Universität Potsdam, Sommersemester 2005
PS Leistungsmotivationsentwicklung
Führung und Leistung
von
Sarah Piecha
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Leistung
2.2. Führungsstil / Erziehungsstil
3. Konzepte von Führungsstilen
3.1. Auswirkung des Führungsstils des Lehrers auf die Leistung des Schülers
4. Elterliche Erziehung und ihre Auswirkungen auf die Leistung ihres Kindes
4.1. Rosen & D’Andrade: Die psychosozialen Ursprünge des Leistungsmotivs
4.2. Werner Stangl: Elterliches Erziehungsverhalten und schulische Befindlichkeit
4.3. Zusammenfassung meiner Beobachtungsergebnisse
5. Schlussbetrachtung
Literaturangaben
1. Einleitung
Der Zusammenhang zwischen der Führung durch die Lehrkraft bzw. durch die Eltern und der Leistung, die die Kinder in der Schule erbringen, wurde in der modernen Literatur von vielen Autoren untersucht und diskutiert. Beginnend bei Lewin, der sich erstmals 1933 Gedanken zum Führungsstil eines Lehrers an deutschen und amerikanischen Schulen machte, über das Ehepaar Tausch, das 1964 das erste zweidimensionale Modell zur Klassifizierung der Führungsstile entwickelte, bis hin zu Rosen und D’Andrade, die Ende der 1950er Jahre erstmals den Zusammenhang zwischen Erziehung und Leistung untersuchten, gehen die wissenschaftlichen Meinungen weit auseinander. Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, den bestehenden Zusammenhang zwischen dem Führungs- bzw. Erziehungsstil und der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit von Schulkindern zu betrachten. Zu diesem Zweck werde ich Untersuchungen bekannter Autoren zu diesem Thema darstellen und erläutern. Zusätzlich habe ich eine Eltern-Kind-Beobachtung in einer Anfängerschwimmgruppe vorgenommen.
2. Begriffsbestimmungen
Zunächst möchte die Begriffe Leistung und Führungsstil bzw. Erziehungsstil getrennt voneinander betrachten. Dies ist notwendig, damit im Verlauf der Arbeit keine Missverständnisse und Fehlinterpretationen bezüglich der Begriffe entstehen.
2.1. Leistung
Bei der Definition des Begriffes Leistung stehen wir vor dem Problem, dass der Begriff in nicht immer der gleichen Weise verwendet wird. Die unterschiedliche Auffassung des Leistungsbegriffes wird vor allem dann deutlich, wenn man eine umgangssprachliche Begriffserklärung einer fachlichen gegenüberstellt. So wird Leistung in einem üblichen Lexikon für den Hausgebrauch wie folgt definiert:
„Leistung, 2) allg.: Grad einer körperl., geist. Und psych. Beanspruchung sowie deren Ergebnis.“ (Meyers Taschenlexikon, Band 9, S. 2001)
Nimmt man nun ein Fachlexikon zur Hand, so lässt sich zunächst feststellen, dass die Definition viel umfangreicher und detaillierter vorgenommen wird:
„Leistung [achievement]. In der Psychologie umfasst der L.begriff mehrere Bedeutungen: a) L. als Einheit von Vollzug und Ergebnis einer Tätigkeit […]; b) L. als Einheit von psychischer Tätigkeit und psychischer Beanspruchung; c) L. als funktionaler Begriff zur Charakterisierung psychischer Prozesse […]; d) L. als Kopplungsbegriff zur Charakterisierung spezieller psychischer Sachverhalte.
Niveau und Qualität der L. werden erfasst durch Bedingungs-, Verlaufs-, und Resultatsanalysen, speziell auch durch die Untersuchung von Best-L. und interindividuellen L.differenzen.“ (Fachlexikon ABC der Psychologie 1995, S. 267)
Laut Heckhausen, der als wichtigste Persönlichkeit der Leistungsmotivationsforschung gilt, wird Leistung an Hand von sechs Bedingungen definiert: Zunächst muss ein Handlungsresultat vorhanden sein, das auf einen Schwierigkeitsmaßstab beziehbar ist und an Hand dessen bewertet werden kann. Des Weiteren muss ein Urheber vorhanden sein, dem die Leistung zugeschrieben wird. Die gestellte Aufgabe muss von ihrer Schwierigkeit her in einem Bereich liegen, der eine Lösung ermöglicht, d.h. sie darf nicht zu leicht und nicht zu schwer sein. Zudem muss es ermöglicht werden, die Leistung nicht ausschließlich auf die Fähigkeit, sondern auch auf die Anstrengung des Urhebers zurückzuführen. (Heckhausen 1965).
Zur weiteren Untersuchung der Einflüsse auf die Leistung eines Schulkindes ist es notwendig ebenfalls den Begriff der Leistungsmotivation zu klären. Auch hier gibt es verschiedene Sichtweisen verschiedener Autoren. Das Fachlexikon ABC der Psychologie sieht Leistungsmotivation als „ein[en] hypothetische[n] Erklärungsbegriff für die individuell verschiedene, überdauernde Richtung und Stärke des Leistungsverhaltens.“ (1995, S. 269) Heckhausen definiert Leistungsmotivation als das „Bestreben, die eigene Tüchtigkeit in allen jenen Tätigkeiten zu steigern oder möglichst hoch zu halten, in denen man einen Gütemaßstab für verbindlich hält und deren Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann“ (1965, S. 604).
2.2. Führungsstil/Erziehungsstil
[...]
Arbeit zitieren:
Sarah Piecha, 2005, Führung und Leistung, München, GRIN Verlag GmbH
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