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Räume der Obdachlosigkeit

Title: Räume der Obdachlosigkeit

Seminar Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Rieke Leemhuis (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit stellt die Ausarbeitung eines Referats zum Thema Kultur der Obdachlosigkeit dar, das ich im „Seminar Raumkonzepte ethnologischer Stadtforschung“ gehalten habe.
Die Studie „Kultur der Obdachlosigkeit in der Hamburger Innenstadt“ bildet die Grundlage dieser Arbeit. Diese Studie untersucht eine bestimmte Gruppe von Obdachlosen (die „Budengruppe“) in einem begrenzten Feld. Von dieser Arbeit ausgehend möchte ich darstellen wie und wo Raum innerhalb dieser Untersuchung eine Rolle spielt. Dann werde ich auf die Vertreibung Obdachloser aus dem öffentlichen Raum eingehen. Zunächst sollen theoretischen Grundlagen dieser Vertreibung und Ausgrenzung erläutert werden. Dann werde ich Umlenkungs- und Vertreibungsstrategien am Beispiel der untersuchten „Buden Gruppe“ darstellen. Abschließend möchte ich die Ergebnisse mit der Theorie Bourdieus zusammenführen und hier mein Augenmerk auf den sozialen Raum und den Zusammenhang zwischen Macht und Raum legen. Aufgezeigt werden soll, welche Räume Obdachlose besetzten, welche Funktionen Räume haben können, wie konkrete Orte aussehen, die im Leben Obdachloser eine Rolle spielen und wo, wie und aus welchen Gründen es zu Ausgrenzung aus Räumen oder im Zusammenhang mit Räumen kommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Die ethnologische Felduntersuchung

3. Raum

3.1 Der Funktionswechsel von Raum

3.2 Territorien und Abgrenzung

3.3 Die Platten

3.4 Die Buden

4. Theoretische Grundlage (räumlicher) Ausgrenzung

4.1 Umlenkung und Vertreibung der Budengruppe

5. Zusammenführung der Ergebnisse mit der Theorie Bourdieus

6. Schlusswort

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Obdachlose in der Hamburger Innenstadt den städtischen Raum nutzen, strukturieren und aus diesem verdrängt werden. Im Zentrum steht dabei die Analyse von Machtverhältnissen und die Frage, wie durch räumliche Kontrolle soziale Ausgrenzung gegenüber marginalisierten Gruppen praktiziert wird.

  • Kultur der Obdachlosigkeit und räumliche Aneignung.
  • Vertreibungs- und Umlenkungsstrategien im öffentlichen Raum.
  • Theoretische Verknüpfung mit dem Konzept des sozialen Raums nach Pierre Bourdieu.
  • Einfluss von Privatisierung und Hausrecht auf den Ausschluss obdachloser Menschen.
  • Rolle von gruppenspezifischen Territorien wie „Platten“ und „Buden“.

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Funktionswechsel von Raum

Die Autoren schildern wie sich die Innenstadt mit Übergang zur Nacht verändert. Tagsüber ist die Innenstadt vor allem Ort des Konsums. Die Akteure, die sich in der Innenstadt tagsüber aufhalten oder bewegen, kaufen ein, arbeiten dort oder besuchen kulturelle Veranstaltungen. Nachts baut sich eine Art Parallelwelt auf in der sowohl die Akteure, als auch die Funktion der Innenstadt ausgetauscht werden. Die Obdachlosen ziehen nach Geschäftschluss mit ihrem Gepäck zu ihrer jeweiligen Schlafstelle („Platte“) und bauen nicht nur ihre Platten sondern auch eine Parallelwelt auf. Sie nutzen die Innenstadt nicht im gewohnten Sinne, sondern als ihren Schlafplatz. Die Eingangsbereiche der Geschäfte, über die vorher die „Orte des Konsums“ erreicht wurden, werden zu Schlafstätten umfunktioniert (Kokot 2004:14).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung erläutert die Grundlagen der Untersuchung der „Budengruppe“ sowie die Zielsetzung, Raumkonzepte und Vertreibungsstrategien im Kontext der Obdachlosigkeit zu analysieren.

2. Die ethnologische Felduntersuchung: Dieses Kapitel fasst die methodischen Ansätze der zugrunde liegenden Feldforschung zusammen, die insbesondere durch teilnehmende Beobachtung die Lebenswelt einer spezifischen Obdachlosengruppe in Hamburg dokumentierte.

