INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS....................................................................I
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS.......................................................IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ........................................................VI
TABELLENVERZEICHNIS ........................................................... VII
Einleitung 1
1 Die Volkswirtschaften im Vergleich 3
1.1 Das chinesische Wirtschaftswunder 3
1.1.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik 3
1.1.2 Wachstum des Außensektors 3
1.1.3 Wandel in der Handelsstruktur 4
1.2 Südostasien: Von Mirakel zu Debakel 5
1.2.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik 5
1.2.2 Wachstum des Außensektors 6
1.2.3 Wandel in der Handelsstruktur 7
1.2.4 Die Asienkrise 7
1.3 Nach der Krise: Veränderte Kräfteverhältnisse 8
1.4 Keine Chance gegen den Drachen 10
1.4.1 Größenvorteile 10
1.4.2 Arbeitskraft 11
1.4.2.1 Große Arbeiterschaft 11
1.4.2.2 Niedrige Löhne 11
1.4.2.3 Qualifikation 12
1.4.3 Fortschreitende Technologisierung des Landes 13
1.4.3.1 Forschung und Entwicklung 13
1.4.3.2 ICT-Infrastruktur 14
1.5 Bedeutung von Export und ADI für die Region 15
1.5.1 Export 15
1.5.2 Ausländische Direktinvestitionen 17
1.5.2.1 Was sind ADI 18
1.5.2.2 Abhängigkeit von ADI 19
1.5.2.3 Wirkung von ADI auf das Wirtschaftswachstum 20
1.5.2.4 Zusammenhang zwischen ADI und Industriegüterproduktion 22
1.6 Aufbau der Arbeit 25
1.6.1 Export 26
1.6.2 ADI 26
2 Export 29
2.1 Einleitung 29
2.1.1 Relevanz der Fragestellung 30
2.1.2 Wirtschaftstheoretische Überlegungen 31
2.1.3 Aufbau des Exportteils 33
2.2 Konkurrenzeffekte 33
2.2.1 Überschneidung der Exportstruktur 33
I
2.2.1.1 SITC-Vergleich auf dreistelliger Ebene 33
2.2.1.2 Produktkategorien nach Technologieintensität 35
2.2.2 Beurteilung bisheriger Verdrängungseffekte 37
2.2.2.1 Weltmarktanteile 37
2.2.2.2 Marktanteile in den westlichen Industrienationen 40
2.2.2.3 Matrixdarstellung der Marktanteilsänderungen 41
2.2.2.4 Analyse des konstanten Marktanteils 46
2.2.2.5 Gravitationsmodell 50
2.2.2.6 Zusammenfassung 52
2.2.3 Ausblick: WTO 53
2.2.3.1 Eine Revolution 54
2.2.3.2 Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Chinas 55
2.2.3.3 Erste Trends 56
2.2.3.4 Zukunftssimulationen 57
2.2.3.5 Zusammenfassung 59
2.3 Chinas Importe aus Südostasien 60
2.3.1 Entwicklung der Handelsbeziehungen bis Ende der achtziger Jahre60
2.3.2 Heutiges Handelsvolumen 61
2.3.3 Gründe für den Nachfrageanstieg 63
2.3.4 Handelsstruktur 63
2.3.5 Intraregionaler Handel im Vergleich................................................64
2.3.6 Anteil des chinesischen Marktes am Export Südostasiens 65
2.3.7 Gravitationsmodell 67
2.3.8 Zusammenfassung 68
2.3.9 Ausblick: WTO 69
2.3.9.1 Einleitung 69
2.3.9.2 Neue und alte Mitgliedstaaten 70
2.3.9.3 Zukunftssimulationen 71
2.4 Gesamtbetrachtung 71
2.4.1 Marktanteilsanalysen 72
2.4.2 Gravitationsmodell 74
2.4.3 Ausblick: WTO 76
2.4.4 Zusammenfassung 76
3 Ausländische Direktinvestitionen 77
3.1 Einleitung 77
3.1.1 Die Entwicklung von ADI in Asien: Alles geht nach China 77
3.1.2 Aufbau des Investitionsteils 80
3.2 Konkurrenzeffekte 82
3.2.1 Theorie 82
3.2.2 Beliebtheit der Investitionsstandorte China und ASEAN 83
3.2.3 Desinvestitionen 84
3.2.4 Gegenläufige Entwicklung von ADI in der Region 86
3.2.4.1 Betrachtung der Bestände statt Flüsse von ADI 87
3.2.4.2 Übertreibung der Daten von ADI in China 89
3.2.4.3 Ein Nullsummenspiel 91
3.2.4.4 Generierung von ADI in China 93
3.2.4.5 Zwischenergebnis 95
3.2.5 Fehlentwicklungen in einzelnen Ländern 96
3.2.6 Aufschlüsselung der Quellen von ADI in der ASEAN 98
3.2.7 Ausblick: WTO und danach 102
3.2.8 Analyse mittels ökonometrischer Verfahren..................................105
3.2.9 Zusammenfassung 108
3.3 Chinas Investitionen in Südostasien 110
3.3.1 Hintergrund chinesischer Direktinvestitionen 110
II
3.3.2 Bisherige chinesische Direktinvestitionen in der ASEAN 111
3.3.3 Ausblick 112
3.4 Gesamtbetrachtung 113
4 Schlussfolgerungen 115
4.1 Gemischte Auswirkungen 115
4.2 Produktionsnetzwerke 115
4.3 Ökonometrische Analysen 118
4.4 ASEAN Im Fall von der technologischen Leiter 120
LITERATURVERZEICHNIS IX
III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abb. Abbildung
ADB Asian Development Bank
ADI Ausländische Direktinvestitionen
ASEAN Association of South East Asian Nations
BIP Bruttoinlandsprodukt
bspw. beispielsweise
bzgl. bezüglich
bzw. beziehungsweise
CT Complete threat
ca. circa
d.h. das heißt
etc. et cetera
EU Europäische Union
FIE Foreign Invested Enterprise
Fn. Fußnote
FDI Foreign Direct Investment
GTAP Global Trade Analysis Project
hrsg. v. herausgegeben von
HT High-technology
ICT Information and communication technology
IMF International Monetary Fund
i.V.m. in Verbindung mit
JBIC Japan Bank for International Cooperation
JETRO Japan External Trade Organization
Kap. Kapitel
LT Low-technology
Mill. Millionen
ML Mutual withdrawal
Mrd. Milliarden
MT Medium-technology
NBER National Bureau of Economic Research
NT No threat
IV
OECD Organisation for Economic Co-operation and Development
PT Partial threat
RB Resource-based
R&D Research and development
RCA Revealed Comparative Advantage
RIETI Research Institute of Economy, Trade and Industry
RT Reverse threat
SITC Standard International Trade Classification
sog. sogenannt
s.o. siehe oben
SOE State Owned Enterprise
s.S. siehe Seite
Tab. Tabelle
u.a. unter anderem
UK United Kingdom
UN United Nations
UNO United Nations Organization
UNCTAD United Nations Conference on Trade and Development
UNIDO United Nations Industrial Development Organization
USA United States of America
usw. und so weiter
u.U. unter Umständen
v.a. vor allem
vgl. vergleiche
WIR World Investment Report
WTO World Trade Organization
WMA Weltmarktanteile
z.B. zum Beispiel
z.T. zum Teil
V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb 1: Das BIP der ASEAN und von China 1995 und 2003...................................9
Abb 2: Verhältnis Export zu Bruttoinlandsprodukt verschiedener Regionen 17
Abb 3: ADI in China und der ASEAN 1991-1997 19
