Inhaltsverzeichnis
Seite
1 Einleitung Beziehung zum Lehrplan 2
2 Inhaltlich- didaktische Begründung 4
3 Verlaufsplan 6
4 Eigenes Märchen 7
Brief an alle Prinzen 8
Dialog zwischen Prinz und Prinzessin 10
5 Literatur 11
6 Anhang 12
Fotos des eigenen Kartontheaters 12
Bastelanleitung für ein Kartontheater 13
1
1 Einleitung/Beziehung zum Lehrplan
Das Thema unseres alternativen Schreibprojektes ist: „Ein Märchen selber schreiben“. Es soll in der 4. Klasse einer Regelschule, im Fach Deutsch, entweder im Rahmen einer Projektwoche oder über 10-14 Unterrichtsstunden durchgeführt werden.
Das Märchenprojekt gliedert sich in folgende Teilbereiche:
1. Erster Überblick: Welche Märchen kennen die Schüler und welche Figuren
kommen darin vor.
2. Kinder sollen Eigenschaften der verschiedenen Märchenhelden etc. finden,
Orte, Gefahren, Bösewichte entwickeln.
3. Schüler sollen sich in Gruppen zusammenfinden, sich einigen, welche
Elemente ihr Märchen enthalten soll und es nach den erarbeiteten Strukturen schreiben.
4. Einen Brief schreiben, der in das Märchen eingefügt wird (z.B. König
schreibt an alle Königreiche)
5. Einen Dialog zwischen zwei Charakteren (bspw. Prinz und Stiefmutter)
schreiben und darin über ihr Märchen reflektieren
6. Ein Kartontheater herstellen (kann möglicherweise auch parallel zum
Projekt im Kunstunterricht gemacht werden)
7. Märchen verschönern, in der Schule/Klasse ausstellen und in einem
Märchenbuch zusammenfassen.
8. Das Märchen mit Hilfe des Kartontheaters aufführen
Folgende, vom Lehrplan (Richtlinien und Lehrpläne zur Erprobung für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen Nr. 2012, Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Ritterbachverlag, 2003 Frechen, 1. Auflage ) geforderten Unterrichtsgegenstände für die 3. und 4. Klasse, werden bei dem Schreibprojekt beachtet und umgesetzt:
2
1. Mündliches Sprachhandeln (vgl. S. 33-35 Punkt 3.1):
Die Schüler arbeiten in einer kleinen Gruppe zusammen, wobei es wichtig ist, dass die Gruppenmitglieder gemeinsam darüber entscheiden, welche Figuren in ihrem Märchen vorkommen, welche Gefahren und Prüfungen dem/den Helden begegnen usw. .
Dabei müssen sie „auf Gesprächsbeiträge eingehen und sie weiterentwickeln“, „über strittiges diskutieren“, „ Meinungen anderer akzeptieren und eigene Meinungen und Sichtweisen mit Argumenten vertreten“.
In ihrem zu schreibenden Dialog kommt es auf szenisches Spielen an. Es bietet sich an, eben jenen Dialog am Ende mit dem Kartontheater zu verbinden und aufzuführen. Die Schüler müssen also Rollen gestalten, „gespielte Szenen beobachten, sie besprechen und weiterentwickeln“.
2. Schriftliches Sprachhandeln (vgl. S. 35-37 Punkt 3.2):
In dem Märchenprojekt setzen die Schüler erzählendes Schreiben um, indem sie den Überbegriff Märchen als Schreibanlass nutzen, um ein eigenes Märchen zu produzieren. Dabei sollen sie die zuvor erarbeiteten „Erzählstrukturen, Erzählzusammenhänge und sprachliche Mittel beachten“. (S.36) Es ist wichtig, das sie dabei „Sachverhalte in verständlicher Form aufschreiben“ (S. 36), d.h. darauf achten, dass der Inhalt schlüssig ist, denn sie sollen ihr Märchen nicht nur für sich, sondern auch für die Leser schreiben.
3. Umgang mit Texten und Medien (vgl. S. 39-41 Punkt 3.3)
Die Schüler sollen zum Thema Märchen in Eigenarbeit recherchieren. In eigenen Märchenbüchern, Internet etc. und in der von der Lehrerin vorgelesenen Geschichte sollen sie „Informationen finden“ und zu „Handlungen, Personen, [...] Stellung nehmen“. (S.40)
4. Sonstiges
Schüler vertiefen die Rechtschreibung eigenaktiv, z.B. durch die Nutzung eines Wörterbuchs, aber auch indem sie einfach schreiben! Die Schreib- und Leselust, Phantasie und Kreativität werden gefördert.
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2 Inhaltlich-, didaktische Begründung Als Schreibanlass in der Grundschule erschien uns das Märchenprojekt sinnvoll, da zumindest die gängigsten Märchen den Kindern ansatzweise bekannt sind und sie Freude daran haben, sie zu hören und zu lesen.
Das Thema lässt sich gut von den Kindern recherchieren und bietet sowohl den „schwächeren“ als auch den „stärkeren“ Schülern Raum zum Experimentieren, ohne sich unter-, bzw. überfordert zu fühlen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Kinder in Gruppen zusammenarbeiten. Jeder soll seine Ideen einbringen und seine Stärken ausspielen können, um ein möglichst gutes Endergebnis zu bekommen.
Der besondere Anreiz für die Kinder ist unter anderem die Ausstellung der fertigen Märchen in der Schule, aber auch der Abschlussabend mit den Eltern, wo sie ihr Kartontheater aufführen und das gebundene Märchenbuch mit nach Hause nehmen dürfen. Die Kinder können später stolz auf ihre Leistung sein. Positive Rückmeldungen stärken ihr Selbstbewusstsein.
Um dieses Projekt überhaupt erst durchführen zu können, brauchen die Schüler einige Vorkenntnisse. Zu den Voraussetzungen gehören:
• Satzbau: Schüler sollten die syntaktischen Strukturen zumindest in
Grundzügen beherrschen.
• Struktur: Es ist wichtig, dass die Kinder erkennen, wie eine Geschichte
aufgebaut ist, nämlich in Anfang, Mittelteil und Schluss.
• Grundsätzliche Rechtschreibregeln kennen und wissen, wie man mit
einem Wörterbuch umgeht.
• Wissen, wie man einen Text interessant gestaltet (Vermeidung von
Wiederholungen wie „und dann...“, mit Synonymen arbeiten). Deshalb bietet es sich an, das Projekt erst ab der 3., besser aber noch der 4. Klasse durchzuführen.
Zur Vorarbeit für das eigentliche Schreiben gehört, dass die Kinder zu Hause ihr(e) Lieblingsmärchen lesen und Figuren und wiederkehrende Elemente herausschreiben.
Außerdem sollen sie erkennen, dass es Unterschiede zwischen der Sprache im Märchen und der Sprache der heutigen Zeit gibt, und welche das sind.
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Quote paper:
Nina Laatsch, Jenny Lambertz, Susanne Schmitz, 2004, Alternatives Schreibprojekt im Unterricht: Märchen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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