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Abkürzungsverzeichnis
AGA Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter BIA Bioelektrische Impendanzanalyse BMI Body Mass Index BMVEL Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung CT Computertomographie DAG Deutsche Adipositas-Gesellschaft DDG Deutsche Diabetes-Gesellschaft DEXA Dual Energy X-ray Absorptiometry DGE Deutsche Gesellschaft für Ernährung DONALD-Studie Dortmund Nutritional and Anthropometrical Designed (Study) FITOC Freiburg Intervention Trials for Obese Children KOPS Kieler Adipositas-Präventionsstudie LCD low calory diet LGA Landesgesundheitsamt MC4R Melanocortin-4-Rezeptor MRT Magnetresonanztomographie n Anzahl OptimiX optimierte Mischkost r Korrelationskoeffizient SD Standardabweichung SDS LMS Standard Deviation Scores (nach LMS-Methode) TOBEC Gesamtkörper-Konduktivität VLCD very low calory diet WHO Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization)
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Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI
Tab. 5: Häufigkeit [%, n] der Einnahme ausgewählter Speisen der Kinder
Tab. 8: Alter [%, n] der Eltern
Tab. 9: Häufigkeit [%, n] ausgewählter Krankheiten der Eltern
Tab. 10: Schulabschluss der Eltern
Tab. 11: Berufsausbildung der Eltern
Tab. 12: Erwerbstätigkeit der Eltern
Tab. 14.1-12: Einflussfaktoren
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Alter [%] der Kinder
Abb. 8: Schulweg [%] der Kinder
Abb. 9: Stilldauer [%] der Kinder
Abb. 10.1: BMI-Gruppen [%] der Väter
Abb. 10.2: BMI-Gruppen [%] der Mütter
Abb. 11.1: Sportaktivität [%] der Väter
Abb. 11.2: Sportaktivität [%] der Mütter
Abb. 12: Monatliches Nettoeinkommen [€] der Familie
Abb. 13: Einfluss von Alter und Geschlecht auf den mittleren BMISDS der Kinder
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Abb. 20: Mittlerer BMI des Vaters ohne und mit einer Erkrankung
Abb. 22: Einfluss der Sportaktivität auf den mittleren BMI der Mutter
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Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 2
Tabellenverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 4
1 Einleitung 9
2 Zielstellung der Arbeit 11
3 Grundlagen von Übergewicht und Adipositas 12
3.1 Definition, Klassifikation und Diagnostik 12
3.2 Epidemiologie der Adipositas 14
3.3 Assoziierte Krankheiten 15
3.4 Therapie 17
3.4.1 Ernährungstherapie 18
3.4.2 Bewegungstherapie 21
3.4.3 Verhaltenstherapie. 21
3.4.4 Medikamentöse Therapie 22
3.4.5 Chirurgische Therapie. 22
3.4.6 Multimodale Therapie 23
3.5 Ursachen von Übergewicht und Adipositas. 23
3.5.1 Genetische Ursachen 24
3.5.2 Umweltfaktoren 26
3.5.2.1 Ernährungsgewohnheiten. 26
3.5.2.2 Körperliche Aktivität 27
3.5.2.3 Soziodemographische und psychosoziale Faktoren. 28
3.5.2.4 Frühkindliche Prägung 29
3.6 Adipositasprävention 30
4 Material und Methoden 36
5 Ergebnisse 39
5.1 Zusammenhänge zwischen biologischen, sozialen und
verhaltensabhängigen Parametern 39
5.1.1 Zusammenhänge zwischen biologischen und
verhaltensabhängigen Parametern der Kinder 39
5.1.1.1 Gewichtsstatus 39
5.1.1.2 Befinden 42
5.2 Einflussfaktoren auf den Gewichtsstatus……………………………… 58
5.3 Zusammenfassung……………………………………………………... 74
6 Diskussion………………………………………………………………….… 76
6.1 Prävalenz………………………………………………………....……. 76
6.2 Sozioökonomische Faktoren………………………………….…......... 77
6.3 Frühkindliche Einflüsse………………………………………………... 79
8
6.4 Psychologische Aspekte 82
6.5 Ernährungsverhalten 85
6.6 Bewegungsverhalten 93
6.7 Präventive Maßnahmen 99
6.7.1 Präventive Maßnahmen der Familie 99
6.7.2 Präventionsmaßnahmen auf Bevölkerungsebene 99
6.7.2.1 Maßnahmen in Kindergärten und Schulen 103
6.7.2.2 Maßnahmen für Erwachsene 105
7 Ausblick 106
8 Zusammenfassung 109
Literaturverzeichnis 111
Anhang 1: Kinderfragebogen 121
Anhang 2: Elternfragebogen 127
1 Einleitung
Die kontinuierliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas in den letzten Jahrzehnten hat weltweit besorgniserregende Ausmaße angenommen (Zwiauer 2003). „Die WHO bezeichnet das Problem der Adipositas als ein eskalierendes epidemisches, pandemisches Problem, das die meisten Länder der Welt erfasst hat und deren Auswirkungen so unterschiedlich und extrem sind, daß es sich daher derzeit um eines der größten vernachlässigten gesundheitspolitischen Probleme unserer Zeit handelt“ (Zwiauer 1998a, S.89). Auch in Deutschland nimmt die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder in erschreckender Weise zu (Bruhn 2004). Die Ursachen, die zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas führen, sind multifaktoriell. Einerseits haben genetische Komponenten einen Einfluss und andererseits gibt es zahlreiche Umweltfaktoren, die zur Entwicklung beitragen (vgl. Holub und Götz 2003). So sind ein niedriger sozialer Status der Eltern, körperliche Inaktivität und eine Ernährung, die den Energieverbrauch übersteigt, wesentlich für die Manifestation einer Adipositas bei Kindern und Jugendlichen (Müller et al. 1999a). Ziel dieser Arbeit ist es daher, mittels einer Befragung von Grundschülern und deren Eltern, eine Vielzahl von möglichen Einflussfaktoren auf den Gewichtsstatus zu gewinnen, um daraus Schlussfolgerungen für effektive Präventionsansätze zu ziehen. Die Notwendigkeit von präventiven und therapeutischen Maßnahmen ist unumstritten (Müller et al. 1999a).
Übergewicht und Adipositas sind mit einer Fülle von Folge- und Begleiterkrankungen assoziiert. Diese äußern sich durch Veränderungen metabolischer, physiologischer und psychosozialer Parameter (vgl. Wirth 1997). Krankheiten, wie erhöhter Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus, aber auch Schwächen des Stütz- und Bewegungsapparates treten immer häufiger bereits im Kindes- und Jugendalter auf (Ketelhut et al. 2005).