Abb 4: Verhältnis Bestand von ADI zum Bruttoinlandsprodukt 1980-2000.........20
Abb 5: Wirkungsweisen von ADI auf die Industriegüterproduktion der ASEAN 23
Abb 6: Denkbare Einflüsse auf die ASEAN-Region 27
Abb 7: Warenexporte von China und den ASEAN-5 1990 und 2003 30
Abb 8: Exportwachstum und Änderungen von WMA 1990-2000..........................38
Abb 9: Auswirkungen des WTO-Beitritts auf Exporte Südostasiens 2001-2010 58
Abb 10: Exporte der ASEAN nach China 1993-2004 62
Abb 11: Intraregionaler Handel im Vergleich.........................................................65
Abb 12: Zielmärkte der Exporte Südostasiens 1980-2002.....................................66
Abb 13: Nettoeffekt auf Exporte der EA-7 73
Abb 14: Entwicklung der ADI in China und in der ASEAN 1991-2004................78
Abb 15: ADI in Südostasien und China 1991 und 2002 79
Abb 16: Desinvestitionen von ADI in China 86
Abb 17: Bestände von ADI in China Hongkong und ASEAN 88
Abb 18: Entwicklung der ADI in der ASEAN ohne Indonesien 98
Abb 19: Japanische Direktinvestitionen in der Region 99
Abb 20: Direktinvestitionen der USA in der Region 100
Abb 21: Direktinvestitionen der EU-4 in der Region 101
Abb 22: Kapitalrendite japanischer Unternehmen 104
Abb 23: Anteile von Elektrogeräten am bilateralen Handel 1993-2004 117
VI
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Überschneidung der Exportstrukturen 34
Tabelle 2: Technologiestruktur der Exporte beider Wirtschafträume 37
Tabelle 3: Weltmarktanteile nach Technologie-Kategorien 39
Tabelle 4: Marktanteile in der westlichen Welt nach Produktkategorie 40
Tabelle 5: Matrix zur Konkurrenz auf dem Exportmarkt 1990 und 2000................43
Tabelle 6: Exporte unter DT nach Technologie 45
Tabelle 7: Exportzuwächse der ASEAN-5 in den USA 1995-2000 48
Tabelle 8: Einfluss des WTO-Beitritts auf die Exporte der ASEAN im Jahr 2020 59
Tabelle 9: Struktur der chinesischen Importe aus der ASEAN 1993-2004 64
Tabelle 10: Die Exporte der ASEAN nach China 66
Tabelle 11: Einfluss des chinesischen BIP auf seine Importe aus der ASEAN 68
Tabelle 12: Gewichteter Durchschnitt der Zollhöhe von Exporten nach China 70
Tabelle 13: Nettoeinfluss des BIP Chinas auf die Exporte der ASEAN 75
Tabelle 14: Inward FDI Performance Index 1988-1990 und 1998-2000.................94
Tabelle 15: Chinas Direktinvestitionen in der ASEAN 111
Tabelle 16: Struktur der Importe der ASEAN aus China 1993-2004 117
Tabelle 17: Struktur der Exporte der ASEAN nach China 1993-2004 117
VII
Southeast Asian countries are under intense competitive pressure, as their former activities, especially labor-intensive manufacturing, migrate to China. One indicator of this massive shift is the fact that Southeast Asia used to attract twice as much foreign direct investment as Northeast Asia, but the
ratio is [now] reversed. 1 Lee Hsien Loong
Einleitung
Chinas gegenwärtiger Aufstieg zur Industrie- und Exportmacht ist einer der einflussreichsten Vorgänge, die das zukünftige Aussehen der Weltwirtschaft formen. Der jährliche Anstieg der im Industriesektor Beschäftigten von 25 Millionen Menschen ist gleichbedeutend mit der Erweiterung der Weltwirtschaft um ein mittelgroßes Land. Chinas zunehmende Bedeutung als Produktions- und Montagestandort von Exporterzeugnissen, als Empfänger ausländischer Direktinvestitionen und als Importeur von Technologie, Rohstoffen und Industriegütern ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der die weltweite Angebots- und Nachfragelage nachhaltig prägen wird. Die Ungewissheit, wie sich das plötzliche Erwachen dieses Riesen auf die Weltwirtschaft auswirken wird, schürt denn auch die Angst davor, ins Hintertreffen zu geraten. Insbesondere die mit einem ähnlichen komparativen Vorteil ausgestatteten Entwicklungsländer, und hier vornehmlich die des benachbarten Südostasiens, fürchten die chinesische Konkurrenz auf Exportmärkten und um ausländische Direktinvestitionen, was sich in den Reaktionen von Wissenschaftlern und Politikern wie Lee Hsien Loong widerspiegelt. Dabei ist diese Sorge nur zu verständlich, wenn man die zentrale Bedeutung dieser beiden Faktoren für das
1 ChinaOnline vom 14.11.2002, zitiert in Chantasasawat et al. (2003), S. 3. Lee war damals stellvertretender Premierminister von Singapur. Im August 2004 übernahm er das Amt des
Premierministers von Goh Chok Tong.
1
exportorientierte Wachstum Südostasiens bedenkt, das die Region bis zur Wirtschaftskrise zum „Asiatischen Wunder“ machte.
Gleichwohl sind die Ängste nicht immer begründet. Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, die Auswirkungen des chinesischen Aufschwungs auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien anhand einer Analyse der statistischen Daten zur Exporttätigkeit und zu den empfangenen ausländischen Direkt- investitionen beider Wirtschaftsräume zu ermitteln. Dies bedingt ein hohes Aggregationsniveau der Analyse, also die Verwendung von Daten zu Ländern oder der ganzen Region. Einzelne Produktgruppen werden nur im Zusammenhang mit dem gesamten Exportspektrum analysiert; das Schicksal einzelner Produkte oder gar Unternehmen muss dabei hinter das große Bild zurücktreten.
Gleichzeitig wird viel Wert darauf gelegt, die Größenordnung der beteiligten Effekte, wo möglich, anzugeben, da die allgemeine Diskussion vielerorts einer methodischen Vorgehensweise ermangelt und daher oft zu subjektiv geführt wird. Hierfür bedient sich die Untersuchung volkswirtschaftlicher Analyseverfahren, deren Ergebnisse zwar angreifbar sind, aber durchaus eine Vorstellung von der Bedeutung einzelner Prozesse geben können.
Die Untersuchung gliedert sich in vier Teile. Der erste vergleicht die Werdegänge beider Wirtschaftsräume bis heute. Dabei wird auf die wichtige Rolle ausländischer Direktinvestitionen auf ihr exportorientiertes Wachstum eingegangen.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Einfluss Chinas auf die Exporte Südostasiens. Zuerst wird die zwischen ihnen bestehende Konkurrenz auf den Exportmärkten der westlichen Industrieländer behandelt, anschließend die wachsende Rolle Chinas als Importeur südostasiatischer Waren.
