Mathias Jähnig
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Inhalt
Hamburger Fern-Hochschule 1
Von der Motivationstheorie zur Motivationspraxis 1
Abgabedatum: 02 02 2007 1
Inhalt ....................................................................................................................................2
1. Einführung in das Problemgebiet 3
2. Begriffsbestimmungen 3
2.1 Begriff des Bedürfnisses 4
2.2 Begriff des Motivs 4
2.3 Begriff der Motivation 4
2.3.1 Intrinsische Motivation 5
2.3.2 Extrinsische Motivation 5
3. Motivationstheorien 5
3.1 Grundlagen der Motivationstheorie 5
3.2. Klassifizierung der Motivationstheorien 6
3.2.1 Bedürfnis-Hierachie-Theorie von Maslow 7
3.2.2 Die X-Y-Theorie von McGregor 9
3.2.3 Zweifaktoren-Theorie von Herzberg 11
Motivatoren 13 NA
4. Beschreibung eines Praxisbeispiels 13
4.1 Situationsbeschreibung 13
4.2 Analyse nach Maslow 14
4.3 Analyse nach McGregor 15
4.4 Analyse nach Herzberg 15
5. Von der Motivationstheorie zur Motivationspraxis 16
6. Schlussbemerkung 17
7. Literaturverzeichnis 19
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1. Einführung in das Problemgebiet
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen
zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-44) Franz. Schriftsteller
Was treibt uns an? Was ist die entscheidende Kraft, die den Menschen sowohl im Privaten als auch im Arbeitsleben voranbringt? – Fragen der Motivation werden von jedem von uns in vielen Situationen gestellt. Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich den Focus auf ein Teilgebiet der Psychologie, die Arbeitsmotivation, legen. Diese – und im engeren Sinne Arbeitszufriedenheit – sind ein häufig untersuchter Forschungsgegenstand der Arbeits- und Organisationspsychologie. Der Grund, die Arbeitsmotivation und die Arbeitszufriedenheit in Organisationen zu ermitteln, ist die Vermutung, dass mit Verbesserung der Arbeitsmotivation bzw. der Arbeitszufriedenheit die Produktivität gesteigert, Fehlzeiten und Fluktuationsraten vermindert werden können. Erste empirische Untersuchungen wurden bereits in den 1920er Jahren angestellt. Doch erst drei Jahrzehnte später wurden drei der bekanntesten Motivationstheorien – die Bedürfnis-Hirachie-Theorie von Maslow, die X-Y-Theorie nach McGregor und die Zweifaktoren-Theorie von Herzberg – entwickelt. Deren theoretische Ansätze und Konzepte weichen erheblich voneinander ab. Auf diesen Konzepten aufbauend variieren die Untersuchungsmethoden und Erhebungsverfahren.
In den folgenden Kapiteln skizziere ich die Theorie der Arbeitsmotivation anhand der drei vorgenannten Theorien, die eine wichtige Vorstufe der theoretischen Weiterentwicklung von Motivationstheorien darstellen und in der Literatur allgemein anerkannt sind. Anhand eines Szenarios möchte ich den Bezug zur betrieblichen Praxis darstellen, an dem ich zeigen möchte, dass um alle Aspekte einer gegebenen Situation zu erfassen, die Anwendung von mehr als einer der beschriebenen Theorien notwendig ist. Daran anschließend werde ich Motivationspotentiale für diesen Fall aufzeigen. Der letzte Teil beinhaltet eine zusammenfassende Schlussbetrachtung.
2. Begriffsbestimmungen
Bevor nun die einzelnen Motivationstheorien erläutert werden, ist es für die weiteren Ausführungen notwendig, Definitionen für einige wichtige Grundbegriffe festzulegen:
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2.1 Begriff des Bedürfnisses
,,Ein Bedürfnis ist ein innerer Zustand, der ein Ergebnis erstrebenswert erscheinen lässt. Durch ein unbefriedigtes Bedürfnis wird im Individuum eine Art Spannung aufgebaut. Diese Spannung wandelt das Bedürfnis bei ausreichender Intensität in einen Trieb um und regt das Individuum zu einer Handlung an." (STRUNZ 1999, 41)
2.2 Begriff des Motivs
Als Motiv wird in der Psychologie eine relativ stabile Persönlichkeitseigenschaft bezeichnet, die beschreibt, wie wichtig einer Person eine bestimmte Art von Zielen ist. Lutz von ROSENSTIEL definiert den Begriff des Motivs „... als zeitlich relativ überdauernde, inhaltlich spezifische psychische Disposition. Motive bilden ein relativ stabiles kognitives, affektives und wertgerichtetes Teilsystem der Person.“ (ROSENSTIEL 1992, 225) Das Lexikon der Psychologie sieht in einem Motiv: „... einen nicht notwendigerweise aktualisierten Beweggrund für menschliches Verhalten. ... Die Wissenschaft unterscheidet dabei angeborene, sogenannte primäre Motive (wie Hunger, Durst, Sexualtrieb usw.) von erworbenen, sogenannten sekundären Motiven (wie inhaltsspezifische Motive, z.B. Machtbedürfnis, Lustbedürfnis, Wunsch nach Attraktivität usw.).“ (LEXIKON DER PSYCHOLOGIE 1995)
2.3 Begriff der Motivation
Das Wort Motivation geht auf den lateinischen Begriff „in motivum ire“ zurück und bedeutet wörtlich, in das einsteigen, das den Menschen bewegt.