Zunächst ist die Akzeptanz des Problems als solches und die Schaffung eines Problembewusstseins in der Bevölkerung sowie der Ärzteschaft ein wesentlicher Schritt zur Lösung (Zwiauer 1998a). Denn dieses Problem wurde im deutschen Gesundheitssystem lange vernachlässigt bzw. völlig ignoriert (Hauner 2001). Auch um das Gesundheitssystem finanziell zu entlasten, ist eine frühzeitige Adipositasprävention dringend erforderlich (vgl. Böhler 2005).
Vereinfacht dargestellt, ist die Energiebilanz bei den Betroffenen aus dem Gleichgewicht gebracht. Es besteht demnach eine Diskrepanz zwischen der
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Energieaufnahme und dem Energieverbrauch (vgl. Wabitsch et al. 2005c). Deshalb wird grundsätzlich eine ausgeglichene bzw. negative Energiebilanz für Präventions- und Therapieprogramme angestrebt. Um diese zu erreichen, kommen vorrangig die Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensmodifikation zum Einsatz (vgl. Zwiauer 1998b). Ziel der Prävention soll also ein verbessertes Gesundheitsverhalten durch gesunde Ernährung und einen aktiven Lebensstil sein (Müller et al. 1999a).
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2 Zielstellung der Arbeit
Die steigenden Prävalenzraten und die zahlreichen mit der Adipositas assoziierten Erkrankungen unterstreichen die Notwendigkeit der Ursachenforschung und der frühestmöglichen präventiven Einflussnahme. Die Kenntnis der Risikofaktoren und Ursachen, die zur Adipositas führen, ist Grundbedingung für eine sinnvolle Gestaltung von Präventionsprogrammen. Im Kapitel Grundlagen (3.1-3.6) wird eine Einführung in die Thematik gegeben. Daraus soll die Problematik von Übergewicht und Adipositas ersichtlich werden. Ziel dieser Arbeit ist es, eine komplexe Übersicht über die Ursachen für Übergewicht und Adipositas zu geben und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen für effektive Präventionsmaßnahmen vorzustellen. Durch die Befragung von 8- bis 11-jährigen Grundschulkindern und deren Eltern, sollte eine Fülle von möglichen Einflussfaktoren auf den Gewichtsstatus gewonnen werden. Des Weiteren sollen die erfragten Parameter in Beziehung zum Gewichtsstatus der Kinder gesetzt werden. Im Fokus der Erhebung standen der Gesundheitszustand im Allgemeinen, persönliche Parameter (Alter, Geschlecht, Geschwisteranzahl, Gewicht und Größe), das Ernährungsverhalten, die Freizeitgestaltung, die sportliche Betätigung, Gesundheits- und Gewichtsstatus der Eltern und sozioökonomische Faktoren. Da nicht alle Einflussparameter erfragt werden konnten, werden Erkenntnisse aus anderen Studien zusätzlich dargestellt. Durch die Ermittlung des Gewichtsstatus der Probanden, konnte die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas in der Stichprobe bestimmt werden. Diese wird mit den Ergebnissen anderer Erhebungen verglichen, um festzustellen, ob die Werte repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind. Die Arbeit bezieht sich vorrangig auf das Kindes- und Jugendalter, da hier die Prävention beginnen muss. Wenn sich eine Adipositas bereits in diesem Alter entwickelt und sich bis in das Erwachsenenalter fortsetzt, ist die Morbidität und Mortalität im Vergleich zu einem späteren Entstehungszeitpunkt erhöht (Matthai 2002). Je früher Maßnahmen eingeleitet werden, desto erfolgsversprechender sind diese. Es werden einige bisher erfolgte Präventionsprogramme vorgestellt. Mittels der in der Literatur beschriebenen und der aus dieser Befragung gewonnenen möglichen Einflussfaktoren auf den Ernährungszustand von Kindern und auch Jugendlichen, werden die Konsequenzen für die erfolgten und zukünftig geplanten oder geforderten Präventionsmaßnahmen diskutiert.
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3 Grundlagen von Übergewicht und Adipositas 3.1 Definition, Klassifikation und Diagnostik
Laut AGA liegt Übergewicht vor, wenn das körperhöhenbezogene Körpergewicht ein bestimmtes Maß übersteigt und eine Adipositas, wenn der Körperfettanteil an der Gesamtkörpermasse pathologisch erhöht ist (AGA Leitlinien 2004). Bei Erwachsenen ist der Body Mass Index (BMI) die Berechnungsgrundlage für die Gewichtsklassifikation und Abschätzung der Fettmasse (Hauner et al. 2004). Der BMI ist der Quotient aus Körpergewicht in Kilogramm und Körpergröße in Metern zum Quadrat. Bei Erwachsenen ist Übergewicht definiert als BMI ≥ 25 kg/m 2 und Adipositas als BMI ≥ 30 kg/m 2 (Tab. 1, Hauner et al. 2004).
Formel zur Berechnung des Body-Mass-Index: BMI= Körpergewicht [kg ] (Körpergröße [m]) 2
Tab. 1: Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI
Bei der Beurteilung des BMI im Kindes- und Jugendalter muss berücksichtigt werden, dass der BMI von alters- und geschlechtsspezifischen Besonderheiten beeinflusst wird (vgl. AGA Leitlinien 2004). Mit Hilfe der Erstellung überregionaler BMI-Referenzwerte für deutsche Kinder und Jugendliche durch Kromeyer-Hausschild et al. (2001), können in Form von alters- und geschlechtsspezifischen BMI-Perzentilen individuelle Werte eingeschätzt werden. „Das jeweilige Perzentil gibt an, wie viel Prozent der gleichaltrigen Kinder gleichen Geschlechts einen niedrigeren BMI-Wert aufweisen“ (Kromeyer-Hauschild 2005, S.5). Für die Perzentilberechnung wurde die LMS-Methode verwendet. Diese ermöglicht die Berechnung von Standard Deviation Scores (SDS LMS ). Diese „SDS LMS -Werte geben an, um ein wie viel Faches einer Standardabweichung ein individueller BMI bei gegebenem Alter und Geschlecht ober-oder unterhalb des BMI-Medianwertes liegt“ (AGA Leitlinien 2004, S.12). So kann die Einordnung eines individuellen Wertes in die Verteilung der Referenzgruppe erfolgen.
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Es gibt für Kinder und Jugendliche noch keine festgelegten Grenzwerte für das gesundheitsgefährdende Ausmaß der Körperfettmasse, im Gegensatz zur Situation bei Erwachsenen (AGA Leitlinien 2004). Deshalb empfiehlt die AGA die Verwendung des 90. bzw. 97. alters - und geschlechtsspezifischen Perzentils als Grenzwert zur Definition von Übergewicht bzw. Adipositas. Die extreme Adipositas wird durch einen BMI über dem 99,5 Perzentil definiert (AGA Leitlinien 2004).