Im dritten Teil werden die Ströme ausländischer Direktinvestitionen nach Südostasien daraufhin analysiert, ob sie durch die wachsenden Zahlen in China beeinträchtigt werden. Den entgegengesetzten Effekt haben chinesische Direktinvestitionen im südostasiatischen Raum.
Der letzte Teil resümiert die Ergebnisse der Arbeit und stellt heraus, welche Position die Länder der ASEAN im Wirtschaftsgefüge des asiatischen Raumes einnehmen können.
2
1 Die Volkswirtschaften im Vergleich
1.1 Das chinesische Wirtschaftswunder
1.1.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik
Die phänomenale ökonomische Entwicklung Chinas seit 1980 ist eng an die seither durchgesetzten Wirtschaftsreformen gebunden. Diese Reformen waren aber nicht ohne Voraussetzung, denn trotz sozialer und wirtschaftlicher Miseren war es der sozialistischen Regierung im Zeitraum von 1949 bis 1979 gelungen, Struktur- reformen auf den Weg zu bringen, die den Agrarsektor modernisierten, die Infrastruktur verbesserten und zum Aufbau elementarer Industrien wie Stahl und
Textilien führten. 2 Die Wirkung dieser Maßnahmen war jedoch im abgeschotteten China begrenzt, es ermangelte eines funktionierenden Wettbewerbs, der Anreize zu Produktverbesserung und Produktivitätssteigerung geschaffen hätte. Diese Situation änderte sich grundsätzlich durch die Öffnung Chinas zum Weltmarkt. Ein traditionell durchsetzungsstarker Staatsapparat leitete verschiedene Reformen ein, die die Integration des Landes in die Weltwirtschaft bei gleichzeitiger Stärkung des heimischen Marktes zum Ziel hatten. Gegenstand der Reformen waren neben dem ländlichen Bereich und der Staatsbetriebe auch das Finanz- und Steuersystem. Vor allem aber öffnete man sich dem internationalen
Handel und hieß ausländische Direktinvestitionen (ADI) willkommen. 3 Zugute kamen China hierbei die engen Beziehungen, die es seit jeher mit Hongkong und den ethnischen Chinesen in Südostasien unterhalten hat.
1.1.2 Wachstum des Außensektors
Diese Kehrtwende hat die Industrie- und Handelsstruktur des Landes nachhaltig verändert. Die nun zur Industrialisierung der ländlichen Regionen angeworbenen ausländischen Direktinvestitionen haben die exportorientierte Entwicklung vorangetrieben.
2 Palanca (2001), S. 3.
3 Palanca (2001), S. 3.
3
Heute liefert der Außensektor den größten Beitrag zum Wirtschaftswachstum. In der Zeit zwischen 1990 und 2002 stieg der Außenhandel jährlich um
durchschnittlich 17%, 4 im Jahr 2000 wurden Güter im Wert von 249 Milliarden US$ exportiert und von 206 Milliarden US$ importiert. 5 Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt betrug in den achtziger Jahren weniger als 10%, heute sind es über 20%. Die größten Handelsströme bestehen dabei nach wie vor zu Japan, den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa. Chinas Exportmarktanteil in Japan ist seit 1990 von 5% auf 19% gestiegen, in den USA von 3% auf 12% und in der
EU von 2% auf 9%.
2003 besaß China einen Exportmarkanteil in Japan von 19% (1990 waren es lediglich 5%), in den USA von 13% (3%) und in der Europäischen Union von 9%
(2%). 6 Schon seit langem ist China der größte Empfänger ausländischer Direktinvestitionen unter den Entwicklungsländern. Auch wenn sich das Land schon 1979 geöffnet hatte, sprang das Interesse des Auslandes, in China zu investieren, erst richtig an, nachdem Deng Xiaoping während einer Rundreise durch die südlichen Provinzen im Jahr 1992 sein Engagement für marktfreundliche Reformen und die weitere Öffnung des Landes bekräftigt hatte. In den Jahren zwischen 1989-1994 bezog man jährlich durchschnittlich 14 Milliarden US$ an ausländischen Direktinvestitionen, in den darauf folgenden fünf Jahren bereits 40,9 Milliarden US$. Dies entspricht einem Anteil von 23 Prozent aller ausländischen
Direktinvestitionen in Entwicklungsländern. 7 2002 hat China die USA als Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen überholt und setzte sich mit 53
Milliarden US$ an die Weltspitze. 8 Diese Entwicklung resultierte in einem durchschnittlichen Wachstum des
Bruttoinlandsproduktes von 8,9% von 1994-2003. 9
1.1.3 Wandel in der Handelsstruktur
Sowohl Importe als auch Exporte haben sich von Agrarprodukten hin zu Industrieprodukten verschoben. Hielten sich die Agrar- und Industrieexporte 1980
4 Roland-Holst/Weiss (2005), S. 19.
5 WTO (2005), S. 44.
6 Wattanapruttipaisan (2005a), S. 2.
7 Wattanapruttipaisan (2005a), S. 7.
8 UNCTAD (2005), S. 81.
9 Wattanapruttipaisan (2005a), S. 4.
4
noch die Waage, betrug das Verhältnis 1993 schon 18:82; die entsprechenden
Importe verhielten sich ähnlich. 10 Anfangs dominierten technologiearme, arbeitsintensive Branchen sowie rohstoffintensive Produkte den Export, sie machten Ende der achtziger Jahre 40%
der Exporterträge aus. 11 Schon Mitte der neunziger Jahre sind mittel- bis hochtechnologische, kapitalintensive Güter wie Büromaschinen und Telekom- munikationsgeräte an ihre Stelle getreten. Datenverarbeitungssysteme, Telekommunikationszubehör und hochentwickelte Elektroartikel sind neuerdings
hauptsächlich verantwortlich für Chinas Deviseneinkünfte. 12 Exporte der Maschinen- und Transportkategorie sind im Jahrzehnt nach 1993 sprunghaft von
20% auf 58% angestiegen. 13
1.2 Südostasien: Von Mirakel zu Debakel? 14
1.2.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik
Bis in die frühen achtziger Jahre haben die südostasiatischen Staaten, im besonderen Indonesien, Malaysia und Thailand, an einer Industrialisierungs- strategie des Importersatzes festgehalten und fuhren eine restriktive Außenhandelspolitik, wodurch die katalysierende Wirkung des internationalen Wettbewerbs und ausländischer Direktinvestitionen auf die wirtschaftliche Entwicklung gehemmt wurde. Die Folge war das Gedeihen hochgradig ineffizienter Staatsbetriebe. In den Jahren 1982-1986 hatten die südostasiatischen Staaten mit steigenden Ölpreisen und geringen Erträgen aus Handelserzeugnissen zu kämpfen. Die schlechte Wirtschaftlichkeit der Staatsbetriebe wurde nicht länger von stabilen makroökonomischen Grunddaten gedeckt und verstärkte damit den Ruf nach
Liberalisierung der Wirtschaft. 15 Freier Wettbewerb auf dem heimischen Markt, sowohl für nationale als auch für internationale Akteure, wurde in der Mitte der neunziger Jahre das neue Paradigma der Wirtschaftspolitik.
