Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Forschungsüberblick. 3
3. Die Real Academia Española 4
4. Das Diccionario de Autoridades: Herkunft und Entwicklung. 6
5. Leitlinien. 9
6. Der Aufbau des Diccionario de la lengua española 11
6.1. Makrostruktur. 11
6.2. Mikrostruktur 12
7. Einordnung des DRAE 17
8. Weitere Entwicklung 17
9. Lexikographischer Vergleich ausgewählter Lemmata und ihre Veränderung im 18.
und 19. Jahrhundert 20
9.1. Lemma diccionario. 21
9.2. Lemma llama 22
9.3. Lemma alcohol 23
10. Vergleich der Vorwörter von 1726, 1780 und 1899. 24
11. Fazit. 26
12. Literaturverzeichnis. 27
13. Abbildungsverzeichnis 29
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1. Einleitung
Die Werke der Real Academia Española (RAE) dominieren die spanische Lexikographie seit nun fast 300 Jahren. Das DRAE (Diccionario de la lengua española) genießt immer noch, besonders bei normativen Fragen, einen sehr hohen Stellenwert. Hinzu kommt, dass es nur wenige lexikographische Werke außerhalb der Academia gibt, die über eine eigene nennenswerte Entwicklung verfügen, da sie sich meist sehr stark nach dem DRAE richten. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Entstehung der RAE und mit ihrem ersten Werk, dem Diccionario de autoridades. Es soll ein Blick auf die Makro- und Mikrostruktur geworfen werfen, um das DRAE genauer zu analysieren und vergleichbar zu machen. Weiterhin soll untersucht werden, inwieweit sich die RAE und vor allem die verschiedenen DRAEs im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts verändert haben. Besonderes Augenmerk soll hierbei auf den Unterschied zwischen der Auflage von 1726 und der vor 1780 gelegt werden, da sich in diesem Zeitraum auch besonders der Anspruch der RAE an ihr Werk ändert und das Diccionario de autoridades für die breite Bevölkerung zugänglicher und handlicher gemacht werden soll, weshalb es von der sechsbändigen Ausgabe (1726-1739) in eine einbändige (1780) komprimiert wird. Erstaunlich bei dieser Entwicklung ist, dass jedoch fast keine Lemmata eliminiert werden. Ein entscheidendes Kriterium ist, dass die Autorenzitate wegfallen. Außerdem verbessert sich das lexikographische Wissen der Akademiemitglieder, was zu einer verbesserten Systematisierung besonders im Bereich der Abkürzungen und Markierungen führt.
Anhand einiger ausgesuchter Lemmata sollen die Veränderungen aufgezeigt und schließlich in einer Analyse von drei Wörterbucheinträgen im Zusammenhang untersucht werden.
2. Forschungsüberblick
Die Entwicklung der Real Academia Española im 18./19. Jahrhundert gehört zu den am besten erforschten Gebieten der spanischen Lexikographie, da die Academia für die spanische Sprache von zentraler Bedeutung ist. Einerseits war die Real Academia immer selber bestrebt ihre Geschichte zu dokumentieren und andererseits haben sich auch viele Wissenschaftler mit diesem Thema beschäftigt. Zu den
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wichtigsten gehören hier sicherlich Lázaro Carreter (1972, 2002), Manuel Alvar Ezquerra (1993, 2002) und Alvarez de Miranda (1995b) (besonders Geschichte). Erwähnenswert sind auch die Werke von Manuel Seco (1991, 2003) Günter Haensch (1982, 1989) und Ulrike Mühlschlegel (2000).
