Inhalt
1 Einleitung 3
2 Bewegtes Europa - Migration als epochenübergreifendes Phänomen 3
3 Die Problemlage 11
3.1 Der demographische Wandel und seine Folgen für die Gesellschaft 11
3.2 Wachsender Migrationsdruck an deutschen und europäischen Grenzen 15
4 Chancen und Risiken von Migration 16
4.1 Die Auswirkungen von Migrationsbewegungen auf die deutsche Wirtschaft 16
4.1.1 Die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland 16
4.1.2 Der Arbeitsmarktzugang für Ausländer 19
4.1.3 Migration und Demographie 20
4.1.4 Migration und Arbeitsmarkt 22
4.1.5 Migration und Wirtschaftswachstum 24
4.1.6 Die fiskalische Bedeutung von Ausländern in Deutschland 26
4.2 Migration und Sozialstaat 27
4.3 Arbeitsmarktgesteuerte Zuwanderung als Zukunftskonzept / Option 30
4.2.1 Zukünftiger Zuwanderungsbedarf 30
4.2.2 permanente Arbeitsmigration 32
4.2.3 temporäre Arbeitsmigration 35
5 Integration 36
6 Fazit 37
7 Literatur 39
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1 Einleitung
Flüchtlingsboote und leere Schulbänke. Zwei Worte die man in den letzten Monaten und Jahren oft in den Schlagzeilen der Zeitungen fand. Das Erste häufig auf Seite zwei unter der Rubrik „Außenpolitik/Internationales“ und das Zweite eher etwas weiter hinten im Lokalteil von Regionalzeitungen. Zwei Worte die auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Bricht man die Bedeutung dieser beiden Worte auf ein wesentliches herunter, so könnte man mit anderen Worten aber auch sagen: auf der einen Seite der Grenze sind zu viele, auf der anderen hingegen zu wenig Menschen.
In dieser Hausarbeit möchten wir untersuchen ob diese beiden Worte als die zwei Seiten einer Medaille interpretiert werden können. Oder besser gesagt, ob das eine Problem nicht schon die Lösung für das andere ist. Können sich Migrationsdruck an den Grenzen und drohende Bevölkerungsschrumpfung nicht gegenseitig aufheben?
Dem Einstieg via historischen Exkurs folgt eine Analyse der Problemlage. Zentraler Bestandteil soll im Rahmen dieser Hausarbeit vor allem die Wirkung von Migration auf den Sozialstaat und die deutsche Wirtschaft sein. Dem Thema Integration ist ein eigener Abschnitt gewidmet, denn im Laufe der Recherche ist dieses Schlagwort immer wieder gefallen. Es liegt nahe zu unterstellen, dass die Migrationspolitik nur im Schulterschluss mit Integrationspolitik erfolgreich sein kann.
2 Bewegtes Europa - Migration als epochenübergreifendes Phänomen
Wanderungsbewegungen von Menschen sind in der historischen Perspektive nicht neu. Ebenso die Gründe für die Entscheidung, seine angestammte Heimat zu verlassen, haben sich seit Jahrtausenden nicht wesentlich verändert. Schon in der Bibel beginnt das alte Testament mit dem Exodus der Vertreibung der Juden aus Ägypten: „Der Pharao ließ seinen Wagen anspannen und bot seine ganze Kriegsmacht auf. […] Die ganze ägyptische Streitwagenmacht verfolgte die Israeliten und holte
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sie ein, während sie bei Pi-Habirot gegenüber Baal-Zefon am Meer lagerten“ 1 . Ebenfalls steht am Anfang des neuen Testaments eine Flucht. Gott spricht im Traum zu Josef: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten! Bleib dort, bis ich dir sage, dass du zurückkommen kannst. Herodes wird nämlich alles daransetzen das Kind zu töten“ 2 . In Europa gab es seitdem immer wieder große Bevölkerungskrisen.