Die Diagnostik der Adipositas im Kindes- und Jugendalter gliedert sich in eine klinische sowie labor-chemische Diagnostik und in eine psychologische, psychosoziale und Verhaltensdiagnostik (AGA Leitlinien 2004). Eine sinnvolle Diagnostik sollte eine ursächliche Grunderkrankung und die medizinischen Folgen möglichst vollständig erkennen (Wabitsch et al. 2005c). Die Bestimmung des Gesamtenergieverbrauchs und die Messung der körperlichen Aktivität und Leistungsfähigkeit sowie der Energiezufuhr, können zur Beurteilung des Ausmaßes der Erkrankung nützlich sein (Wabitsch et al. 2005c).
Mittels Messungen zur Zusammensetzung des Körpers kann eine differenzierte Beurteilung des Ernährungszustandes erfolgen (Müller et al. 2003). Es gibt verschiedene Modelle zur Körperzusammensetzung. Grundsätzlich unterscheidet man 2-, 3-, 4- bis Multikompartimentmodelle (vgl. Schröder 2001). Das 2-Kompartimentmodell unterscheidet zwischen Fettmasse und fettfreier Masse. Die fettfreie Masse kann weiter in die Körperzellmasse und die Extrazellulärmasse unterteilt werden (3-Kompartimentmodell). Zusätzlich kann die Extrazellulärmasse in extrazelluläre Flüssigkeit und feste Bestandteile im Extrazellulärraum differenziert werden (Müller et al. 2003). Andere Kompartimentmodelle differenzieren auf molekularer oder atomarer Ebene (Müller et al. 2003). Bei der Adipositas sind Methoden zur Erfassung der Fettmasse und der Fettverteilung bedeutsam (Müller et al. 2003).
Es gibt eine Vielzahl von Methoden, welche die Körperzusammensetzung in unterschiedlicher Art und Weise bestimmen (vgl. Fusch 2005). Einige gebräuchliche Methoden zur Bestimmung der Körperzusammensetzung bei Kindern und Jugendlichen sind: die Duale-Energie-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA), die Bioelektrische Impendanzanalyse (BIA) und stabile Isotope (als ein Verfahren, welches auf einer Verdünnungsmethode basiert). Weitere Methoden, die eingesetzt werden, sind: Ermittlung der Hautfaltendicke, BMI-Bestimmung, Sonographie,
Magnetresonanztomographie (MRT) und Gesamtkörper-Konduktivität (TOBEC). Die
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Ganzkörper-Kalium-Methode sowie die CT-Untersuchung (Computertomographie) mit ihrer hohen Strahlung werden bei Kindern nicht angewandt (vgl. Fusch 2005). Nähere Ausführungen zu den jeweiligen Methoden finden sich u.a. bei Matthai 2002, Schröder 2001, Schulz und Ratzmann 1985, Wabitsch et al. 2005c, Wechsler 1998, Wenzel 1998, Wirth 1997.
3.2 Epidemiologie der Adipositas
Die Prävalenzanstiege ziehen sich durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten, wenn auch unterschiedlich stark in allen Industrienationen (vgl. Klör 1998, Wirth 1997). Aufgrund der unterschiedlichen Festlegungen der Grenzwerte und der verschiedenen Messmethoden, sind Aussagen über Verbreitung der kindlichen Adipositas kritisch zu bewerten (Klör 1998). In Deutschland gibt es für Kinder und Jugendliche nur wenige epidemiologische Untersuchungen (vgl. Wirth 1997). Zwischen 10-20 % der Kinder und Jugendlichen sind, je nach Definition, in Deutschland übergewichtig und 4-8 % davon weisen eine Adipositas auf. Dabei zeigt sich der Trend, dass in älteren Altersgruppen der Anteil höher ist (Kromeyer-Hauschild 2005). Kromeyer-Hausschild und Jaeger (1998) fanden in ihrer Querschnittserhebung mit Jenaer Schulkindern im Alter zwischen 7-14 Jahren einen BMI-Anstieg bei beiden Geschlechtern in allen Altersklassen zwischen 1975-1995. Die größte Zunahme gab es in den Jahren zwischen 1985-1995.
Auch für Erwachsene gibt es keine einheitlichen Häufigkeitsangaben. Je nach Studie, Altersgruppe und Geschlecht schwanken die in Deutschland erhobenen Raten für Übergewicht zwischen 20-54 % und für Adipositas zwischen 12-18 %. Der durchschnittliche BMI liegt zwischen 26-27 kg/m 2 (vgl. Wirth 1997). In Deutschland ist jede zweite Person übergewichtig und jede sechste adipös (Wirth 1997).
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3.3 Assoziierte Krankheiten
Die Adipositas ist mit einer Reihe von Folgeerkrankungen assoziiert, welche im Wesentlichen die erhöhte Mortalität unter den Betroffenen erklären (Wirth 1997). Vor allem führen die vielfältigen metabolischen Veränderungen zu zahlreichen kardiovaskulären Erkrankungen (Wabitsch et al. 2005c). Bei Adipösen ist unter anderem das Krebsrisiko um ca. 20 % erhöht (Wirth 1997). Das Fettverteilungsmuster bestimmt zusätzlich zum Ausmaß des Übergewichtes das gesundheitliche Risiko (Wirth 1997). Es wird anhand der unterschiedlichen subkutanen Fettverteilung, eine androide von einer gynoiden Form unterschieden. Bei der androiden (abdominalen, viszeralen) Adipositas lagert sich das Fett bevorzugt im Abdominalbereich ein. Diese Form der Fettvermehrung tritt häufiger bei Männern auf und ist durch eine Fülle an metabolischen Begleiterkrankungen gekennzeichnet. Bei der gynoiden (peripheren, glutealfemoralen) Adipositas besteht eine Fettvermehrung vorwiegend an der unteren Körperhälfte (Hüften und Oberschenkel), diese kommt häufiger bei Frauen vor (Wirth 1997).
Bereits im Kindesalter korreliert Bluthochdruck mit dem Körpergewicht (Wirth 1997). Veränderte Lipid- und Lipoprotein-Serumkonzentrationen sind häufig schon bei Kindern und Jugendlichen zu finden, diese erhöhen wiederum das kardiovaskuläre Risiko (Wabitsch 2005c). Außerdem sind im Kindesalter häufig anzutreffen: Striae distensae, die Beschleunigung der Skelettreife und des Längenwachstums, Pseudogynäkomastie und spätere Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale mit Hypogonadismus bei Jungen und frühe Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale bei Mädchen (Wabitsch 2005c). Auch endokrinologische Auffälligkeiten (u.a. erhöhter TSH-Spiegel, frühere Pubertät, polyzystisches Ovar-Syndrom bei weiblichen Jugendlichen, erhöhte Nebennierenandrogene), deren Ursachen noch nicht ausreichend geklärt sind, treten bei jungen Übergewichtigen verstärkt auf (Wabitsch et al. 2005c). Zusätzlich kann die psychosoziale Entwicklung der Heranwachsenden beeinträchtigt sein (vgl. Warschburger et al. 1999).
