Teil Politischer Bildung sein sollte, auch wenn dies in der Praxis oft ignoriert wird. Politische Bildung ist mehr, sie soll auch den Fragen der sozialen Kompetenz und Organisationsentwicklung (als ein Beispiel) nach gehen, sowie die Sozialgeschichte behandeln.
Eine allgemeine Begriffsdefinition könnte folgendermaßen aussehen::
Politische Bildung basiert auf Wertvorstellungen, die historisch gewachsen
Politische Bildung vollzieht sich als Wissensvermittlung, aber auch als
Politische Bildung versteht sich deshalb nicht als eine bloße
Eine weitere Erklärung :
„Die Politische Bildung hat begrifflich ihre Wurzeln in der Politikwissenschaft und der Pädagogik. Das Ziel der Politischen Bildung ist, Toleranz und Kritikfähigkeit zu vermitteln und zu stärken, demokratische Spielregeln zu verankern und damit zur
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Herausbildung und Weiterentwicklung von aktiver Bürgerschaft und Partizipation beizutragen“. 1
3.DIE GESCHICHTE DER POLITISCHEN BILDUNG IN ÖSTERREICH:
1869 - 1978
3.1. Reichsvolksschulgesetz
Jahrhundertelang stand das gesellschaftliche Leben, die Schule eingeschlossen, unter kirchlichen Einfluss. Erst im 19. Jahrhundert, und zwar 1869 soll sich dies ändern. Die Liberalen, zu dieser Zeit an der Macht, erlassen das Reichsvolksschulgesetz: Um eine umfassende Modernisierung der Gesellschaft und Wirtschaft zu erreichen, wird die Schule dem Einflussbereich der Kirche entzogen, jedoch das Ziel bleibt das gleiche: Herstellung der politischen Loyalität durch eine sittlich-religiöse Erziehung.
3.2. Einführung der Bürgerkunde
1883 wird in einer Zeit des Konservativismus das Reichsvolksschulgesetz novelliert und Religion als Unterrichtsprinzip wieder eingeführt. 1907 erklärt sich die
Unterrichtsverwaltung bereit, staatsbürgerlichen Unterricht einzuführen. Dieser wird aber wohl bemerkt, als Bürgerkunde und nicht als Politische Bildung bezeichnet, denn das Ziel ist es Politik und politischen Alltag vor den Kindern und Jugendlichen fernzuhalten und den Staat als alleinigen Repräsentanten und Wahrer des Gemeinwohls darzustellen.
3.3. Versuch der demokratischen Schule
1919 versucht Otto Glöckel die Schule zu reformieren - zur demokratischen Schule. Es gibt Arbeitsschulen, in denen die SchülerInnen selbstständiger arbeiten sollen. Auch wird der Teilnahmezwang am Religionsunterricht aufgehoben. Doch diese „Idee“ hält nicht lange, schon 1920 wird Glöckel ersetzt. Ab nun steht die Erziehung zu „kräftigem nationalen Denken und Fühlen“ 2 im Vordergrund.
Ab 1933 ist die Schule Ziel autoritärer Politik. Religionsunterricht wird wieder Pflicht, was mit dem Konkordat zusammenhängt. Andersdenkende werden mit der Androhung disziplinärer Konsequenzen mundtot gemacht. Schulleiter mit
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demokratischer Einstellung werden gekündigt. Die neuen zu vermittelnden Werte sind Führertum, Heldenmut, Wehrhaftigkeit, Opferbereitschaft und Hingabe.
3.4. Schule während des Nationalsozialismus
1938, nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland, wird das Schulwesen, sowie die Universitäten durch politisch motivierte „Säuberungen“ der Lehrkörper dem nationalsozialistischem Regime gleichgeschaltet. Oberste Aufgabe der Schulen: Nationalsozialistische Menschen formen. LehrerInnen arischer Abstammung müssen einen Eid auf Adolf Hitler ablegen. Nicht-ArierInnen „dürfen“ den Eid nicht ablegen und nur mehr an jüdischen Schulen unterrichten. Ab 1942 ist das Schulwesen für alle Juden/Jüdinnen „reichseinheitlich“ nicht mehr zugänglich. Der Religionsunterricht wird zum freiwilligen Unterricht.
Hitler versteht unter Erziehung Züchtigung und Formung. Dies wird im schulischen, sowie außerschulischen Bereich, auf den weit mehr Wert gelegt wir, vermittelt. Es gibt viele Aktivitäten und in größeren Schulen sogar Rundfunkanlagen, um den Kindern und Jugendlichen gleichsam ein authentisches Miterleben der Größe des Dritten Reiches zu ermöglichen.
Herbert Dachs fasst die politische Prägung der Jugendlichen ab 1933 wie folgt zusammen:
„Die Jugend, welche während der Jahre 1933 - 1945 ihre politische Prägung erhalten hat, war weitestgehend geformt von Inhalten wie Rassenbewusstsein, Einordnung und Gehorsam, Loyalität gegenüber Führer und Vaterland und dem Glauben an die Notwendigkeit uneingeschränkter Selbstaufopferung.“ 3
3.5. Erlass von 1945
Genau deshalb gibt es nach Kriegsende einigen Nachholbedarf in dieser Hinsicht. Der „Erlass des Staatsamtes für Volksaufklärung, für Unterricht und Erziehung und Kultusangelegenheit“ vom 3. September 1945 ist ein erster Schritt in Richtung
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Arbeit zitieren:
Kathrin Heis, 2006, Politische Bildung in Österreich - Wie hat sich die „Politische Bildung“ in Österreich entwickelt bzw. gibt es überhaupt eine Entwicklung in dieser Hinsicht?, München, GRIN Verlag GmbH
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