Zwar liegen die frühesten menschlichen Wanderungen im Dunkeln, doch sind archäologische Funde Zeugnisse von ersten Migrationsbewegungen. Menschen nahmen Feuersteingeräte, Tongefäße, aber auch Riten und kultische Handlungen mit in die neue Heimat. Es gibt unzählige Beispiele von archäologischen Funden die über große Distanzen transportiert wurden. Sei es auf Handelswegen, Beutezügen oder bei Wanderungsbewegungen ganzer Völker. 3 Die Ähnlichkeit der Völkerwanderung zu heutigen Migartionsbewegungen wird ausdrücklich betont. 4 Außerdem bargen demographische Einschnitte in der Vergangenheit viel gesellschaftlich veränderndes Potential. Mit den Pestwellen ab 1348/50 ging eine starke Verminderung der Bevölkerung einher. So gab es in Deutschland um 1300 etwa 170.000 Siedlungen, um 1500 waren es jedoch nur noch 130.000. Ganze Landstriche lagen brach, es kam zu Verzerrungen im Preisgefüge, zur Einschränkung von Freiheiten (vor allem bei Bauern), die Religiösität nahm stark zu, Kapital wurde umgeschichtet. 5 Mit der Aussetzung von Todesurteilen gegen bare Münze wurde versucht die massiven Steuerausfälle zu kompensieren. Das massenhafte Sterben begünstigte chaotische Zustände oder den Übergriff auf fremdes Eigentum. Therapeutische und prophylaktische Pogrome gegen Juden, als mutmaßliche Verursacher der Pest dezimierten die Bevölkerungszahl weiter. Die politische Bedeutung der Pest liegt in einer Verwaltungsrevolution. Durch die Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung der Pest wächst der Verwaltungsapparat. Nicht zuletzt wird dadurch die Entstehung moderner Staatlichkeit befördert, deren wichtiges Element die öffentliche Verwaltung ist. 6
1 2 Mose/Exodus 13,6 in: Deutsche Bibelgesellschaft (Hrsg.), Die Bibel in heutigem Deutsch. Die
Gute Nachricht Des Alten Und Neuen Testamentd, 2. durchges. Aufl., Stuttgart 1991.
2 Matthäus 2,13 in: Deutsche Bibelgesellschaft (Hrsg.), Die Bibel in heutigem Deutsch. Die Gute
Nachricht Des Alten Und Neuen Testamentd, 2. durchges. Aufl., Stuttgart 1991.
3 Vgl. Maczynska, M., Die Völkerwanderung. Geschichte einer ruhelosen Epoche, Zürich 1993, S 7.
4 Vgl. Todd, M., Die Zeit der Vö lkerwanderung, Stuttgart 2002, S. 7.
5 Vgl. Vashold, M., Pest, Not und schwere Plagen. Seuchen Epidemien vom Mittelalter bis heute,
München 1991, S. 62ff.
6 Vgl. Strothmann, J., Der schwarze Tod - Politische Folgen und die Krise des Spätmittelalters in:
Meier, M. (Hrsg.), Pest. Die geschichte eines Menschheitstraumas, Stuttgart 2005, S. 186ff.
