Inhaltsverzeichnis:
0. Einleitung
1. Das Elternhaus
1.1 Allgemeines
1.2 Indirektes Lernen von den Eltern
1.2.1 Geschlechtsstereotypen der Eltern
1.2.2 Interaktion der Eltern mit den Kindern
1.2.2.1 Spiel mit den Kindern
1.2.2.2 Gewalt gegen Kinder
1.2.2.3 Eltern von geschlechtsatypischen Kindern
1.3 Direktes Lernen von den Eltern: Rollenverteilung der Eltern
1.3.1 Hoher Anteil des Vaters an der Erziehung
1.3.2 Abwesenheit des Vaters
1.3.3 Berufstätigkeit der Mutter
1.4 Studie zum Einfluß des Elternhauses auf die Geschlechtsrollenorientierung
2. Interaktion mit Spielkameraden
2.1 Geschlechtertrennung - Warum Jungen und Mädchen nicht gerne miteinander spielen
2.2 Verstärkung geschlechtsspezifischen Verhaltens bei Spielkameraden
3. Die Arbeitswelt
3.1 Reaktion von Jungen und Mädchen auf Wettkampfsituationen
3.2 Aufgabenpräferenzen
3.3 Selbsteinschätzung, Leistungsvergleiche und Leistungsmotivation
3.4 Unterschiede in Beruf und Einkommen
4. Hintergründe und Diskussion
Literaturverzeichnis
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0. Einleitung
Das vorliegende Referat bezieht sich hauptsächlich auf ein amerikanisches Lehrbuch. Den hier zusammengestellten Forschungsergebnissen liegen daher fast ausschließlich Studien an amerikanischen Versuchspersonen unter amerikanischen Umweltbedingungen zugrunde. Eine universale Übertragbarkeit der Ergebnisse erscheint daher fraglich.
Insgesamt gibt es, betrachtet man Geschlechtsunterschiede in Einstellungen und Verhalten, eine Fülle verschiedener Einflußfaktoren. Im folgenden sollen 3 Bereiche betrachtet werden, in denen geschlechtsbeeinflußte Umwelten existieren: Die Erziehung innerhalb der Familie, die Interaktion mit Spielkameraden und die Arbeitswelt.
Was versteht man unter geschlechtsbeeinflußten Umwelten? Geschlechtsbeeinflußte Umwelten bestehen, weil
- unsere Geschlechts-Vorbilder (Eltern, andere Bezugspersonen) sich unterschiedlich verhalten
- Jungen und Mädchen unterschiedlich auf Situationen reagieren
- die jeweilige Umwelt (sei es das Elternhaus, die Schule oder die Kollegen am Arbeitsplatz) unterschiedlich auf Männer und Frauen reagiert, auch, wenn sie dasselbe tun
Der Zusammenhang zwischen geschlechtsbeeinflußten Umwelten und
geschlechtsspezifischen Unterschieden in Einstellungen und Verhalten soll im folgenden näher beleuchtet werden.
1. Das Elternhaus
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Wie wirkt sich die Umgebung des Elternhauses auf die Entwicklung geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen sowie die Entwicklung von
Geschlechtsidentität, Geschlechtsstereotypen und Geschlechtsrollenidentität aus?
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Kinder lernen Werte und Anschauung der Eltern (Lerntheorien, Imitationstheorie)
a) direkt: Die Eltern sind Vorbilder für die Kinder
b) indirekt: Werte und Einstellungen der Eltern haben Einfluß auf ihre Erziehungsmethode
Berücksichtigt werden muß jedoch, daß die Erziehungsmethoden der Eltern zwar das Kind beeinflussen, das Verhalten des Kindes aber auch auf dasjenige der Eltern Einfluß nimmt; es besteht also eine Wechselwirkung.
Zudem unterscheiden Kinder sich in ihrer Tendenz, elterliches Verhalten zu kopieren, d.h. einige identifizieren sich sehr stark mit ihren Eltern, andere fast gar nicht.
Mit zunehmendem Alter werden sich Kinder immer deutlicher dessen bewußt, daß die Eltern best., verschiedene, geschlechtsspezifische Erwartungen bezüglich ihres Verhaltens haben
Wie kann man geschlechtsspezifische Erziehung untersuchen? Meßmöglichkeiten Bei Befragungen gibt es natürlich Differenzen zwischen den Angaben der Eltern über geschlechtsspezifische Erziehung (z.B., ob sie ihr Kind nach Geschlecht einkleiden) und dem tatsächlichen Tun; daher werden v. a. Beobachtungsstudien anstelle von Fragebogenuntersuchungen herangezogen.
In Folgenden werde ich darauf eingehen, wie Kinder von Eltern direkt bzw. indirekt Werte übernehmen und dadurch in der Entwicklung ihres
Geschlechtsrollenstereotyps sowie der Entwicklung von geschlechtsspezifischem Verhalten beeinflußt werden.