3. Die Real Academia Española
Die Gründung der Real Academia Española (Königliche spanische Akademie) geht auf Juan Manuel Fernández Pacheco, Marquis von Villena, zurück. Auf seine Initiative hin traf sich ein Gruppe Intellektueller zu regelmäßigen Konversationen, die sich stets um das Thema der Konservierung der spanischen Sprache drehten. Häufig wird vermutet, dass sich die RAE mit dem Ziel gründete, den galloromanischen Einfluss auf die spanische Sprache zu bekämpfen und von barocken Schwulst zu reinigen, CARRETER, selber Mitglied der RAE, schreibt jedoch: su propósito fue el de „fijar“ la lengua, que según ella [la Academia] había alcanzado su perfección en los Siglos de Oro. (2002) Die Entstehung der Academia wird folglich eher im Zusammenhang mit dem Bedürfnis nach literarischer Tradition und rationalistischen Streben nach Stabilität und klaren Regeln in der Sprache gesehen (vgl. MÜHLSCHLEGEL 2000, 169). Im Juni 1713 beschloss die aus 24 Mitgliedern bestehende Gründungssitzung eine sich dieser Aufgabe widmende Akademie zu gründen. Als Vorbild dienten die Accademia della Crusca italiana (1582) und die Academia francesa (1635), so dass sich die Gruppe um Pacheo zuerst „Academia Española“ nannte. Da diese Sprachen bereits über große nationale Wörterbücher verfügten, sah es Spanien als moralische Pflicht, Größe und Reichtum der spanischen Sprache zu dokumentieren, um das Ansehen der gesamten Nation verbessern (vgl. HAUSMANN 1989, 1743). Dazu kam, dass Pacheo selber lange im Ausland gewesen war und um die Bedeutung einer sprachpflegenden Institution wie die einer Akademie wusste. Seine Vorstellung war, dass Sprachen sich wie Organismen entwickeln und daher Pflege brauchen. Im Rahmen des internationalen Wettstreits der Sprachen hatten er und seine Kollegen den Anspruch, durch ein Lexikon die Großartigkeit der spanischen Sprache und Literatur zu dokumentieren (vgl. MEDINA GUERRA 2003, 238).
Die Real Academia verfolgte jedoch einen weniger puristischen Anspruch als ihr französisches Vorbild, d.h. sie war offener für sozio-kulturelle Varietäten und
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Register, wodurch ein starkes Auseinanderklaffen von Standart und Alltagssprache verhindert werden konnte. Regionalismen wurden allerdings häufig mit diastratischen und diachronischen Markierungen abgewertet, so dass sie nicht auf einer Stufe mit den kastilischen Wörtern stehen. Außerdem wurden Regionalismen nicht systematisch aufgenommen, die Aufnahme hing von den Mitgliedern ab, die sich mit dem Buchstaben befassten (MÜHLSCHLEGEL 2000, 170ff). Allgemein bleibt die Haltung der RAE bis nach dem zweiten Weltkrieg jedoch relativ puristisch -Höhepunkte des Spanischen seien und bleiben die Siglos de Oro, an denen man sich orientieren müsste. Amerikanismen und Neologismen brauchen lange, bis sie Eingang in das DRAE finden. Hinzu kommt, dass veraltete Begriffe meist für lange Zeit nicht in den neuen Ausgaben überarbeitet, bzw. herausgenommen werden. Im ersten Artikel ihrer Satzung heißt es:
(...) tiene como misión principal velar por que los cambios que experimente la Lengua Española en su constante adaptación a las necesidades de sus hablantes no quiebren la esencial unidad que mantiene en todo el ámbito hispánico. Debe cuidar igualmente de que esta evolución conserve el genio propio de la lengua, tal como ha ido consolidándose con el correr de los siglos, así como de establecer y difundir los criterios de propiedad y corrección, y de contribuir a su esplendor. Para alcanzar dichos fines, estudiará e impulsará los estudios sobre la historia y sobre el presente del español, divulgará los escritos literarios, especialmente clásicos, y no literarios, que juzgue importantes para el conocimiento de tales cuestiones, y procurará mantener vivo el recuerdo de quienes, en España o en América, han cultivado con gloria nuestra lengua. Como miembro de la Asociación de Academias de la Lengua Española, mantendrá especial relación con las Academias Correspondientes y Asociadas.
