Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 3
1. Stress im Lehrerberuf 4
1.1. Berufsbild 4
1.2. Lehrerstress und Krankheiten. 7
1.3. Stressintervention 9
1.3.1. Das pädagogische Tagebuch 9
1.3.2. Stressdrama 10
1.3.3. Inszenierung 11
1.3.4. Arbeit mit Inneren Bildern 12
2. Depersonalisationsstörung 14
2.1. Begriff und Einordnung 14
2.2. Symptomatik 15
2.3. Auslösende Faktoren 19
2.4. Erklärungsansätze. 20
2.4.1. Neurobiologische Ansätze. 21
2.4.2 Neuropsychologischer Ansatz. 22
2.4.3 Psychodynamischer Ansatz. 22
2.5. Therapie. 23
3. Schlussbetrachtung. 26
4. Literaturverzeichnis. 27
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0. Einleitung
Diese Hausarbeit zum Thema „Lehrerstress und Depersonalisation“ ist im Rahmen des Seminars „Stress und Gesundheit“ bei Frau Dr. A. Buske-Kirschbaum im Wintersemester 2006/07 entstanden.
Der Beruf des Lehrers wurde in der vergangenen Zeit mit zunehmender Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit diskutiert. Folglich sind auch die „lehrertypischen“ Krankheiten, wie das Burnoutsyndrom oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Mittelpunkt gerückt. Diese Hausarbeit soll jedoch verdeutlichen, dass auch eine weniger bekannte psychische Störung, die Depersonalisation, zu den stressinitiierten Krankheiten zählt.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird der Beruf des Lehrers, Lehrerstress und die daraus folgenden Krankheiten sowie die Stressintervention näher betrachtet. Im zweiten Teil wird die Depersonalisation bezüglich ihrer Symptome, auslösende Faktoren, Erklärungsansätze und Therapiemöglichkeiten vorgestellt. Grundlage dieser Arbeit bildet dabei LUKAS (2003) „Das Gefühl, ein No-Body zu sein.“ Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht maßgeblich zu überschreiten, wurde auf eine tiefgehende fachliche Diskussion verzichtet und die Darstellung der zentralen Aspekte des Krankheitsbildes in den Vordergrund gestellt.
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1. Stress im Lehrerberuf
1.1. Berufsbild
Der Lehrerberuf ist ein schwieriger und zugleich auch ein schöner Beruf. Was gibt es denn schöneres als junge Menschen auf ihren Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten? Ihre körperlichen sowie sozialen Veränderungen mit zu erleben? Ihnen auf ihrem Weg nützliches Wissen zu vermitteln und sie am Ende stolz aus der Schule zu entlassen? RABINDRANATH TAGORE (1861-1941), ein indischer Dichter und Philosoph, formulierte den Beruf des Lehrers folgendermaßen: „Die Hauptaufgabe des Lehrers ist nicht, Bedeutungen zu erklären, sondern an die Tür des Geistes zu klopfen.“
Folgende Merkmale des Lehrerberufes sind es, die ihn von anderen (sozialen) Berufen unterscheiden (vgl. BARTH 1992 in: VAN DICK 2006, S. 24):
- Ein sehr breites Rollenspektrum: Der Großteil der heutigen Berufe besitzt ein exakt
- Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist in den meisten Fällen keine freiwillige
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- Die Kontrolle des Lehrers in Bezug auf seine Arbeit ist sehr gering. Sein täglicher
- Durch Lehrpläne, Schulgesetze und Verordnungen sind Lehrer sehr in ihrer
- Ab dem Moment des Stundenklingelns interagieren Lehrer in den meisten Fällen
- Nicht zuletzt ist das Berufsbild des Lehrers in der Gesellschaft durch ein
Fragt man einen Schüler, wie er sich den „idealen“ Lehrer vorstellt, würde er antworten, dass der Lehrer „[…] gerecht, aufgeschlossen, tolerant, humorvoll und eine Autorität sein [soll].“ (VON CARLSBURG, HEYDER 2005 in: VON CARLSBURG et al. 2005 , S. 231)
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Diese eher allgemein gehaltenen Charaktereigenschaften würden aber auch auf einen Bäcker-oder Kfz-Meister zutreffen, wenn man die gleiche Frage dessen Auszubildende stellen würde. Die Professionalität des Lehrers ist jedoch besonders durch das Zusammenwirken folgende Fähigkeiten charakterisiert (vgl. REKUS 2005 in: VON CARLSBURG et al. 2005, S. 71):
- Der Lehrer selbst muss sein fachlich zu vermittelndes Wissen so überblicken
- Für den Lehrer ist außerdem eine didaktisch-methodische Vielfalt notwendig, um
- Eine entsprechende Gedankenführung der Schüler ist aber nur dann möglich, wenn
Neben diesen drei wesentlichen Kompetenzen gibt es aber noch einen weiteren unerlässlichen Punkt, der zu der Professionalität des Lehrers beiträgt: „[…] [D]ie pädagogische Intuition [ist] die unverzichtbare Fähigkeit des Lehrers […] die situativ richtige Entscheidung zu treffen, um den Schüler auf den Weg des Lernens zu bringen und zu begleiten.“ (ebd., S. 77) Unter dem intuitiven Handeln der Lehrer versteht man demnach, in der richtigen Situation die richtige Frage zu stellen, was weder „[…] unmittelbar aus der Rationalität des akademischen Wissens noch aus der Menge der gewonnen Erfahrungen […]“ (ebd., S. 71) hervorgeht, sondern auf der Wissensreflexion des Lehrers basiert.
