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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Thomas Hobbes (1588 - 1679) 5
2. 1. Menschenbild und Naturzustand 5
2.2. Vertragsabschluss und Staatstheorie 8
3. John Locke (1632 - 1704) 12
3.1. Menschenbild und Naturzustand 12
3.2. Vertragsabschluss und Staatstheorie 14
4. Vergleich Hobbes - Locke 17
4.1. Vergleich von Menschenbild und Naturzustand 17
4.2. Vergleich von Vertragsabschluss und Staatstheorie. 18
5. Fazit 22
6. Literaturverzeichnis 24
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1. Einleitung
Eine der Grundfragen der politischen Philosophie ist die Frage danach, was Menschen dazu treibt, sich zu einer gesellschaftlichen Ordnung in Form eines Staates zusammenzuschließen, und unter welchen Bedingungen eine solche überhaupt möglich sein kann. Zahlreiche Theoretiker haben sich im Laufe der Zeit Gedanken darüber gemacht, wie Individuen, die selber über ihre Handlungen bestimmen und diese an unterschiedlichen persönlichen Interessen ausrichten, eine solche gemeinsame Ordnung bilden sollten. Als zwei der Bedeutendsten von ihnen kann man Thomas Hobbes und John Locke nennen, deren Vorstellungen eines Gesellschaftsvertrages und des daraus resultierenden Staates bis in die heutige Zeit diskutiert werden und von Bedeutung sind.
Beide lebten im 17. Jahrhundert in England und entwickelten zu dieser Zeit ihre Theorien zur Gründung eines Staates und zur Legitimation von Macht. Geprägt waren beide dabei durch die politischen Verhältnisse im damaligen England und vor allem auch durch den Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 in Europa tobte. Obwohl Locke nur 44 Jahre nach Hobbes geboren wurde, sind die Überlegungen der beiden Theoretiker, die sie in ihren Werken Leviathan (Hobbes) und Zwei Abhandlungen über die Regierung (Locke) niederschrieben, äußerst verschieden. Die gesellschaftlichen Hintergründe dieser Zeit und die historische Vorgeschichte zu beleuchten würde leider den Rahmen dieser Arbeit sprengen, weshalb ich mich auf die Theorien konzentriere ohne weiter auf den geschichtlichen Hintergrund der politischen Verhältnisse im England und Europa des 17. Jahrhunderts einzugehen.
Diese Arbeit soll die beiden Theorien und Ansichten darstellen und miteinander vergleichen. Aus diesem Grund werden zunächst das jeweilige Menschenbild, der Naturzustand, die Vorstellung des Gesellschaftsvertrages und des daraus
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resultierenden Staates betrachtet. Im Anschluss daran soll in einer Gegenüberstellung geklärt werden, in welchen Punkten sich beide Theorien unterscheiden und inwiefern sie Gemeinsamkeiten aufweisen. Schließlich soll noch einmal zusammenfassend die Bedeutung der beiden Staatstheorien für die Geschichte der Politischen Philosophie dargestellt werden.
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2. Thomas Hobbes (1588 - 1679)
Hobbes war in seiner Denkweise und seinen Ansichten, wie bereits erwähnt, stark geprägt durch den Dreißigjährigen Krieg und dessen religiösen Hinter-grund, aber auch durch die Naturwissenschaften, die zu seiner Zeit stark an Bedeutung gewannen. Als er sich im Rahmen der Unruhen zwischen dem Parlament und König Karl I. Stuart als Sympathisant des Monarchen und dessen absoluten Anspruch auf die Krone zeigte, war er gezwungen ins Exil nach Paris zu gehen, wo er sein Hauptwerk Leviathan verfasste.
2. 1. Menschenbild und Naturzustand
Zunächst einmal muss verdeutlicht werden, dass der Begriff des Naturzustandes keineswegs eine Epoche beschreibt oder als historische Einordnung zu verstehen ist. Hobbes beschreibt damit die grundlegenden Merkmale, wie der Mensch als solcher zu kennzeichnen ist. Zwar ist dieser Begriff in erster Linie ein theoretischer, der dazu dienen soll, aufzuzeigen, welche Faktoren es sind, die Menschen dazu treiben, einen Staat zu gründen. Hobbes zeigt jedoch auch Beispiele auf, wo dieser Zustand tatsächlich gegeben sein könnte, wie etwa bei „Wilden“ oder in einem Bürgerkrieg.
Im Naturzustand herrscht das jus naturale, also das Naturrecht. Dieses räumt jedem die Freiheit ein, alles was von ihm zur Selbsterhaltung als zweckmäßig angesehen wird, zu tun. Freiheit beschreibt hier die Abwesenheit von Hindernissen. Jeder Mensch verfügt also im Grunde genommen bei Abwesenheit von gesellschaftlicher Ordnung über unendlich viel Freiheit.
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In seinem Hauptwerk Leviathan von 1651 beschreibt Hobbes den Zustand, in dem sich Menschen ohne gesellschaftliche Ordnung befinden als bellum omnium contra omnes, also als einen Kriegszustand eines jeden gegen jeden. 1 Nach Hobbes existiert im Naturzustand kein Maßstab für Recht und Unrecht, da keine allgemein gültigen Regeln und Gesetze aufgestellt werden können, ohne das sich alle auf eine Person einigen, die dieses übernimmt. Warum Menschen sich Hobbes Meinung nach so verhalten, wird deutlich, betrachtet man sein Menschenbild.
Hobbes ist der Meinung, der Mensch ist in seinem Handeln beeinflusst von Leidenschaften wie beispielsweise Hass, Freude oder Verlangen. Jeder Mensch ist also einzig und allein daran interessiert, seine eigene Existenz zu sichern und seine eigenen Interessen zu verfolgen. Somit verhält er sich wie ein Raubtier, welches unentwegt versucht, andere zu unterwerfen und auf diese Weise eine Gefahr für die anderen darstellt. Hobbes bezeichnet dieses mit den Worten: homo homini lupus est (lat.: der Mensch ist ein Wolf für den Menschen). 2
Nach Hobbes sind alle Menschen in Bezug auf ihre Fähigkeiten gleichwertig begabt, denn auch der Schwächste ist in der Lage, den Stärksten zu töten, beispielsweise durch eine List oder ein Bündnis mit anderen. Auch im Bereich der geistigen Fähigkeiten unterstellt Hobbes eine relative Gleichheit, da er davon ausgeht, dass Klugheit lediglich davon abhängt, wie intensiv man sich mit etwas beschäftigt.
Der Anspruch auf privaten Besitz ist im von Hobbes beschriebenen Naturzu-stand als unmöglich anzusehen. Jeder Mensch hat unentwegt zu befürchten, dass ihn andere Menschen seines Eigentums berauben. Somit kann es Hobbes zufolge auch keine Kunst, Literatur, Wissenschaft und sonstige Errungenschaften der Moderne geben, da niemand sich niemals der Ergebnisse seiner Arbeit
1 Nietzsche, Peter: Politische Philosophie, Verlag J.B. Metzler, Stuttgart, 2002, S.86
2 Nietzsche, Peter: Politische Philosophie, S.85
Arbeit zitieren:
Christopher Schwarzkopf, 2006, Thomas Hobbes und John Locke: Naturzustand - Menschenbild und Staatstheorie im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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