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Anschließend folgt eine Zusammenfassung der möglichen adipositasassoziierten Erkrankungen nach Hauner et al. 2004; Schröder 2001; Wirth 1997,2003:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Kardiomyophatie; arterielle Hypertonie; koronare, zerebrale und periphere Arteriosklerose (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere arterielle
Verschlusskrankheit); endotheliale Dysfunktion
Stoffwechselkrankheiten
Fettstoffwechselstörungen (z.B. erhöhte Triglyzeride, erniedrigtes HDL-Cholesterin, veränderte Enzyme des Fettstoffwechsels); Metabolisches Syndrom; Insulinresistenz; Glukoseintoleranz; Diabetes mellitus Typ II; Störungen der Blutgerinnung; erhöhter Fibrinogenspiegel; andere metabolische Störungen (Dyslipidämie, Hyperurikämie, Störung der Hämostase)
Gastrointestinale Erkrankungen
Gallensteine; Pankreatitis; Fettleber und Fettleberhapatitis; Hernien; Obstipation; Refluxösophagitis
Respiratorische Störungen
Beeinträchtigung der Lungenfunktion; schlafbezogene Atmungsstörungen (z.B. Hypoventilation, Hyponoe, Apnoe, Obstruktives Schlafapnoesyndrom, Pickwick-Syndrom)
Erkrankungen des Bewegungsapparates
Arthrosen; Osteoporose; Wirbelsäulen-Syndrome; Knochenfrakturen
Neoplasien (Bösartige Erkrankungen) Mammakarzinom; Endometriumkarzinom; Zervixkarzinom; Ovarialkarzinom;
Prostatakarzinom; kolorektale Karzinome; Gallenblasenkarzinom; Ösophagus-, Leber-und Pankreaskarzinom
Sexualfunktionsstörungen Reduzierte Fertilität; Schwangerschafts-und Geburtskomplikationen;
Menstruationsstörungen; früher Pubertätseintritt; Polyzystisches Ovar-Syndrom
Hauterkrankungen Hirsutismus; Striae; Intertrigo; Pruritus
Verschiedenes
erhöhte Verletzungsgefahr; erhöhtes Operations- und Narkoserisiko; erschwerte Untersuchungsbedingungen; verminderte Beweglichkeit und Ausdauer;
Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens; erhöhter psychosozialer Leidensdruck und psychosoziale Konsequenzen (z.B. erhöhte Depressivität, Ängstlichkeit, soziale Diskriminierung und Isolation, Selbstwertminderung)
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3.4 Therapie
Die Behandlung der Adipositas sollte bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen, da die Gefahr von Begleiterkrankungen mit dem Alter immer mehr zunimmt (vgl. Warschburger et al. 1999). Nach Empfehlung der AGA besteht bei adipösen Kindern und Jugendlichen die Indikation zur Gewichtsabnahme, wenn Begleiterkrankungen vorliegen. Existieren keine Begleiterkrankungen, ist es ausreichend, das Gewicht zu halten. Wenn das Längenwachstum noch nicht abgeschlossen ist, kann durch das Halten des aktuellen Gewichts eine Normalisierung des Ernährungszustandes erreicht werden (AGA Leitlinien 2004). Berücksichtigung im Hinblick auf Therapieprogramme sollten folgende Faktoren finden: Alter, Familiensituation, Art der Komorbidität, Problembewusstsein, physiologische Gegebenheiten, Motivation, mentale Fähigkeiten, Vorliegen einer extremen Adipositas und räumliche Entfernung zum Therapiezentrum/ Therapeuten des Patienten (AGA Leitlinien 2004). Die Therapieziele müssen in kleinen realisierbaren Schritten erfolgen. Diese Ziele sind: langfristige Gewichtsreduktion und Stabilisierung, Verbesserung der adipositas-assoziierten Begleiterkrankungen, Veränderung der Lebensweise, sowie Erlernen und Stabilisieren von Problembewältigungsstrategien (AGA Leitlinien 2004). Therapieprogramme, welche die Komponenten Ernährungsumstellung, Verhaltensmodifikation, Förderung der körperlichen Aktivität und Einbindung der Eltern sowie des sozialen Umfeldes und deren langfristige Nachkontrolle gewährleisten, haben relativ gute Erfolge erbracht (AGA Leitlinien 2004). Epstein hat 1990 in seiner Untersuchung einen signifikanten Effekt der Unterstützung der Eltern auf den Therapieerfolg der Kinder festgestellt (vgl. AGA Leitlinien 2004). Langfristige Behandlungserfolge sind trotzdem gegenwärtig meist nicht zu erzielen (Wabitsch et al. 2005c).
In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Therapieprogrammen. Die Qualität dieser verschiedenen Verfahren wird nach Struktur, Prozess und Ergebnis bewertet (Ellrott 2002). Die Strukturqualität beinhaltet eine angemessene Ausbildung und Profession der Therapeuten. Unter Prozessqualität versteht man eine standardisierte oder teilstandardisierte Durchführung der Programme mit definiertem Inhalt, sowie Zeitrahmen. Die Prozessqualität beschreibt also die Ablauforganisation der Institutionen. Mit Ergebnisqualität ist der Erfolg eines Programms gemeint (vgl. AGA Leitlinien 2004, Ellrott 2002). Das amerikanische Institut of Medicine hat 4 Ebenen der Ergebnisqualität der Adipositastherapie definiert, welche noch um eine 5. Ebene
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erweitert wurde (Ellrott 2002). Die Ebenen beinhalten einen langfristigen Gewichtsverlust; eine Verbesserung von übergewichtsassoziierten Erkrankungen; ein verbessertes Gesundheitsverhalten; das Monitoring von Nebenwirkungen, die durch die Therapie verursacht sein könnten und die erweiterte Ebene der Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität (Ellrott 2002). Diese Anforderungen werden allerdings noch von keinem der angebotenen Therapieprogramme vollständig erfüllt (AGA Leitlinien 2004). In Zukunft sind Maßnahmen zur Qualitätssicherung unabdingbare Vorraussetzung für die Therapie. Das gleiche gilt für die Dokumentation der Ergebnisse von Diagnostik und Therapie der einzelnen Einrichtungen in einem Datensatz, um damit die Ergebnisse in einer Evaluation auswertbar und vergleichbar zu machen (AGA Leitlinien 2004).
