Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 1
2. Anfänge der Wirtschaftskrise Seite 1
2.1 Der Weg in die Krise Seite 1
2.2 Verschuldung während der Militärdiktatur Seite 2
3. Der Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft Seite 3
3.1 Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang Seite 3
3.2 Politische Maßnahmen und deren Wirkungen Seite 4
3.3 Maßnahmen des IWF und deren Wirkungen Seite 6
3.4 Auswirkungen auf die argentinische Gesellschaft Seite 7
3.5 Auswirkungen auf die Weltwirtschaft Seite 9
4. Der Weg aus der Krise Seite 9
4.1 Lösungsansätze Seite 10
5. Schlusswort Seite 11
6. Quellenverzeichnis Seite 12
7. Anhang Seite 14
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1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit ist der Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft. Mit Hilfe dieser schriftlichen Ausarbeitung sollen die Fakten und Erklärungen für das Scheitern der argentinischen Wirtschaft, die Anfänge der Wirtschaftskrise und eventuelle Wege aus der Krise beschrieben werden.
Die zentrale Fragestellung dabei ist, in wie weit die Schuld der Krise der argentinischen Wirtschaftspolitik zuzuschreiben ist oder ob es sich um ein „Versuchskaninchen“ der neoliberalen Wirtschaftsordnung handelte. Beschritt Argentinien den Weg in die Krise alleine und als souveräner Nationalstaat oder gibt es mehrere Verant-wortliche für den wirtschaftlichen Niedergang Argentiniens? Weiterhin werden die Maßnahmen des Internationalen Währungsfonds, seinen ehemaligen Musterschüler Argentinien vor dem wirtschaftlichen Abgrund zu retten, beschrieben und deren Wirkungen erläutert.
Außerdem werde ich in dieser Hausarbeit versuchen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, sowohl auf die argentinische Gesellschaft als auch auf die Weltwirtschaft, aufzuzeigen.
Der letzte Themenblock behandelt etwaige Lösungsansätze, um die Krise zu überwinden. Zum Abschluss dieser Arbeit gebe ich ein kurzes Fazit über die wichtigsten Geschehnisse und versuche einen Ausblick zu liefern.
2. Anfänge der Wirtschaftskrise
2.1 Der Weg in die Krise
Um die Wirtschaftskrise in Argentinien zu erläutern und die Fakten und Erklärungen zu untersuchen, ist es sicherlich zu kurzsichtig, nur die letzten Jahre in Betracht zu ziehen und die Schuldigen nur in den vorangegangenen gewählten Regierungen zu suchen.
Vielmehr hatte die Krise in Argentinien ihren Ursprung schon in den 1980er Jahren. Eine äußerst ungünstige Ausgangslage für alle nachfolgenden Regierungen wurde mit der immensen Staatsverschuldung während der Militärdiktatur in den Jahren 1976 - 1983 geschaffen.
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2.2 Verschuldung während der Militärdiktatur
Im März 1973 gewannen die Peronisten die Präsidentschaftswahlen in Argentinien und Juan Domingo Perón wurde mit mehr als 61 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Seine dritte Frau, Isabel de Perón, wurde Vizepräsidentin. Am 1. Juli 1974 verstarb Juan Domingo Perón und seine Frau wurde Regierungsoberhaupt. In den folgenden Jahren verschlechterte sich die politische und wirtschaftliche Lage enorm und in Folge dessen ergriff eine Militärjunta, angeführt von Generalleutnant Jorge Rafael Videla, am 24. März 1976 die Macht. Die Junta löste die Gesetzgebung auf, verhängte das Kriegsrecht und herrschte durch Verordnungen. 1 Die Militärjunta nahm immense Kredite auf und finanzierte damit Rüstungsimporte aus den USA und Europa, weiterhin wurde auch die Unterdrückung der eigenen Bevölkerung mit mehr als 30.000 Verschwundenen mit diesen Krediten finanziert. Der Anteil der Löhne am BIP sank in den Jahren von 1976 - 1983 von 43 Prozent auf 22 Prozent und die Aus-landsverschuldung stieg von 7,8 Mrd. US$ auf 45,1 Mrd. US$. 2 Somit hatten die nachfolgenden Regierungen mit einem Schuldenberg von 45 Mrd. US$ zu kämpfen. Ferner wurden die erwirtschafteten Gewinne während der Diktatur auf illegale Weise ins Ausland transferiert. In den Jahren 1980 - 1982 wurden so nach Angaben der Weltbank 21 Mrd. US$ ins Ausland geschafft. Die Kapitalflucht nahm sogar größere Ausmaße an als die Neuverschuldung des Landes. Die Militärjunta benützte die aufgenommenen Kredite zu 44 Prozent zur Finanzierung der Kapitalflucht, 33 Prozent verschlang der Schuldendienst und 23 Prozent wurde in Rüstungsimporte investiert. 3 „ Die Diktatur verursachte eine Verschuldungskrise und die offizielle Übernahme der Führung der argentinischen Finanzen durch den Internationalen Währungsfonds.“ 4 Argentinien war in den achtziger Jahren weltweit und auf den amerikanischen Kontinent bezogen sicherlich kein Einzelfall bezüglich einer hohen Auslandsverschuldung. Vielmehr war es hauptsächlich eine Krise der lateinamerikanischen Länder. 5 Zur