10 Palanca (2001), S. 7.
11 Wattanapruttipaisan (2005a), S. 3.
12 Eichengreen/Tong (2005a), S. 2.
13 S. Tab. 17.
14 Nach dem Untertitel des Buches "Southeast Asian Paper Tigers? – From miracle to debacle and beyond", Jomo (2003).
15 Phongpaichit (1992), S. 12.
5
Importzölle wurden gesenkt, Zinsen dereguliert, Staatsbetriebe privatisiert und die
Reglementierung für ausländische Direktinvestitionen weitgehend aufgehoben: 16 Die Wirtschaftspolitik hatte einen Kurswechsel von Importsubstitution zu einer exportorientierten Entwicklung vollzogen und folgte damit dem Beispiel der Tigerstaaten.
1.2.2 Wachstum des Außensektors
Die Folge dieser Politik war ein von der Industrie angeführter, stetig steigender Außenhandel. Im Jahrzehnt vor der Asienkrise ist der Außenhandel Südostasiens um durchschnittlich 11% im Jahr angestiegen. Dies resultierte in einer Relation zwischen Export und Bruttoinlandsprodukt, die teilweise deutlich über dem der
westlichen Industrienationen 17 lagen: Thailand überschritt 1995 erstmals die 40%- Marke, Indonesien erreichte schon 1974 durch den stark expandierten Rohstoffhandel 30% und Malaysia verzeichnete vor der Asienkrise eine Relation von 90%.
Dieser Exportboom hängt mit den seit dem Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik in die Region strömenden Direktinvestitionen zusammen. In dieser Zeit war das Investitionsvermögen Japans und der Tigerstaaten sehr groß, was auch mit der
Aufwertung ihrer Währungen gegenüber denen Südostasiens zusammenhängt. 18 Diese Staaten suchten damals angesichts im Inland steigender Löhne und einer protektionistischen Wirtschaftspolitik der USA und der EU nach billigen Produktionsstätten. Seit Mitte der achtziger Jahre sind die ausländischen Direktinvestitionen dann rasant gestiegen, bis 1990 waren sie in Malaysia um das zwölffache auf 6 Milliarden US$ angewachsen, in Indonesien um das elffache auf 9
Milliarden US$ und in Thailand gar um das 24-fache auf 14 Milliarden US$. 19 Die Welle von ausländischen Direktinvestitionen, zusammen mit dem dynamischen Effekt von Liberalisierung und Deregulierung auf die Exportzahlen, bescherte Südostasien in den Jahren zwischen 1987 und 1995 ein Wirtschaftsboom sondergleichen. Die jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes lag in
16 Yam (1997), S. 4-5.
17 Der Exportweltmeister Deutschland hatte 1999 bspw. eine Relation von 35%, Reynaud (1999), S. 32.
18 Yam (1997), S. 5.
19 Yam (1997), S. 5.
6
Singapur bei durchschnittlich 9%, in Thailand bei 10%, in Malaysia bei 9% und in
Indonesien bei 7%. 20 Das südostasiatische Wunder war perfekt.
1.2.3 Wandel in der Handelsstruktur
Ähnlich wie China hat auch Südostasien die Produktion hin zu immer höherwertigen Produkten verlagert. Die Exporterfolge basierten zunehmend auf einer Diversifikation und Weiterentwicklung der gehandelten Produkte. Anfang der achtziger Jahre haben die Länder Südostasiens ihre Produktpalette von Grundstoffen erweitert. Der Rohstoffsektor, vormals von Öl, Naturkautschuk und Zinn dominiert, wurde um Flüssiggas, Palmöl sowie Holz ergänzt; die
Agrarproduktion erweiterte sich um Kaffee, Tapioka, Maniok und Naturfasern. 21 Seit den achtziger Jahren ist die Abhängigkeit der rohstoffreichen Länder von der Ausfuhr von Grundstoffen zurückgegangen. Vor allem Singapur und Malaysia begannen mit dem Export arbeitsintensiver Produkte und stiegen später immer mehr in die Produktion kapitalintensiver Güter ein. Lag 1970 der Anteil von Industrieprodukten am Gesamtexport der ASEAN-4 bei einigen wenigen Prozenten, betrug er 1993 zwischen 50% und 70%. Die Industrieproduktion
Singapurs wuchs von 30% auf 80%. 22 Die wirtschaftliche Entwicklung beider Wirtschaftsräume verlief bis hierhin in Richtung und Geschwindigkeit weitgehend parallel. Die Asienkrise markierte dann das vorläufige Ende dieser Parallelität.
1.2.4 Die Asienkrise
Die Asienkrise war ein schmerzhaftes und einschneidendes Ereignis für die Staaten Südostasiens, insbesondere für die am stärksten betroffenen Länder Thailand, Indonesien und Malaysia. Auch die neuen ASEAN-Staaten Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar hatten ob ihrer Abhängigkeit von diesen Ländern als Exportmärkten und Investoren stark unter der Krise zu leiden.
Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts resultierte hauptsächlich aus nachlassenden privaten Investitionen, verhaltenem Konsum und sinkenden
20 Yam (1997), S. 8.
21 Tongzon (2002), S. 25.
22 Tongzon (2002), S. 20.
7
Exportzahlen. Nationale Investitionen gingen infolge einer rigorosen Verschärfung der Kriterien für die Geldvergabe zurück, welche die Kreditinstitute unter pessimistischer Zukunftserwartung vorgenommen hatten. Das Liquiditätsproblem und eine schwache Nachfrage aus dem Ausland, vor allem angesichts einer schwerfälligen japanischen Wirtschaft, verhinderten, dass man aus den geschwächten Wechselkursen in Form gesteigerter Exporte hätte Gewinn ziehen können. Im Gegenteil, die gerade in dieser Situation bei sinkendem Konsum im Inland so wichtigen Exporte sanken 1998 empfindlich, die Philippinen
ausgenommen. 23 Dramatische Folgen hatte der sich daran anschließende Abzug ausländischen Kapitals, was die Region dem freien Fall überließ. Man führt heute das Ausmaß der Krise hauptsächlich auf den hohen Anteil leicht beweglichen Kapitals zurück, das
bei den ersten Anzeichen eines Nachfragerückgangs das Land fluchtartig verließ. 24 Schätzungen zufolge belief sich das im Krisenjahr 1997 zurückgerufene Kapital auf
zwölf Milliarden US$. 25 Im Gegensatz zu den beeindruckenden zehn Jahren vor der Krise sanken die Wachstumsraten signifikant, manche Länder mussten sogar ein Negativwachstum verzeichnen. 1998 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt von Thailand um 8%, nachdem es schon im Vorjahr ein Nullwachstum hingelegt hatte und damit die Krise einläutete. Indonesien gar verlor 15%, Malaysia 6%, die Philippinen und Singapur stagnierten, Vietnam und Laos verloren drei Prozentpunkte ihres
Wachstums: 26 Die Auswirkungen waren verheerend.
1.3 Nach der Krise: Veränderte Kräfteverhältnisse
Bis Mitte der neunziger Jahre wiesen Südostasien und China vergleichbare Bruttoinlandsprodukte auf. Nachdem aber die Krise über Südostasien hinweggefegt war, ergab sich ein anderes Bild: China hatte die Krise offenbar besser überstanden und war an seinen südlichen Nachbarn vorbeigezogen.
