Inhalt
Inhalt 2
1 Einleitung 3
2 Theorien 4
2.1 Biologische Sichtweise 5
2.2 Soziologische Sichtweise 6
2.3 Psychologische Sichtweise. 9
3 Geschlechtsspezifische Sozialisation 18
3.1 Der Einfluss der Eltern 18
3.2 Einfluss von Gleichaltrigen. 23
3.3 Geschlechterunterschiede in den Medien. 25
4 Geschlechterunterschiede. 27
4.1 Aggressivität 28
4.2 Leistungsverhalten 29
4.3 Unterschiedliche Denkstile 30
5 Schlussbetrachtung. 34
6 Literaturverzeichnis 36
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1 Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Individuum und Gesellschaft. Einführung in die Bildungssoziologie“ ging es um das Verhältnis, in dem sich Individuum und Gesellschaft gegenüber stehen. In einem Teil der Veranstaltung wurde unter anderem über die kulturanthropologischen Untersuchungen von M. Mead gesprochen, in denen sie sich mit dem Geschlechtsrollenverhalten verschiedener Inselvölker beschäftigt hat.
Dieses Thema möchte ich in meiner Arbeit aufgreifen, da es Jahrhunderte lang, bis zur heutigen Zeit immer wieder Anlass für Diskussionen war.
Im ersten Teil werde ich zunächst auf einige Theorien eingehen, die am häufigsten herangezogen werden, wenn es darum geht die Differenzen zwischen Männern und Frauen zu erklären. Es soll das Ziel sein einen Einblick in das Thema zu verschaffen. Aufgrund der Vielzahl der existierenden Meinungen und Erklärungsansätze, kann im Rahmen dieser Arbeit nicht auf alle vorhandenen Materialien eingegangen werden. Im speziellen wird es sich um biologische, soziologische und psychologische Ansätze handeln.
Der zweite Teil trägt die Überschrift „Geschlechtsspezifische Sozialisation“, an dieser Stelle wird der Zusammenhang zwischen Umweltbedingungen und Persönlichkeitsentwicklung herausgearbeitet. Vor allem werden Einflüsse der Eltern, von Gleichaltriger und der Medien thematisiert.
Einige Geschlechterunterschiede werden im abschließenden Teil aufgegriffen. Hier sollen vor allem Stereotypen hinsichtlich Aggressivität, Leistungsverhalten und unterschiedliche Denkstile betrachtet werden.
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2 Theorien
Zum Beginn meiner Arbeit möchte ich zunächst einige der gängigsten Theorien zum Thema Geschlechterunterschiede vorstellen. Da hierzu zahlreiche Bücher, Materialien, Forschungsergebnisse und eben so viele Meinungen existieren, kann hier mit dieser Arbeit nicht der Anspruch der Vollständigkeit erhoben werden, dennoch sollte es möglich sein, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Ansätze von besonderer Bedeutung waren und es teilweise auch heute noch sind.
Einige der zahlreichen Erklärungsansätze wurden zum Teil bereits widerlegt andere wiederum können aber auch durch Untersuchungen in einigen Aspekten bestätigt werden. Mann kann aber davon ausgehen, dass es „die Theorie“, die alle Teilaspekte und Einflüsse auf die Differenzierung der Geschlechter berücksichtigt, bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gibt. Die Vielzahl der Theorien lässt sich vor allem aus der Tatsache ableiten, dass die Perspektive, aus der man sich dem Thema nähert, eine ganz entscheidende Rolle spielt. Biologen, Soziologen und Psychologen haben ihre je spezifische Art mit der Differenz der Geschlechter umzugehen und kritisieren unter Umständen sehr stark die Herangehensweise und Ansichten der anderen Wissenschaften.
Die biologischen, soziologischen und psychologischen Erklärungsansätze werden im Folgenden näher dargestellt.