Die Mitglieder belegen die Hauptziele im Emblem der
Academia, welches einen Schmelztiegel im Feuer, der für Reinheit und Veredelung der Sprache steht, zeigt (vgl. MÜHLSCHLEGEL 2000, 176). In dem aus ihm aufsteigenden Rauch ist das Motto „Limpia, fija y da esplendor“ zu lesen.
Mit limpia bezieht sich die Academia auf die Reinigung der spanischen Sprache von Neologismen und Gallizismen. Fija bezeichnet die Festlegung und Normierung der spanischen Sprache, um somit der Sprache zu neuerlichem Glanz (esplendor) zu verhelfen. Es bringt das vorrangige Ziel der Academia, die Reinigung und Konservierung der spanischen
Sprache, gut zur Geltung (vgl. MEDINA GUERRA 2003, 238). Die bedeutendste unter den Materialquellen, die dem Wörterbuch zugrunde liegen, stellt der Tesoro de la lengua castellana o española (1611) von Don Sebastin de Covarrubias dar. Die Academia übernimmt aus dem Tesoro viele Definitionen entweder wörtlich oder in modifizierter Form. Sie ehrt Don Sebastin de Covarrubias im Vorwort ihres Wörterbuchs, indem sie über sein Werk schreibt: ... que ha servido à la Academia de clara luz en la confusa obscuridad ... (vgl. REAL ACADEMIA ESPAÑOLA 1726, I)
Ab 1870 bildeten sich auch in den lateinamerikanischen Staaten, sowie auf den Philippinen entsprechende Akademien, die heutzutage in Rang und Bedingungen der RAE gleichberechtigt sind.
4. Das Diccionario de Autoridades: Herkunft und
Entwicklung
El principal fin, que tuvo la Real Académia Española para su formacion, fue hacer un Diccionario copioso y exacto, en que se viesse la grandeza y poder de la Lengua, la hermosúra y secundidád de sus voces, y que ninguna otra la excede en elegáncia, phrases y pureza,... (REAL ACADEMIA ESPAÑOLA 1726, I).
Die Erstellung eines spanischen Wörterbuches war eine der ersten Aufgaben, die sich die RAE zu Ziel setzte. Als Vorbild dienten sowohl das Vocabulario degli Academici della Crusca, ein Wörterbuch der italienischen Sprache aus dem Jahre 1612, als auch das 1694 erschienene Dictionaire de l’Académie Française (vgl. HAENSCH 1982, 114). Gemäß dem Grundsatz limpia, fija y da esplendor brachten die 24 Mitglieder der RAE 1726-1739 die erste Auflage in sechs Bänden in einer Auflage von 1500 Exemplaren auf den Markt, die von den Mitgliedern selbst vorfinanziert wurde (vgl. MÜHLSCHLEGEL 2000, 172).
Die Akademie entschloss sich, nach Vorbild des italienischen Vocabulario degli Academici della Crusca, eine Liste von klassischen Autoren zusammenzustellen, um auf deren Grundlage die Auswahl der Lemmata zu treffen. Zur ersten Sitzung bringt Pacheo 110 Autoren mit, die ihm wichtig erscheinen, im Laufe der Bearbeitung sammelt sich jedoch eine Zusammenstellung aus 871 Werken von 416 namentlich erwähnten Autoren und 86 anonymen Werken an.
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Der Titel des Wörterbuchs lautet in seiner ersten Auflage:
Spanischen abgeleitet werden kann.
