Universität Essen
Wintersemester 2001/2002
Veranstaltung: Hauptstufenseminar Medienpädagogik
Kategorie: Hauptseminararbeit
Titel: "SMS - HANDY - JUGEND"
Benotung: sehr gut
"SMS - HANDY - JUGEND"
Isabel Ebber
Inhaltsverzeichnis
I.
Die Medien im Wandel - Die Jugend im Wandel.
Seite 2 bis Seite 4.
II.
Daten zur Verbreitung und zum Nutzungsverhalten des Internets und des Handys.
Seite 5 bis Seite 9.
III.
Zur wissenschaftlichen Forschungssituation.
Seite 9 bis Seite 11.
IV.
Begrifflichkeiten und Bedeutungen. Handy und SMS.
Seite 11 bis Seite 13.
V.
SMS - Brief - Chat - E-mail - Telefon.
Analogien - Unterschiede - Vorteile - Nachteile - Folgen.
Seite 14 bis Seite 17.
VI.
Warum ist der Short Message Service so beliebt?
Seite 17 bis Seite 18.
VII.
Zu Aufgaben und Funktionen des Short Message Service in einer Kleingruppe im Zusammenhang mit Kommunikationsstrukturen und linguistischen Merkmalen.
Seite 19 bis Seite 22.
VIII.
Sprache und SMS. Linguistische Merkmale ursächlich konstatiert.
Seite 22 bis Seite 25.
IX.
Zum SMS - Nutzungsverhalten Jugendlicher.
Seite 25 bis Seite 29.
X.
Zur Bedeutung und Wirkung des Handys in Bezug auf das Kollektiv, das Individuum
und die Peergroup und warum das Handy ein "Muss" für den Jugendlichen ist.
Seite 30 bis Seite 34.
XI.
Schlusswort.
Seite 35 bis Seite 36
XII.
Literaturverzeichnis.
Seite 37 bis Seite 40.
I.
Die Medien im Wandel - Die Jugend im Wandel.
"Die Telefonzelle stirbt aus" , titelt der Spiegel Online wehmütig und macht darauf aufmerksam, wie die Etablierung des Handys als alltägliches, mobiles Kommunikationsmedium die Veränderung des Straßenbildes beeinflusst. Bei Einnehmen eines Blickes aus der Vogelperspektive kommt man zu einem ähnlichen Resultat, weil man von dort die Vermehrung von Mobilfunkantennen auf Dächern beobachten kann, was im übrigen eine neue Einkunftsquelle und auch Diskussionsquelle das Thema Strahlenbelastung betreffend, darstellt. Die Person mit dem Handy in der Hand oder dem Handy am Ohr, Tasten drückend oder öffentlich Privates sprechend, ist in der Gesellschaft zu einem gewohnten Bild avanciert.
Titel von Publikationen wie "Generation@", "Die neue Mediengeneration", "Die Windowsgeneration" , verweisen auf von Medien und Medienentwicklung getragene Jugendkulturen. Doch was sind Jugendkulturen? Was ist Jugend? Ist jugendlich, wer zwischen 13 und 18 Jahre alt ist? Nein, denn in der "Vorstellung vom Jugendalter als einer Vorbereitungs- und Übergangsphase zum Erwachsenenalter" welche als eine Phase der eigenen Existenzsicherung und Familiengründung und Familienentwicklung steht, und in einer Zeit mit langen Ausbildungsprozessen und dadurch bedingt verzögerten Ablösungsprozessen vom elterlichen Heim, "werden die Grenzen des Jugendalters zunehmend schwimmend [...]".
Vermuten kann man in dieser Ausweitung der Jugendphase stark altersbedingte Differenzen der jugendlichen Generation, sich manifestierend in der Entwicklung verschiedener Jugendkulturen.
"Jugendkulturen sind diejenigen Teile einer nationalen oder übernationalen jugendlichen Population, die für das Jugend-Selbstverständnis einer bestimmten Epoche oder eines ungefähr angebbaren Zeitraumes Leitbilder setzen und auch von den Erwachsenen und ‚Erziehungsberechtigten′ als diejenigen wahrgenommen werden, die aufgrund ihrer scharf konturierten Eigenarten mit oft herausforderndem Charakter für die ältere Generation in besonderer Weise Irritationen darstellen. Damit ist in der Regel auch etwas über die Qualität von Jugendlichen gesagt, die sich an Jugendkulturen orientieren oder ihnen zugehören. ‚Jugendkulturelle Jugendliche′ erfüllen in besonders markanter Weise die Jugend-Gestalt einer Epoche oder eines Zeitraums [...] Was Jugend eigentlich heute ausmache, ist schwer endgültig festzumachen, denn alles ist im Fluss. Nicht zuletzt die Massenmedien sorgen dafür, dass auch hier eine Entstrukturierung der Altersphasen stattfindet. [...] Und wiederum - gegenläufig sind es gerade die Jugendkulturen, die sich der Altersgrenzen nivellierenden Medien bedienen, um ihre eigenen jugendkulturell-typischen Ausdrucksgebärden hervorzubringen und öffentlich zu machen."