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Der Dreißigjährige Krieg hatte ähliche demographische Auswirkungen auf Deutschland wie die Pest. Die Bevölkerungsverluste betrugen circa 20 Prozent, in manchen Gebieten erreichte die Bevölkerung nur noch ein Drittel des Vorkriegs-standes. Der Krieg zerstörte Ressourcen, eingespielte Wirtschaftskreisläufe, vernichtete Bau- und Kunstwerke, Hexenverfolgungen erreichten ihren dramatischen Höhepunkt. Die Dezimierung wirkte dort am heftigsten und längsten nach, wo die Armeen standen und die Schlachten geschlagen wurden, also in den großen Städten, wichtigen Handelspunkten und infrastrukturellen Knotenpunkten. Kurz gesagt, an den Wirtschaftsstandorten der damaligen Zeit. 7 Bevölkerungskrisen können also aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen. So zum Beispiel Hunger, Armut und Arbeitsmangel, Strukturzerfall und Bürgerkrieg, religiöse und politische Verfolgung als auch in zunehmendem Maße Umweltverschmutzung beziehungsweise Umweltzerstörung. Das Bevölkerungswachstum ist der tief greifende Aspekt. Am Ende einer solchen Krise standen im historischen Rückblick immer Kulturzusammenbrüche, wirtschaftliche Stagnation und politische Verwerfungen. Am Ende des 18. Jahrhunderts erreichte das Bevölkerungswachstum eine niemals vorher da gewesene Dramatik. Anstelle eines Zusammenbruchs wurden hier die Probleme durch die einsetzende industrielle Revolution abgemildert. 8 Migration gab es jedoch auch in dieser Zeit. Zunächst füllte die wachsende Zahl von Menschen die immensen Löcher, welche vorangehende Krisen wie beispielsweise der Dreißigjährige Krieg aufgerissen hatten. Doch spätestens seit der Mitte des 18. Jahrhunderts schoss das Bevölkerungswachstum über die Grenzen des verfügbaren Erwerbsangebotes hinaus. Die Vererbung des Grundbesitzes an den Erstgeborenen als auch die Verteilung des Bodens auf alle Erben fanden dieselben Folgen bei stark wachsender Bevölkerung: Der Grund und Boden reichte nicht mehr aus, um die auf ihm lebenden Menschen zu ernähren. Sozialer Abstieg, vor allem der unteren bäuerlichen Schichten, Arbeitswanderung und Wanderhandel waren die Folge.
Bei der Erwerbsmigration durch Arbeitswanderung und Wanderhandel wurden durchaus mehrere hundert Kilometer zurückgelegt. Beispielhaft für die Not waren die so genannten Schwabenkinder aus Tirol und dem Vorarlberg oder die
7 Vgl. Schmidt, G., Der Dreißigjährige Krieg, München 1999, S. 88ff.
8 Vgl. Stürmer, M., Völkerwanderung und politische Stabilität in Geschichte und Gegenwart in:
Angenendt, S. (Hrsg.), Migration und Flucht. Aufgaben und Strategien für Deutschland, Europa und
die internatio nale Gemeinschaft, Bonn 1997, S. 27ff.
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Kaminfegekinder, die auf Kindermärkten als Arbeitskräfte auf dem Lande angeboten wurden. Neben dem Verdienst, welcher zum Gelderwerb der Familie beitrug, lag die Hauptbedeutung in der Notwendigkeit die Kinder nicht durchfüttern zu müssen. Die Italienischen Zinngießer und die Lippischen Ziegler, in deren kleinem klar umgrenzten Herkunftsgebiet es gar kein Zinngießergewerbe beziehungsweise kein nennenswertes Ziegeleigewerbe gab, veranschaulichen dass die Arbeitsmigration nicht vorrangig eine Wanderung von Fachkräften war, sondern vielmehr die Qualifikation eine Rolle spielte. Der eigentliche Beruf wurde erst in den Zielgebieten erlernt. 