In der Literatur existiert keine einheitliche Definition des Begriffes Motivation (lateinisch motus = die Bewegung).
TIETZ beschreibt Motivation als aktives, zielgerichtetes Steuern des Verhaltens. Somit sieht er ihre Aufgabe als Führungsinstrument. ZIMBARDO sieht in Motivation einen umfassenden Begriff, der sich auf Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten von körperlichen und physischen Aktivitäten bezieht. Sie verweist auf interne Variablen und Prozesse. Mit ihr kann man beobachtete Verhaltensweisen erklären. ROSENSTIEL beschreibt sie mit: „Motivation entsteht dann, wenn eine Person mit Anstrengungsbedingungen der umgebenden Situation konfrontiert wird, die in ihr ganz bestimmte Motive aktivieren, die wiederum Verhaltensintension auslösen. Die Motivation erklärt die Richtung, Stärke und die zeitliche Dauer des individuellen Verhaltens, wenn man Fähigkeiten, Fertigkeiten, Aufgabenverständnis und Einflüsse aus der objektiven
Mathias Jähnig Seite 5 von 19 Umgebung konstant hält.“ (ROSENSTIEL 1992, 226) Somit ergibt sich Motivation aus dem Zusammenspiel von Person und Umgebung.
Diese Definition ist die komplexeste und detaillierteste der hier aufgeführten. Im Folgenden wird stets auf diese Bezug genommen.
Arbeitsmotive lassen sich in zwei Gruppen klassifizieren: Motive, die von innen (intrinsisch) und solche, die von außen (extrinsisch) wirken.
2.3.1 Intrinsische Motivation
Intrinsische Motivation sieht die Motive für das Handeln in dem Handeln selbst, die Widmung einer Tätigkeit um ihrer selbst willen. Sie ist arbeitspsychologisch ein nicht zu unterschätzender Faktor. Intrinsische Motivation wirkt in der Regel stärker und ist stabiler als externe Beweg-gründe. Intrinsische Arbeitsmotive sind zum Beispiel: das Bedürfnis nach Tätigkeit; Leistungsmotivation; Machtbedürfnis; Bedürfnis nach Sinngebung und Selbstverwirklichung.
2.3.2 Extrinsische Motivation
Im Gegensatz zur intrinsischen Motivation sind die Motive, sich einer Tätigkeit zu widmen, deren Konsequenzen. Beispiele hierfür können die Entlohnung einer Tätigkeit, inhaltlich spezifizierbare Konsumbedürfnisse, Karrierechancen, Lob und Tadel oder auch Vermeidung von Bestrafung sein.
3. Motivationstheorien
3.1 Grundlagen der Motivationstheorie
Die Kenntnis von Motivationstheorien hilft in der betrieblichen Praxis, notwendige Motivationsmaßnahmen besser zu verstehen und effektiver auf den einzelnen Mitarbeiter abzustimmen.
Eine Steuerung der Arbeitsprozesse setzt immer Kenntnisse über die Bedingungen menschlicher Verhaltensweisen voraus. Ohne zuverlässige Antizipation individueller Verhaltensweisen ist eine Unternehmensführung nahezu unmöglich. In allen Motivationstheorien wird von zwei Annahmen ausgegangen: menschliches Verhalten ist grundsätzlich „motiviert“, d.h. es erfährt durch seine Kraft – das Motiv – seine spezielle Ausrichtung Menschen haben Gründe für ihr Handeln, die darauf zurückzuführen sind, Bedürfnisse zu befriedigen.
Mathias Jähnig Seite 6 von 19 Das Ziel der Motivationstheorie ist die Erklärung von Entstehung, Ausrichtung, Stärke und Dauer einer bestimmten Verhaltensweise im Zusammenhang mit verhaltensrelevanten Motiven.
3.2 Klassifizierung der Motivationstheorien
Die Motivationstheorien lassen sich in drei große Gruppen einteilen. Die kognitiven Wahltheorien – in der Literatur auch als Prozessmodelle betitelt – versuchen die Entstehung und Ausrichtung von Motivation sowie deren Auswirkung auf das Verhalten als Ergebnis eines rationalen Wahlverhaltens zu erklären. Bekanntestes Beispiel ist das Erwartungs-Valenz-Modell von Victor Harold Vroom. Die Selbstregulationstheorien untersuchen den Einfluss von Zielen auf das Verhalten. Hierbei stehen nicht externe Anreize, sondern die Selbstregulation aufgrund eigener Beobachtungen und Verarbeitung von Signalen im Mittelpunkt. Manche Autoren ordnen diese Theorien den Prozessmodellen zu. Die Bedürfnisspannungstheorien – sogenannte Inhaltsmodelle – thematisieren die konkreten Motive oder Bedürfnisse, die dem menschlichen Handeln bestimmend zugrunde liegen.
Die nachfolgende Darstellung gibt eine gute Übersicht über die Klassifizierung der Motivationsmodelle und den verschiedenen Theorien.
Abb. 1 – Klassifizierung der Motivationstheorien – eigene Darstellung
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Mathias Jähnig, 2007, Von der Motivationstheorie zur Motivationspraxis, Munich, GRIN Publishing GmbH
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