Welche Rolle das Handy in diesem Kontext spielt, soll in dieser Arbeit herauskristallisiert werden? "Die Gruppe der Teenager zählt zu der ersten Generation, für die das Internet eine Selbstverständlichkeit darstellt" , konstatiert Jupiter MMXI, ein international vertretendes Unternehmen mit den Angeboten Online-Nutzungsmessung und Analyse. Der Satz beansprucht auch Geltung , wenn man den Begriff "Internet" durch den Begriff "Handy" ersetzt.
"Vom Lagerfeuer zur Musikbox"! So betitelt Anno 1985 die Berliner Geschichtswerkstatt e. V. ihre herausgegebene Publikation über den Wandel von Jugendkulturen von 1900 bis 1960. Prägnant wird über diesen Titel auf den Wandel von Kommunikationsverhältnissen hingewiesen. Verbale Kommunikation im Kreis um ein Lagerfeuer gruppiert bei Gitarrenbegleitung und bedächtigen Gesängen mit Blick in die Glut, wird im Wandel der Zeit und damit einhergehenden technischen Entwicklungen abgelöst vom Lauschen nach Tönen aus Boxen bei begleitendem Drehen an Knöpfen und Antennen. 1913 machte man erfolgreich Werbung zum Zwecke der Begeisterung der deutschen Jugend für ein Wandervogelleben mit Wanderliedern und Nestabenden . Und heute? Heute ist das Wort Wandervogel aus dem gebräuchlichen Wortschatz gestrichen und gerät in Vergessenheit. So scheint es auf jeden Fall.
Wanderfahrten machen und aktivieren die Jugendlichen heute mit dem Einsatz medialer Möglichkeiten. Und das ist ganz anders. Kleine Reisen in die Kinowelt, täglich auch Abstecher in das, was das TV so an Junk-Food zu bieten hat, DVD ist auch im Rennen, Videos gibt′s auch noch, vielleicht mal einen Technotrip wagen und morgen gibt′s den Eintritt in die Musikwelt der MP3-Formate, des öfteren ein Stop in Chaträumen, dann surft man auch regelmäßig im Internet, der Freundin schickt man kurz ein "hdl" (hab dich lieb) via SMS, dem Freund ein "hdgdl" (hab dich ganz doll lieb), regelmäßig wird die Mail-Box aufgesucht, Emails abgefragt und ausgesandt. Und zwischenzeitlich bekommt man laut durch Gebimmel oder Melodiensequenzen, oder aber leise durch Vibrationen bestätigt, das man eine Person ist, zu der man Kontakt sucht, denn das Handy ist immer dabei. Ist das die Gemeinsamkeit der Jugendkulturen, zu beobachten als Skater, Technofans und beispielsweise Fußballfans?
Ist das die Differenz der Jugend zur älteren Generation? Ist es nicht ein Widerspruch, dass immer mehr Senioren das Internet als Beschäftigungsfeld entwickeln, dass sich Computer und Handy zu Standardmedien in Haushalten entwickeln?
Weicht man aber ab von der Methode, Differenzlinien nach Besitzmaßstäben zu ziehen, sondern nach Nutzungsmaßstäben, dann kann man erkennen, wie sich die Jugend im Umgang mit Medien manifestiert und abgrenzt. Wie das Handy im öffentlichen Raum wahrgenommen wird, welche Muster des kollektiven Gebrauchs bestehen, wie ist das Nutzungsverhalten Jugendlicher im Umgang mit dem Handy ist, welche speziellen Aufgaben und Funktionen das Handy für Jugendliche erfüllt, welche Rolle das Handy in der Peergroup einnimmt, warum der Short Message Service so beliebt ist, wie und warum die Sprache durch SMS als Kommunikationsform beeinflusst wird und was das Verhältnis jugendlicher SMS-Nutzer zur Sprache kennzeichnet, soll schwerpunktmäßig in dieser Arbeit beantwortet werden.
II.
Daten zur Verbreitung und zum Nutzungsverhalten des Internets und des Handys.
[...]
Arbeit zitieren:
Isabel Ebber, 2001, SMS - Handy - Jugend, München, GRIN Verlag GmbH
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