In nur 26 Jahren 1 wurde ein selbstständiges, umfassendes, völlig neues Wörterbuch geschaffen, dessen Pendant in Frankreich 65 Jahre brauchte und trotzdem dem Spanischen qualitativ noch unterlegen war (vgl. HAENSCH 1989, 1742). Die Arbeit der Mitglieder wurde zudem durch fehlende lexikographische Praxis erschwert (vgl. MEDINA GUERRA 2003, 237). Die Schnelligkeit bei der Realisierung des Projektes ist nur durch die gute Zusammenarbeit unter den Mitgliedern, sowie auf gutes Wissen über die vorhandenen vergleichbaren Werke zurückzuführen (vgl. MEDINA GUERRA 2003, 239). Zudem gelang der RAE ein rasches Fortschreiten, da jedem Buchstaben einen anderen Autor zugeteilt wurde und nicht wie in Frankreich ein einziger Autor für alle Einträge verantwortlich war. Die Autoren mussten jedoch ihre Ergebnisse mit den anderen Mitgliedern der REA besprechen und korrigieren, um einen einheitlichen Standart zu wahren. Fachgebiete wurden zudem extra an Experten der jeweiligen Gebiete aufgeteilt.
1 Bis zum ersten Band (A-B) benötigte die Akademie nur 13 Jahre, bis zum sechsten Band 26 (vgl. MEDINA GUERRA 2003, 239)
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Im Gegensatz zum französischen Pendant der Académie Française nahm sich das Wörterbuch der Academia nicht den zeitgenössischen Wortschatz zur Grundlage sondern führte vielmehr eine Bestandsaufnahme der spanischen Literatursprache durch. Dies führte zu einer Reserviertheit seitens der Akademie gegenüber Neologismen sowie Lehngut, die auch heute noch häufig als Kritikpunkt am DRAE aufgeführt wird (vgl. MILLÀN 2004). Das DRAE versuchte von Anfang an weniger eine gegenwärtige Sprache wissenschaftlich zu dokumentieren, als dass es der gegenwärtigen Sprache Normen zugrunde legte, die aus der klassischen spanischen Literatur abgeleitet wurden. Diese normative Tendenz des Wörterbuches ging einher mit den puristischen Strömungen des 18. Jahrhunderts. Die Zitate der klassischen Autoren wurden in der zweiten Ausgabe des Wörterbuches (1780) aufgegeben. Grundlage der folgenden Ausgaben war lediglich noch das bestehende und im Folgenden erweiterte Lexikon der ersten Ausgabe. 1925 wurde das “Diccionario de la lengua castellana por la Real Academia Española” in „Diccionario de la lengua española“ umgetauft.
Seit der 2. Ausgabe hat sich die RAE regionalen Sprachvarianten gegenüber geöffnet, ist aber gegenüber Neologismen, Lehngut sowie Fachbegriffen und vor allem vulgärem Sprachgut auch bis heute reserviert geblieben. Aus diesem Grund ist das Wörterbuch vielerlei Kritik ausgesetzt, da es die spanische Sprache nicht in ihrer Gesamtheit umfasst und somit die spanische Sprache nicht wirklich repräsentiert, jedoch diesen Anspruch erhebt. Trotzdem wird das DRAE von fast allen spanisch sprechenden Menschen als das offizielle Werk zur spanischen Sprache angesehen: Nur Wörter die im DRAE aufgelistet werden, gelten als gültig (vgl. CARRETER 2002) und das DRAE gilt auch heute noch als die Grundlage für die Erstellung anderer spanischer Wörterbücher.
Seit der 20. Ausgabe zeigt sich „el Diccionario“ von 1984 jedoch ein wenig fortschrittlicher - die Aufnahme von Neologismen und Amerikanismen wurde deutlich erhöht. Trotzdem finden sich auch heute noch viel stark veraltete lexikalische Einträge, da teilweise zwar ergänzt, allerdings nicht aussortiert wurde. So enthält das als das Standartwerk der spanischen Sprache geltende Wörterbuch, trotz seiner allgemeinen Ausrichtung (also kein Spezialwörterbuch), Eintrage wie
desoxirribonucleótido jedoch sucht man nach dem Eintrag airbag vergeblich (vgl. MILLÀN 2004). Kritiker bemängeln die Abwesenheit vieler Einträge rund um den
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Arbeit zitieren:
Neele Onnen, 2006, Die Wörterbücher der Real Academia Española im 18./19.Jh. , München, GRIN Verlag GmbH
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