Im Rahmen des Seminars „Individuum und Gesellschaft. Einführung in die Bildungssoziologie“ ging es um das Verhältnis, in dem sich Individuum und Gesellschaft gegenüber stehen. In einem Teil der Veranstaltung wurde unter anderem über die kulturanthropologischen Untersuchungen von M. Mead gesprochen, in denen sie sich mit dem Geschlechtsrollenverhalten verschiedener Inselvölker beschäftigt hat.
Dieses Thema möchte ich in meiner Arbeit aufgreifen, da es Jahrhunderte lang, bis zur heutigen Zeit immer wieder Anlass für Diskussionen war.
Im ersten Teil werde ich zunächst auf einige Theorien eingehen, die am häufigsten herangezogen werden, wenn es darum geht die Differenzen zwischen Männern und Frauen zu erklären. Es soll das Ziel sein einen Einblick in das Thema zu verschaffen. Aufgrund der Vielzahl der existierenden Meinungen und Erklärungsansätze, kann im Rahmen dieser Arbeit nicht auf alle vorhandenen Materialien eingegangen werden.
Im speziellen wird es sich um biologische, soziologische und psychologische Ansätze handeln.
Der zweite Teil trägt die Überschrift „Geschlechtsspezifische Sozialisation“, an dieser Stelle wird der Zusammenhang zwischen Umweltbedingungen und Persönlichkeitsentwicklung herausgearbeitet. Vor allem werden Einflüsse der Eltern, von Gleichaltriger und der Medien thematisiert.
Einige Geschlechterunterschiede werden im abschließenden Teil aufgegriffen. Hier sollen vor allem Stereotypen hinsichtlich Aggressivität, Leistungsverhalten und unterschiedliche Denkstile betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorien
2.1 Biologische Sichtweise
2.2 Soziologische Sichtweise
2.3 Psychologische Sichtweise
3 Geschlechtsspezifische Sozialisation
3.1 Der Einfluss der Eltern
3.2 Einfluss von Gleichaltrigen
3.3 Geschlechterunterschiede in den Medien
4 Geschlechterunterschiede
4.1 Aggressivität
4.2 Leistungsverhalten
4.3 Unterschiedliche Denkstile
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft im Hinblick auf Geschlechterdifferenzen. Ziel ist es, die Entstehung geschlechtsspezifischer Rollenbilder und Verhaltensweisen durch biologische, soziologische und psychologische Ansätze zu beleuchten und den Einfluss von Sozialisationsinstanzen kritisch zu hinterfragen.
- Theoretische Grundlagen zur Geschlechterdifferenzierung
- Sozialisationsfaktoren: Einfluss von Eltern, Peers und Medien
- Analyse spezifischer Verhaltensunterschiede (Aggressivität, Leistung, Denken)
- Kritische Reflexion gesellschaftlicher Stereotypen
- Interaktion zwischen Anlage und Umwelt in der Persönlichkeitsentwicklung
Auszug aus dem Buch
2 Theorien
Zum Beginn meiner Arbeit möchte ich zunächst einige der gängigsten Theorien zum Thema Geschlechterunterschiede vorstellen. Da hierzu zahlreiche Bücher, Materialien, Forschungsergebnisse und eben so viele Meinungen existieren, kann hier mit dieser Arbeit nicht der Anspruch der Vollständigkeit erhoben werden, dennoch sollte es möglich sein, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Ansätze von besonderer Bedeutung waren und es teilweise auch heute noch sind.
Einige der zahlreichen Erklärungsansätze wurden zum Teil bereits widerlegt andere wiederum können aber auch durch Untersuchungen in einigen Aspekten bestätigt werden. Mann kann aber davon ausgehen, dass es „die Theorie“, die alle Teilaspekte und Einflüsse auf die Differenzierung der Geschlechter berücksichtigt, bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gibt.
Die Vielzahl der Theorien lässt sich vor allem aus der Tatsache ableiten, dass die Perspektive, aus der man sich dem Thema nähert, eine ganz entscheidende Rolle spielt. Biologen, Soziologen und Psychologen haben ihre je spezifische Art mit der Differenz der Geschlechter umzugehen und kritisieren unter Umständen sehr stark die Herangehensweise und Ansichten der anderen Wissenschaften.
Die biologischen, soziologischen und psychologischen Erklärungsansätze werden im Folgenden näher dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas im Rahmen der Bildungssoziologie und Skizzierung der methodischen Schwerpunkte sowie der zentralen Fragestellung.
2 Theorien: Überblick über gängige biologische, soziologische und psychologische Erklärungsmodelle zur Differenzierung der Geschlechter.
3 Geschlechtsspezifische Sozialisation: Untersuchung der Umwelteinflüsse durch Eltern, Gleichaltrige und Medien auf die Herausbildung von Geschlechtsrollen.
4 Geschlechterunterschiede: Analyse beobachtbarer Unterschiede in Aggressivität, Leistungsverhalten und kognitiven Denkstilen.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Hartnäckigkeit gesellschaftlicher Rollenbilder und Ausblick auf Möglichkeiten geschlechtsflexibler Erziehung.
Schlüsselwörter
Geschlechterdifferenzen, Bildungssoziologie, Sozialisation, Geschlechtsrollen, Biologische Sichtweise, Soziologische Sichtweise, Psychologische Sichtweise, Aggressivität, Leistungsverhalten, Denkstile, Identifikation, Stereotypen, Geschlechtsidentität, Erziehung, Kindheitsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Festigung von Geschlechterdifferenzen in unserer Gesellschaft aus bildungssoziologischer Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind theoretische Ansätze zur Geschlechtsdifferenzierung, der Prozess der geschlechtsspezifischen Sozialisation sowie konkrete Unterschiede in Verhalten und Kognition.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie und durch welche Instanzen (Eltern, Medien, etc.) gesellschaftliche Rollenbilder in die Persönlichkeitsentwicklung einfließen und warum Geschlechterstereotype so beständig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene psychologische, biologische und soziologische Theorien sowie empirische Studien zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Ansätze, die Analyse der Sozialisation (Elternhaus, Peer-Groups, Medien) und eine Untersuchung spezifischer Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Sozialisation, Geschlechtsrolle, Identifikation, gesellschaftliche Konstruktion, Stereotypen und kognitive Stile.
Was besagt die "crowding hypothesis" von Levy?
Die Theorie besagt, dass sich Fähigkeiten nicht optimal entfalten können, wenn sie in derselben Gehirnhälfte lokalisiert sind, was bei Frauen aufgrund der bilateralen Organisation zu Konflikten zwischen verbalen und räumlichen Kompetenzen führen kann.
Warum kritisieren Feministinnen den funktionalistischen Ansatz von Parsons?
Die Kritik richtet sich dagegen, dass die geschlechtliche Arbeitsteilung als notwendige Bedingung für den Erhalt des gesellschaftlichen Systems legitimiert wird, was die Unterordnung der Frau festigt.
Welchen Einfluss haben Medien auf Kinder?
Medien wie Bilderbücher und Fernsehen vermitteln Rollenstereotypen; eine Unterrepräsentation von Frauen oder deren Darstellung in "unbedeutenden" Rollen verfestigt ein Überlegenheitsgefühl bei Jungen und Minderwertigkeitsgefühle bei Mädchen.
- Quote paper
- Mandy Pollehn (Author), 2006, Geschlechterdifferenzen in unserer Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72563