23 Tongzon (2002), S. 164: Brunei:-40%, Indonesien:-4,7%, Malaysia:-0,46%, Singapur:-9,5%, Thailand:-14,4%, Vietnam:+2% (von 24% im Vorjahr), einzig die Philippinen, Laos, Myanmar
und Kambodscha konnten ihre Zahlen halten.
24 Hill (2004), S. 260.
25 Tongzon (2002), S. 162.
26 Tongzon (2002), S. 162.
8
Abb. 1: Das BIP der ASEAN 27 und von China, 1995 und 2003
Quelle: IMF, World Economic Outlook (2006) 28
Das Bruttoinlandsprodukt von China war 2003 mit 1410 Milliarden US$ mehr als doppelt so hoch wie das der ASEAN. China trägt mittlerweile 4% zur globalen Gesamtausbringungsmenge bei, vor zwei Jahrzehnten war sein Anteil noch
verschwindend gering. 29 Unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität nahm China 2004 mit einem Beitrag von 13% zur globalen Gesamtausbringungsmenge sogar den dritten Platz hinter den USA und der EU (als Einheit betrachtet) ein. Ist es denkbar, dass diese an Geschwindigkeit aufnehmende Erfolgsgeschichte zumindest zu einem gewissen Teil zulasten der südostasiatischen Staaten ging, dass diese sich ohne die Präsenz ihres mächtigen Nachbarn im Norden schneller und deutlicher von der Krise erholt hätten? Und stellt der wiedererwachte Drache vielleicht einen Hemmschuh für das weitere Fortkommen dieser Länder dar? Wie diese Fragen von Verantwortungsträgern der Region wie dem eingangs zitierten Premierminister von Singapur beantwortet werden, bestimmt immerhin, unter welchem Paradigma die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Volksrepublik stehen.
Das Zitat macht deutlich, dass China vielerorts als Konkurrent auf dem Exportmarkt und um ausländische Direktinvestitionen angesehen wird. Diese Ängste bestehen in den westlichen Industrienationen ebenso wie in den
27 ASEAN steht für "Association of South East Asian Nations", dem 1967 ins Leben gerufenen Staatenbund Südostasiens. Im Kontext dieser Arbeit ist dieses Akronym gleichbedeutend mit
„Südostasien“, rekurriert also nicht beschränkend auf die Organisation dieser Region.
28 http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2006/01/data/index.htm.
29 Wattanapruttipaisan (2005a), S. 5.
9
Entwicklungsländern. Wegen der geographischen Nähe ist es nur allzu verständlich, dass sie in Ost- und Südostasien am vehementesten artikuliert werden. Beachtliche Exportzuwächse durch billige und produktive Arbeit, eine hohe Zahl an technisch geschulten Arbeitskräften, ein riesiger und weit gefächerter Industriesektor, eine ausgereifte Industriepolitik und seit neuem ein gesteigerter Weltmarktzugang durch die Aufnahme in die World Trade Organization (WTO) beschwören geradezu apokalyptische Visionen von Exportverlusten herauf. Danach stünden der Weltwirtschaft Erschütterungen bevor, die mit der Bedeutung
Manchesters für die industrielle Revolution verglichen werden. 30 In den Augen vieler Beobachter wiegt schwerer aber noch ein etwaiger Verlust nach China umgelenkter ausländischer Direktinvestitionen. Viele sehen ausländische Direktinvestitionen als einen Katalysator für wirtschaftliche Entwicklung, da mit ihnen nicht nur Kapital, sondern auch technisches und betriebswirtschaftliches Wissen sowie Marktverständnis ins Empfängerland übertragen werde, womit China morgen auch die höher entwickelten Industriezweige der südostasiatischen Staaten veröden könnte. Auf einen Teil dieses wertvollen Know-hows müssten letztere dann verzichten, sollte die Höhe der für die gesamte Region vorgesehenen ausländischen Direktinvestitionen eines beliebigen Jahres begrenzt sein. Chinas Mehreinnahmen gingen dann direkt auf Kosten der ASEAN.
1.4 Keine Chance gegen den Drachen?
Dabei handelt es sich mitnichten um einen kurzen Albtraum. Sollte China eine Bedrohung für Südostasien darstellen, ist nicht an ein Abklingen dieser Gefahr zu denken, im Gegenteil, das Wirtschaftspotential Chinas scheint in den Augen mancher schier unerschöpflich. Im folgenden seien einige der Aspekte genannt, die die wirtschaftliche Großmacht und vielleicht auch Überlegenheit Chinas gegenüber Südostasien begründen und Beobachter zu den eben erwähnten apokalyptischen Visionen veranlassen.
1.4.1 Größenvorteile
China ist nicht nur die am schnellsten wachsende, sondern auch die größte Industrienation unter den Entwicklungsländern. Die Größe ermöglicht die
30 Economist (2003), S. 2.
10
Realisierung von Skalenerträgen ("economies of scale") und Diversifikations- vorteilen ("economies of scope"), wodurch bestimmte Produkte billiger erzeugt werden können als in kleinen Volkswirtschaften. Während China kapitalintensive und komplexe Industrien selbst aufbauen und durch den Vertrieb auf dem großen heimischen Markt Exportkompetenzen erwerben kann, sind andere Länder auf internationale Unternehmen angewiesen, wodurch lokale Firmen eine weitaus geringere Vernetzung mit der Weltwirtschaft erfahren, und der Wissens- und
Technologietransfer gehemmt wird. 31
1.4.2 Arbeitskraft
1.4.2.1 Große Arbeiterschaft
Mit einer Bevölkerung von über 1,3 Milliarden 32 ist China doppelt so groß wie die ASEAN. 33 China besitzt eine große Arbeiterschaft, die eine Quelle für komparative Vorteile in arbeitsintensiven Produktionsbereichen bereitstellt. Im Jahr 2002 waren 769,3 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter, verglichen mit 104 Millionen in Indonesien, 37,5 Millionen in Thailand, 10,3 Millionen in Malaysia und 34
Millionen auf den Philippinen. 34
1.4.2.2 Niedrige Löhne
Chinas Lohnvorteil wird unmittelbar ersichtlich, wenn man die hier bezahlten Löhne in Relation zu denen anderer Länder setzt. Der Industriesektor der Philippinen musste 1997 etwa fünfmal höhere Löhne zahlen wie China, Malaysia
und Thailand sind sogar noch etwas teurer. 35 Die Einschätzung, dass die Löhne mit der wirtschaftlichen Expansion ansteigen müssten, da die vielen Arbeitskräfte im Landesinneren örtlich nur eingeschränkt flexibel seien, und die politische Führung darüber hinaus auch keine Flut von in die Ballungsräume drängenden
Arbeitssuchenden dulde, 36 beruhigt angesichts der absoluten Zahl von jährlich 25
31 Lall/Albaladejo (2002), S. 84.
32 China Population Information and Research Center, http://www.cpirc.org.cn/en/eindex.htm, Zugriff am 12.05.2006.
33 Chia (2004), S. 2.
34 Aziz/Bakar (2005), S. 18.
35 Lall/Albaladejo (2002), S. 96.
36 Bhaskaran (2003), S. 10.
11
Millionen neuen Arbeitskräften im modernen Sektor dagegen kaum. 37 Der Unterschied in der Lohnstruktur stellt sich allerdings weniger alarmierend dar, wenn man sie mit der Produktivität einer Arbeitseinheit verrechnet: Die Lohnstückkosten für sämtliche Industrieprodukte sind in Indonesien mit 87% und
auf den Philippinen mit nur 72% sogar geringer als in der Volksrepublik. 38 Neuerdings beobachtet man ferner einen leichten Anstieg der Lohnstückkosten in
China. 39 Beunruhigender ist hingegen der Umstand, dass der Lohnvorteil ausgerechnet im Hochtechnologiebereich nachteilig ausgeprägt ist. 40 Produktionsfaktoren in diesem Bereich sind mobiler, womit dessen Wachstumspotential außerordentlich hoch ist. Gleichzeitig ist dieser Zukunftsmarkt für alle Länder von besonderem Interesse, hiervon wird später noch die Rede sein.