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1.2. Lehrerstress und Krankheiten
In der heutigen Gesellschaft, welche größtenteils durch Leistungsdruck, hohe Anforderungen und Zeitnot geprägt ist, ist der Stressbegriff allgegenwärtig. Er wird von vielen Menschen täglich verwendet und hat dennoch eine individuelle Bedeutung. Hört man jemanden zum Beispiel sagen „Ich habe Stress“, können hinter dieser Redeweise eine große Anzahl von unterschiedlichen belastenden Umweltfaktoren (Lärm, Zeitdruck, Hektik usw.) stehen. Andererseits werden mit „Ich bin gestresst“ auch körperliche Reaktionen und Empfindungen zum Ausdruck gebracht. Allein anhand dieser Aussagen wird deutlich, dass Stress bezüglich seiner Art und Weise sehr subjektiv wahrgenommen wird (vgl. VAN DICK 2006, S. 27). Bereits 1978 wurde von KYRIACOU und SUTCLIFFE Lehrerstress „[…] als negative Emotionen (wie Ärger oder Depression) bei einem Lehrer, die mit potentiell schädlichen physiologischen und biochemischen Veränderungen einhergehen, [definiert]. Diese Emotionen resultieren aus bestimmten Aspekten der Lehrertätigkeit und entstehen im Prozess der subjektiven Wahrnehmung, die von der persönlichen Konstitution des Lehrers, einer Bedrohung seines Selbstwertsgefühls oder des Wohlbefindens und von Coping-Strategien, die zur Reduktion dieser Bedrohung eingesetzt werden, beeinflusst wird.“ (VAN DICK 2005, S. 35; übersetzt: K. R.) Nach VAN DICK (2005) sind vor allem „[…] zu große Klassen, Probleme mit Schülern (Motivations-, Konzentrationsschwierigkeiten, Disziplinprobleme), administrative Probleme (Verwaltungsarbeit, Schwierigkeiten mit Behörden, Hemmnisse durch Erlässe und Verordnungen), Probleme mit Kollegen, Probleme mit Eltern sowie die fehlende Anerkennung durch die Öffentlichkeit […]“(VAN DICK 2005, S. 48), die als Stressoren des Lehrerberufs zu sehen sind.
Der Psychologe UWE SCHAARSCHMIDT führte mit seinem Team die bisher größte Studie zur Lehrergesundheit durch und statuierte vier Muster des beruflichen Erlebens und Verhaltens von Lehrern: Muster G und S sowie die Risikomuster A und B (vgl. SCHAARSCHMIDT 2005, S.
1
24 ff.).
In dieser Studie wurden u.a. die Zusammenhänge von Lehrerstress und schulischen Bedingungen betrachtet. Den zu untersuchenden Lehrern wurden dazu 26 Merkmale, die in vorherigen Erhebungen als belastend eingestuft wurden, vorgelegt. Abbildung 1 zeigt die Belastungseinschätzung der einzelnen Muster bezüglich der drei am häufigsten genannten
1 Eine ausführliche Charakterisierung in SCHAARSCHMIDT 2005, S. 24 ff
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Arbeit zitieren:
Kristin Rikovsky, 2007, Lehrerstress und Depersonalisation, München, GRIN Verlag GmbH
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