In Bezug auf die Rahmenbedingungen von Therapien wird die kostengünstigere Gruppen- von der Individualtherapie unterschieden (Reinehr 2005). Durch die Interaktion der Gruppenmitglieder kann in der Gruppentherapie ein motivationsförderndes Gruppengefühl entstehen. Bei der Individualtherapie wird dagegen besser auf die individuellen Bedürfnisse und Umstände eingegangen (Reinehr 2005). Unterschieden wird außerdem zwischen ambulanter und der kostenintensiveren stationären Behandlung (Reinehr 2005). Der Vorteil einer stationären Behandlung liegt in der besseren Kontrolle der Patienten und, auf denselben Zeitraum bezogen, ist die Gewichtsreduktion größer als bei ambulanten Programmen. Die ambulante Therapie erweist sich langfristig gesehen als die Erfolgreichere. Denn diese ermöglicht die Einbindung der gesamten Familie und das Vorhandensein des gewohnten Umfeldes. Außerdem sind Verhaltensänderungen nicht innerhalb eines kurzen Zeitraumes möglich (Reinehr 2005).
Folgend werden die Therapieformen und -bausteine kurz vorgestellt:
3.4.1 Ernährungstherapie
Einer der Grundpfeiler einer erfolgreichen Therapie ist die Änderung des Ernährungsverhaltens, um eine Restriktion der Kalorienzufuhr zu erreichen und damit eine negative Energiebilanz zu erzielen (Warschburger et al 1999). Man kann grundsätzlich mit jeder Diät, welche eine Energiezufuhr unter dem Energieverbrauch gewährleistet, an Gewicht verlieren. Jedoch sind die Auswirkungen und
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Komplikationen auf Stoffwechsel, Energiehaushalt, Körperzusammensetzung und anderer Parameter beträchtlich unterschiedlich (Wirth 1997).
Nach Wirth (1997) werden Diäten folgendermaßen eingeteilt:
1. Nulldiät
2. extrem niedrig kalorische Diäten mit einem Energiegehalt von < 800 kcal/Tag („very low calory diet“ = VLCD)
3. deutlich niedrigkalorische Diäten mit einem Energiegehalt von 600-1000 kcal/Tag („low calory diet“ = LCD)
4. hypokalorische Mischkost, welche aus konventionellen Lebensmitteln hergestellt wird und einen Energiegehalt von 1000-1800 kcal/Tag besitzt 5. Außenseiterdiäten („Wunderdiäten“)
Übersichten über die verschiedenen Kostformen finden sich u.a. bei Wechsler (1998) und Wirth (1997).
Die Nulldiät ist obsolet und führt zu eingreifenden Umstellungen des Stoffwechsels (Wirth 1997). Jede unterkalorische Diät führt neben der Abnahme des Energieverbrauchs auch zum Proteinverlust, was gesundheitsgefährdend sein kann (Wirth 1997). Es finden beträchtliche metabolische und endokrine Adaptationen statt (Warschburger et al. 1999). Nur bei besonderer Indikation zur schnellen Gewichtsabnahme kann über einen kurzfristigen Zeitraum eine extrem oder deutlich niedrigkalorische Kostform, primär bei Erwachsenen, sinnvoll sein (Wirth 1997). Die Durchführung von Reduktionsdiäten wird von der AGA für Kinder und Jugendliche nicht empfohlen, da die altersgemäße Nährstoffzufuhr gefährdet wird (AGA Leitlinien 2004). Außenseiterdiäten erzielen durch extreme Nährstoffrelationen oder selektive Lebensmittelauswahl in aller Regel durch Fehl- und Mangelernährung eine Kalorienreduktion und kommen daher nicht ernsthaft in Frage (Wirth 1997). Reine Diätenkuren können den Gewichtsverlust meist nicht aufrechterhalten. Es kommt häufig zum so genannten Jo-Jo-Effekt, der den Sachverhalt umschreibt, dass kurz nach Beendigung einer Diät wieder das Ausgangsgewicht oder ein höheres Gewicht erreicht ist, als vorher. Als Ursache für diesen Effekt wird der reduzierte Energieverbrauch des Körpers bei Nahrungsentzug angeführt (Warschburger et al. 1999). Einigkeit besteht
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darüber, dass für alle Altersgruppen eine hypokalorische Mischkost als Standardernährung bei der Gewichtsreduktion eingesetzt werden sollte (vgl. AGA Leitlinien 2004, Hauner et al. 2004, Kersting 2005b, Wirth 1997). Im Kapitel 3.6 (Adipositasprävention) wird genauer auf die Umsetzung dieser Kost eingegangen, da sie gleichwohl in der Therapie und als präventive Kost eingesetzt werden kann. Das Konzept der „optimierten Mischkost“ (optimiX) eignet sich nach Empfehlung der AGA besonders gut für Kinder und Jugendliche, da durch den moderaten Gewichtsverlust keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung zu erwarten sind. Die Höhe der Energiezufuhr sollte sich allerdings am individuellen Therapieziel orientieren. Mit dieser Kost ist eine weitere Reduktion der täglichen Fett- und Zuckerzufuhr ohne Verlust von essentiellen Nährstoffen möglich (AGA Leitlinien 2004). Das Essverhalten wird von Psychologen in ein ungezügeltes und ein gezügeltes Essverhalten gegliedert (Ellrott 2005). Unter Überflussbedingungen führt ein rein Innenreiz-abhängiges Essvervehalten ohne bewusste Steuerung häufig zu Gewichtsproblemen (ungezügeltes Essverhalten). Für viele Menschen besteht deshalb nur die Möglichkeit, das Essverhalten bewusst zu zügeln (Ellrott 2005). Diese so genannten gezügelten Esser („Restraint Eater“), steuern mit kognitiver Kontrolle ihr Essverhalten, um ihr Gewicht zu reduzieren oder zu halten. Als Folge des gezügelten Essens tritt eine gewisse Außenreizabhängigkeit zum Essen auf, wie z.B. ein leergegessener Teller oder das Richten nach bestimmten Uhrzeiten (Pudel 2003a). Bei diesem gezügelten Essverhalten wird zwischen rigider und flexibler Kontrolle unterschieden (Ellrott 2005). Rigide Esser versuchen, ihre Nahrungsaufnahme kognitiv zu kontrollieren. Meist nach dem „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ werden Vorsätze herausgebildet, um negative Einflüsse auszuschalten (z.B. „ich esse nie wieder Schokolade“). Ihr Essverhalten wird permanent gezügelt, um nicht an Gewicht zuzunehmen (Pudel 2003a). Die rigide Kontrolle kann sogar durch wiederholte Essanfälle zu einem höheren Gewicht führen oder zur Manifestation von Essstörungen, z.B. Bulimia nervosa oder Binge Eating Disorder (Ellrott 2005). Als Gegenregulation wird der Zusammenbruch der Selbstkontrolle bezeichnet, wenn durch geringste Überschreitungen der Vorsätze, diese außer Kraft gesetzt werden. Der Gedanke „jetzt ist es auch egal“, welcher der Person anschließend in den Kopf kommt, lässt sie dann meist ungezügelt essen (Pudel 2003c). Eine flexible Verhaltenskontrolle bietet die Möglichkeit zur Korrektur und vermeidet die Gegenregulation. Diese Art der Verhaltenskontrolle implementiert keinen Vorsatz, der lebenslange Gültigkeit besitzt.
