Magersucht und Bulimie
von Sabine Neumann
Inhaltsverzeichnis:
1. Diagnosekriterien für Anorexia nervosa und Bulimie
1.1 Diagnosekriterien für Anorexia nervosa (Magersucht)
1.2 Diagnosekriterien für Bulimia nervosa ( Bulimie)
2. Kurze Einleitung zur Magersucht und zur Bulimie
3. Gründe für Magersucht und Bulimie
3.1 Familie
3.2 Persönlichkeit
3.3 Pubertät
4. Der "Sinn" der Magersucht und Bulimie
5. Funktionen der Magersucht und Bulimie
6. Das Verhalten von Magersüchtigen
7. Das Verhalten bulimiekranker Menschen
7.1 Allgemeines
7.2 Ablauf der Heißhungerattacken
7.3 Heimlichkeit oder Hilferuf
7.4 Einstellung der Betroffenen zu den Heißhungerattacken
7.5 Nahrungsbeschaffung
8. Organische Komplikationen und körperliche
Schäden durch Magersucht und Bulimie
8.1 Amenorrhö
8.2 Herz - und Kreislaufstörungen
8.3 Magen und Darmbeschwerden
8.4 Zahnschäden
8.5 Frieren
8.6 Haut und Haare
8.7 Ödeme
8.8 Muskelschwäche
8.9 Konzentrationsstörungen
9. Behandlung von Magersucht und Bulimie
9.1 Psychoanalyse
9.2 Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie
9.3 Verhaltenstherapie
9.4 Systemische Familientherapie
9.5 Einzel - oder Gruppentherapie
9.6 Kriterien für eine ambulante, teilstationäre oder stationäre Behandlung
9.7 Behandlungsdauer
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
1. Diagnosekriterien für Anorexia nervosa und Bulimie
1.1 Diagnosekriterien für Anorexia nervosa (Magersucht)
Im internationalen Klassifikationsschema DSM - 3 - R sind diese folgendermaßen festgelegt:
1. Das Körpergewicht wird absichtlich nicht über dem der Körpergröße oder dem Alter entsprechenden Minimum gehalten, d.h. Gewichtverlust auf ein Gewicht von 15 % oder mehr unter dem zu erwartenden Gewicht bzw. während der Wachstumsperiode Ausbleiben der zu erwartenden Gewichtzunahme mit der Folge eines Gewichts von 15 % oder mehr unter dem erwarteten Gewicht.
2. Starke Angst vor Gewichtszunahme oder Angst vor dem Dickerwerden, obgleich Untergewicht besteht.
3. Störung der eigenen Körperwahrnehmung hinsichtlich Gewicht, Größe oder Form, d.h. die Person berichtet sogar im kachektischen Zustand, sich "zu dick zu fühlen", oder ist überzeugt, ein Teil des Körpers sei "zu dick", obgleich ein offensichtliches Untergewicht besteht.
4. Bei Frauen Aussetzen von mindestens drei aufeinanderfolgenden Menstruationszyklen, deren Auftreten sonst zu erwarten gewesen wäre.
Mit diesen Kriterien ist Anorxia nevosa von anderen psychiatrischen Krankheitsbildern, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen, zu unterscheiden.
Man muss von der Anorexie aber auch noch depressive und schizophrene Störungen und Bulimia nervosa abgrenzen.
Bei beiden ist das Selbstwertgefühl gemindert, wobei dies bei der depressiven Störung gekoppelt ist mit dem Gefühl der allgemeinen Wertlosigkeit und bei der Anorexie vom Gewicht abhängig ist.
Bei der Schizophrenie können auch absonderliche Eßgewohnheiten vorliegen, allerdings sind die fundamentalen Kriterien der Schizophrenie, wie z.B. Störungen im Affekt, im Denken und der freien Willenausübung, bei der Anorexie nicht zu finden.
Die Bulimie lässt sich durch die Tatsache unterscheiden, dass zwar auch Gewichtsschwankungen und Gewichtsverluste vorliegen können, diese aber nicht das erklärte Minimum unterschreiten.
1.2 Diagnosekriterien der Bulimia nervosa
Nach dem DSM - 3 - R von 1989 gibt es folgende Diagnosekriterien für Bulimia nervosa:
1. Wiederholte Episoden von Fressanfällen (schnelle Aufnahme einer großen Nahrungsmenge innerhalb einer bestimmten Zeitspanne)
2. Das Gefühl, das Essverhalten während der Fressanfälle nicht unter Kontrolle halten zu können.
3. Um einer Gewichtszunahme entgegenzusteuern, greift der Betroffene regelmäßig zu Maßnahmen zur Verhinderung der Gewichtszunahme, wie selbstinduziertem Erbrechen, dem Gebrauch von Diuretika, strengen Diäten oder Fastenkuren oder übermäßiger körperlicher Betätigung.
4. Durchschnittlich mindestens zwei Fressanfälle pro Woche über einen Mindestzeitraum von drei Monaten.
5. Andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht.
Der Begriff "Fressanfälle" ist schwierig zu definieren. Aber man kann allgemein sagen, dass mehr gegessen wird, als andere Menschen in der selben Zeit essen würden. Obwohl dies auch wiederum schwierig ist, da es Menschen gibt, die einfach mehr essen, und andere, die weniger essen. Also ist die Frage, mit wem man vergleichen soll. Zudem gibt es Bulimikerinnen, die große Mengen sehr langsam zu sich nehmen.
Das 3.Kriterium ist wichtig um festzustellen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um gegen die Fressanfälle zu arbeiten. So sollen sich Patienten die sich nicht erbrechen, in einer Psychopathologie von denen unterscheiden, die erbrechen. Sie haben weniger ausgeprägte Körperschematastörungen, Angst vor dem Essen und Tendenz zur Selbstverletzungen.
Allerdings sind sie häufig übergewichtig.
[...]
Arbeit zitieren:
Sabine Neumann, 2001, Magersucht und Bulimie, München, GRIN Verlag GmbH
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