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Gliederung
1. Einleitung Seite 3
1.1 Definition Tourismus Seite 3
1.2 Definition Entwicklungsländer Seite 4
2. Dimension des Tourismus in der Dritten Welt Seite 4
3. Formen des Tourismus in der Dritten Welt Seite 7
3.1 Cluburlaub (Dominikanische Republik) Seite 7
3.2 Safariurlaub (Kenia) Seite 9
3.3 Ökotourismus (Ecuador insb Galápagos) Seite 14
4. Auswirkungen auf die Zielländer Seite 20
4.1 wirtschaftliche Auswirkungen Seite 21
4.2 soziokulturelle Auswirkungen Seite 22
4.3 ökologische Auswirkungen Seite 24
5. Schlusswort Seite 27
6. Literatur Seite 28
Titelfoto: Indische Touristen vor dem Taj Mahal bei Agra (Fotograf: R Jüngst)
In: Geographische Rundschau 55 H 3
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1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit ist der Tourismus in der Dritten Welt. Mit Hilfe dieser schriftlichen Ausarbeitung sollen die Dimension und die Formen des Dritte-Welt-Tourismus dargestellt werden. Des weiteren sollen die Auswirkungen auf die Zielländer in wirtschaftlicher, soziokultureller und ökologischer Hinsicht untersucht werden.
Um den Einstieg in diese Thematik zu vereinfachen folgt im Anschluss an diese Einleitung ein kurzes Kapitel mit Definitionen von Tourismus und Entwicklungsländern.
Die zentrale Fragestellung innerhalb dieser Arbeit ist, inwieweit der Tourismus in den Zielländern als Motor der Entwicklung und des wirtschaftlichen Aufschwungs zu sehen ist oder ob die Vorteile durch den Tourismus in den „Entwicklungsländern“ doch eher marginal sind und die Nachteile und negativen Auswirkungen überwiegen.
Der letzte Themenblock beinhaltet ein Fazit und die Beantwortung der zentralen Fragestellung.
1.1 Definition Tourismus
Tourismus oder Fremdenverkehr ist der „zusammenfassende Ausdruck für alle Erscheinungen und Wirkungen, die mit der Reise von Personen an einen Ort, der nicht ihr Wohn-, Arbeits- oder Versorgungsort ist, sowie mit dem, meist längerfristigen, Aufenthalt an diesem Ort zusammenhängen. Nicht zum Fremdenverkehr gehört also der Pendel- und Einkaufsverkehr sowie der nicht mit einer Übernachtung verbundene Naherholungsverkehr. Die Fremdenverkehrsstatistik zählt nur Reisen mit mindestens einer entgeltlichen Übernachtung zum Fremdenverkehr, während aus geographischer Sicht die Distanzüberwindung und raumrelevante Aktivitäten am besuchten Ort die wichtigsten Bestimmungskriterien sind. Je nach dem Zweck der Reise unterscheidet
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man z.B. Erholungs- und Vergnügungs-, Bildungs-, Kongress- und Heil- (Bäder-) –tourismus (-reiseverkehr), Geschäftsreiseverkehr usw.“ 1
1.2 Definition Entwicklungsländer
Der Begriff „Entwicklungsländer“ bezeichnet die „Ländergruppe, auch als Dritte Welt bezeichnet, die im Vergleich zu den Industrieländern weniger weit entwickelt ist. Einige Merkmale sind relativ hohes Bevölkerungswachstum, unzureichende Nahrungsmittelversorgung, Analphabetismus, Polarisierung traditioneller und moderner Wirtschaftsstrukturen, niedriges Pro-Kopf-Einkommen und Kapitalmangel. Eine international verbindliche Liste der Entwicklungsländer gibt es nicht. Die Vereinten Nationen, die Weltbank und der Entwicklungshilfe-Ausschuss (DAC) der OECD gehen zwar von ähnlichen Kriterien aus, bewerten diese jedoch unterschiedlich.“ 2 Im Jahr 1996 existierten
nach diesem Kriterienkatalog 140 Entwicklungsländer. Davon befanden sich 6 in Europa, 51 in Afrika, 33 in Amerika, 41 in Asien und 9 in Ozeanien. 1971 wurde von der UNO eine neue Kategorie unter dem Begriff Least Developed Countries (LDC) eingeführt. Diese Kategorie vereint die rückständigsten Entwicklungsländer. Insgesamt werden 47 LDC’s gezählt, davon befinden sich 32 in Afrika, 14 in Asien und Ozeanien und 1 in Lateinamerika. 3
2. Dimension des Tourismus in der Dritten Welt
Der internationale Tourismus gehört zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Weltwirtschaft. Konzentrierte sich der internationale Tourismus in den 50er und 60er Jahren noch auf Europa und Nordamerika, gewannen die Entwicklungsländer ab Mitte der 60er Jahre zunehmend an Bedeutung. Die Touristenankünfte in Ländern der Dritten Welt stiegen zwischen 1990 und 1998 von 130 Mio. auf 190 Mio., was einer Steigerung von 46 % entspricht. Gemessen an den weltweiten Touristenankünften entfallen 30 %
