Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis..................................................................................... - 2 -
1. Einführung in das Hausarbeitsthema - 3 -
2. Postmoderne - 4 -
2.1 Definition Postmoderne - 4 -
2.2 Roland Barthes’ Der Tod des Autors - 6 -
3. Postkolonialismus. - 9 -
3.1 Definition Postkolonialismus. - 9 -
3.2 Ulrike Erichsens Geschichtsverarbeitung als kulturelle
Selbstreflexion - 12 -
4. Vergleich von Postkolonialismus und Postmoderne. - 14 -
5. The Final Passage in Anbetracht von Postmoderne. - 16 -
6. The Final Passage in Anbetracht von Postkolonialismus - 17 -
7. Fazit - 20 -
8. Literaturverzeichnis............................................................................ - 21 -
1. Einführung in das Hausarbeitsthema
"First, why would a postcolonial novel reflect the ideas of postmodernism? Perhaps because the two different movements are not so different in their aims” (McInnis)
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Caryl Phillips’ The Final Passage. Phillips gilt als postkolonialer Autor. Warum also sollten sich in seinen Werken, in diesem Fall The Final Passage, auch postmoderne Züge finden lassen? Existieren wirklich Merkmale, die sowohl Postmoderne, als auch Postkolonialismus charakterisieren können? Oder widersprechen sich diese beiden Literaturtheorien von Grund auf?
Diese und kommende Fragen sollen im weiteren Verlauf so gut es geht beantwortet werden. Dazu ist es zuallererst nötig, eine Vorstellung zu erlangen, wie Postmoderne und Postkolonialismus überhaupt definiert werden können. Anhand dessen sollen die beiden Theorien dann gegenübergestellt und letztlich mit Bezügen aus The Final Passage belegt werden, um dann ein aussagekräftiges Ergebnis zu der Frage zu erhalten, ob The Final Passage sowohl postmoderne als auch postkoloniale Themen in sich führt.
Meines Erachtens ist die Betrachtung von Postmoderne und Postkolonialismus im Fall von Caryl Phillips bzw. im Fall seines Werkes The Final Passage sinnvoll, denn diese beiden Theorien haben sich nicht nur zu etwa der gleichen Zeit entwickelt, Caryl Phillips’ Werk wurde auch zu Zeiten des Postkolonialismus bzw. des Postmodernismus veröffentlicht. Er selbst hat ganz klare Einflüsse der europäischen postmodernen Theorie, da er in England aufwuchs und dort seinen Universitätsabschluss erlangte. Die Frage nach der Rolle des Autors soll zudem kritisch betrachtet werden. Hierzu sollen Roland Barthes’ Der Tod des Autors und Ulrike Erichsens Geschichtsverarbeitung als kulturelle Selbstreflexion dienen.
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2. Postmoderne
Die Postmoderne bzw. den Postmodernismus begrifflich zu definieren ist ein schwieriges Unterfangen, da es sich um ein Theoriemodell handelt, welches nicht nur in der Literatur, sondern auch in Bereichen wie Kunst, Musik und Film, Soziologie, Mode, Technologie und insbesondere in der Architektur Eingang gefunden hat. Postmoderne Theoretiker der ganzen Welt streiten über einzelne distinktive Merkmale, ebenso zu welcher Zeit der Begriff genau entstand oder wie die Postmoderne als Epoche nach der Moderne zu verstehen ist: „Postmoderne als Krise der Moderne? Postmoderne als Endzeit oder Stillstand der Moderne? Postmoderne als Zerfallsform der Moderne? Postmoderne als reflektierte Stufe der Moderne?“ (Behrens 2004, S. 18) Ist es überhaupt legitim eine Epoche zu charakterisieren, in der man sich selbst noch befindet? Ist das nicht Aufgabe nachfolgender Generationen?