1 Vgl. Diercke Länderlexikon. Georg Westermann Verlag, Braunschweig, 1999. „Argentinien“.
2 Vgl. Zacharie, Arnaud: Die Ursachen der argentinischen Krise. Aus: Grain de sable Nr. 294 von Attac France, 2001. S.1.
3 Vgl. Fanizadeh, Andreas: Argentinien: Pleite dank Liberalismus und IWF - Der Weg in den Bankrott. 2001.
4 Zacharie, Arnaud: Die Ursachen der argentinischen Krise. S.1.
5 Vgl. Sangmeister, Hartmut: Die Auslandsverschuldung Lateinamerikas. Aus: Brennpunkt Latein- amerika, Institut für Iberoamerika-Kunde Hamburg, Nr. 09-02, 2002. S. 90.
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damaligen Zeit wurde die Meinung vertreten, dass es sich bei der Verschuldungskrise nur um ein Liquiditätsproblem der betroffenen Länder handele und so kam es zur weiteren Aufnahme ausländischer Finanzmittel. Das Ergebnis dieser Politik war ein noch tieferes Versinken in der „Schuldenfalle“ durch das Nichteintreten des prognostizierten Wirtschaftswachstums. 6
3. Der Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft
Im folgenden Kapitel sollen die Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang Argentiniens dargelegt werden. Zu nennen wären dabei das Fehlverhalten der Vorgängerregierung(en), Korruption und Steuerhinterziehung, Auslandsverschuldung, die Dollarkopplung und externe Faktoren, wie die zeitweilige Euro-Schwäche, Brasiliens Alleingänge im MERCOSUR und die Real-Abwertung. Nun gilt es diese Faktoren in Zusammenhang zu setzen und deren Gewicht bei der Argentinienkrise zu beurteilen.
3.1 Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang
Die im November 1983 demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Raúl Alfonsin schien die wirtschaftlichen Probleme mit Hilfe des Schuldendienstes einigermaßen unter Kontrolle bekommen zu haben. Aufgrund der immer stärker ansteigenden Inflation kam Alfonsin jedoch 1989 zu Fall und der peronistische Populist Carlos Menem an die Macht. Dieser versuchte die horrende Inflation zu mindern, indem er den argentinischen Peso in einem festen Wechselkurs von eins zu eins an den US-Dollar koppelte. Diese Dollarparität wurde der argentinischen Wirtschaft, vor allem für den exportierenden Sektor, bald zum Verhängnis. Die argentinischen Produkte wurden durch den festen Wechselkurs im Vergleich zu anderen Nationen zu teuer und hatten somit mit immensen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Das Wirtschaftswachstum stagnierte und Argentinien war auf dem Weltmarkt durch die höheren Preise nicht mehr konkurrenzfähig. 7 Ein weiteres Problem eines Currency Boards stellt die sogenannte Deckungspflicht dar, d.h. es darf nur so viel inländische Währung im Umlauf sein, wie Devisen zur Verfügung stehen. Mit Beginn der Asienkrise hatten sich die internationalen Investoren jedoch in Zurückhaltung geübt.
6 Vgl. Sangmeister, Hartmut: Die Auslandsverschuldung Lateinamerikas. S. 92 f.
7 Vgl. Nolte, Detlef: Trendwende in Argentinien? Ist Domigo Cavallo erneut der Retter? Aus: Brenn- punkt Lateinamerika, Institut für Iberoamerika-Kunde Hamburg, Nr. 06-01, 2001. S. 64.
Arbeit zitieren:
Steffen Becker, 2003, Der Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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