1.4.2.3 Qualifikation
Je besser die Bevölkerung eines Landes ausgebildet ist, desto stärker wird es in den wichtigen Bereichen, die eine fortgeschrittene Technologie voraussetzen, vertreten sein. Um die Qualifikation der Arbeiterschaft in beiden Regionen vergleichen zu können, wird als grober Indikator auf die Immatrikulationszahlen in technischen Ausbildungsgängen zurückgegriffen. Die Güte der Ausbildung, Abschlussquoten und Bedarf an der jeweiligen Qualifikation sowie andere Formen der Schulung können hiermit nicht berücksichtigt werden. Dieser Indikator ist jedoch der einzig vergleichbare Maßstab und benennt die Basis der technologischen Entwicklung, auf die andere Formen der Weitervermittlung bauen.
China beherbergt 18% der Studenten technischer Studiengänge aller Entwicklungsländer und besitzt damit den größten Anteil (absolut übrigens den drittgrößten hinter den USA und Russland). In Bezug auf den Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt China jedoch mit einer Quote von mageren 0,1% hinter den ASEAN-4; Malaysia (0,13%), Thailand (0,19%), Indonesien (0,23%) und die
Philippinen (0,55%) weisen alle günstigere Zahlen auf. 41 Die geringe Quote in China ist indes sehr ungleich verteilt. Während die Landbevölkerung hier
37 Eichengreen/Rhee/Tong (2004), S. 1.
38 Shafaeddin (2002), S. 5.
39 Dullien (2005), S. 126.
40 Daten zu den Lohnstückkosten nur für diesen Bereich sind nicht verfügbar. Es steht aber zu vermuten, dass diese hauptsächlich aus dem Ausland finanzierten Projekte international üblichen Produktionsprozessen folgen, weshalb die Lohnstückkosten hier niedriger ausfallen dürften als für den gesamten Industriesektor.
41 Alle Daten aus Lall/Albaladejo (2002), S. 98. Die Quote für Malaysia erscheint allerdings äußerst niedrig gegriffen.
12
gleichsam vernachlässigbare Zahlen beisteuern dürfte, ist die Rate in städtischen Regionen entschieden höher, was sie durchaus zu zukunftsträchtigen Kraftwerken und damit zu Konkurrenten Südostasiens macht. Das Bildungssystem Chinas entwickelt sich allerdings rapide, es wurden eigens Elite-Universitäten zur
technologischen Aufrüstung eingerichtet. 42 Die Bedrohung von Seiten Chinas wird demnach nicht auf den Niedrigtechnologiesektor beschränkt bleiben.
1.4.3 Fortschreitende Technologisierung des Landes
Neben einer großen, billigen und zunehmend gut ausgebildeten Arbeiterschaft wird das Wachstumspotential Chinas von einer fortschreitenden Technologisierung des Landes flankiert. Die Anstrengungen zu weiterer Technologisierung sind vielfältiger Natur und finden auf Unternehmens-, Industrie- und nationaler Ebene
statt, weshalb es nicht möglich ist, sie alle zu erfassen. 43
1.4.3.1 Forschung und Entwicklung
Als ein Indikator werden die formellen Ausgaben für R&D (Research and Development) herangezogen, die gewissermaßen die Spitze des Eisbergs darstellen. Chinas absolute Ausgaben für R&D liegen weit vor denen der südostasiatischen
Staaten. Geschätzte 18 Milliarden US$ geben die Unternehmen selbst aus (2003), 44 der Staat steuert noch einmal die gleiche Menge für Verteidigung und
Grundlagenforschung bei, 45 was einem Anteil von 1,2% des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Die ASEAN bringen dafür bescheidene 0,3% auf. 46 Diese Zahl wird dabei noch von Singapur mit 2,1% hochgehalten, in Thailand beträgt sie zum
Beispiel nur 0,1%. 47 Bedenkt man, dass die R&D Ausgaben der Unternehmen 1998 nur 8 Milliarden US$ betrugen, wird die Geschwindigkeit von Chinas technologischer Aufholjagd deutlich. Die weltweit durchschnittliche Quote der Forschungsausgaben von 5% des Gewinns wird von zahlreichen großen
Unternehmen Chinas überschritten. 48
42 Lall/Albaladejo (2002), S. 99.
43 Lall/Albaladejo (2002), S. 99.
44 Wattanapruttipaisan (2005b), S. 18. Ein Großteil dieser Ausgaben stammt aus ausländischen Direktinvestitionen.
45 Lall/Albaladejo (2002), S. 101.
46 Wattanapruttipaisan (2005b), S. 19.
47 Aziz/Bakar (2005), S. 21.
48 Wattanapruttipaisan (2005b), S. 18 f.
13
Diese Unterschiede im finanziellen Aufwand wirken sich auf die Anzahl der im Forschungsbetrieb tätigen Personen aus. Die Dichte der Erfinder und Ingenieure ist in China mit 584 pro eine Million Einwohner gleich mehrfach so hoch wie in
Thailand (74), auf den Philippinen (156) und selbst in Malaysia (160). 49 Der Indigenous Innovation Index, herausgegeben vom World Economic Forum, misst die auf eigenen Kräften beruhende Innovationsfähigkeit eines Landes. Die geringen Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung rächten sich für die neuen Tigerstaaten, die sich im Jahr 2000 mit den Plätzen 47 (die Philippinen),
50 (Thailand) und 55 (Indonesien) ihrem Mitstreiter China (34) geschlagen geben
mussten. Nur Malaysia kam als 30. knapp vor China ins Ziel. 50
1.4.3.2 ICT-Infrastruktur
Die Infrastruktur an Informations- und Kommunikationseinrichtungen (Telefon, Mobiltelefon, PCs) ist ein wichtiger Parameter für den Wettbewerbsvorsprung eines Landes. Die Telefondichte liegt in China (83 Telefonanschlüsse pro 1000 Einwohner) höher als auf den Philippinen (42) und in Indonesien (36). Thailand
(88), Malaysia (198) und natürlich Singapur (570) schließen besser ab als China. 51 Das Bild sieht für Mobiltelefone und PCs sehr ähnlich aus. Damit liegt China irgendwo in der Mitte der ASEAN-4. Doch auch hier gilt, dass der Schnitt durch eine weitgehend unterentwickelte Landbevölkerung gedrückt wird. Chinas Anstrengungen zum Ausbau dieser Strukturen sind gerade in den schon entwickelten Regionen sehr ehrgeizig, sie umfassen zum Beispiel die Entwicklung eines Glasfasernetzes, das die bevölkerungsreichen Gebiete der östlichen Provinzen
verbinden soll. 52
China ist nach alledem ein imposantes Entwicklungspotential zu attestieren. Insbesondere die größeren Anstrengungen zur Technologisierung des Landes werden sich erst in der Zukunft niederschlagen. Die Staaten der ASEAN scheinen einen zu sorglosen Umgang mit diesen zukunftsweisenden Faktoren zu üben, was die Gefahr in sich birgt, dass man technologisch immer weiter hinter China zurückfallen könnte, und der eigenen Produktion schließlich nur noch Sektoren mit
