I Inhaltsverzeichnis
I Inhaltsverzeichnis I. I
II Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen II
1. Einleitung 1
2. Der Begriff der Integration 3
2.1 Soziale Integration 3
2.2 Typen der Sozialintegration von Migranten 5
2.3 Assimilation 6
3. Bildung als Integrationsmotor - ein bildungspolitischer Exkurs 8
4. Migranten im Deutschen Bildungssystem 10
4.1 Charakterisierung ethnischer Unterschiede in der Bildungsbeteiligung/
Erkl ärungsansatz 10
4.2 Beispiele 15
5. Schlussbetrachtung 18
III Quellenverzeichnis: 19
I
II Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen
Abb. Abbildung
BAGFW Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
bzw. beziehungsweise
ebd. ebenda (zitierte Stelle ist mit der vorher genanten identisch)
GYM Gymnasium
HS Hauptschule
KMK Kultusministerkonferenz
Mio. Million
RS Realschule
u.a. und andere
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
II
1. Einleitung
Migrationsbewegungen sind ein fester Bestandteil der Kulturgeschichte der Menschheit. Die Vorstellung, dass Menschen ein Leben lang dort bleiben wo sie geboren sind, trifft in der Realität nur selten zu. Um ihre Lebensbedingungen sowie Lebensoptionen zu verbessern geraten sie in „Bewegung“. Das Ausmaß der Migrationsbewegungen nimmt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stetig zu und erreicht mittlerweile weltumspannende Dimensionen. Bereits heute leben mehr als 125 Mio. Menschen außerhalb ihrer Herkunftsorte (vgl. Han 2000, S. 6ff).
Durch die Entwicklung der internationalen Arbeitsteilung wurden in den 50er Jahren von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland ausländische Arbeitskräfte angeworben. Diese Arbeitskräfte hatten zunächst den Status von Gastarbeitern. Die Ausländer selbst hegten die Hoffnung in ihr Heimatland zurückzukehren, um dort mit den in Deutschland erworbenen Mitteln ein besseres Leben zu beginnen (vgl. Baker, Lenhardt 1988, S. 40). Demzufolge wurde die Migration von vielen nur als vorübergehende Phase angesehen und die Bildungsfrage in Bezug auf die Einwanderung zunächst sehr spät realisiert. Erst im Laufe der Jahre wurde erkennbar, dass mit dem langfristigen Aufenthalt der Gastarbeiter und ihren Familien, die Integration ihrer Kinder eine bedeutende Aufgabe der Schule werden würde (vgl. Herwartz-Emden 2003, S.678).
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) sowie die Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration beschreiben Integration als einen „...gesamtgesellschaftlichen Prozess, der jeden Einzelnen, wenn auch in unterschiedlichem Maße, betrifft“ (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2003, S.1). Eine wichtige Vorraussetzung für Integration stellt die Chancengleichheit, welche zu den Grundwerten unserer Gesellschaft zählt, dar. Einerseits bedeutet dies, eine Schaffung gleichberechtigter Zugangsmöglichkeiten für jeden Einzelnen zu allen zentralen Bereichen der Gesellschaft. Dazu zählen unter anderem auch die Bildung und Ausbildung. Andererseits ist zusätzlich eine aktive Förderung zur Herstellung gleicher Ausgangspositionen erforderlich (vgl. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 2003, S.1).
1
Die Schulbildung stellt ein wichtiges Element der Verwirklichung von Chancengleichheit dar. In diesem Kontext sollte höherwertige Bildung von den individuellen Fähigkeiten eines Menschen abhängen, nicht von seinen sozioökonomischen Hintergründen (vgl. Büchel/Wagner 1995, S. 80).
Es kann erwartet werden, dass die mittel- und langfristige deutsche Arbeitsmarktentwicklung sowie die Finanzierung der Sozialsysteme in Hinblick auf die demographische Entwicklung durch Zuwanderer erleichtert wird. Je besser es gelingt, die Migranten sozial zu integrieren, desto stärker können die positiven Effekte sein, die daraus resultieren. Infolgedessen eröffnen sich integrationspolitische Zielstellungen, mit der Intension gleiche Bildungschancen für die nachfolgende Zuwandergeneration zu schaffen (vgl. ebd.).
