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Der Begriff "Governance"

Title: Der Begriff "Governance"

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Petzold (Author)

Politics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Das Thema Umwelt ist von der Agenda politischen Handelns nicht mehr wegzudenken.
Spätestens seit dem Einzug der Grünen-Partei in den Bundestag zu Beginn der 1980er
Jahre, aber auch schon vorher, angeregt durch Initiativbewegungen, sind Probleme
nachhaltiger Entwicklung und Ressourcenmanagement im öffentlichen Raum und werden
diskutiert. Stärker noch als andere Problemfelder bzw. Objekte politischen Handelns,
lassen sich Fragen von Umweltschutz und natürlichen Ressourcen immer weniger in
staatlichen Grenzen denken und lösen. Nicht nur diese Problematik Umwelt, sondern auch
viele andere Prozesse sind Gegenstand von grundsätzlichen Veränderungen politischer
Steuerung. Dabei wurde in den letzten Jahren vor allem ein Begriff in den
Sozialwissenschaften immer häufiger gebraucht. Es ist der Begriff Governance. Es soll in
dieser Arbeit ganz allgemein um den Begriff gehen, was er bedeutet und wo er seinen
Ursprung hat? Was ist mit ihm in Sozialwissenschaften und speziell in der
Politikwissenschaft als analytisches Konzept gemeint? Das sind eher grundsätzliche und
begriffsklärende Fragen, die viele andere Aspekte die Governance tangiert, nur
unzureichend berücksichtigen wird. Im Mittelpunkt soll hier vor allem stehen, was an dem
Konzept neu ist oder neu sein könnte.
Im ersten Teil will ich zunächst klären, warum es den Begriff der Governance gibt und ob
er womöglich nur ein neuer Begriff für ein altes Phänomen ist. In der Folge soll, so
konkret wie möglich, gezeigt werden, was den Begriff Governance ausmacht. An welche
konzeptionellen Traditionen knüpft er an? Was macht die neue Realität aus, die er zu
erfassen versucht? Um diesen Teil abzuschließen, will ich mithilfe Artur Benz’1 einen
Begriffskern charakterisieren und auf verschiedene Governance-Perspektiven verweisen.
Renate Mayntz2 fragt in ihrem Aufsatz danach, ob Governance womöglich nur eine
Fortentwicklung der Steuerungsstrategie ist. Dies soll im dritten Abschnitt geklärt werden.
Was bedeutet Governance also als sozialwissenschaftliches Konzept?

==
1 Siehe: Benz, Artur: Governance – Modebegriff oder nützliches sozialwissenschaftliches Konzept? In: ders.:
(Hrsg.)Governance – Regieren in komplexen Regelsystemen. Eine Einführung. Wiesbaden. 2004, S. 25.
2 Vgl.: Mayntz, Renate: Governance-Theorie als fortentwickelte Steuerungsstrategie? In: Schuppert, Gunnar Folker
(Hrsg.): Governance-Forschung, Baden-Baden, 2005, S. 11-20

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Governance – warum ein neuer Begriff?

3. Was ist Governance?

3.1. Begriffsentwicklung

3.2 Begriffskern

3.3 Verschiedene Governance-Perspektiven

4. Governance als sozialwissenschaftliches Konzept

4.1 Governance vs. Government

4.2 Steuerungstheorie vs. Governance

5. Probleme und Kritik

6. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit dem Begriff „Governance“ auseinander, um dessen Bedeutung, Ursprung und analytischen Mehrwert innerhalb der Politikwissenschaft zu klären. Das zentrale Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwieweit das Governance-Konzept als Antwort auf veränderte Realitäten der staatlichen Steuerung verstanden werden kann und wo sich die konzeptionellen Abgrenzungen zu traditionellen Begriffen wie „Government“ oder „Steuerungstheorie“ verorten lassen.

  • Die Entstehung und Notwendigkeit des Governance-Begriffs in den Sozialwissenschaften
  • Die begriffliche Entwicklung und der Kern von Governance in Theorie und Praxis
  • Der Vergleich zwischen Government-Perspektive und Governance-Ansatz
  • Die Einordnung von Governance als Perspektivwechsel der Steuerungstheorie
  • Kritische Reflexion von Machtasymmetrien und normativen Aspekten in Governance-Regelsystemen

Auszug aus dem Buch

3.2 Begriffskern

Neben vielen verschiedenen unterschiedlichen Perspektiven der Governance-Forschung, auf die ich kurz im Punkt 3.3 eingehen will, unternimmt Artur Benz den Versuch einer Bestimmung eines Begriffskerns der Governance, dessen Wiedergabe mir an dieser Stelle sinnvoll erscheint.

