Gliederung
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG 3
2. KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN 4
2.1. Kooperationsbegriff 5
2.2. Forschung und Entwicklung (F E) 6
2.2.1. Aufgaben von F E, Stellung im Innovationsprozess und Beziehung zum
Umweltschutz. 6
2.2.2. Zwischenbetriebliche F E-Kooperationen. 7
2.2.3. Forschungs- und Entwicklungskooperationen außerhalb des Marktes 8
2.3. Umweltorientierte (F E-)Kooperationen. 8
2.3.1. Umweltbezogene Kooperationen mit gesellschaftlichen Akteuren 9
2.3.2. Anreize und Ziele 9
2.3.3. Nachteile und Gefahren. 10
3. FALLSTUDIEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOOPERATIONEN 11
3.1. Öko-Institut - Hoechst AG 11
3.2. BUND - Cherry GmbH 14
3.3. Öko-Institut - Grundig, Loewe Opta, Philips, Thomson, Harmann 15
3.4. Greenpeace - Foron Hausgeräte GmbH (dkk Scharfenstein) 17
3.5. Geplante, nicht realisierte Kooperationsprojekte 19
1
3.6. Zusammenfassung der Fallstudiem. 20
3.7. Erfolgsfaktoren aus den Fallstudien. 20
4. FAZIT UND AUSBLICK 21
5. LITERATURVERZEICHNIS 23
2
1. Einleitung und Problemstellung
Verstärkter Wettbewerbsdruck, kürzere Produktlebenszyklen und Beschleunigung des technologischen Fortschritts zwingen Unternehmen immer mehr dazu, durch Innovationen neue Kernkompetenzen aufzubauen, um Konkurrenzvorteile generieren zu können. Jedoch leiten sich Ansprüche an Unternehmen nicht nur aus dem Markt ab, sondern auch verstärkt aus Politik und Öffentlichkeit, hier sind es vor allem im ökologischen und sozialen Kontext stehende Themen. Um den marktlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen zu begegnen, wählen Unternehmen oft die Strategie der Kooperation. Dabei können zwischenbetriebliche Kooperationen mit Konkurrenten, als auch mit gesellschaftlichen Akteuren eingegangen werden. Wenn solche Kooperationen dazu dienen, Innovationen zur Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen zu entwickeln, spricht man von umweltbezogenen Forschungs-und
Entwicklungskooperationen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit solchen Kooperationen, wobei der Fokus auf Projekte zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen gelegt wird. So beinhalten die dargestellten Fallstudien fast ausschließlich solche Kooperationen. Auch wenn der Schwerpunkt auf der praktischen Komponente liegt, wird die theoretische Sichtweise nicht außer Acht gelassen, wird jedoch in dieser Arbeit lediglich umrissen.