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2.1 Biologische Sichtweise
Die biologische Forschungsrichtung geht davon aus, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern biologisch, also genetisch bedingt sind. Physische (körperliche) Geschlechterunterschiede beruhen auf biologischen Mechanismen und einige Forscher weisen auch auf die Bedeutung dieser Mechanismen für psychische Phänomene wie das Verhalten der Menschen hin. Eine besondere Rolle spielen in diesem Kontext Chromosomen und Hormone.
Die biologische Entwicklung und damit zusammenhängende hormonale Einflüsse skizziert Ferdinand Merz in seinem „Lehrbuch der Differentiellen Psychologie: Geschlechterunterschiede und ihre Entwicklung - Ergebnisse und Theorien der Psychologie“.
Das physische Geschlecht, also ob sich ein Junge oder ein Mädchen entwickelt, wird durch das 23. Chromosomenpaar bestimmt. Männer besitzen zwei unterschiedliche Geschlechtschromosomen, ein X- und ein Y-Chromosom. Nach der Reduktionsteilung entstehen demnach Gameten (Spermien), die entweder ein X-Chromosom (=Gynosperm) oder ein Y-Chromosom (=Androsperm) enthalten. Da weibliche Geschlechtschromosom die Kombination XX aufweisen, entstehen nach der Reduktion auf jeden Fall Gameten, die ein X-Chromosom aufweisen.
Bei der Verschmelzung der männlichen und weiblichen Geschlechtszellen (den Gameten) entstehen dann diploide Zellen, die Zygoten genannt werden. Diese können nun entweder zwei X-Chromosomen enthalten, was bedeuten würde, dass ein Mädchen geboren wird, oder sie bestehen aus einem X- und ein Y-Chromosom, also entwickelt sich ein Junge.
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Etwa bis zur 7. Schwangerschaftswoche verläuft die Entwicklung chromosomal weiblicher und chromosomal männlicher Embryonen völlig gleich. Erst aufgrund der Hormonproduktion durch die Keimdrüsen wird die Ausdifferenzierung der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane bewirkt. Dabei ist das unterschiedliche Verhältnis von männlichen und weiblichen Hormonen ausschlaggebend. Hormone beeinflussen die Ausbildung der Sexualorgane und das Sexualverhalten, sowie die Differenzierung unterschiedlicher Teile des Zentralnervensystems, die das geschlechtsspezifisches Verhalten steuern. Einige Biopsychologen und Anthropologen verweisen auf einen Zusammenhang zwischen den Geschlechtschromosomen und
geschlechtsspezifischem Verhalten. Demnach geht man davon aus, dass Frauen, weil sie mehr Östrogen haben, ein „expressives Verhalten“ aufweisen, was sich dadurch äußert, dass sie sich an anderen Personen orientieren, durch ihre Tendenz zur Sesshaftigkeit und für das familiäre Zusammenleben. Männer hingegen verfügen über mehr Androgene und zeigen eher ein „instrumentelles Verhalten“, was sich durch ihre Erkundung und aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt und durch ihre sachbezogenzielgerichtete Orientierung und Initiative bemerkbar macht. Auf den Einfluss der Hormone wird aber später noch einmal genauer eingegangen.
2.2 Soziologische Sichtweise
In der Soziologie unterscheidet man zwischen den Begriffen Sex und Gender. Mit Sex sind die körperlichen Geschlechtsmerkmale und die sich daraus ergebenden körperlichen Funktionen gemeint. Gender hingegen bezeichnet zum einen die soziale Geschlechtsrolle (gender role) und zum anderen die sozialen Geschlechtsmerkmale, also alles, was in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird (wie z.B. Kleidung, Beruf …).
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Gender beschreibt also vor allem die Art und Weise, in der ein Mann. bzw. eine Frau sich selbst zur eigenen Rolle in der Gesellschaft positioniert und wie diese Rolle bewerten wird. In diesem Zusammenhang wird also nicht mehr vom biologischen Geschlecht auf Geschlechtsmerkmale im Verhalten geschlossen, vielmehr wird das soziale Geschlecht als eine gesellschaftliche Konstruktion gesehen.
