Michel Foucaults Überwachen und Strafen
im Kontext von Macht, Wahrheit, und Norm.
von Roland Sonntag
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung 3
II. Inhaltsbeschreibung 4
III. Die Langlebigkeit des Gefängnisses 6
IV. Überwachen und Strafen.
Im Kontext von Macht, Wahrheit und Norm 8
IV.1 Macht 8
IV.2 Wahrheit 9
IV.3 Norm 10
V. Überwachen und Strafen im Kontext von Foucaults Biographie 11
VI. Würdigung 12
Literaturverzeichnis 14
I. Einleitung:
Michel Foucault beschreibt in seinem Werk "Überwachen und Strafen", wie sich das Gefängnis als einzige Form der Bestrafung in den westlichen Ländern durchsetzen konnte und andere Straftechnologien wie etwa die Marter verdrängte. Detailliert zeigt er die Gründe auf, die zu diesem Prozeß führten.
Auf die von Michel Foucault aufgeworfene Frage, warum sich das Gefängnis, trotz zahlreicher Kritik und offensichtlichem Versagen durchsetzte, will ich in meinem Kommentar nach einer Inhaltsangabe genauer eingehen. Danach werde ich "Überwachen und Strafen" in den Kontext von Macht, Wahrheit und Norm setzen, sowie sein Werk in seine Biographie einordnen. Mit einer Würdigung, werde ich die Hausarbeit beschließen.
II. Inhaltsbeschreibung:
Michel Foucaults Werk "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses." beginnt mit der ausführlichen Schilderung einer traditionellen Form der Bestrafung aus der Zeit des Ancien Regime. Es handelt sich um die Vierteilung von Damiens, der auf Ludwig XV einen erfolglosen Mordanschlag verübt hatte, mit der Foucault die Grausamkeit und Brutalität der damaligen Strafpraxis aufzeigt. Diese Form der Strafe sollte eine Demonstration der Macht des königlichen Herrschers darstellen, der auf diese Weise seine durch das Verbrechen verletzte Souveränität wiederherstellt (ÜuS S.64). Dem Verbrecher sollten genau kalkulierte Schmerzen beigebracht werden, die dem verübten Verbrechen gerecht werden. Diese Bestrafungen wurden grundsätzlich in der Öffentlichkeit abgehalten, ein Exempel sollte statuiert werden. "Die Hauptperson bei den Marterzeremonien ist das Volk ..." (ÜuS S.75). Ohne die Zuschauer hätten die grausamen Strafrituale jeden Sinn verloren. Die mit der Bestrafung verbundene symbolische Rache des absoluten Herrschers sollte für jedermann sichtbar sein.
Allerdings kam es bei derartigen Hinrichtungen oft zu einer Solidarisierung des Volkes mit dem Verbrecher und zu Unruhen. Immer häufiger kam es zu der Forderung nach Abschaffung der Marter. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Kritik stärker, die nicht mehr nur vom einfachen Volk sondern nun auch von der Intelligenz zu hören war. Reformer wie Beccaria, Servan, Dupaty und andere verlangten nach einer milderen Strafpraxis. Die Bestrafungen sollten die Menschlichkeit zum Maß haben, nicht mehr auf den Körper sondern auf den Geist zielen. Der eigentliche Grund für die Gesetzesnovellierung war aber der Rückgang von Gewaltdelikten und einer gleichzeitigen Steigerung von Eigentums- und Kapitaldelikten. "Mit der sich entwickelnden kapitalistischen Warenwirtschaft, der industriebedingten Vervielfältigung der Güter und dem rasanten demographischen Wachstum geht eine Steigerung der "kleinen Delinquenz" einher: Diebstähle, Plünderungen, Einbrüche, Raubüberfälle und Unterschlagungen nehmen rasant zu". "Vor der Milderung der Gesetze gab es eine Milderung der Verbrechen" (ÜuS S.97). Vorrangig kritisierten die Reformer eine "fehlende Ökonomie der Macht", weil die vielen Gesetzwidrigkeiten, die sich auf das Eigentum bezogen, nicht von der Justiz erfaßt wurden. Die " ... verworrene und lückenhafte Vielfalt von Instanzen; eine Machtverteilung und -konzentration, die zu Wirkungslosigkeit und faktischer Duldung führen; Strafen, die Aufsehen erregen, aber nicht ohne Risiko sind" (ÜuS S.111), all dies sollte mit einer Reform des Strafrechts beseitigt werden. Die Gesetzwidrigkeit sollte einer strengeren und stetigeren Kontrolle unterworfen werden, die Gewißheit bestraft zu werden, sollte den potentiellen Rechtsbrecher abschrecken. Aus dem Gegner des Souveräns wurde in der Terminologie der Reformjuristen ein Feind der Gesellschaft. Als sinnvollste Strafe wurde die öffentliche Arbeit angesehen. Die Rechtsbrecher sollten auf Straßen und Plätzen körperliche Arbeit verrichten. Dies hatte zwei Gründe:
[...]
Quote paper:
Magister Artium Roland Sonntag, 2000, Michel Foucaults Überwachen und Strafen im Kontext von Macht, Wahrheit, und Norm., Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Immanuel Kant - Der kategorische Imperativ
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
Psychoanalytisches Angstkonzept nach Sigmund Freud - ein kurzer Überbl...
Psychology - Social Psychology
Presentation (Elaboration), 21 Pages
Der gute Wille - Kants Konzeption in der "Grundlegung zur Metaphy...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
Bedingungen des Mittelmeerklimas für die Kulturlandschaft- und Naturra...
Geography / Earth Science - Meteorology, Aeronomy, Climatology
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 34 Pages
Psychosexuelle Entwicklung nach Freud
Psychology - Developmental Psychology
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Michel Foucault Überwachen und Strafen: Einführung in die Soziologie:
Presentation (Elaboration), 12 Pages
Michel Foucaults Machtverständnis in 'Die Macht und die Norm' ...
Cultural Studies - Basics and Definitions
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Der Panoptismus in Michel Foucaults Werk "Überwachen und Strafen&...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 22 Pages
Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt ...
Termpaper, 14 Pages
Die Außenpolitik unter Erich Honecker
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Kooperatives Lernen vor dem Hintergrund einer konstruktivistischen Ler...
Pedagogy - Pedagogic Psychology
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Bio-Macht und Biopolitik - Michel Foucaults Analysen zur polymorphen S...
Politics - International Politics - General and Theories
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Die Vereinbarkeit von Islam und Menschenrecht
Sociology - Law, Delinquency, Abnormal Behavior
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Motivation, Leistungsmotivation - Theoretische Grundlagen und praktisc...
Scholary Paper (Seminar), 28 Pages
Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Exter...
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 13 Pages
Law - Philosophy, History and Sociology of Law
Scholary Paper (Seminar), 33 Pages
Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Presentation / Essay (Pre-University), 3 Pages
Roland Sonntag has published the text Michel Foucaults Überwachen und Strafen im Kontext von Macht, Wahrheit, und Norm.
Roland Sonntag has uploaded a new text
Michel Foucault and Power Today: International Multidisciplinary Studi...
Alain Beaulieu, David Gabbard
0 comments