Inhaltsverzeichnis Seite
1. Begründung der Perikopenwahl 2
2. Übersetzungskritik 3
2.1 Vergleich der Übersetzungen 3
2.2 Begründung der Übersetzungswahl 4
3. Literarkritik 6
3.1 Die Zwei-Quellen Theorie 6
3.2 Synoptischer Vergleich 6
4. Gattungskritik 10
4.1 Form und Gattungsbestimmung 10
4.2 Sitz im Leben 11
5. Traditionskritik Intertextualität 13
6. Redaktionskritik 14
7. Begriffskritik 16
8. Hermeneutische Reflexion 18
Literaturverzeichnis 19
Das Griechische Neue Testament 19
Übersetzungen der Heiligen Schrift 19
Wörterbucher Lexika 19
Sekundärliteratur 20
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1. Begründung der Perikopenwahl
Für meine exegetische Hausarbeit zum Neuen Testament werde ich die Perikope Mk 4, 1-9 „Vom Sämann“ bearbeiten.
Bei der Suche nach einem geeigneten Gleichnis stand die Frage im Vordergrund, welcher Text für mich als zukünftige Religionslehrerin und für meine zukünftigen Schüler besonders interessant sein könnte. Ich habe mich für das Gleichnis „Vom Sämann“ entschieden, weil ich mir gut vorstellen kann, es später im Religionsunterricht mit meinen Schülern zu behandeln. Zum einen lässt sich die Bildhälfte der Erzählung praktisch umsetzen und veranschaulichen; zum anderen kann die Sachhälfte gut in die heutige Zeit übertragen und mit den Schülern, die selbst einen Bezug zu ihrem Leben herstellen können, diskutiert werden.
Durch die intensive Beschäftigung mit der Perikope erhoffe ich mir in erster Linie ein tiefergreifendes Verständnis des Textes, welches eine Behandlung im schulischen Unterricht ermöglicht.
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2. Übersetzungskritik
2.1 Vergleich der Übersetzungen
Um einen Text zur Anfertigung meiner Exegese auszuwählen, werde ich die folgenden vier
Übersetzungen der Perikope Mk 4, 1-9 miteinander vergleichen und Gemeinsamkeiten bzw.
Unterschiede herausarbeiten:
-Die Bibel, nach der Übersetzung Martin Luthers
-Die Zürcher Bibel
-Die Einheitsübersetzung
-Das Neue Testament, nach der Übersetzung Friedolin Stiers
Gemeinsamkeiten / Unterschiede
Zusätze bei nur einem Evangelisten
2.2 Begründung der Übersetzungswahl
Die tabellarische Anordnung der vier Übersetzungen ermöglichte es, einen umfassenden Blick auf die verschiedenen Texte und ihre Eigenheiten zu erlangen.
Hierbei fällt auf, dass die Einheitsübersetzung und die Übersetzung nach Stier quantitativ die größten Unterschiede im Vergleich zu Luther und der Zürcher Bibel aufweisen.
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Während Jesus bei den anderen drei Übersetzungen abermals am See lehrt, lehrt er laut der Einheitsübersetzung ein andermal. Diese ungenaue Übersetzung des griechischen Wortes πάλιν lässt nicht erkennen, dass Jesus schon einmal am See gelehrt hat, sondern suggeriert dem Leser, dass er möglicherweise erstmals am See lehrt.
Trotz unterschiedlicher Wortwahl wird bei allen vier Übersetzungen deutlich, dass sehr viele Menschen Jesus vom Land bzw. Ufer aus zuhören, während er in einem Boot bzw. Schiff sitzend zu ihnen spricht. Luther präzisiert als Einziger, dass das Boot schon vorher im Wasser lag.
Vers 2 weist erneut einen Unterschied zwischen der Einheitsübersetzung und den anderen Übersetzungen auf: Hier spricht Jesus lange zu den Menschen, anstatt dass er vieles (πολλα) in Gleichnissen erzählt.
Vers 3 beginnt bei allen Übersetzungen mit einer das Gleichnis einleitenden Aufforderung zuzuhören, und es wird beschrieben, dass ein Sämann zum Säen hinaus – oder präziser: „aufs Feld“ (Zürcher Bibel) – geht. Indem die Einheitsübersetzung ein Teil der Körner statt einiges oder etliches schreibt, ist sie genauer als die anderen Übersetzungen, ebenso wie in Vers 6, in dem „die Saat“, statt „es“ verdorrt.
In Vers 5 fehlt bei der Zürcher Übersetzung die Erläuterung, dass die Saat auf Grund der geringen Bodentiefe sofort aufgeht.
Mit unterschiedlichen Worten wird in Vers 8 beschrieben, dass ein anderer Teil der Saat bzw. etliches oder anderes auf guten Boden fällt, Frucht bringt und dreißig-, sechzig- und hundertfach bzw. -fältig trägt.
Der Appell in Vers 9 gleicht sich in allen Übersetzungen, wobei die Einheitsübersetzung hervorhebt, dass es Jesus ist, der an seine Zuhörer appelliert.
Die Übersetzung Martin Luthers und der Zürcher Bibel sind sich am ähnlichsten und weisen bei näherer Betrachtung die geringsten Unterschiede auf. Beide werden – wie auch die Einheitsübersetzung – im deutschen Sprachraum in den großen Kirchen als offizielle Übersetzung verwendet. Die Übersetzung der Zürcher Bibel gilt weitgehend als sehr präzise und fundiert. Dennoch wähle ich für die Anfertigung meiner neutestamentlichen Exegese die Übersetzung Martin Luthers, da mir diese durch den Religions- und Geschichtsunterricht und das weiterführende Studium vertraut ist.
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Birte Hundhammer, 2005, Neutestamentliche Exegese zur Perikope Markus 4, 1-9, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Exegese: Vom Sämann (Mk 4, 2-9; Mt 13, 3-9; Lk 8, 4b-8)
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
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