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Über einen kalkulierbaren Zeitraum wird das Verhaltensziel definiert und es kommt nicht bei einer geringfügigen Überschreitung der Vorsätze zur Gegenregulation (z.B. „ich esse nur noch 4 Tafeln Schokolade, statt wie gewohnt 5“). Die Einplanung von Verhaltensspielräumen begünstigt ferner eine Steigerung der Stimmung und des Wohlbefindens (Pudel 2003a, 2003c). Eine wichtige Aufgabe in der Verhaltenstherapie und ein Aspekt bei Präventionsbemühungen muss nun das Erkennen von rigider Verhaltenskontrolle bei der Nahrungsaufnahme sein. Diese muss ausgeschaltet und durch ein selbstkontrolliertes Essverhalten nach dem Muster der flexiblen Kontrolle ersetzt werden (Pudel 1998).
3.4.2 Bewegungstherapie
Für die Erhöhung des Energieverbrauchs spielt körperliche Bewegung eine wesentliche Rolle in der Behandlung der Adipositas (Roth et al. 2002). Möglichkeiten für die Bewegungssteigerung sind die Verringerung der körperlichen Inaktivität, die Zunahme der Alltagsaktivität und Sport an sich (Lawrenz und Lawrenz 2005). Sport fördert den Aufbau von Muskelgewebe, steigert die Grundumsatzrate, erhöht Ausdauer und Kondition, steigert die Leistungsfähigkeit und verbessert die Körperwahrnehmung, das Selbstbewusstsein und das Wohlbefinden (Warschburger et al. 1999, Vögele 2005). Durch die sportliche Betätigung werden zusätzlich kardiovaskuläre Risikofaktoren positiv beeinflusst und die Verringerung der Inaktivität erzielt (vgl. Lawrenz und Lawrenz 2005). Die Bewegung ist auch ein wesentlicher Faktor für die Stabilisierung des Gewichtszustandes nach einer Gewichtsreduktion (vgl. Gutin und Manos 1993). Durch das regelmäßige Training wird überwiegend Körperfett ab- und Muskelmasse aufgebaut (Vögele 2005).
Es ist nicht jede Sportart für adipöse Kinder und Jugendliche geeignet. Generell werden Sportarten mit niedriger Intensität, die lang andauernd sind, empfohlen (Warschburger et al. 1999). Dabei sollte der Spaß am Sport im Vordergrund stehen und Rücksicht auf die individuellen Bedingungen genommen werden (vgl. Lawrenz und Lawrenz 2005). Die Kinder können nur motiviert werden, wenn sie sich Wohlfühlen und angenehme Erfahrungen mit der körperlichen Aktivität verbinden (vgl. Kosten-Reck 2005).
3.4.3 Verhaltenstherapie
Bei der Behandlung der Adipositas gehören verhaltenstherapeutische Maßnahmen inzwischen zum Standardrepertoire (Warschburger et al. 1999). Die Verhaltenstherapie
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basiert auf der Annahme, dass unser Ernährungs- und Bewegungsverhalten erlernt ist. Deshalb wird davon ausgegangen, dass diese Komponenten auch prinzipiell einer Veränderung zugänglich sind und damit das Körpergewicht beeinflussen können (Reinhehr 2005). Die Verhaltenstherapie strebt an, ungünstige Ess- und Bewegungsmuster zu verändern bzw. abzubauen und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen aufzubauen (Warschburger 2005). Verhaltenstherapeutische Maßnahmen beinhalten die Steigerung der Eigenkontrolle, die Selbstbeobachtung des Ernährungsverhaltens, Strategien zur Bewältigung von Risikosituationen, Belohnungssysteme sowie Verstärkungsmaßnahmen für die erreichten
Verhaltensänderungen (Hauner et al. 2004, Zwiauer 1998b). Diese Maßnahmen werden meist mit einer Ernährungs- und Bewegungsmodifikation verbunden und steigern somit die Lebensqualität der Betroffenen (Zwiauer 1998b). Voraussetzungen für solche Therapiemaßnahmen sind die Schaffung eines Problembewusstseins, die Einsicht der Patienten in ihre Situation und die eigene Motivation zur Gewichtsveränderung (Zwiauer 1998b). Für Selbstbeobachtung, Selbstbewertung und Verhaltensänderungen sind intellektuelle Fähigkeiten notwendig, welche dieser Therapieform auch die Grenzen setzen (Reinhehr 2005).
3.4.4 Medikamentöse Therapie
Grundsätzlich unterscheidet man Medikamente, die die Nahrungszufuhr einschränken, von solchen, die die Nährstoffabsorption hemmen (Wabitsch et al. 2005a). Diese Behandlungsmethode spielt bei der Therapie von Kindern und Jugendlichen, ebenso wie die chirurgische Therapie, eine untergeordnete Rolle und sollte zur Behandlung möglichst nicht eingesetzt werden (Warschburger et al. 1999). Liegt aber eine extreme Adipositas vor und die konventionellen Therapiemöglichkeiten haben keinen Erfolg, kommen Medikamente wie Sibutramin, Orlistat oder Quellstoffe zum Einsatz (Roth 2002).
3.4.5 Chirurgische Therapie
Die Effizienz chirurgischer Methoden (z.B. Gastroplastik, Magenband, Magenbybass) ist unumstritten (vgl. Wabitsch et al. 2005b). Diese können jedoch eine Vielzahl von Nebenwirkungen und Komplikationen haben (Wirth 1997). Ein operativer Eingriff wird nur als letzte Möglichkeit bei Jugendlichen in Betracht gezogen, die auf sämtliche
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konventionelle Therapieformen nicht ansprechen, bei denen aber eine zwingende Indikation zur Gewichtsreduktion besteht (Wabitsch et al. 2005b).
3.4.6 Multimodale Therapie
Durch die multifaktorielle Genese der Adipositas ist ein interdisziplinärer Behandlungsansatz notwendig (Warschburger et al. 1999). Die Behandlung besteht aus den 3 Säulen: Ernährung, Bewegung und Verhalten, welche unter dem Begriff Basistherapie subsumiert werden (vgl. Reinehr 2005). Mit dieser Kombination lassen sich die erfolgreichsten und stabilsten Erfolge erreichen (Warschburger et al. 1999). Es wird die langfristige Veränderung aller Adipositas aufrechterhaltenden Bedingungen angestrebt (Warschburger et al. 1999). Die erfolgreichsten Therapieansätze sind jene, die die gesamte Familie mit in die Therapie einschließen (Reinehr 2005). In Deutschland haben sich zahlreiche komplexe Schulungsprogramme etabliert. Ziel solcher Schulungen ist es, den Patienten in die Lage zu versetzen, selbständig und eigenverantwortlich mit der Erkrankung umzugehen (Warschburger 2005). Ein solches Programm ist das Adipositastraining von Warschburger et al. (1999). In 6 Sitzungen stehen im Rahmen von geschlechtshomogenen Kleingruppen die Aspekte Wissensvermittlung, Wahrnehmung des Essverhaltens, Selbstmanagement, soziale Kompetenz und Rückfallprophylaxe, im Vordergrund. Auch das ambulante Therapieprogramm FITOC zeigt, dass mit der Kombination aus Ernährungsumstellung, sportlicher Aktivität, Verhaltenstherapie und Einbeziehung der Eltern eine erfolgreiche Behandlung erzielt werden kann (vgl. Korsten-Reck et al. 1999).