9 Das größte dieser Migrationszentren gab es in Mittelitalien. Etwa 100.000 Arbeiter suchten im Dienstleistungsbereich jährlich saisonbedingt auf dem Bau und vor allem in der Landwirtschaft als Erntehelfer Arbeit. Große Migrationssysteme gab es auch in Ostengland und dem Pariser Becken. Saisonal begrenzt strömten hier 20.000 beziehungsweise 60.000 Arbeitskräfte in die jeweiligen Zentren Lincolnshire und Paris um bei der Ernte zu helfen. Nicht selten verdiente ein Arbeiter in dieser kurzen Zeit einen großen Teil des gesamten Haushaltseinkommens. Ein weiteres Migrationssystem befand sich in Kastilien mit seinem Zentrum Madrid. Vor allem aus dem bergigen Umland kamen bis zu 30.000 Wanderarbeiter, um in einer Etappenwanderung der klimabedingt unterschiedlichen Erntesaison zu folgen. Mit der Verkürzung der Transatlantikpassage durch Dampfschiffe erweiterte sich das spanische Migrationssystem beträchtlich. Während des europäischen Winters konnten nun Erntearbeiten im südamerikanischen Sommer übernommen werden. Bei der Reisproduktion in der norditalienischen Po-Ebene waren fast nur Wanderarbeiter beschäftigt. Die Wege in die Arbeitsgebiete entwickelten sich zu bekannten Reiserouten mit einer beachtlichen Anzahl von Herbergswirten und angesiedelten Fuhrunternehmern. Auf diese Weise entwickelte sich eine bedeutende sekundäre Saisonalisierung für die Gewerbe, deren Absatz die Wanderarbeiter sicherten. 10
Ebenso bedeutungsvoll wie die Wanderarbeiter waren die Wanderhändler. Schon im 15. Jahrhundert liegen die Ursprünge der Wanderhändler an der belgischniederländischen Grenze. Ihre Wandergebiete erstreckten sich zum Teil bis nach Russland. Gehandelt wurde mit Dienstleistungen wie Haare schneiden, Kessel flicken, unter anderem aber auch mit Fertigprodukten wie Textilien, Kupferwaren,
9 Vgl. Bade, K. J., Europa in Bewegung. Migration vom späten 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart,
München 2002, S. 18ff.
10 Vgl. Bade, K. J., München 2002, S. 28ff.
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Bilder, Bücher oder aus den abgeschnittenen Haaren hergestellte Perücken. Erfolgreich Wanderhändler übersiedelten teilweise in ihre Zielgebiete und gründeten dort Geschäfte oder besser gesagt Stützpunkte für den Fernhandel mit der Heimat. Italienische Wanderhändler boten häufig Südfrüchte sowie Kosmetik, Devotionalien und Seide feil. Besonders am Mittelrhein gründeten erfolgreiche die Erfolgreichsten Niederlassungen. 1.400 italienische Ersteinwanderungen sind hier für das 17. und besonders das 18. Jahrhundert belegt. Ein anschließender Aufstieg zum Groß-und Fernhandelskaufmann war keine Seltenheit.
Mit der Industrialisierung rekrutierten sich die Wanderhändler zunehmend weniger aus den armen bäuerlichen, sondern viel mehr aus den städtischen Unterschichten. Staat selbst produzierten Waren, boten sie nun industrielle Fertigprodukte, die sie selbst für einen geringeren Preis eingekauft hatten. 11 Gleichzeitig setzte mit der Industrialisierung eine neue Form der Migration ein. Neben der temporären Zuwanderung durch Saisonarbeiter kam die dauerhafte Zuwanderung durch eine proletarische Massenwanderung in die neuen Zentren der Industrie hinzu. Die Vorteile der neuen Zuwanderungszentren lagen in höheren Löhnen und einer ganzjährigen Erwerbstätigkeit. Aus den deutschen Hollandgängern (angeworben zur Ernte, zum Torf stechen und zum Fischfang) wurden holländische Preußengänger, die nach aufstrebende deutsche Industriestädte wie Essen oder Oberhausen strebten. Gleiches gilt für andere aufstrebende Industriegebiete Europas wie Paris oder Lyon. Demgemäß wurden im Jahre 1901 ca. 419.000 Italiener in Frankreich gezählt. Im Ruhrgebiet arbeiteten im Jahre 1912 circa 118.390 Holländer. In der Schweiz betrug der Ausländeranteil um 1919 fast 15 Prozent oder in Barcelona betrug die Rate um 1920 53 Prozent. Anfang des 20. Jahrhunderts verließen jährlich etwa 250.000 italienische Wanderarbeiter ihre Heimat, um im europäischen Ausland (vor allem Frankreich mit 46 Prozent, Deutschland mit 25 Prozent und Österreich mit 24 Prozent) ihr Glück zu suchen. Etwa 10 Prozent von ihnen blieb auf Dauer dort und etwa 600.000 wanderten als Saisonarbeiter innerhalb italienischer Landesgrenzen.
