Literaturverfilmungen - Adaption oder unabhängige Kunst?
Eine vergleichende Analyse von Camilo José Celas
Roman „La Colmena“ und seiner Verfilmung durch Mario Camus
von
Heide Junker
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Exkurs: Intertextualität und Intermedialität 4
2.1 Intertextualität 4
2.2 Intermedialität 4
3 Literatur und Film 5
4 La Colmena 7
4.1 Der Roman „La Colmena“ 7
4.2 Der Film „La Colmena“ 7
4.2.1 Raum und Zeit 8
4.2.2 Figuren 10
4.2.3 Semiotik und stilistische Mittel 12
5 Zusammenfassung 14
6 Anhang: Sequenzprotokoll „La Colmena“ 16
Literaturverzeichnis 21
Medienverzeichnis 21
1 Einleitung
Literatur ist seit Anbeginn des Filmzeitalters Thema des Filmes gewesen. Schon in der Stummfilmzeit widmeten sich renommierte Regisseure wie bspw. Friedrich Wilhelm Murnau1 bekannten Werken der Weltliteratur. Aber auch die Literatur hat sich, beeinflusst durch das Medium Film, verändert. Filmische Erzählweisen werden literarisch umgesetzt und verändern die Rezeption der Leser. Die heutigen Formen der Intertextualität und Intermedialität verwischen die Grenzen der einzelnen Medien immer stärker.
Nachdem der postmoderne Film der 90er Jahre scheinbar beliebig intertextuelle Bezüge in exzessivem Maße aufgenommen hatte, vollzog sich in den letzten Jahren eine Kehrtwende in der Form, dass nun explizit wieder einzelne künstlerische Werke und kulturhistorische Aspekte zum Thema der Filme gemacht werden. Seit Beginn dieses Jahrhunderts sind viele Remakes und insbesondere mehrere Literaturverfilmungen entstanden. Im Zuge der Aktualität dieses Themas halte ich es für interessant, sich eingehender mit diesem Phänomen zu befassen. Was genau ist die Verfilmung eines Romans? Ist es die bloße Adaption eines literarischen Werkes? Kann der Film neben dem Anspruch den die Literatur als Kunstwerk erhebt, bestehen? Oder müssen Literaturverfilmung als eigenständiges (Kunst-)Werk gesehen werden? Diese und weitere Fragen stellen sich einem bei dem Vergleich von Literatur und ihrer Verfilmung, und ihnen möchte ich in dieser Hausarbeit nachgehen. Ich werde mich dabei an dem Beispiel des Romans „La Colmena“ von Camilo José Cela orientieren, dessen Verfilmung aus dem Jahre 1982 ein preisgekrönter und für den Oscar nominierter Film ist. Auch wenn der Rahmen dieser Hausarbeit teilweise recht eng gesteckt ist, will ich im Folgenden einige Zusammenhänge zwischen Film und Literatur aufdecken, aber auch Unterschiede deutlich kennzeichnen. Am Ende, so hoffe ich, wird ein kleiner Überblick geschaffen sein, der verdeutlicht, welche Faszination die literarischen Stoffe auf die Filmszene ausüben.
2 Exkurs: Intertextualität und Intermedialität
Bei der Analyse der Eigenarten von Literatur und Film und der Untersuchung von Literaturverfilmungen, stößt man unweigerlich auf die beiden Begriffe der Intertextualität und Intermedialität. Beide Begriffe liegen sehr dicht beieinander und werden je nach wissenschaftlichem Ausgangs- bzw. Standpunkt, nach Untersuchungsgegenstand, nach Schule, der man angehört, unterschieden bzw. teilweise synonym gebraucht. Aus diesem Grund werde ich im Folgenden beide Begrifflichkeiten kurz bestimmen und im Folgenden mit dieser Bedeutung verwenden.
2.1 Intertextualität
Ausgehend von der Bedeutung des Wortes „Intertext“ kann von einem „Zwischentext“ geredet werden, einem Text, der zwischen einem Prä- und einem Folgetext steht und so einen Zusammenhang zwischen diesen kreiert. Dabei ist für die Definition weiterhin von Bedeutung, mit welchem Inhalt der Begriff „Text“ belegt wird. Es wäre möglich, diesen, wie beispielsweise das Zeitlexikon definiert, als ein „ im Wortlaut festgelegte, i. d. R. schriftlich fixierte, zusammenhängende sprachliche Äußerung; [...]“ (Die Zeit 2005, S. 486) zu sehen, wobei dies meiner Meinung nach den Intertextualitätsbegriff zu sehr einengt; denn sinnvoller wäre es, einen erweiterten Textbegriff zu verwenden, der über die sprachliche Äußerung hinausgeht und auch visuelle, auditive und kulturelle Codes einbezieht. Auf den filmischen Kontext bezogen findet in einem ersten Schritt die Intertextualität in der Produktion statt. Der zweite Schritt wird durch den Rezipienten bestimmt. Dieser kontextualisiert, geprägt durch sein Vorwissen, die Prätexte und misst ihnen eine bestimmte Bedeutung zu. In diesem Sinne werde ich den Begriff Intertextualität im Folgenden gebrauchen.
2.2 Intermedialität
Der Begriff der Intermedialität baut auf dem der Intertextualität auf. Je nach Definition des Intertextualitätbegriffes dient er bei einer eng gefassten Begrifflichkeit dazu, „ Phänomene zu erfassen, bei denen andere Medien ins Spiel kommen und Mediengrenzen überschritten werden“ (Rajewsky 2002, S. 52), oder aber bei einer weiter gefassten Definition dazu, verschiedene Medien in die Betrachtung mit einzubeziehen, spezifische Medienwechsel zu kennzeichnen und ihre Besonderheiten hervorzuheben (vgl. Rajewsky 2002, S. 52).
3 Literatur und Film
[...]
1 Murnau verfilmte, noch zu Stummfilmzeiten, bekannte Werke wie bspw. Goethes „Faust“ (F. W. Murnau: Faust - Eine deutsche Volkssage, 1926, 116 Min.) oder Bram Strokers „Dracula“ (F. W. Murnau: Nosferatu, eine Symphonie des Grauens, 1922, 94 Min.). Hier zeigt sich schon eine wichtige Tendenz. Es ging Regisseuren nicht nur darum, hochkarätige Klassiker zu verfilmen, sondern auch darum, ein breites Publikum anzusprechen und Unterhaltungsliteratur aufzunehmen (IMDb - Murnau)
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Heide Junker, 2006, Literaturverfilmungen - Adaption oder unabhängige Kunst? Eine vergleichende Analyse von Camilo José Celas Roman „La Colmena“ und seiner Verfilmung durch Mario Camus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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