3.5 Ursachen von Übergewicht und Adipositas
Die Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, für deren Ausprägung neben genetischen Faktoren auch Umwelteinflüsse, wie das Ernährungs- und Bewegungsverhalten, soziale Faktoren und andere Umweltvariablen eine wesentliche Rolle spielen. Erst die Kombination mehrerer Einflussgrößen ist für die Entstehung der Adipositas verantwortlich (vgl. Roth et al. 2002).
Es besteht ein Missverhältnis zwischen der Energieaufnahme und dem Energieverbrauch (vgl. Koletzko 2005). Der Energiebedarf wird durch den Grundumsatz, die Thermogenese und die körperliche Aktivität bestimmt (Holub und Götz 2003). Der Grundumsatz dient der Erhaltung aller lebenswichtigen
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Körperfunktionen und macht ca. 55 % des Energiebedarfs aus. Die Thermogenese macht ca. 25 % aus und bezeichnet den Vorgang der Wärmebildung durch die Verbrennung der Nahrung. Die körperliche Aktivität umfasst alle Körperbewegungen, die von der Skelettmuskulatur produziert werden und den Grundumsatz erhöhen. Sie macht die verbleibenden 20 %, je nach Aktivitätsniveau, aus (Warschburger et al. 1999).
Beim Vorliegen bestimmter Risikofaktoren steigt die Wahrscheinlichkeit, adipös zu werden (von Kries 2005). Es werden nicht beeinflussbare Risikofaktoren, wie das Gewicht der Eltern, ein hohes Geburtsgewicht oder soziale Faktoren (z.B. die Bildungsklasse der Eltern) von beeinflussbaren Risikofaktoren, wie u.a. körperliche Inaktivität, Kalorienzufuhr oder frühkindliche Einflüsse, unterschieden (von Kries 2005).
3.5.1 Genetische Ursachen
Wir tragen ein evolutionäres Erbe, das nicht mit unserer modernen Lebensweise im Einklang steht. Durch den Selektionsdruck waren jene Personen im Vorteil, welche am besten dem Prinzip der maximalen Energiespeicherung entsprachen d.h. die besonders effektiv Energie im Fettgewebe speichern konnten. Somit legten sie große Fettdepots an, um damit in Zeiten der Nahrungskarenz besser zu überleben (Daniel 2002). Dennoch ist unser heutiges Genom das Produkt einer konstanten Auseinandersetzung mit der Umwelt. Dies wird nun in einer Zeit des Nahrungsüberangebots und der technischen Errungenschaften zum „genetischen Bumerang“ (Daniel 2002). Zahlreiche Zwillings-, Adoptions- und Familienstudien belegen, dass genetische Komponenten in erheblichem Maße das Körpergewicht bestimmen und wesentlich wichtiger sind als Umweltfaktoren (Hebebrand et al. 2004). Genetische Faktoren wirken auf zahlreiche physiologische Prozesse, welche bei der Entstehung von Übergewicht eine Rolle spielen (Hebebrand et al. 2005). Die Veranlagung zur Adipositas ist polygenetisch (Hebebrand et al. 2004). Hebebrand et al. (2003) gehen davon aus, dass ca. 60-80 % der Varianz des BMI durch genetische Faktoren erklärt werden können. Beim Vergleich von adoptierten Kindern mit ihren Adoptiveltern wurde kein Zusammenhang beim Körpergewicht gefunden, während aber eine deutliche Ähnlichkeit der Kinder zu ihren biologischen Eltern bestand. Dabei waren die Korrelationen zur leiblichen Mutter enger, als die zum leiblichen Vater (Wirth 1997). Auch Hebebrand et al. (2005) fanden heraus, dass übergewichtige Eltern häufiger
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übergewichtige Kinder hatten und eine Korrelation zwischen dem Ausprägungsgrad der Adipositas bestand. Schätzungen nach werden 40 % der Kinder, die einen adipösen Elternteil haben und 80 % der Kinder, deren beide Elternteile adipös sind, ebenfalls übergewichtig. Während nur 7 % der Kinder mit normalgewichtigen Eltern übergewichtig sind (Bruns-Philipps 2003).
In der Diagnostik unterscheidet man syndromale Formen von Ausprägungen der Adipositas, welche auf Genmutationen zurückzuführen sind (Pankau 2005). Es sind mehr als 75 verschiedene Syndrome bekannt, die mit einer Adipositas obligat oder fakultativ assoziiert sein können. Diese sind allerdings sehr selten (Pankau 2005). Syndromale Formen haben Veränderungen der Fettmasse, Fettverteilung und andere Anomalien zur Folge (Pankau 2005). Verglichen mit dem Auftreten anderer Syndrome, kommt das Prader-Willi-Syndrom am häufigsten vor. Es ist neben einer vorhandenen Adipositas durch geistige Behinderung, Hypogonadismus, Hypogenitalismus, Microchephalie oder andere auffällige Kopfformen, sowie Kleinwuchs und Muskelhypertonie, gekennzeichnet (Pankau 2005). Weitere mehrfach vorkommende Syndrome, welche sich erst im Verlauf der Entwicklung manifestieren, sind z.B. das Bardet-Biedl-Syndrom, das Cohen-Syndrom und das Alström-Syndrom (Pankau 2005). Durch eine Makrosomie, die schon bei der Geburt oder in den ersten Lebensmonaten vorhanden ist, charakterisierte Syndrome sind u.a. das Sotos-Syndrom, das Weaver-Syndrom, das Beckwith-Wiedemann-Syndrom und das Simpson-Golabi-Behmel-Syndrom (Pankau 2005).