49 Aziz/Bakar (2005), S. 21. Singapur liegt mit 4052 deutlich höher, die Zahlen für Indonesien sind nicht verfügbar.
50 McKibbin/Woo (2003), S. 34, der alte Tigerstaat Singapur erreichte Platz 14.
51 Lall/Albaladejo (2002), S. 105.
52 Lall/Albaladejo (2002), S. 105.
14
geringerer Wertschöpfung verblieben. Insoweit man, wie Lee Hsien Loong unterstellt, tatsächlich um Exportmärkte und ausländische Direktinvestitionen konkurriert, müssen sich die Länder der ASEAN auf einen langen und zunehmend härter werdenden Kampf einstellen.
1.5 Bedeutung von Export und ADI für die Region
Die zentrale Bedeutung, welche dem Export von Politikern und Analysten für die Ökonomien Südostasiens zugeschrieben wird, erscheint unmittelbar plausibel. Die Literatur führt zur Charakterisierung der ökonomischen Entwicklung der Region regelmäßig den Begriff des "export-led growth" an, des exportorientierten Wachstums. Dieser Aufstieg koinzidierte mit massiven Strömen ausländischer Direktinvestitionen, weshalb sie von vielen für die treibende Kraft hinter dem
Exportwachstum gehalten werden. 53 Singapur hat allen demonstriert, wie man sich große Summen ausländischer Direktinvestitionen für ein exportorientiertes
Wachstum zunutze macht. 54 Sein wirtschaftlicher Erfolg ist von keinem südostasiatischen Land übertroffen, seine Abhängigkeit von ausländischen Direktinvestitionen ebenfalls nicht.
Sollte nun dieses zugkräftige Gespann von der ASEAN abgekoppelt und vor den Karren der chinesischen Wirtschaft gespannt werden, leuchtet ein, warum die Länder Südostasiens gravierende Folgen befürchten. Der folgende Abschnitt wird die Rolle von Export und ausländischen Direktinvestitionen für das Wirtschafts- wachstum im Allgemeinen und in Asien im Besonderen beleuchten und zu einem fundierteren Verständnis ihrer volkswirtschaftlichen Zusammenhänge beitragen.
1.5.1 Export
Internationaler Handel trägt in direkter und indirekter Weise zum Wirtschaftswachstum bei. Als Summand in der Gleichung des Bruttoinlandspro- duktes führen höhere Exporte automatisch zu einem größeren Bruttoinlandsprodukt,
sofern der Exportanstieg den Importanstieg in der Summe übersteigt. 55 Dies ist der direkte Effekt.
53 Vgl. Lall/Albaladejo (2002), S. 78; UNIDO Expert Group Meeting (2005), S. 9; Booth (1999), S. 567.
54 Tongzon (2002), S. 142.
55 Mankiw (2001), S. 527. Die Exportindustrie Südostasiens ist aber in hohem Maße auf Komponenten angewiesen, die importiert werden müssen. Daher lässt sich ein Exportanstieg im Ergebnis nicht einfach auf das Bruttoinlandsprodukt aufaddieren.
15
Der Export trägt aber noch mit einer Reihe indirekter Effekte, sogenannter
„Externalitäten“, 56 zum Wirtschaftswachstum bei. Er ist maßgeblich verantwortlich für die Besorgung von Produktionsfaktoren wie Rohstoffen, Kapitalgütern 57 und Technologie, indem Güter und Dienstleistungen, die ein Land effizient herstellen kann, mit solchen ausgetauscht werden, die entweder nicht verfügbar sind oder nur unter hohem Kostenaufwand hergestellt werden können. Die durch die Exportaktivitäten bedingte Spezialisierung übt eine katalysierende Wirkung auf
eine effiziente Ressourcenallokation aus. 58 Der Konkurrenzdruck auf internationalen Märkten steigert die Effizienz der heimischen Wirtschaft und erfordert die Einführung neuer Technologien, was durch Lerneffekte aus dem Kontakt zum internationalen Markt begünstigt wird, sowie Ausgaben für eine Verbesserung des Humankapitals, wodurch Produktivität und schließlich Wachstum
angekurbelt werden. 59 Vermehrte Exporte wiederum erlauben größere Importe, um Produktionsmittel aus dem Ausland zu beziehen.
China und insbesondere Südostasien haben massiv auf diese treibende Wirkung des Exports gesetzt, wie schon im einführenden Teil beschrieben. Statistiken zeigen, wie der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt immer weiter angestiegen ist, was mit einem Wirtschaftswachstum der ASEAN einherging, das seit den achtziger
Jahren bis zur Asienkrise rund doppelt so hoch ausfiel wie der Weltdurchschnitt. 60
56 Unter „Externalitäten“ oder „externen Effekten“ versteht man Auswirkungen ökonomischen Handelns auf die Wohlfahrt eines unbeteiligten Dritten, für die niemand bezahlt oder einen
Ausgleich erhält, Mankiw (2001), S. 221.
57 Ein Kapitalgut ist in der Wirtschaftswissenschaft ein langlebiges ökonomisches Gut, das von Unternehmen zur Erstellung und Weiterverarbeitung von Gütern angeschafft wird, ohne direkt
noch indirekt selbst in die produzierten Güter einzugehen, Mankiw (2001), S. 74.
58 Tongzon (2002), S. 24.
59 Bende-Nabende (1999), S. 89.
60 IMF, http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2006/01/data/.
16
Abb. 2: Verhältnis Export zu Bruttoinlandsprodukt verschiedener Regionen
Quelle: Wong/Chan (2003), S. 16, Abb. 6
Die alten Tigerstaaten bestechen schon lange mit einem hohen Export/Bruttoinlandsprodukt Verhältnis, was offensichtlich Teil ihres Erfolgsrezeptes ist. Bis zur Asienkrise haben die neuen Tigerstaaten, die ASEAN-4, ein beachtliches Verhältnis von circa 50% erreicht. Die Entwicklung nach der Asienkrise täuscht darüber hinweg, dass sich die absoluten Exportzahlen schwach entwickelt haben, 1998, als ihr einen Sprung machte, waren die Zahlen sogar
rückläufig, 61 der sprunghafte Anstieg des Verhältnisses zum Bruttoinlandsprodukt erklärt sich durch dessen relativ noch größeren Einbruch. 62 China liegt zwar noch deutlich unter den ASEAN-4, doch hat sich das Verhältnis der Exporte zum Bruttoinlandsprodukt in den letzten 20 Jahren ebenfalls vervielfacht und die 20%- Marke überschritten.