Nach einer Herleitung des Kooperationsbegriffes (1.1) werden der Bereich Forschung und Entwicklung (1.2) sowie F&E-Kooperationen näher erläutert, anschließend werden umweltbezogene Forschungs- und Entwicklungskooperationen betrachtet. In Abschnitt 2 werden sechs Fallstudien dargestellt und systematisiert, sowie einige Beispiele von geplanten, aber nicht zustande gekommenen Projekte genannt (2.5). Anhand der Kriterien, die zur Systematisierung der Kooperationen verwendet werden, wird versucht Erfolgsfaktoren für Umweltkooperationen zu ermitteln
Die wissenschaftliche Forschung im Bereich der zwischenbetrieblichen Forschungs- und Entwicklungskooperationen spielt seit Ende der 80er Jahre eine Rolle und ist bereits relativ weit fortgeschritten. Mit den Arbeiten von Rotering (1990), Bihn (1997), Refflinghaus (2000), Kontos (2004) findet sich eine Palette an Quellen vor. Grenzt man das Forschungsfeld auf die Umweltschutzorientierung solcher Kooperationen ein, ist ebenfalls wissenschaftliche Literatur vorhanden, wobei es sich größtenteils um
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Zeitschriftenaufsätze handelt. Genannt seien hier die Arbeiten von Götzelmann (1993), Schneidewind (1996), Aulinger (1997), Kriwald und Schuth (1999) sowie Krcal (2000). Die besondere Kooperationsart zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen im Forschungs- und Entwicklungsbereich scheint dagegen weitestgehend vernachlässigt zu sein und erfordert nach Meinung des Verfassers weiterer theoretischer und empirischer Forschung, da diese Kooperationen andere Chancen und Gefahren mit sich bringen als die zwischenbetriebliche Kooperationen. So beziehen sich der Großteil der vorliegenden Arbeiten allenfalls auf die allgemeine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und gesellschaftlichen Akteuren, wobei der Bereich Forschung und Entwicklung eine untergeordnete Rolle spielt. Zu erwähnen sind hier die Arbeiten von Jacob und Jörgens (2001), King (o.J.), Rondinelli, und London (2003), Hart und Sharma (2004) sowie Stafford et al. (1998). Ferner fällt auf, dass Forschungs- und Entwicklungskooperationen zwischen Unternehmen und Umweltschutzorganisationen 1 verstärkt in den 90er Jahren eingegangen wurden. Es wäre daher einerseits zu hinterfragen, warum die angesprochene Forschungslücke besteht und andererseits, warum sowohl Umweltschutzorganisationen als auch Unternehmen solche Kooperationen nicht mehr eingehen. Im Rahmen dieser Seminararbeit können diese Fragen nicht umfassend beantwortet werden können, jedoch sollen anhand der Systematisierung Erfolgsfaktoren für Kooperationen zwischen Unternehmen und Umweltschutzorganisationen herausgearbeitet werden. Es handelt sich dabei um einen Versuch und beansprucht keinerlei Allgemeingültigkeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen 2
Im folgenden Abschnitt wird nach Klärung des Kooperationsbegriffes, der Bereich der Forschung und Entwicklung näher betrachtet, d.h. es werden zunächst die Aufgaben und die Stellung des Bereiches im Innovationsprozess erläutert. Anschließend werden Anreize Forschungs- und Entwicklungskooperationen dargelegt und die Besonderheiten von umweltbezogener (Forschungs- und Entwicklungs-) Kooperation erörtert.
1 Als Umweltschutzorganisation sind hier sowohl Umweltverbände als auch Institute 2 Auf die Darstellung von Theorien zur Erklärung von Kooperationen (Transaktionskostentheorie, Gleichgewichtstheorie, Spieltheorie u.a.) wird aufgrund des Umfanges der Arbeit verzichtet. Für eine umfassende Darstellung siehe z.B. Kriwald/Schuth (1996, S. 7 ff.) und Kontos (2004, S.37-61)
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2.1. Kooperationsbegriff
Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildet der allgemeine Kooperationsbegriff. Dieser ist weit verbreitet und spielt in vielen Einzelwissenschaften eine große Rolle, was unter anderem dafür sorgt, dass er unpräzise und teilweise weit gefasst ist (vgl. auch Baumgarten 1998). Während im allgemeinen wirtschaftlichen Sprachgebrauch der Begriff für „jede Art der Zusammenarbeit von Personen und Institutionen“ (Rotering 1990, S. 38, nach Blohm) benutzt wird, so grenzen viele Autoren den Begriff nicht nur weiter ein, sondern gebrauchen auch normative Merkmale. So erwähnt Gerth die Verbesserung der „wirtschaftliche(n) Situation“ der Kooperationspartner, Bildingmeier die Erreichung eines „höheren Grades der Zielerfüllung“ und Sölter die „Förderung der Wettbewerbsfähigkeit“ (alle ebd., S. 39). Die Bandbreite an Definitionen ist recht groß (vgl. auch Götzelmann 1993, Rotering 1996, Refflinghaus 2000, Krcal 1997) und soll hier nicht weiter erörtert werden, jedoch sollen wichtige Merkmale, die für Kooperationen kennzeichnend sind hier noch einmal zusammengetragen werden.
