I
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung. 1
B. Der Autor und sein Werk. 1
I. Biographie Peter-Jürgen Boock. 1
II. Entstehung und Anlass des Werkes. 3
C. Die historische Situation: Terrorismus der RAF. 4
I. Erste Generation der RAF. 4
1. Wurzeln in der Studentenbewegung. 4
2. Der Kaufhausbrand. 4
3. Die Flucht. 5
4. Die Befreiung Baaders: Geburtsstunde der Roten Armee Fraktion. 5
5. Die Offensive. 6
6. Die Haftzeit. 6
II. Zweite Generation der RAF. 6
1. Ziele und Motivation 6
2. Gruppen und terroristische Aktivitäten. 7
a.) Gruppe 4.2. 7
b.) Stockholm. 7
c.) Haag-Mayer-Bande. 7
d.) Offensive 77. 8
aa.) Ermordung des Siegfried Buback. 8
bb.) Ermordung des Jürgen Ponto. 8
cc.) Attentat auf die Bundesanwaltschaft. 8
dd.) Die Schleyer-Entführung. 8
III. Dritte Generation und Auflösung der RAF. 9
D. Die Haftbedingungen. 10
I. Die Haftbedingungen aus der Sicht Peter-Jürgen Boocks. 10
1. Erlebte Haftsituation. 10
a.) Räumliche Umgebung. 10
b.) Kommunikation nach außen. 11
aa.) Briefe und Pakete. 11
bb.) Besuch 12
c.) Kommunikation nach innen. 13
d.) Umkleiden. 13
e) Durchsuchungen 13
II
2. Schlussfolgerungen Boocks. 14
II. Das Strafvollzugsgesetz von 1977. 15
1. Zustand vor Inkrafttreten in den sechziger Jahren bis 1976. 15
2. Die Zielrichtung des Vollzugs seit 1977. 16
a.) Vollzugsziel Resozialisierung. 16
b.) Sicherheit als Vollzugsaufgabe. 17
3. Zusammenfassung. 18
III. „Hochsicherheitshaft“ 18
1. Entwicklung der Haftbedingungen für die RAF-Mitglieder seit 1972. 18
a.) Bis Stammheim (1972 bis 1974) 18
b.) In Stammheim (1974 bis 1977) 19
c.) Haftbedingungen nach 1977. 20
2. Die Bedeutung der Haftbedingungen für die RAF. 21
3. Abgrenzung zwischen „Hochsicherheitshaft“ und „Normalvollzug“ 21
4. Problematik der Inhaftierung politisch motivierter Gewalttäter. 22
5. Zusammenfassung. 25
E Schlusswort 25
III
Literaturverzeichnis
Aust, Stefan Der Baader Meinhof Komplex, 8. Auflage, München 1998
Bakker Schut, Pieter H. Stammheim: der Prozeß gegen die Rote Armee Fraktion, Kiel 1986
Boock, Peter-Jürgen Schwarzes Loch: Im Hochsicherheitstrakt, Reinbek bei Hamburg 1991
Dünkel, Frieder Empirische Forschung im Strafvollzug: Bestandsaufnahme und Perspektiven, Bonn 1996
Kaiser, Günther Strafvollzug, 4. Auflage Heidelberg 1992 Kerner, Hans-Jürgen Schöch, Heinz
Kaiser, Günther Strafvollzug, 5. Auflage, Heidelberg 2002 Schöch, Heinz
Krause, Thomas Geschichte des Strafvollzugs: von Kerkern des Altertums bis zur Gegenwart, Darmstadt 1999
Krenberger, Verena Psychoanalyse im modernen deutschen Strafvollzug: Untersuchung der Geeignetheit unter philosophischen Gesichtspunkten, Stuttgart 2003
Laubenthal, Klaus Strafvollzug, 3. Auflage 2002
Mechler, Achim Psychatrie des Strafvollzugs, Stuttgart 1981
Oesterle, Kurt Stammheim: die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck, Tübingen 2003
Peters, Butz RAF, Terrorismus in Deutschland, Stuttgart 1991
Schwind, Hans-Dieter Strafvollzugsgesetz (Kommentar), 3. Auflage, Berlin 1999 Böhm, Alexander
IV
Veith, Jürgen Sicherungsmaßnahmen und Resozialisierung im Erwachsenenvollzug, Dissertation, Bonn 1993
1
A. Einleitung
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Freiheitsentzug und Literatur“ anhand des Buches „Schwarzes Loch: Im Hochsicherheitstrakt“ von Peter-Jürgen Boock. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensgeschichte Boocks, sein krimineller Werdegang im Rahmen des Terrorismus der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) und die von ihm geschilderten Haftbedingungen für RAF-Terroristen. Die von Boock vermittelte Haftsituation und seine persönliche Bewertung sollen beschrieben und mit der (historischen) Entwicklung der Haftbedingungen für RAF-Mitglieder in Zusammenhang gebracht werden, wobei die Bedeutung der Haftsituation für die RAF mitberücksichtigt wird. Der „Hochsicherheitsvollzug“ soll ferner dahingehend untersucht werden, inwieweit er mit dem vom Strafvollzugsgesetz 1977 geforderten Behandlungsvollzug im Einklang steht.