3. Raum: Hier wird der städtische Raum als Lebensraum und Wohnort definiert, wobei Funktionen, Territorien sowie die Bedeutung von Rückzugsorten wie Schlafplätzen und Treffpunkten (Buden) herausgearbeitet werden.

4. Theoretische Grundlage (räumlicher) Ausgrenzung: Dieses Kapitel widmet sich den Mechanismen der Privatisierung und Sicherheitsdiskursen, die zur systematischen Vertreibung von Obdachlosen aus dem öffentlichen Raum führen.

5. Zusammenführung der Ergebnisse mit der Theorie Bourdieus: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Ergebnisse, wobei das Verhältnis von Macht und Raum sowie die soziale Exklusion anhand Bourdieus Konzept des sozialen Raums interpretiert werden.

6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die zentrale Bedeutung des öffentlichen Raums für obdachlose Menschen und betont, dass der Kampf um Raum auch ein Kampf um gesellschaftliche Existenzberechtigung darstellt.

7. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen und Forschungsarbeiten auf.

Schlüsselwörter

Obdachlosigkeit, Raumkonzepte, Ethnologie, Hamburger Innenstadt, soziale Ausgrenzung, Privatisierung, Machtverhältnisse, Pierre Bourdieu, Budengruppe, Vertreibung, öffentlicher Raum, Stadtforschung, Stigmatisierung, Territorien, soziale Exklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die räumlichen Dimensionen von Obdachlosigkeit und analysiert, wie sich obdachlose Menschen städtische Orte aneignen und wie sie gleichzeitig durch Ausgrenzungsmechanismen aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Nutzung von Stadt als Lebensraum, die Funktion von Territorien wie „Platten“ und „Buden“, die Auswirkungen von Privatisierung auf den öffentlichen Raum sowie die damit verbundenen Machtverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, am Beispiel der sogenannten „Budengruppe“ in Hamburg aufzuzeigen, wie Raum als Machtinstrument genutzt wird, um marginalisierte Gruppen zu kontrollieren und vom gesellschaftlich akzeptierten „prime space“ auszuschließen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Sekundäranalyse einer ethnologischen Langzeituntersuchung, die mittels teilnehmender Beobachtung und Befragungen die Innensicht der Betroffenen dokumentiert hat.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Funktionswechsel von Raum, die Bedeutung von sozialen Grenzen unter Obdachlosen, die Rolle der Buden als Knotenpunkte sowie die theoretische Verknüpfung dieser Beobachtungen mit dem Konzept des sozialen Raums nach Pierre Bourdieu.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Obdachlosigkeit, Raumkonzepte, Machtverhältnisse, soziale Ausgrenzung, Vertreibung, Privatisierung und ethnologische Stadtforschung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen „Räumen“ im Kontext von Obdachlosigkeit?

Es wird in Anlehnung an die Literatur zwischen „prime space“ (Raum der höher gestellten Bevölkerung) und „marginal space“ (von der Gesellschaft vernachlässigte oder den Randgruppen überlassene Räume) differenziert.

Welchen Einfluss hat die „Soziale Initiative City“ (SIC) laut der Autorin auf die Budengruppe?

Die SIC wirkte als Akteur, der durch Umlenkungsstrategien und die politische Koordination zwischen Geschäftswelt und Polizei darauf hinwirkte, Obdachlose aus zentralen Einkaufsbereichen in die Peripherie oder aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit zu bewegen.

Welche Rolle spielt die Theorie von Pierre Bourdieu in der Argumentation?

Bourdieu dient dazu, die im physischen Raum sichtbare Verdrängung als Ausdruck von Machtverhältnissen im sozialen Raum zu deuten: Wer über kein Kapital verfügt, verliert oft den „Kampf“ um den öffentlichen Raum und damit einen Teil seiner gesellschaftlichen Existenz.

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Details

Title
Räume der Obdachlosigkeit
College
University of Hamburg  (Institut für Ethnologie)
Course
Ethnologie des Raumes
Grade
2,1
Author
Rieke Leemhuis (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V72722
ISBN (eBook)
9783638730549
ISBN (Book)
9783638755061
Language
German
Tags
Räume Obdachlosigkeit Ethnologie Raumes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rieke Leemhuis (Author), 2006, Räume der Obdachlosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72722
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