Für ihn bedeutet Governance (1.) „Steuern und Koordinieren mit dem Ziel des Managements von Interdependenzen zwischen Akteuren“, (2.) das Beruhen auf „institutionalisierten Regelsystemen, welche das Handeln der Akteure lenken sollen“, (3.) das Umfassen von „Interaktionsmustern und Modi kollektiven Handelns, welche sich im Rahmen von Institutionen ergeben“ und (4.) überschreiten „Prozesse des Steuerns sowie Interaktionsmuster, die der Governance-Begriff erfassen will, Organisationsgrenzen, insbesondere aber auch Grenzen von Staat und Gesellschaft. Politik in diesem Sinne findet normalerweise im Zusammenwirken staatlicher und nicht-staatlicher Akteure statt.“

Für Renate Mayntz, heißt Governance letztlich auf den Nationalstaat angewandt, „das Gesamt, aller nebeneinander bestehenden Formen der kollektiven Regelung gesellschaftlicher Sachverhalte: von der institutionalisierten zivilgesellschaftlichen Selbstregelung über verschiedene Formen des Zusammenwirkens staatlicher und privater Akteure bis hin zu hoheitlichem Handeln staatlicher Akteure.“

Der Staat ist kein unitaristischer Akteur, „sondern ein differenziertes Geflecht nur teilweise hierarchisch miteinander verbundener Akteure“. Dadurch, dass Mayntz von Formen des kollektiven Handels spricht, will sie der Doppelnatur des Governance-Begriffes Rechnung tragen, welcher sie zuschreibt, sich sowohl auf eine „Handeln regelnde Struktur“ als auch auf einen „Prozess der Regelung“ beziehen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Governance-Begriffs im Kontext veränderter politischer Steuerungsbedarfe ein und formuliert die zentralen Fragestellungen der Arbeit.

2. Governance – warum ein neuer Begriff?: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen für die Entstehung des Governance-Begriffs und stellt die Hypothese auf, dass er sowohl eine veränderte Realität als auch eine veränderte Wahrnehmung staatlicher Steuerung beschreibt.

3. Was ist Governance?: Das Kapitel beleuchtet die begriffliche Entwicklung von Governance in den Wirtschafts- und Politikwissenschaften und definiert dessen Kern sowie die verschiedenen Perspektiven.

4. Governance als sozialwissenschaftliches Konzept: Hier wird Governance von traditionellen Konzepten wie dem „Government“ und der klassischen Steuerungstheorie abgegrenzt, um den analytischen Mehrwert hervorzuheben.

5. Probleme und Kritik: Dieses Kapitel widmet sich den Herausforderungen des Governance-Konzepts, insbesondere in Bezug auf Machtasymmetrien, Repräsentationsfragen und den normativen Gehalt von „good governance“.

6. Literatur: Dieses Kapitel enthält das Literaturverzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Governance, Government, Steuerungstheorie, Politische Steuerung, Institutionen, Interdependenz, Politiknetzwerke, Staatlichkeit, Regelungsmechanismen, Machtasymmetrien, Kooperation, Verhandlungssysteme, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Begriff „Governance“ als ein zentrales, wenn auch vielschichtiges Konzept der Sozialwissenschaften, um zu verstehen, wie politische Steuerung in komplexen, nicht-hierarchischen Systemen funktioniert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Das Spektrum reicht von der historischen Begriffsgenese über die theoretische Abgrenzung zu „Government“ und Steuerungstheorien bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit Machtverteilung in modernen Regelsystemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den „Begriffskern“ von Governance zu bestimmen und zu klären, inwiefern dieses Konzept eine angemessenere Beschreibung heutiger, entgrenzter politischer Prozesse bietet als traditionelle staatstheoretische Ansätze.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die führende Ansätze (u.a. von Artur Benz und Renate Mayntz) kontrastiert, um das Konzept Governance systematisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Governance, den Vergleich zwischen staatlicher Steuerung (Government) und netzwerkbasiertem Regieren sowie die kritische Prüfung der Steuerungsfähigkeit durch verschiedene Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Governance, Steuerung, Institutionen, Politiknetzwerke, Interdependenzen und Machtasymmetrien.

Wie unterscheidet sich laut Autor Governance von Government?

Während sich „Government“ primär auf die klassischen, staatlichen Institutionen und eine Top-Down-Steuerung fokussiert, betrachtet „Governance“ ein komplexes Geflecht staatlicher und nicht-staatlicher Akteure, die in Verhandlungs- und Kooperationsstrukturen agieren.

Was kritisiert der Autor an dem Konzept der „good governance“?

Der Autor weist darauf hin, dass „good governance“ einen normativen Charakter trägt, der unterstellt, dass kooperative Entscheidungsstrukturen automatisch demokratischer oder effektiver seien, was durch Machtasymmetrien in Verhandlungsarenen oft widerlegt wird.

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Details

Title
Der Begriff "Governance"
College
University of Leipzig
Course
Environmental Governance
Grade
2,0
Author
Sebastian Petzold (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V71935
ISBN (eBook)
9783638689717
Language
German
Tags
Begriff Governance Environmental Governance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Petzold (Author), 2007, Der Begriff "Governance", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71935
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