Momentan gibt es in der Adipositasforschung nur wenige molekulargenetische Befunde. Dazu gehören einige Genidentifikationen bei syndromalen Formen und wenige seltene monogene Formen. Dabei werden rezessive von dominanten monogenen Formen unterschieden (Hebebrand et al. 2003). Bislang sind 4 monogen autosomal rezessive Formen beim Menschen, welche durch Mutationen im Leptin-, Leptinrezeptor-, Prohormon-Convertase-I-(PC-I)- und Proopiomelanocortingen zu einer Adipositas führen, bekannt (Hebebrand et al. 2003). Historisch an erster Stelle stehen die Mutationen im Leptingen (Hebebrand et al. 2004). Das Hormon Leptin (ob-Protein) beeinflusst über die Bindung an Leptinrezeptoren Energieaufnahme und -verbrauch, Reproduktion und Hämatopoese. Es wird in Fettzellen synthetisiert und in die Blutbahn sezerniert (Hebebrand et al. 1998). Die Serumspiegel korrelieren mit der Körperfettmasse (Wirth 1997). Aus dem Fehlen des Hormons resultiert ein ständiger Hunger und Gewichtsanstieg (vgl. Holub und Götz 2003). 1998 wurden noch 2
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dominante Formen der Adipositas, denen Mutationen im Melanocortin-4-Rezeptor (MC4R) zugrunde liegen, entdeckt. Allerdings sind nur 2-4 % der adipösen Personen davon betroffen (Hebebrand et al. 2003).
3.5.2 Umweltfaktoren
3.5.2.1 Ernährungsgewohnheiten
Eine zu hohe Energieaufnahme und ein zu niedriger Energieverbrauch führen zwangsläufig zu einer positiven Energiebilanz, deren Resultat Übergewicht und Adipositas sind (Holub und Götz 2003).
Generell wurden keine auffälligen Unterschiede bei den Nahrungspräferenzen und im Ernährungswissen von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit vom Gewichtsstatus gefunden (Kersting 2005a). Bei Erwachsenen fanden sich gegenteilige Resultate. Obwohl die Studien inkonsistente Ergebnisse aufweisen, kann man allgemein sagen, dass es Unterschiede in der Ernährungsweise und im Wissen um Ernährungsfragen zwischen adipösen und nichtadipösen Personen gibt (vgl. Wirth 1997). So zeigten sich Unterschiede in der Verteilung der Nahrungsaufnahme über den Tag und in der Wahl der zugeführten Nahrungsmittel. Demnach präferieren Übergewichtige bevorzugt energiedichte Nahrungsmittel (vgl. Wirth 1997).
Geschmackspräferenzen werden als gelernte Präferenzmuster aufgefasst (Westenhöfer 1999). Nur die Vorliebe für Süßes unterliegt einer genetischen Disposition (Westenhöfer 1999). Deswegen bevorzugen jüngere Kinder meist süße aber auch salzige Nahrungsmittel, lehnen dagegen Saueres, Bitteres und Unbekanntes ab (Hebebrand 2005). Die Ernährungsgewohnheiten und Aktivitätsmuster der Kinder werden schon in der frühen Kindheit geprägt. Später kommen Einflüsse durch den Gruppendruck oder das Lebensmittelmarketing hinzu (Kersting 2005a). Die Verzehrgewohnheiten und Geschmackspräferenzen der Eltern sowie deren Gewichtsstatus und Erziehungsstil beeinflussen bei Kindern hauptsächlich den Lebensmittelverzehr und damit auch das Adipositasrisiko (Kersting 2005a). Die Essensauswahl innerhalb der Familie ist wiederum von Traditionen und ökonomischen Möglichkeiten geprägt. Der zu beobachtende Trend hin zur Auflösung der traditionellen Mahlzeitenstrukturen, wie z.B. der Anstieg des Außer-Haus-Verzehrs, wirkt sich negativ auf die Ernährungsweise aus. Die Energieaufnahme ist dabei durch die meist energie- sowie fettreicheren Speisen und die größeren Portionen erhöht (Kersting 2005a).
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In der DONALD-Studie wurde herausgefunden, dass es, gemessen an den Empfehlungen, ein Missverhältnis der Makronährstoffe bei der Nahrungsaufnahme gibt. Es werden wenig pflanzliche Lebensmittel, zu viel fettreiches Fleisch und energiereiche Süßigkeiten verzehrt (vgl. Chahda 1999, Kersting 2005a). Auch eine hohe Eiweißzufuhr in frühen Lebensjahren stellt ein Risiko für Übergewicht und Adipositas dar (vgl. Zwiauer 2005). Ebenso beeinflusst die Werbung die heutigen Ernährungsgewohnheiten. Denn es werden vorzugsweise fett- und zuckerhaltige Lebensmittel angepriesen. Da die Kinder einen erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Eltern haben, werden die verlockenden Angebote der Nahrungsmittelindustrie gekauft und konsumiert (vgl. Diehl 1999)
3.5.2.2 Körperliche Aktivität
Verantwortlich für die Abnahme des Energieverbrauchs ist vor allem der Bewegungsmangel. Dieser hat vermutlich auch den bedeutenderen Anteil an der epidemiologischen Ausbreitung der Adipositas (vgl. Hauner und Berg 2000). Ursachen, welche vor allem durch den modernen Lebensstil bedingt sind, sind u.a. die Zunahme des Medienkonsums und die Abnahme der zur Bewältigung des Alltages benötigten Aktivität (vgl. Hebebrand und Bös 2005). Dazu zählt z.B. anstatt Treppen zu steigen, Fahrstühle oder Rolltreppen zu benutzen. Überdies werden heute u.a. der Schulweg oder der Weg zum Besuch von Freunden zunehmend mittels öffentlicher oder privater Verkehrsmittel bewältigt etc (Warschburger et al. 1999). Der Fernsehkonsum hat innerhalb der letzten 20 Jahre erheblich zugenommen. Man kann zu jeder Tageszeit aus einer vielfältigen Programmauswahl wählen. Serien sowie eigene Kindersender und -sendungen verleiten dazu, regelmäßig fern zu sehen (Hebebrand und Bös 2005). Für Kinder ist der Fernseh-, Video- und PC-Konsum eine einfache Freizeitgestaltung. Durch dieses veränderte Freizeitverhalten verlernen sie, sich selbst zu beschäftigen, ersetzen körperliche Aktivität durch sitzende Tätigkeiten und setzen somit ihren Energieverbrauch herab. Weiterhin bedingt das Fernsehen durch häufig vorkommendes Nebenbei-Essen eine erhöhte Energieaufnahme (Hebebrand und Bös 2005). In einer Untersuchung wurde ein dosisabhängiger Zusammenhang zwischen dem Ausmaß des Fernsehkonsums und der Inzidenz von Übergewicht festgestellt (Zwiauer 1998b). Ebenfalls bedingen die Auflösung der Großfamilien und die Zunahme Alleinerziehender, dass Kinder mehr fernsehen und sich überwiegend allein beschäftigen müssen (Hebebrand und Bös 2005). Durch die rückläufige Kinderzahl, die
Arbeit zitieren:
Magistra Scientiarum Franziska Hauskeller, 2005, Einflussfaktoren auf den Gewichtsstatus von Kindern und Jugendlichen - Präventionsansätze bei Übergewicht und Adipositas, München, GRIN Verlag GmbH
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