- interorganisatorische Beziehung
- bewusste Handlung
- Autonomie (Abgrenzung zu Fusion und Konzentration)
- gegenseitige Abhängigkeit (zumindest hinsichtlich des Verhaltens und Handelns und dadurch partielle Begrenzung des Handlungsspielraumes)
Weitere Kriterien für Kooperationen sind nach Aulinger (1997, S. 17f.) gleichgerichtete Ziele und Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern. Im betriebswirtschaftlichen Sinne ist die Kooperation eine Koordinationsform auf einem Kontinuum zwischen den beiden Extrema Markt und Hierarchie (Kriwald und Schuth 1996, S. 4), sie kann jedoch auch als Alternative zur Konkurrenz und - besonders wichtig bei Kooperationen mit gesellschaftlichen Akteuren - Konflikt betrachtet werden. Dabei kann die Intensivität der Zusammenarbeit von den Kooperationspartnern bestimmt werden und reicht vom Informationsaustausch über Verhaltensabsprachen und abgestimmten Handeln bis hin zum gemeinsamen Handeln. 3
Letztendlich erscheint die für den weiteren Aufbau der Arbeit eine relativ allgemeine Definition von Kooperation sinnvoll.
3 Zur Systematisierung von Kooperationen vgl. Morphologischer Kasten nach Aulinger (1997, S. 13)
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2.2. Forschung und Entwicklung (F&E)
Nach Blohm „können Aufgaben aus nahezu allen Tätigkeitsbereichen“ des Unternehmens Gegenstand einer Kooperation sein (Rotering 1990, S. 41), für die Generierung von Innovationen ist aber eine zwischenbetriebliche Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung bedeutend.
2.2.1. Aufgaben von F&E, Stellung im Innovationsprozess und Beziehung zum Umweltschutz
Mit dem Begriff Forschung und Entwicklung wird eine Vielzahl von Aspekten in Verbindung gebracht, was zur Folge hat, dass sich (bisher) keine allgemein anerkannte Definition durchgesetzt hat (Kontos 2004, S. 63). Allgemein lässt sich die Forschung und Entwicklung in drei Bereiche unterteilen. Die Grundlagenforschung (1) hat die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Ziel, wobei keine spezifische Anwendungsmöglichkeit verfolgt wird. Die angewandte Forschung (2) hat hingegen ein detailliertes Forschungsziel und strebt eine wirtschaftliche Nutzung an. Die Entwicklung (3) indessen hat die erstmalige oder neuartige Anwendung dieser Erkenntnisse als Ziel (vgl. hierzu Götzelmann 1993, S. 167, Kontos 2004, S. 66f.). Nach der Definition von Kern/ Schröder beinhaltet Forschung und Entwicklung „...alle planvollen und systematischen Aktivitäten, die mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden den Erwerb neuer Kenntnisse über Natur- und Kulturphänomene und/oder die erstmalige oder neuartige Anwendung derartiger Kenntnisse anstreben.“
(Götzelmann 1993, S. 165, nach Kern/Schröder 1977, S. 16).
Ähnlich, aber auch andere Merkmale beinhaltend, ist die Definition des Bundesministers für Forschung und Technologie aus dem Jahr 1982, danach ist „...Forschung und experimentelle Entwicklung (FuE) (...) systematische, schöpferische Arbeit zur Erweiterung des Kenntnisstandes, einschließlich der Erkenntnisse über den Menschen, die Kultur und die Gesellschaft sowie deren Verwendung mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden.“ (Rotering 1990, 41, nach: Bundesminister für Forschung und Technologie 1982, S. 29)
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Arbeit zitieren:
Artjom Wolf, 2007, Umweltbezogene Forschungs- und Entwicklungskooperationen in der Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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