1. Einleitung 3
2. Hauptteil. 4
2.1 Der Antiindividualismus 4
2.2 Der Individualismus 8
3. Schlussbetrachtung. 10
4. Literaturverzeichnis. 12
2
1. Einleitung
Die Sprache ist zweifelsohne das herausragende Instrument
zwischenmenschlicher Kommunikation. Sie befähigt den Menschen, sich in der Alltagspraxis vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Zusammenlebens sinnvoll zu betätigen. Soziale Gefüge bestehen wesentlich aus kommunikativen Prozessen, die auf die wechselseitige Anteilnahme von Gesprächspartnern angewiesen sind. Menschen tauschen sich aus und sind somit vermehrt in der Lage, gemeinsame Ziele zu formulieren und zu verfolgen. Wir gestalten unser Alltagsgeschäft kontinuierlich über sprachliche Mittel und sind uns dessen oftmals kaum bewusst. Doch scheint gerade die Selbstverständlichkeit unseres Sprachgebrauchs die linguistischen Untersuchungen im Bezug auf die sprachliche Funktionsweise in ein wissenschaftliches Dilemma zu stürzen. Denn auf den ersten Blick ist Sprache banal und funktioniert. Wozu nützen also die Anstrengungen, sprachliche Mechanismen, vorausgesetzt, es gibt sie, zu erforschen? Doch gerade die oben erwähnte Kernfunktion der Sprache für die menschliche Existenz erweist sich als ausgezeichneter Grund für eine Disziplin im Sinne der Sprachphilosophie. Wenn sich die Wissenschaft die Ergründung und Erforschung der Welt und des Universums auf die Fahnen schreibt, dann spielt die Sprache insbesondere eine tragende Rolle. Die Perspektivisierung wissenschaftlicher Arbeit funktioniert letztendlich auch größtenteils via sprachlicher Mittel. Ob Wissenschaft oder Alltag - Sprache nimmt ohne Zweifel eine Kernposition ein. Ludwig Wittgensteins Hauptwerke Tractatus logico-philosophicus und Philosophische Untersuchungen drehen sich beide eingehend um das Phänomen Sprache. Wittgenstein selber wird heute mitunter zu den wichtigsten Philosophen der ersten Jahrhunderthälfte gezählt.
Wittgensteins Philosophische Untersuchungen, die postum 1953 erstmalig erscheinen 1 , lösen noch im Erscheinungsjahr eine regelrechte ‚Diskussionslawine’ aus. Hauptgrund ist sicherlich Wittgensteins unkonventionelle Sicht der Dinge, wie sie sich in den PU entfaltet. Entgegen den Hauptprämissen des um die Mitte des letzen Jahrhunderts aufkeimenden logischen Empirismus, der
1 Thomas Blume. Wittgensteins Schmerzen. Ein halbes Jahrhundert im Rückblick. Paderborn, 2002, S. 7.
3
Rechtfertigungsbedingungen in Form empirischer Sinnkriterien ins Feld führt, 2 argumentiert Wittgenstein gegen die „behavioristischen Erklärungsversuche“ (Blume: S. 14) der derzeitigen philosophischen Hauptbewegung. Auch die seiner Zeit populären mentalen Theorien finden bei ihm nicht den erhofften Zuspruch. 3 Im Gegenteil, Wittgenstein geht einen völlig neuen Weg in der Geschichte der Sprachphilosophie. Sprache ist in seinen Augen unmittelbar an die gesellschaftliche Praxis geknüpft. 4
Die Philosophie der Folgezeit versucht an Wittgensteins Hypothesen in Form eines semantischen Externalismus anzuschließen: 5
„Vor diesem Hintergrund musste es nicht nur Kripke, (…), sondern auch vielen anderen Autoren plausibel erscheinen, Sprechen und Regelfolgen enger als bisher an die Existenz von sozialen Gruppen zu knüpfen.“ (Blume: S. 15) In Folge der Diskussion um den semantischen Externalismus haben sich zwei philosophische Lager ausgebildet: die Individualisten und die Antiindividualisten. Diese Arbeit soll in der Hauptsache beide Denkrichtungen erläutern und gegenüberstellen. Des Weiteren sollen immer wieder Parallelen zu verschiedenen Stellen der PU gezogen werden, so dass Wittgensteins Hypothesen als Prüfstein für die jeweiligen Theorien dienen. Ich konzentriere mich dabei auf die Paragraphen 183-293 der PU, werde aber dort, wo es sich anbietet, auch andere Stellen zur Analyse heranziehen.