2.1 Definition Postmoderne
Meist werden als Ausgangspunkt für den Begriff der Postmoderne im Sinne der heutigen Bedeutung die „künstlerischen, politischen und medialen Umbrüche der 1960er Jahre in den USA“ (Nünning 2001, S. 543) genannt. Ein Name, der besonders häufig mit der Prägung der postmodernen Theorie in Zusammenhang gebracht wird, ist Jean-Francois Lyotard. Er veröffentlichte 1979 in Frankreich sein Werk La condition postmoderne, in dem er „die Krise der großen sinngehenden Erzählungen diagnostiziert (Nünning 2001, S. 411)“ Hiermit spielt Lyotard sowohl auf die Erzählung der Aufklärung mit ihrem Fortschrittsoptimismus, als auch auf die hegelmarxistische Geschichtsphilosophie an. Diese werden niedergelegt und nicht mehr geglaubt. Aber auch andere Zeitgenossen wie der frz. Historiker und Philosoph Michel Foucault, der frz. Soziologe und Kulturkritiker Jean Baudrillard und vor allem Jacques Derrida und Paul de Man, zwei Hauptvertreter der Dekonstruktion bzw. des Dekonstruktivismus, werden in Verbindung mit dem Postmodernismus sehr häufig genannt. Vor allem letztere Theorieströmung nahm großen Einfluss auf den Postmodernismus:
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Für den Dekonstruktivismus gibt es keine Einheit von Wort und Sinn, und es ist daher nicht möglich, die Bedeutung eines Textes fest zu fixieren. Zudem ist für den Dekonstruktivismus der Text nicht die Schöpfung eines genialen Subjekts, sondern ein Kreuzungspunkt, an dem sich eine Vielfalt von Texten und Textbezügen überlagert. (Gern)
Eben diese dekonstruktivistische Auffassung, dass der Text nicht Schöpfung eines genialen Subjektes sei, lässt sich auch in der Postmoderne wieder finden. Hierauf wird in Kapitel 2.3 durch das Werk Der Tod des Autors näher eingegangen. Um die Postmoderne einigermaßen definieren zu können, ist es wohl am sinnvollsten zuerst die Moderne, zumindest fragmentarisch, zu umreißen. So sagt man der Moderne beispielsweise nach, sie sei logozentrisch. Nach Derrida ist „logozentrisches Denken um ein transzendentales Zentrum bzw. ein übergeordnetes Konzept wie z. B. Gott, Natur, Mensch oder Phallus organisiert, dem eine absolute, außersprachliche Präsenz zugesprochen wird und das sprachliche Bedeutungen bestätigt und fixiert“ (Nünning 2001, S. 406) Die Postmoderne lehnt diesen Logozentrismus ab. Zudem zieht die Moderne eine klare Trennlinie zwischen Hochkultur und Popkultur. Die Postmoderne hingegen will für jeden Konsumenten leicht verständlich und populär sein, ohne besondere Kenntnisse zu fordern. Der Moderne sagt man weiterhin eine fortwährende Innovation nach, ein stetiger Versuch neues zu schaffen. Dies lehnt die Postmoderne strikt ab. Für die Postmoderne gilt das Nothing New bzw. das Anything Goes. Alles ist schon einmal da gewesen. Charakteristisch ist die Rekombination des Vorhandenen, die Collagierung. Die Postmoderne schöpft also aus der Moderne:
Insgesamt liest die Postmoderne die Moderne […] wie einen Zitatenschatz, in dem alle Texte unabhängig von ihren Autoren, Intentionen, historischen Bezügen etc. gleichwertig nebeneinander stehen. Darüber hinaus interessiert sich die Postmoderne für den Subtext ebenso wie für den Hypertext, also für die unterschwelligen Schichten und für das Unbewusste der Texte ebenso wie für die Pfade, Spuren und Verknüpfungen der Texte untereinander. (Behrens 2004, S. 23)
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In diesem Zusammenhang zeigt sich auch klar die intertextuelle Komponente innerhalb der Postmoderne. Alles, was die Moderne sowohl an Geschichtsschreibung als auch an narrativen Texten an Material hergibt, darf in der Postmoderne verwendet und zitiert werden, wobei die ursprüngliche Bedeutung dabei verloren geht. „Denn weil alles nicht mehr ist als eben Material zum Spielen, kann es nicht länger aufgeladen sein, weder politisch, noch ideologisch oder emotional.“ (Klein 2004) Dies ist ein wichtiges und wesentliches Stilmerkmal, welches die Postmoderne kennzeichnet. Welche anderen Charakteristika zeichnen die Postmoderne noch aus? Fest steht, dass trotz der vielen Definitionen der Postmoderne, ein gemeinsames kritisches Verhältnis gegenüber der Moderne vorhanden ist. „Es geht um eine radikale Pluralisierung der modernen Kultur und Gesellschaft“ (Behrens 2004, S. 12) Man kann Texte in vielerlei Hinsicht interpretieren und verstehen: “The danger but also the point, for many postmodernists, of embedding theoretical and philosophical arguments within a literary rhetoric is that the text is thereby left open to all sorts of interpretations.“ (Butler 2002, S. 11). Dieses Merkmal wird auch in Hinsicht der Interpretation von The Final Passage eine Rolle spielen.
Im folgenden Abschnitt soll auf Roland Barthes’ Aufsatz Der Tod des Autors näher eingegangen werden. Barthes beschäftigt sich, wie sich aus dem Titel schon entnehmen lässt, mit der Wichtig- bzw. Nichtigkeit des Autors.
2.2 Roland Barthes’ Der Tod des Autors
Roland Barthes’ Tod des Autors von 1968 wird zwar in einem Atemzug mit dem Poststrukturalismus genannt, kann aber auch für die postmoderne Theorie gelten, zumal große Einflüsse der Postmoderne aus der Dekonstruktion und demnach aus dem Poststrukturalismus kommen.
„Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors“ (Barthes 1968, S. 193) Mit diesem Satz endet Barthes Analyse von Balzacs Geschichte Sarrasine.
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Arbeit zitieren:
Katrin Kausche, 2007, Caryl Phillips’ The Final Passage zwischen Postkolonialismus und Postmoderne, München, GRIN Verlag GmbH
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