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'LH*HVFKOHFKWVVWHUHRW\SHQGHU(OWHUQ Die Geschlechtsstereotypen der Eltern beeinflussen natürlich auch ihren Erziehungsstil. Mithin behandeln Eltern Kinder unterschiedlichen Geschlechts unterschiedlich, wobei ihre Vorstellungen über geschlechtsangemessene Erziehung
von Geschlechtsstereotypen beeinflußt wird. Von welchen geschlechtsspezifischen Eigenschaften gehen Eltern nun aus? Eltern glauben nicht allgemein an Geschlechtsunterschiede; wenn sie an welche glauben, stimmen diese nicht notwendigerweise mit der Wirklichkeit überein. Die Annahmen über Geschlechtsunterschiede im Verhalten der Kinder hängen auch vom Geschlecht des jeweiligen Elternteils ab, wie eine Untersuchung von McGuire (1988) zeigt, bei der Eltern von 2 Jahre alten Kindern befragt wurden: Eine Beschäftigung der Kinder mit ihrem Aussehen wurde als weiblich angesehen, besonders von den Müttern; Väter werteten insbesondere Puppenspiel in Form von Mutter-und-Kind-Spiel, braves Verhalten und Übernehmen von Hausarbeiten als weiblich. Körperliche Fähigkeiten, sportliches Geschick, Freude daran, sich schmutzig zu machen, wild sein und an Fahrzeugen und Werkzeug interessiert zu sein, wurden hingegen als typisch maskuline Eigenschaften gewertet. Mehr als die Hälfte der Eltern glaubte, es
gäbe mit dem Geschlecht zusammenhängende Verhaltensdifferenzen bei
Differenzen seien allein auf Umwelteinflüsse zurückzuführen. Kleinkindern, allerdings glaubten 63% der Mütter und 72% der Väter, diese
Wie beeinflußt das Geschlecht des Kindes nun das Verhalten der Eltern? .LQGHUQ
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Mütter und Väter haben verschiedene Haltungen gegenüber ihren Kindern, wobei Väter mehr stärker Geschlechtstypisierung betreiben und eine stärker geschlechtsdifferenzierende Einstellung haben als Mütter. Dies zeigt sich z.B. daran, daß Mädchen mehr im Haushalt arbeiten müssen als Jungen. Ihre Aufgaben sind v.a. Tätigkeiten in der Küche und Saubermachen; während Jungen eher im Außenbereich arbeiten müssen; zudem müssen Mädchen sich öfter um ihre Geschwister kümmern als Jungen. Mädchen bekommen mehr feedback in Form von Instruktionen als Jungen; Mütter geben mehr Instruktionen als Väter; Väter reagierten emotionaler auf ihre Kinder als Mütter, v. a. auf ihre Söhne.
Geschlechtsdifferenzierendes Verhalten der Eltern beeinflußt bereits das Verhalten von Kleinstkindern; dies zeigt auch die Fagot-und-Leinbach-Untersuchung (1987, 1989).
Fagot und Leinbach untersuchten 48 Kinder/18 Monate zu hause mit ihren Eltern. Mit ca. 30 Monaten wurden den Kindern Geschlechtstypsierungsaufgaben gestellt. Die Korrelationen zwischen elterlichem Verhalten und der Geschlechtsidentität, der Geschlechtsrollenidentität und der Geschlechtskonsistenz der Kinder wurden gemessen: je intensiver die Eltern auf geschlechtstypisches Verhalten der Kinder mit 18 Monaten reagierten , desto früher konnten die Kinder das Geschlecht von Kindern auf Photos bestimmen und desto eher wurden sie sich sexueller Stereotypen bewußt (Mädchen spielten z.B. häufiger mit „weiblichem“ Spielzeug, waren weniger aggressiv und kommunizierten mehr mit Erwachsenen). Das Verhalten der Eltern, als die Kinder 27 Monate alt waren, war jedoch nicht mehr unterschiedlich. Wie geschlechtstypisierendes Verhalten der Eltern das Verhalten der Kinder beeinflussen kann, zeigt auch folgendes Beispiel: Bei Jungen und Mädchen wurden mit 13-14 Monaten und mit 24-25 Monaten der Geltungsdrang untersucht: Zuerst gab es keine Unterschiede; der Geltungsdrang von Mädchen wurde jedoch ignoriert, während Jungen energischer sein mußten, um die gleiche Aufmerksamkeit wie Mädchen zu bekommen. Später zeigten Jungen mehr Geltungsdrang als Mädchen.
In summa: Revievs der Literatur (Lytton & Romney, 1991; Siegal, 1987) lassen darauf schließen, daß beide Eltern geschlechtsangemessenes Verhalten belohnen und unangemessenes Verhalten bestrafen. Ein Beispiel: Eltern unterstützen Nähe
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Quote paper:
M.A. Marion Näser, 1999, Geschlechtsunterschiede und Umwelt: Geschlechtsbeeinflußte Umwelten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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