2. Hauptteil
2.1 Der Antiindividualismus
Der Antiindividualismus geht grundsätzlich davon aus, dass Sprache eine spezielle Art der Regelbefolgung im sozialen Kontext ist: „ (…) the view that the objectivity of rule - following is essentially social, and that that view is quite plausible“ (Williams: S. 93). Der soziale Kontext bzw. die Regelbefolgung innerhalb der Gesellschaft spielt an dieser Stelle die entscheidende Rolle.
2 Blume, S. 12f.
3 Blume, S. 14.
4 Blume, S. 14ff.
5 Blume, S. 15.
4
Arbeit zitieren:
Sebastian Feller, 2005, Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Externalismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Michel Foucaults Überwachen und Strafen im Kontext von Macht, Wahrhe...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 16 Seiten
Alfred Schütz' Kritik an der verstehenden Soziologie von Max Weber
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Zwischenprüfungsarbeit, 30 Seiten
Selbstgesteuertes Lernen - Chancen und Risiken eines populären Konzept...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Essay, 11 Seiten
Primäre Sozialisationsprozesse und ihre Implikationen für das Lernen u...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Seminararbeit, 28 Seiten
New Management - Der neue Geist des Kapitalismus
Eine kurze Analyse der Theorie...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 15 Seiten
Was ist Wissenschaft? Unterschiede zwischen wissenschaftlicher Erkennt...
Hausarbeit, 18 Seiten
Informelles Lernen im Web 2.0 und dessen Bedeutung für die politische ...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hausarbeit, 25 Seiten
Sinn und Zweck einer systematischen Pädagogik für das pädagogische Han...
Hausarbeit, 22 Seiten
Die wirtschaftlichen Aspekte des Schrumpfens
- Kaufmann versus Hondrich -
Soziologie - Wirtschaft und Industrie
Essay, 11 Seiten
Die Entscheidung der Firmen über den Arbeitseinsatz (intern vs. extern...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 32 Seiten
Die Beziehung von Macht und Wissen bei Michel Foucault und deren Bezug...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 19 Seiten
Der Zusammenhang von Wahrnehmung und Denkvermögen bei Aristoteles
Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
Hausarbeit, 30 Seiten
Kooperatives Lernen vor dem Hintergrund einer konstruktivistischen Ler...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 18 Seiten
Max Weber und Alfred Schütz - Ein soziologischer Theorienvergleich
Der subjektive Sinn und die Em...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 15 Seiten
Die kritisch-konstruktive Didaktik als Bildungstheorie
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 20 Seiten
Sebastian Feller hat den Text Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Externalismus veröffentlicht
Sebastian Feller hat einen neuen Text hochgeladen
Wittgenstein über Regeln und Privatsprache
Eine elementare Darstellung
Saul A. Kripke, Helmut Pape
Routledge Philosophy Guidebook to Wittgenstein and the Philosophical I...
Marie McGinn, Ludwig Wittgenstein
Wittgenstein's Lectures on the Foundations of Mathematics, Cambridge, ...
Ludwig Wittgenstein, Cora Diamond
Wittgenstein and Justice: On the Significance of Ludwig Wittgenstein f...
Hanna Fenichel Pitkin
The Voices of Wittgenstein: The Vienna Circle
Ludwig Wittgenstein, Friederich Waismann, Gordon Baker
0 Kommentare