1.5.2 Ausländische Direktinvestitionen
Im Laufe dieser Arbeit wird sich an manchen Stellen ein Verlust an Exportmarktanteilen an China herauskristallisieren. Der Verlust von Marktanteilen an eine große Volkswirtschaft, die ein äußerst geringes Ausgangsniveau hatte, ist aber an sich noch kein Grund zur Besorgnis, da sich hieran Umstrukturierungen der lokalen Industrien schließen können, die die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft aufrecht erhalten.
61 Von 355 auf 331 Mrd. US$, WTO, http://www.wto.org/english/res_e/statis_e/statis_e.htm.
62 Das Bruttoinlandsprodukt fiel in diesem Jahr um 9,4%, IMF, http://www.imf.org/external/
pubs/ft/weo/2006/01/data/.
17
Die Umstrukturierung in Richtung lukrativerer Industrien ist aber in Frage gestellt, wenn die jenem Verlust von Marktanteilen zugrunde liegende Entwicklung der Produktivität und des technischen Fortschritts hinter derjenigen Chinas
zurückbleibt. 63 Auf der Suche nach einem möglichen Mechanismus, durch den dieser Fall eintreten kann, gelangt man schnell zu der Rolle ausländischer Direktinvestitionen, da diese, wie im folgenden Abschnitt erläutert wird, die Wettbewerbsfähigkeit Südostasiens in der Vergangenheit maßgeblich gefördert haben. Ökonomen lenkten ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen, als die herkömmliche Außenhandelstheorie das
kontinuierliche Wachstum der Tigerstaaten nicht erklären konnte. 64 Die Rolle ausländischer Direktinvestitionen für die ökonomische Entwicklung eines Landes ist etwas vielfältiger und indirekter als die des Exports und bedarf deshalb einer detaillierteren Darstellung.
1.5.2.1 Was sind ADI?
Zunächst einmal ist zu klären, was unter dem Begriff der ausländischen Direktinvestitionen genau zu verstehen ist. Nach der OECD sind ADI internationale Investitionen einer Entität (der direkte Investor) in einen Betrieb eines anderen
Landes, mit der Absicht, eine dauerhafte Präsenz zu begründen. 65 Ausgehend von der Motivstruktur für ADI unterscheidet man im wesentlichen vier Typen von ADI.
Absatzorientierte ADI hängen von der Größe, vom Wachstum und der sonstigen
Attraktivität des Marktes des Empfängerlandes ab sowie dem Investitionsklima. 66
Beschaffungsorientierte ADI hängen von den Vorkommen des jeweiligen Rohstoffes ab.
Strategische ADI bestehen in dem Erwerb von solchen Ressourcen, die zum technologischen Vorteil von internationalen Unternehmen beitragen können wie innovative Technologien oder Fähigkeiten von Arbeitnehmern. Diese Form von
ADI spielt für die Region fast keine Rolle.
63 Weiss (2005), S. 2.
64 Bende-Nabende (1999), S. 81.
65 Zitiert nach Eichengreen/Tong (2005a), S. 9.
66 Zhou/Lall (2005), S. 50.
18
Mit effizienzorientierten ADI errichten internationale Unternehmen Produktionsstätten zur Herstellung von für den Export bestimmten Waren. Durch die technologischen Revolutionen im Transportwesen ist diese Form von ADI in
den neunziger Jahren immer attraktiver geworden. 67
1.5.2.2 Abhängigkeit von ADI
Die wachsende Bedeutung von ADI für die Volkswirtschaften Südostasiens und Chinas ergibt sich schon aus den bis zur Asienkrise steil ansteigenden Zahlen. Von einem äußerst geringen Niveau von 1,5 Milliarden US$ Ende der siebziger Jahre
und noch unter 3 Milliarden US$ 1986 68 stieg das empfangene Kapital 1991 auf über 13 Milliarden US$. In den sechs Jahren bis zur Asienkrise hat sich diese Zahl noch einmal fast verdreifacht. Chinas Aufstieg verlief noch rasanter.
Abb. 3: ADI in China und der ASEAN, 1991-1997 (in Mrd. US$)
Quelle: UNCTAD, WIR, verschiedene Ausgaben
Ein Vergleich mit dem Weltdurchschnitt empfangener ADI unterstreicht die
besondere Bedeutung, der diesen Geldströmen in Südostasien zukommt. 69 Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt erhielten südostasiatische Länder über lange Zeit ein Vielfaches an ADI wie die übrige Welt, zwischen 1988 und 1990 erzielte
67 Hill (2004), S. 262.
68 Tongzon (2002), S. 140.
69 Weiss (2005), S. 12, Fn. 10.
19
Malaysia etwa das 4,4-fache, Thailand 2,6-mal so viel, Singapur gar fast 14-mal so
viel. 70 Die Bedeutung von ADI ist hier aber nicht nur überdurchschnittlich hoch, sie ist auch für diese Länder selbst im Laufe der Zeit immer größer geworden, was ein Vergleich des Bestandes an ADI und den Bruttoinlandsprodukten der Länder erweist. In den meisten Ländern betrug die Höhe der empfangenen ADI 1980 nur wenige Prozent des Bruttoinlandsproduktes, 20 Jahre darauf waren es für diese Länder um die 20%.
Abb. 4: Verhältnis Bestand von ADI zum Bruttoinlandsprodukt, 1980-2000 (%)
Quelle: UNCTAD Country Fact Sheets 71
In Malaysia und Singapur haben ADI eine noch größere Bedeutung. Diese Länder hätten das Diagramm gesprengt. Sie machten während des Betrachtungszeitraumes eine Entwicklung von 21% auf 59% bzw. von 53% auf 123% durch.
1.5.2.3 Wirkung von ADI auf das Wirtschaftswachstum
Wie auch beim Export kann man zwischen direkten und indirekten Effekten von
ADI unterscheiden. 72 Die direkten Effekte betreffen die Tätigkeit der vom Ausland
70 McKibbin/Woo (2003), S. 11. Nach einem Index der UNCTAD (Inward FDI Performance Index). Er soll weiter unten noch Verwendung finden.
71 UNCTAD Country Fact Sheets, http://www.unctad.org/Templates/Page.asp?intItemID=3198&lang=1.
20
Quote paper:
Diplom Jurist, Magister Artium Arno Brokamp, 2006, Die Auswirkungen des Wirtschaftswachstums Chinas auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien - Eine Analyse von Export und ausländischen Direktinvestitionen, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 15 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 20 Pages
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Termpaper, 14 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 39 Pages
Arno Brokamp has published the text Die Auswirkungen des Wirtschaftswachstums Chinas auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien - Eine Analyse von Export und ausländischen Direktinvestitionen
Arno Brokamp has uploaded a new text
The Global Technology Revolution China, In-Depth Analyses: Emerging Te...
Richard Silberglitt, Anny Wong, Brian G. Chow
Chinese Version Global Technology Revolution China in Depth Analyses: ...
Richard Silberglitt, Anny Wong, Rand Corporation
Ausländische Direktinvestitionen und internationaler Wissenstransfer n...
Untersucht am Beispiel von Hig...
Ingo Liefner
Big Dragon the Future of China: What It Means for Business, the Econom...
Daniel Burstein, Arne de Keijzer
Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf deutsche Wohnimmobili...
Katharina Tilleczek
Ökonomische Analyse der Umsetzung effizienzorientierter Reformideen in...
Ursachen des Scheiterns und Be...
Thomas Graßmann
0 comments