Soziologen erklären die Geschlechtsrollenübernahme des Kindes in erster Linie mit der strukturell-funktionalen Systemtheorie von Talcott Parsons. Mit dem Begriff der Struktur bezeichnet Parsons die Systemelemente, die von Schwankungen im System-Umwelt-Verhältnis nicht betroffen sind. Funktion dagegen impliziert, dass es dynamische Aspekte eines sozialen Systems gibt, gemeint sind damit die sozialen Prozesse, die die Stabilität der Systemstruktur trotz einer sich ändernden Umwelt sichern.
Mit der strukturell-funktionalen Theorie beschreibt Parsons also den Rahmen, der menschliche Handlungsprozesse steuert. Handlungen werden demnach nicht isoliert betrachten, sondern immer mit den strukturellen und funktionalen Aspekten eines Systems in Verbindung gesetzt.
Überträgt man diese Theorie auf das soziale System der Familie, so würde sich die Struktur der Familie dadurch kennzeichnen lassen, dass sie sich nach Generation und Geschlecht differenziert. Durch die biologische Funktion der Fortpflanzung wird diese Struktur gesichert.
Eine weitere Differenzierung nimmt Parsons vor, indem er den Mitgliedern einer Gruppe instrumentelle und expressive Funktionen zuschreibt, diese Differenzierung ergibt sich vor allem durch das Geschlecht einer Person. Instrumentelle Funktionen sind nach außen gerichtet und sollen die gute Anpassung und Zielerfüllung eines Systems sichern. Die expressiven Funktionen hingegen sollen für den inneren Zusammenhalt der Gruppe und für Harmonie und Solidarität sorgen.
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Ein Kind lernt nun seine eigene Rolle kennen, indem es in das Rollensystem der Familie eingebunden ist. Es lernt die Erwartungen der anderen zu berücksichtigen, wobei Imitation von Verhaltensweisen, Identifikation mit Vorstellungen und Werten der Eltern, sowie Sanktionen eine Rolle spielen. In der ersten Phase nach der Geburt erlebt das Kind eine enge Bindung mit der Mutter, da sie die physiologischen Bedürfnisse des Kindes befriedigt. Wenn das Kind sein eigenes Geschlecht erkennt, wendet sich der Junge dann von seiner Mutter ab und identifiziert sich mit dem Vater, während sich das Mädchen stärker an der Mutter orientiert. Auf diese Weise verinnerlicht ein Kind die Rollenverteilung innerhalb der Familie, also die Differenzierung nach Instrumentalität und Expressivität und beginnt seine eigene Geschlechtsrolle zu lernen. Meist orientiert sich das Kind dabei am gleichgeschlechtlichen Elternteil.
Welche Erklärungsansätze es hierzu gibt, wird im Abschnitt 3.1 dargestellt. Zusammenfassend kann man noch einmal sagen, dass Parsons versucht die Übernahme von Geschlechtsrollen aus der Perspektive der Funktionen für ein System zu erklären.
Im System der Familie lernt das Kind durch Sozialisation, wie es sich in anderen gesellschaftlichen Systemen (z.B. Schule) verhalten sollte, um den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Diese funktionalistische Auffassung wurde vor allem von Feministinnen kritisiert, da somit die Unterordnung von Frauen und ihre Einschränkung auf den familiären Bereich legitimiert wird. Parson sieht die geschlechtliche Arbeitsteilung somit als notwendige Bedingung für den Erhalt des Systems an. Der Mann ist berufstätig und die Frau ist für die Versorgung der Kinder zuständig. Dadurch wird aber die Komplexität des weiblichen Lebenszusammenhangs vernachlässigt, denn Frauen waren schon immer in beiden gesellschaftlichen Bereichen tätig.
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Arbeit zitieren:
Mandy Pollehn, 2006, Geschlechterdifferenzen in unserer Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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