Auch die transatlantische Migration rückte zunehmend in den Vordergrund. Durch eine verkehrstechnische Revolution (Dampfschiffe und Eisenbahnen) rückten die Kontinente scheinbar näher zusammen. Im Gegensatz zu den Spaniern und Portugiesen verzichteten die Engländer, Holländer und Franzosen anfangs auf afri-
11 Vgl.ebd.., S. 46ff.
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kanische Sklaven und warben europäische Kontraktarbeiter. 12 Eine große Migrationswelle stellte die Badenser und Württemberger dar. Diese hatten nach den napoleonischen Kriegen und dem extrem kalten Winter mit leeren Kornspeichern und geringen Ernteerträgen zu kämpfen. 20.000 südwestdeutsche Amerikaeinwanderer wurden 1816/17 gezählt. Seit den 1890er Jahren schwoll dieser permanente Strom von Migranten zu einem reißenden Fluss an. Ebenso verließen etwa in dieser Zeit knapp 600.000 Russen und eben so viele Österreicher, in der darauf folgenden Dekade etwa 2,1 Millionen Österreicher und etwa 1,6 Millionen Russen ihr Land in Richtung Nordamerika. In der Zeit von 1894 bis 1910 gingen auch etwa 380.000 Menschen aus Deutschland in die gleiche Richtung fort. Typisch für die europäische Migration ist das Bild eines wellenförmigen Verlaufs. Hungersnöte, Wirtschaftskrisen und -aufschwünge, der Sezessionskrieg 1861-1865 und politische Entscheidungen wirkten immer wieder bremsend oder beschleunigend auf die Ab-wanderung. 13 Körner H. berechnet für den Zeitraum zwischen 1820 und 1915 eine europäische Netto-Auswanderung nach Übersee von insgesamt etwa 50-55 Millionen. 14 Dabei wurden nicht nur Gebiete neu besiedelt, sondern auch „entsiedelt“. In Irland, der am stärksten durch Auswanderung geprägten Region Europas, ging die Bevölkerung von acht Millionen im Jahr 1846 auf 4,5 Millionen im Jahr 1901 zurück. Im Gegensatz zu Irland spielte in Preußen weniger die Überseemigration als vielmehr die Ost-West-Binnenmigration des Landproletariats aus den agrarisch geprägten Nordostgebieten in die Industriegebiete Mittel- und Westdeutschlands eine Rolle.
Besonders während des ersten Weltkrieges spielte Arbeitsmigration eine wichtige Rolle. So kamen in der Zeit zwischen 1914-1918 etwa 660.000 ausländische Arbeitskräfte vor allem aus Spanien, Portugal, Italien und Griechenland nach Frankreich. In Deutschland umfasste die Beschäftigung von Ausländern während des ersten Weltkrieges etwa drei Millionen Menschen, wobei etwa Zweidrittel Kriegsgefangene waren. Das entsprach etwa einem Siebtel aller in Deutschland Werktätigen im letzten Kriegsjahr. 15
12 Vgl. Emmer, P. C., Der Atlantikhandel - Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den europä-
ischen S ied lungsko lonien und den Mutterländern in: Schmitt, E. (Hrsg.), Dokumente zur Geschichte
der europäischen Expans ion, Bd. 4, München 1988, S. 17f.
13 Vgl. Bade, K. J., 2002, S. 142.
14 Vgl. Körner, H., Internationale Mobilität der Arbeit : eine emp irische und theoretische Analyse
der internationalen Wirtschaftsmigration im 19. und 20. Jahrhundert, Darmstadt 1990, S. 29.
15 Vgl. Bade, K. J., 2002, S. 329f.
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Martin Weißenborn, Stephanie Köthe, 2007, Kann Migration den demographischen Schrumpfungsprozeß in Deutschland aufhalten? Implikationen für die Sozialversicherungssysteme und den Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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