B. Der Autor und sein Werk
I. Biographie Peter-Jürgen Boock
Peter-Jürgen Boock wurde am 3. September 1951 in Schleswig-Holstein geboren. 1 Als Sohn eines im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht dienenden Berufssoldaten wurde er früh mit der Vergangenheit seines Vaters und damit auch der deutschen konfrontiert. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit dem Vater. Seine Familie zog nach Hamburg. Erfasst von der allgemeinen Politisierung, gründete er mit 15 Jahren den „Aktionskreis unabhängiger Schüler“ (AUSS). Boock versuchte eine Flucht in die DDR, wurde aufgrund seines Alters (unter 16) jedoch zurückgeschickt. 2 Wieder zu Hause, pflegte er seine kranke Großmutter. Als Boock 1968 die Schule abbrach und eine Lehre als Maschinenschlosser begann, knüpfte er Kontakte zur Gewerkschaftsjugend und zum „Sozialistischen Deutschen Studentenbund“ (SDS). Die aus diesen Kontakten resultierenden Streitigkeiten mit seinen Eltern bewegten ihn dazu, seine Lehre schon nach wenigen Wochen abzubrechen und in eine Kommune in die Niederlande zu ziehen, wo er verstärkt mit Drogen in Kontakt kam. Nach einer Festnahme wegen Rauschgiftbesitzes im Herbst 1968 beging er noch in der Untersuchungshaft in Holland einen Selbstmordversuch. 3
1 Aust S. 87
2 Aust S. 88
3 Boock S. 117
2
Wieder nach Deutschland abgeschoben, wurde er nacheinander in verschiedene Erziehungsheime eingewiesen. Im Erziehungsheim Renghausen bei Kassel lernte er unter anderem Andreas Baader und Gudrun Ensslin kennen, die dort bis November 1969 im Rahmen eines sozialen Projektes Jugendliche betreuten, auch mit dem Hintergedanken, „neues revolutionäres Potential“ zu erschließen. 4
Nach dem Ausbruch aus dem Heim fand Boock eine zeitlang in der Wohngemeinschaft der späteren RAF-Gründungsmitglieder in Frankfurt Unterschlupf. In dieser Zeit wurde er zunehmend drogenabhängig. 5 Er bekam die Diskussionen der Gruppe über einen bewaffneten Kampf mit, fühlte sich zugehörig. Sein Wunsch, in die Gruppe aufgenommen zu werden, wurde jedoch mit Hinweis auf sein junges Alter (17) abgelehnt. 6 Nach der Verhaftung der Gruppe um Baader, Ensslin und Meinhof im Juni 1972 engagierte sich Peter-Jürgen Boock zunächst in legalen Unterstützergruppen für deren Freilassung. 7 Er nahm schon hier Kontakt zu den in Stammheim Inhaftierten auf und kündigte ihnen Befreiungsversuche an. 8 Spätestens im November 1976 ging Boock in den Untergrund. 9 Im Untergrund engagierte er sich zunächst in der sogenannten „Haag-Mayer-Bande“ 10 , die, nach der Verhaftung Siegfried Haags und Roland Mayers am 30. November 1976 unter Führung der wenig später 11 entlassenen Brigitte Mohnhaupt, als „Offensive 1977“ weitergeführt wurde. In dieser Gruppe beteiligte sich Boock maßgeblich an terroristischen Aktivitäten. 12 Im Mai 1978 wurde er zusammen mit anderen RAF-Mitgliedern, darunter Brigitte Mohnhaupt, in Jugoslawien verhaftet, jedoch schon wenige Monate später wieder freigelassen. Er setzte sich zunächst in den Jemen ab. 13 Bei einem Banküberfall am 19. November 1979 in Zürich, an dem Boock sich beteiligte, kam eine unbeteiligte Passantin durch Schüsse der Täter ums Leben. 14 Dies war für Peter-Jürgen Boock der Anlass, sich von der RAF um die
4 Peters, Butz S. 59
5 Boock, S. 118
6 Aust S. 96
7 Boock S. 118
8 Aust S. 285
9 Peters, Butz S. 212
10 Peters, Butz S. 209
11 Am 8. Februar 1977
12 Siehe unten, „Offensive 77“, S. 8
13 Peters, Butz S. 279
14 Peters, Butz S. 448; Die Weltwoche, Ausgabe 38/01
3
Jahreswende 1979/80 zu trennen. 15 Er wurde schließlich im Januar 1981 verhaftet und am 7. Mai 1984 vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen seiner Beteiligung an den Aktionen der „Offensive 1977“ zu dreimal lebenslänglich und 15 Jahren Haft verurteilt. In der Revision 1986 wurde die Strafe allerdings auf einmal lebenslänglich gemindert. 16
Peter-Jürgen Boock bestritt lange die ihm gemachten Vorwürfe des mehrfachen Mordes und Mordversuchs und beteuerte, nur geringfügigen Anteil an den Aktionen der RAF gehabt zu haben. Erst Anfang der neunziger Jahre gab er zu, dass die Vorwürfe wahr sind. 17 Seit seiner Haftentlassung 1998 lebt Peter-Jürgen Boock als Autor in Süddeutschland.