Diese Arbeit befasst sich im Rahmen des Seminars Migration und Integration mit dem Themenkomplex „Eingliederung von Migranten in das deutsche Bildungssystem“. Kapitel 2 bildet die Grundlage dieser Arbeit und stellt demnach den Begriff der Integration und Assimilation sowie deren vier Typen ins nähere Blickfeld. Anschließend folgt ein kurzer bildungspolitischer Überblick (Kapitel 3) über die Entscheidungen und Ziele der Kultusministerkonferenz in Bezug auf die Integration von Migrantenkinder in das deutsche Bildungssystem. Der 4. Themenkomplex umfasst die ethnischen Ungleichheiten von Migranten im Bildungsbereich. Zum einen beinhaltet dieser Abschnitt eine theoretische Darstellung dieser Differenzen, welche aufzeigen sollen, dass ethnische Minderheiten gegenüber der ethnischen Mehrheit auf verschiedensten Gebieten benachteiligt sind. Zum anderen erfolgt eine Erklärung dieser Unterschiede mithilfe des Ressourcenansatzes. Abschließend sollen Beispiele diese Überlegungen in Bezug auf die Entstehung ethnischer Differenzen im Bildungserfolg konkretisieren.
Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung der ethnischen Unterschiede von Migranten und ethnischen Minderheiten im deutschen Bildungssystem sowie die Erklärung dieser Differenzen anhand des Ressourcenansatzes.
2
2. Der Begriff der Integration
Für die deutsche Geschichte ergab sich erst im Lauf der siebziger Jahre eine verstärkte sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der Integrationsproblematik. Auslöser dafür waren das Versagen des Rotationsprinzips sowie die dadurch anwachsenden Probleme, welche sich durch den langfristigen Aufenthalt der Gastarbeiter in der Bundesrepublik ergaben (vgl. Lüttinger/Rossmann 1989, S.35).
Eine einheitliche Definition für den Begriff der Integration kann aufgrund der zahlreichen Literatur mit ihrer Vielzahl von Definitionen und Begriffen nicht gegeben werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Ansätzen zur Integration von H. ESSER. Er versteht Integration als einen Zusammenhalt von Teilen in einem „systemischen“ Ganzen und die dadurch erzeugte Abgrenzung von einer unstrukturierten Umgebung. Dabei ist gleichgültig worauf dieser Zusammenhalt beruht (vgl. Esser 2000, S. 261). In der Literatur werden zwei Typen der Integration unterschieden. Einerseits handelt es sich dabei um die Systemintegration, diese beschreibt „...jene Form der Relationierung der Teile eines sozialen Systems, die sich unabhängig von den speziellen Motiven und Beziehungen der individuellen Akteure und oft genug sogar auch gegen ihre Absichten und Interessen, sozusagen anonym und hinter ihrem Rücken, ergibt und durchsetzt...“ (Esser 2000, S. 270). Da sie für diese Arbeit keine Relevanz darstellt, wird sie im folgendem nicht weiter erläutert. Demgegenüber steht andererseits die soziale Integration, welche „...unmittelbar mit den Motiven, Orientierungen, Absichten und - insbesondere - den Beziehungen der Akteure zu tun hat“ (ebd.). Trotz ihrer Unterscheidung sind die Systemintegration und die soziale Integration keine gänzlich verschiedenen Typen, weil jedes Systemereignis mit den Orientierungen und dem Handeln von Akteuren verknüpft ist und wieder vom „System“ strukturiert wird. Die gesellschaftliche Integration ist demnach ein kollektives Phänomen wie alle anderen gesellschaftlichen Strukturen und Prozesse auch (vgl. Esser 2000, S. 279f).
2.1 Soziale Integration
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Sozialintegration nicht ausschließlich um das äußerliche „Funktionieren“ der Gesellschaft als System, sondern vielmehr um den Einbezug der Akteure in einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Esser unterscheidet vier Varianten
3
Arbeit zitieren:
Tina Mauersberger, 2005, Eingliederung von Migranten in das deutsche Bildungssystem, München, GRIN Verlag GmbH
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