INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS 2
1. Einführung. 3
2. Demokrit. 4
2.1 Biographie. 5
2.2 Atomismus und Materialismus 5
2.3 Der Ethik-Begriff. 9
3. Epikur 11
3.1. Biographie. 11
3.2 Grundlagen epikureischer Lehre. 13
3.3 Ethik und das Prinzip der Lust. 18
4. Lustprinzip und Materialismus 21
5. Wende zum Hedonismus und weiterer Geschichtsverlauf 23
6. Persönlicher Nachtrag 25
7. Literaturverzeichnis. 27
2
1. Einführung
Epikur und der Hedonismus. Ein Thema, das mich schon vor einiger Zeit im Rahmen des Latein-Leistungskurses angesprochen und neugierig gemacht hat. Deshalb entschied ich mich am Anfang des Semesters, diese Thematik intensiver zu betrachten.
Was sind die Quellen und Grundlagen für Epikurs Lehre? Wie ist es möglich, auf dem „Lustprinzip“ eine Ethik aufzubauen und wie würde so eine Ethik aussehen? Weshalb wurde ihm in späteren Jahren der Vorwurf des reinen Hedonismus gemacht und wie entwickelte sich seine ursprüngliche Lehre im Laufe der Jahrhunderte? Epikur starb um 370 v. Chr. und hinterließ etliche Schriften, die aber nur in Fragmenten überliefert sind. So fällt es schwer festzustellen, ob das, was heute als Epikurs Lehre angesehen wird, wirklich die epikureische Lehre ist, oder ob nicht an manchen Stellen wichtige Elemente fehlen.
Als ich mich dann mit Epikur beschäftigte, stieß ich bald auf Demokrit, der gewissermaßen Epikur die Basis für seine Lehre und Weltanschauung lieferte. So lag es für mich sehr nahe, einen Vergleich zu ziehen zwischen Demokrit und Epikur, zu prüfen, ob es möglich ist auf dem Streben nach „Wohlgemutheit“ 1 bei Demokrit und nach Schmerzfreiheit bei Epikur eine Ethik zu errichten.
1 Capelle, Wilhelm: Die Vorsokratiker. Die Fragmente und Quellenberichte. Stuttgart: Alfred Körner
Verlag 1938, S. 442, 129
3
2. Demokrit
Demokrit ist bekannt als der „lachende Philosoph“ und Schüler des Leukippos. Seine zahlreichen Werken wurden „von Thrasyllos (unter Kaiser Tiberius) nach dem Vorgange eines älteren Gelehrten in Tetralogien geordnet und dem Inhalt nach in fünf Gruppen gesondert: physikalische (das Wort im antiken Sinn), ethische, mathematische Schriften, dazu Schriften allgemein wissenschaftlichen und solche rein fachwissenschaftlichen Inhalts“ 2 .
Mit Kritik überhäuft Aristoteles in seinem Werk „Physik“ Demokrit, wenn er sagt: „die Zeit sei unentstanden, und hierdurch beweist Demokrit die Unmöglichkeit, dass alles auf der Welt entstanden sei.“ 3 Schließlich postuliert Demokrit „in Wirklichkeit gibt es nur die Atome und das Leere“ 4 , und thematisiert auch gleich den Kern der demokritischen Lehre, den Atomismus und Materialismus.
Dabei entwickelte Demokrit die Lehre seines Lehrers und Mentors Leukipp weiter und versuchte sie so zu modifizieren, dass Kritik anderer Philosophen abprallen sollte.
2 Ebd. S. 392
3 Aristoteles, Physik VIII 1251b 16
4 Capelle, Wilhelm: Die Vorsokratiker. Die Fragmente und Quellenberichte. Stuttgart: Alfred Körner
Verlag 1938, S. 438. 119
4
2.1 Biographie
1692, Louvre, Paris/Frankreich der Kriegskunst bis zur Philosophie - das dem
Wissen des Aristoteles nur ein wenig nachstand. Die Legende berichtet, dass er, zurück in seiner Heimat, vor Gericht gestellt wurde, da die Verschleuderung geerbten Vermögens strafbar war. Allerdings sagte er nichts zu seiner Verteidigung, sondern las nur aus seinen Werken vor. Allein dadurch konnte er die Richter überzeugen, dass er sein Erbe wohl angelegt hätte.