1 Leser, Hartmut: Wörterbuch allgemeine Geographie. S. 229.
2 Ebd. S. 174.
3 Vgl. Microsoft Encarta Professional 2003 „Entwicklungsländer“
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aller Reisen auf die Entwicklungsländer. 4 Die größten Steigerungen erfahren
hierbei China und Mexiko (siehe Abbildung 1).
Abb. 1: Die 12 wichtigsten Ziele des Entwicklungsländer-Tourismus und deren Anteil am gesamten EL-Tourismus nach den Touristenankünften 2000 im Vergleich mit 1985 sowie deren Rang in der entsprechenden Abfolge aller Länder in der Welt und im Vergleich mit ausgewählten Industrienationen 5
Bereits in jedem dritten Entwicklungsland ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle für Devisen. Der internationale Tourismus erwirtschaftet als einer der wichtigsten globalen Wirtschaftszweige fast 11 % des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und stellt rund 8 % aller direkten und indirekten Arbeitsplätze auf der Welt. Es wird weiter mit einer Steigerung des Entwicklungsländer-Tourismus gerechnet und die World Tourism Organisation (WTO) prognostiziert bis zum Jahr 2020 sogar ein überproportionales Wachstum. 6 Die gesteigerte Nachfrage lässt sich durch folgenden Faktoren erklären. Zum einen durch die gesteigerte Nachfrageseite der Industrieländer. Die
4 Vgl. Aderhold, Peter: Tourismus in Entwicklungsländern. Eine Untersuchung über Dimension, Strukturen, Wirkungen und Qualifizierungsansätze im Entwicklungsländer-Tourismus. S. 3.
5 Vorlaufer, Karl: Tourismus in Entwicklungsländern. In: Geographische Rundschau 55, H. 3, S. 7.
6 Vgl. Aderhold, Peter: Tourismus in Entwicklungsländern. S. 3.
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Einkommen steigen, der Bevölkerung steht immer mehr Freizeit zur Verfügung und mit der Zeit sind die Fremdsprachenkenntnisse und die Reiseerfahrungen gestiegen. Ein wichtiger Faktor sind die gestiegenen Kapazitäten in der zivilen Luftfahrt (Großraumflugzeuge) und durch die moderne Kommunikationstechnologie, z.B. durch das Internet und Online-Reservierungen, ist es möglich für den Großteil der Bevölkerung in kürzester Zeit eine Fernreise zu buchen. Durch die Deregulierung im Luftverkehr kam es zudem zu einem rapiden Preisverfall, so dass sich immer mehr Menschen eine Fernreise leisten können. Des weiteren sind Barrieren und Hindernisse wie z.B. Einreise-und Devisenbestimmung sukzessive abgebaut worden. 7
Trotz der Steigerung welche die Entwicklungsländer erfahren haben und sicherlich mehr Menschen in der Dritten Welt im Zuge dieser Entwicklung vom Tourismus profitieren, bleibt doch festzuhalten das der Wirtschaftszweig Tourismus weiterhin von den Industrieländern dominiert und gesteuert wird. Rund 50 % aller touristischen Ankünfte und circa zwei Drittel der weltweiten Einnahmen im Tourismus entfallen auf die Industrieländer. Zusätzlich zu den gravierenden Unterschieden zwischen Industrie und Entwicklungsländern, existieren auch starke Disparitäten innerhalb der Dritten Welt. So hat Afrika beispielsweise insgesamt einen Weltmarktanteil von 3,99 % (1990). Davon entfallen allerdings 61,6 % auf Nordafrika, gefolgt von Ostafrika mit 16 % und Westafrika mit 13,2 %. Das südliche Afrika hat trotz der relativ starken Stellung von Südafrika nur einen Anteil von 7 % und abgeschlagen auf dem letzten Rang liegt Zentralafrika mit 2,2 %. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch in Lateinamerika und Asien beobachten. 8
7 Vgl. Vorlaufer, Karl: Tourismus in Entwicklungsländern. S. 4 f.
8 Vgl. Leffler, Ulrich : Auswirkungen des Tourismus in Entwicklungsländern – eine Beurteilung auf der Basis neuerer Analysen des Ferntourismus. S. 2 ff.