II. Entstehung und Anlass des Werkes
Peter-Jürgen Boocks Buch „Schwarzes Loch - Im Hochsicherheitstrakt“ besteht aus einer Sammlung von Essays und erschien im Jahre 1988. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Autor bereits etwa 7 Jahre in Haft. Die Texte enthalten Erlebnisse und Gedanken des Autors während der Inhaftierung. Entstanden sind einige bereits lange vor Veröffentlichung des Buches, nämlich in den ersten Monaten und Jahren seiner Inhaftierung. Boock begann erstmals im Gefängnis zu schreiben. 18 Er betrachtete diese Möglichkeit als einzige Chance, seine Individualität gegen die Außenwelt zu behaupten: „Es war ein Akt der Notwehr, um nicht irre zu werden an den Haftbedingungen.“ 19 Schrift sei für einen Gefangenen die einzige Möglichkeit, Kontakt nach draußen aufrecht zu erhalten, und müsse daher vieles an Gefühlen transportieren können. Dennoch - oder gerade deswegen - war das Schreiben für Boock ein „Drahtseilakt“. 20 Seine Texte wurden von verschiedenen Insitutionen wie beispielsweise der Staatsanwaltschaft gelesen, so dass er nichts verheimlichen konnte. Dadurch fühlte er sich angreifbar für Versuche der Vereinnahmung durch diese Institutionen. Beim Schreiben sei es schwierig gewesen, „die Schere im Kopf der Staatsschützer nicht zur eigenen werden zu lassen“. 21
Den Grund für die Veröffentlichung des Buches liefert er selbst: Er möchte Aufklärungsarbeit leisten, die Gesellschaft auf die Bedingungen in den so
15 Die Weltwoche, Ausgabe 38/01
16 Boock S. 119
17 Die Zeit, 1. August 1997
18 Boock S. 110 ff.
19 Boock S. 110
20 Boock S. 115
21 Boock S. 115
4
genannten „Hochsicherheitstrakten“ aufmerksam machen. Sein Antrieb und Ziel ist die Abschaffung dieser, nach seiner Ansicht, unmenschlichen Haftbedingungen, die er „Isolationsfolter“ nennt. 22
C. Die historische Situation: Terrorismus der RAF
I. Erste Generation der RAF
1. Wurzeln in der Studentenbewegung
Bereits in den sechziger Jahren entwickelte sich vor allem in Berlin eine neue politische Bewegung. Begründet wurde sie von jungen Studenten, die aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands stammten. Sie waren im Nachkriegsdeutschland im Wohlstand aufgewachsen und suchten gegenüber ihrer Elterngeneration nach neuen Lebenszielen. 23 Der Krieg in Vietnam kristallisierte sich als ein wichtiges politisches Thema heraus. Ab etwa Mitte der sechziger Jahre kam es immer wieder zu teils schweren Zusammenstößen der Protestbewegung mit der Polizei. Diese verfolgte eine Politik der Härte und ging auch gegen friedliche Demonstrationen brutal vor. Öffentlichkeit und Presse empörten sich über die Studenten, die vor allem im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) organisiert waren. 24 Die Studentenproteste erreichten einen Höhepunkt durch den Tod des Studenten Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 in Berlin während einer Demonstration durch den Schuss eines Polizisten starb. 25 Der Tod Benno Ohnesorgs radikalisierte viele der Studenten. Sie sahen sich in ihrer Kritik an der Staatsgewalt und dem herrschenden System bestätigt. Durch den ersten Toten brachen viele Dämme, zunächst theoretischer Natur: Gewaltsame Provokationen wurden vermehrt diskutiert. Nach einem Kaufhausbrand in Brüssel im Mai 1967, der hunderte Tote zur Folge hatte, zogen studentische Aktivisten Parallelen zur Bombardierung vietnamesischer Städte durch die USA unter Einsatz von Napalm. Sie riefen dazu auf, den Krieg in Vietnam durch Kaufhaus-Brandstiftungen in Europa, für die Europäer „erlebbarer“ zu machen. 26
2. Der Kaufhausbrand
22 Boock S. 8, S. 102
23 Peters, Butz S. 41
24 Peters, Butz S. 42 ff.
25 Peters, Butz S. 49
26 Aust S. 49: „burn, ware-house, burn“ (24.05.1967)
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Ralph Schmitt, 2004, Zum Thema Freiheitsentzug und Literatur: Peter-Jürgen Boocks "Schwarzes Loch" - Die Haftbedingungen der RAF-Mitglieder, München, GRIN Verlag GmbH
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Planung meiner pädagogischen Arbeit in einem ev. Schulkinderhaus
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Praktikumsbericht / -arbeit, 20 Seiten
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Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hausarbeit, 29 Seiten
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