2.2 Atomismus und Materialismus
Demokrit vertritt in seiner Lehre einen reinen Atomismus, das heißt er stellt eine Theorie zur Erklärung des Kosmos auf, nach der das Universum aus Atomen, kleinsten Teilen, zusammengesetzt ist. Diese Atome, so nimmt er an, sind ewig, unteilbar und unveränderlich; sie sind fest und massiv, aber dennoch unterschiedlich in der Form. Demnach gibt es unendlich viele Atome von denen keines dem anderen gleicht. Über die Erklärung für die Entstehung der Atome überliefert Aristoteles folgendes:
5
„Demokrit dagegen lehrt, von den Erstformen [Anm.: = Atome] könne nicht die eine aus der anderen entstehen; gleichwohl ist auch für ihn der gemeinsame (All-) Körper der Uranfang von allem, er unterscheidet sich in seinen Bestandteilen nach Größe und äußerer Form.“ 5 Nach dem Entstehen der Atome aus der Urform erkennt Demokrit in der Welt die „Prinzipien [des] Volle[n] und [des] Leere[n]; das eine nannte er das Seiende, das andere das Nichtseiende.“ 6 Aus den Atomen bauen sich alle anderen Formen auf, sowie die durch unsere Sinne wahrnehmbaren Eigenschaften der Dinge. Dabei ist zu beachten, dass nur die Menschen diese Eigenschaften wahrnehmen, denn in Wirklichkeit ist „kein Ding weiß oder schwarz oder gelb oder rot oder bitter oder süß“ 7 . In Wirklichkeit ist etwas entweder „Nichts“ oder „Ichts“, entweder ist es Leere im Raum oder das Körperliche. Von ihrer Natur aus, so sagt Demokrit, seien die Atome unbewegt. Erst durch einen „Schlag“, der aus dem gegenseitigen Stoßen im unendlichen Leeren ausgelöst wird, erfahren sie ihre einzige Art von Bewegung. Diese Bewegung der Atome „erfolge von keinem Anfang aus, sondern von Ewigkeit her.“ 8 Durch diese Bewegung ist es den Atomen möglich bei Zusammenstößen Verbindung einzugehen und größere Atomkörper zu formen.
So bilden diese Atomverbindungen Wasser, Feuer, Pflanzen und Menschen. Sogar Sinneseindrücke, Empfindungen und die Seele führt Demokrit auf das atomistische Prinzip zurück. Die Seele an sich hält er
„für eine feurige Vereinigung aus den nur durch das Denken erfassbaren
5 Aristoteles, Physik III 4. 203 a 38
6 Vgl. Capelle, Wilhelm: Die Vorsokratiker. Die Fragmente und Quellenberichte. Stuttgart: Alfred Körner
Verlag 1938, S. 398, 4
7 Ebd. S. 399, 7
8 Ebd. S. 405, 25
9 Ebd. S. 423, 74
10 Ebd. S. 424, 78
11 Gemeint sind hier die Seelenatome.
6
umgebende Luft.“ 12 Hat sich die Seele erst einmal aus dem Körper gelöst, so gelangt sie nicht in eine andere Welt oder zu einem göttlichen Wesen, sondern löst sich wieder in ihre Seelenatome auf, um sich mit anderen Seelenatomen zu einer neuen Seele zu verbinden. Genauso verhält es sich mit dem menschlichen Körper: Mit dem Ende des Lebens und Eintritt des Todes löst auch er sich in seine Atome auf und gelangt so in den Prozess der Atomverbindungen zurück.
Die Götter, so Demokrit, sind „mit dem übrigen Feuer der Höhe 13 “ 14 entstanden und als die Menschen die Urheber von „Sommer und Winter, Frühling und Herbst und alles Derartige (…) von oben, vom Himmel her“ 15 erkannt hatten, hätten sie „sie als Götter verehrt“ 16 . Dabei wussten die Menschen, die dies erkannten, nicht, ob es sich bei all diesen Erscheinungen um Personen oder reine Mächte handelt. In ihrem Inneren aber wurde „die Vorstellung von übernatürlichen Mächten“ 17 erweckt, die sie Götter nannten. Von den Göttern wird und wurde den Menschen alles Gute und Schöne gegeben. „Nur alles, was böse, schändlich und unnütz ist, das gaben weder einst noch jetzt die Götter den Menschen, sondern diese selber geraten infolge ihrer Blindheit und Torheit hinein.“ 18
Die Wahrnehmung beschreibt Demokrit in seiner Erkenntnistheorie, die sich in allgemeine Erkenntnis und Sinneserkenntnis aufteilen lässt. So ist Wahrnehmung mit den Sinnen nur durch Berührung möglich und damit ist „jede (…) Wahrnehmung eine Art Berührung.“ 19 Das Sehen wird uns durch das Element Wasser ermöglicht, da darin Spiegelbilder erscheinen. So auch im Auge. Zwischen dem gesehenen Objekt und der Pupille entsteht durch ein Zusammenziehen der Luft ein Eindruck. Dieser Eindruck in der kontrahierten Luft, die als Materie gesehen von Natur aus fest ist, spiegelt sich auf dem Auge,
12 Ebd. S. 425
13 Mit „Höhe“ sind hier die obersten Regionen der Welt gemeint.
14 Ebd. S. 418, 60
15 Ebd. S. 420, 64
16 Ebd. S.420, 64
17 Ebd. S.420, 65
18 Ebd. S. 422, 71
19 Ebd. S. 430, 95
7
Arbeit zitieren:
Florian Schmutz, 2006, Demokrit und Epikur - Materialismus und Lustprinzip als Grundlage für Ethik, München, GRIN Verlag GmbH
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