Bei dem noch unveröffentlichten Text von Matthias Junge „Strukturalismus / Poststrukturalismus“ geht es um Theorien aus der Soziologie. Wie der Titel schon erahnen lässt, handelt es sich hierbei um die Theorien des Strukturalismus und des Poststrukturalismus. Allerdings soll dieser Text im nächsten Jahr in einem Buch zu den soziologischen Theorien veröffentlicht werden. Ergänzend soll ein Text von Dirk Villányi zu dem Thema Systemtheorie erscheinen. Insbesondere sollen Studienanfänger Kenntnisse zu den Theorien durch diesen Text vermittelt bekommen. Der Text ist in unterschiedliche Abschnitte eingeteilt. Zunächst geht der Autor auf den sprachwissenschaftlichen Strukturalismus ein. Matthias Junge stützt sich auf die Ausarbeitungen von Ferdinand Saussure zu dieser Theorie und beschreibt den sprachwissenschaftlichen Strukturalismus mit Hilfe von drei Annahmen. Als nächstes beschäftigt sich der Autor mit dem soziologischen Strukturalismus. In diesem Abschnitt konzentriert er sich auf das bahnbrechende Werk „Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft“ von Claude Lévi-Strauss. Hierbei geht er zum Beispiel auf den Sinn von Verwandtschaftsstrukturen, insbesondere dem Inzest-Verbot, ein. Aber auch das kulinarische Dreieck wird beschrieben. Der nächste große Abschnitt handelt vom Poststrukturalismus und von der Postmoderne. Hierbei geht der Autor zum einen auf Michel Foucault und zum anderen auf die Ausarbeitungen von Jacques Derrida ein. Abschließend in diesem Abschnitt erläutert Matthias Junge die Postmoderne sowie die Soziologie der Postmoderne. Der vierte und gleichzeitig letzte große Abschnitt handelt von Pierre Bourdieu und der Integration von Strukturalismus und Subjektivismus. Zunächst wird das Ausgangsproblem beschrieben. Im weiteren Verlauf des Textes geht der Autor auf Ausarbeitungen Bourdieus zu dem „Feld“, dem „Habitus“ und auch zu den verschiedenen Kapitalsorten ein. Abschließend wird ein Zusammenhang zwischen Strukturalismus, Poststrukturalismus und der Systemtheorie hergestellt, auf den ich aber in dieser Rezension nicht genauer eingehen werde, da mir der Text zur Systemtheorie nicht bekannt ist.
In der knappen Einleitung des Textes wird hinführend beschrieben, dass der Begriff der Struktur unverzichtbar in der Soziologie ist. Der Strukturbegriff hat viele verschiedene Bedeutungen und wird in unterschiedlichen Gebieten der Soziologie verwendet, wie zum Beispiel in der Sozialstrukturanalyse. Im Strukturalismus hat der Strukturbegriff jedoch eine andere Bedeutung. Diese soll im weiteren Verlauf des Textes herausgefunden und beschrieben werden.
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Im ersten Abschnitt des Textes, der sich inhaltlich mit dem sprachwissenschaftlichen Strukturalismus befasst, wird beschrieben, wie Ferdinand Saussure den Strukturbegriff geprägt hat. „Er zielt auf die Eigenbedeutung des Zusammenhangs von Zeichen. Der Sinn eines Zeichens ergibt sich nur aus seiner Beziehung zu anderen Zeichen.“ (s. S. 1). In seinem Werk „Grundfragen des Sprachwissenschaften“ untersucht Saussure die Struktur von sprachlichen Zeichen und geht dabei auf drei Annahmen ein. Zunächst muss man zwischen der Sprache (langue) und dem Sprechen (parole) unterscheiden. Die Grammatik stellt eine wichtige Quelle zur Erforschung dieser Strukturen dar. Die zweite Annahme besteht darin, dass man zwischen dem Signifikat und dem Signifikant unterscheiden muss. Dabei ist ein Signifikat das Bezeichnete und ein Signifikant das Bezeichnende. Mit einem Beispiel verdeutlicht der Autor noch einmal den Unterschied. „So ist beispielsweise der Signifikant auf „motorisierte Verkehrsmittel“ ein Verweis auf eine recht große Anzahl damit bezeichneter Signifikate, der Mofas, Mopeds, Motorräder, Autos, LKWs und Busse umfasst.“ (s. S. 4). Aus der Struktur der Verknüpfung von Zeichen untereinander ergibt sich sozusagen der Sinn von Zeichen. Und dieser Sinn ist unabhängig von einer Beziehung der Zeichen zur Realität. Dies ist die dritte Annahme von Ferdinand Saussure.
Im zweiten Teil des Textes, der vom soziologischen Strukturalismus handelt, konzentriert sich Matthias Junge auf Claude Lévi-Strauss. Sein Werk „Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft“ ist dabei von sehr großer Bedeutung. In diesem Werk analysiert Lévi-Strauss jedoch ohne Verwendung des Funktionsbegriffes. „Er ging dabei von der Annahme aus, dass Verwandtschaftssysteme trotz ihrer individuellen Unterschiedlichkeit einer gleichförmigen Gesetzmäßigkeit unterliegen.“ (s. S. 7). Das Inzest-Verbot spielt hierbei eine große Rolle, denn es beschreibt den Überschritt von der Natur zur Kultur. Durch das Inzest-Verbot wird eine Frauentauschregel eingeführt, denn Frauen werden als ein Zeichen behandelt. Des Weiteren werden durch dieses Verbot die sexuellen und sozialen Beziehungen zwischen Verwandten geregelt und kategorisch ausgeschlossen. Auch heute sind sexuelle Beziehungen zwischen nahen Verwandten, wie zum Beispiel unter Geschwistern, verboten, denn Inzest kann schwere Folgen haben. Durch das Verbot von Inzest wird die genetische Vielfalt gesichert. Soziologisch gesehen regelt das Inzest-Verbot, dass Frauen nicht im eigenen verwandtschaftlichen Umfeld heiraten dürfen, sondern dadurch werden Frauen an ein neues Verwandtschaftssystem gebunden. Es kommt somit zu Austauschbeziehungen zwischen verschiedenen Systemen der Verwandtschaft. Außerdem wird der soziale Kreis
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Arbeit zitieren:
Janet Haertle, 2005, Über: 'Strukturalismus / Poststrukturalismus' von Matthias Junge - Rezension, München, GRIN Verlag GmbH
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