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3. Formen des Tourismus in der Dritten Welt
Im Laufe der Zeit haben sich im Tourismus allgemein und auch im Entwicklungsländer-Tourismus charakteristische Formen herausgebildet. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit drei ausgeprägten Formen des Tourismus in der Dritten Welt. Für jede Form versuche ich die Besonderheiten und die positiven sowie negative Folgeerscheinungen darzustellen, alles an einem konkreten Beispiel veranschaulicht. Beginnen möchte ich mit dem Cluburlaub am Beispiel der Dominikanischen Republik.
3.1 Cluburlaub (Dominikanische Republik)
Die Dominikanische Republik nimmt mit einer Fläche von 48 422 km² den östlichen Teil der Insel Hispaniola (etwa zwei Drittel der Insel) ein und grenzt im Westen an Haiti. In der Dominikanischen Republik lebten Ende der 1990er Jahre 7,68 Millionen Einwohner. 9 Mehr als 30% der Einwohner konzentrieren sich auf die Hauptstadt Santo Domingo. 10
Der Fremdenverkehr bringt für das Land steigende Deviseneinnahmen. Die Dominikanische Republik steht mit knapp 2,8 Mio. Besuchern im Jahr 2002 auf dem zweiten Platz der begehrtesten Zielländer hinter Puerto Rico. Von 1,4 Mio. Auslandsgästen stiegen die Touristenankünfte um 100% innerhalb von 10 Jahren. Die meisten Touristen stammen aus Europa (2002: knapp 1 Mio.), an zweiter Stelle steht der US-amerikanische, gefolgt vom kanadischen Markt.
Besonders ausgeprägt ist der sog. „All-inlcusive Cluburlaub“, nicht nur in der Dominikanischen Republik, sondern im ganzen karibischen Raum. 48 der besten 100 All-inclusive Hotels der Welt befinden sich in der Karibik. Ein großer Nachteil der All-inclusive Touristen ist der nur marginale Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung und die geringe Auseinandersetzung der Reisenden mit ihrem Zielland. Weiterhin hat die ortsansässige Bevölkerung
9 Vgl. Diercke Länderlexikon. Georg Westermann Verlag. Braunschweig, 1999.
10 Vgl. Vorlaufer, Karl: Tourismus in Entwicklungsländern. S. 180.
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kaum eine Möglichkeit am All-inclusive Tourismus zu verdienen. Die Händler, häufig sog. „fliegende Händler“ aus dem informellen Sektor, werden als Belästigung der Touristen angesehen. Die Hotelanlage wird abgeschottet und bewacht und die einheimische Bevölkerung hat keinen Zugang zum Bade-strand. Die Einheimischen werden somit von den Devisenquellen ferngehalten und partizipieren nicht an der Einnahmequelle Tourismus. 11
Vorteilhaft an All-inclusive Ferienanlagen ist ihre Unabhängigkeit von der Versorgungsstruktur der Inseln, sie versorgen ihre Gäste ohne auf die Infrastruktur des Landes angewiesen zu sein. Dadurch werden bei der Niederlassung einer All-inclusive Ferienanlage gerade periphere Räume bevorzugt, was bei einem Blick auf Abbildung 2 bestätigt wird.
Abb. 2: Die raumzeitliche Entfaltung des Beherbergungsgewerbes in der Dominikanischen Republik 12
Durch diese touristische Erschließung der Peripherie konnte einer weiteren Verschlechterung der räumlichen Disparitäten entgegengewirkt werden. Die pull-Faktoren der Hauptstadt verringerten sich und durch die wichtigen Ba-
11 Vgl.Vorlaufer, Karl: Tourismus in Entwicklungsländern. S. 123 ff.
12 ebd. S. 181
Arbeit zitieren:
Steffen Becker, 2004, Tourismus in der Dritten Welt, München, GRIN Verlag GmbH
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