Inhaltsverzeichnis 3
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 15
1.1 Problemstellung. 15
1.2 Ziel der Arbeit 17
1.3 Aktueller Forschungsstand. 18
1.3.1 Gully-Bildung und -Entwicklung. 20
1.3.2 Einflussfaktoren der Gully-Entwicklung 23
1.3.3 Gully-Typen und -Entwicklungsgeschwindigkeiten 28
1.3.4 Gully-Erosionskontrolle und -Vermeidung 29
1.3.5 Folgen und Bedeutung der Gully-Erosion für das
Gesamterosionsgeschehen 30
1.3.6 Untersuchungsmethoden 31
2 Geographische Grundzüge des Untersuchungsraumes 34
2.1 Geologischer Bau. 37
2.2 Präquartäre Klima- und Reliefentwicklung. 41
2.3 Quartäre Klima- und Reliefentwicklung 44
2.3.1 Pleistozän. 44
2.3.2 Holozän. 46
2.4 Rezente Klimabedingungen. 48
2.4.1 Großräumiges Klima 48
2.4.2 Klimavariabilität im Sahel 50
2.4.3 Das Klima im Arbeitsgebiet 52
2.5 Hydrographie. 55
2.6 Böden 56
2.6.1 Bodenbildung in den Tropen. 57
2.6.2 Quartäre Böden und Sedimente. 58
2.6.3 Die Böden im Arbeitsgebiet. 58
2.7 Vegetation 62
2.7.1 Die Vegetation im Arbeitsgebiet 63
2.7.2 Vegetationsveränderungen. 66
2.8 Aktuelle Geomorphodynamik. 67
2 9 Untersuchungsstandorte 69
Inhaltsverzeichnis 4
3 Methoden 72
3.1 Großmaßstäbiges Luftbild-Monitoring mit dem Fesseldrachen 72
3.1.1 Maßstabsfrage und Anwendungsbereiche 72
3.1.2 Historische Entwicklung der unbemannten Luftbildphotographie 73
3.1.3 Prinzip der Fesseldrachenbefliegung 73
3.1.4 Primärdatenerhebung - Passpunktvermessung. 76
3.2 Photogrammetrische Grundlagen zur Bildorientierung und
Auswertung 76
3.2.1 Das Modell der Zentralperspektive 77
3.2.2 Analog/Digital-Wandlung. 79
3.2.2.1 Geometrisches und radiometrisches
Auflösungsvermögen 79
3.2.2.2 Scannertypen und geometrische Genauigkeit 79
3.2.3 Prinzipien des stereoskopischen Sehens 79
3.2.4 Stereoskopische Visualisierungstechniken. 83
3.2.5 Koordinatensysteme. 85
3.2.6 Orientierungsparameter 86
3.2.6.1 Innere Orientierung. 86
3.2.6.2 Äußere Orientierung. 87
3.2.6.3 Relative Orientierung durch Verknüpfungspunkte. 88
3.2.6.4 Absolute Orientierung durch Passpunkte. 89
3.2.7 Aerotriangulation 90
3.3 Darstellung und Speicherung von Höheninformationen. 93
3.3.1 Höhenmatrizen 93
3.3.2 Triangular Irregular Networks (TINs) 94
3.4 Manuelle Stereomessung und -kartierung. 95
3.5 Automatischen DG-MErstellung 96
3.6 Besonderheiten der verwendeten großmaßstäbigen Luftbilder
und ihre photogrammetrischen Auswirkungen 97
4 Zweidimensionale Veränderungskartierung des Gully-
Wachstums 99
4.1.1 Gully Gorom 99
4.1.2 Gully Inselberg-Gorom. 105
5 Scanner-Tests 111
Inhaltsverzeichnis 5
6 Vom Dia zum orientierten Bilderblock in LPS. 114
6.1 Auswahl und Digitalisierung der Bilddaten 114
6.2 Anlegen einer Blockdatei in LPS 115
6.3 Parameter der inneren Orientierung 116
6.3.1 Kamera und Kamerakalibrierung. 116
6.3.2 Zuordnung der Rahmenmarken im Bild 118
6.4 Parameter der äußeren Orientierung 120
6.4.1 Einfügen von Passpunkten 120
6.4.2 Generierung von Passpunkten für die Monitoring-Zeitpunkte
Juli und Dezember 2000 122
6.4.3 Einfügen von Verknüpfungspunkten 123
6.5 Bündelblockausgleich. 125
6.5.1 Allgemeine Einstellungen 125
6.5.2 Punktgenauigkeiten. 126
6.5.3 Innere Orientierungsgenauigkeiten. 127
6.5.4 Äußere Orientierungsgenauigkeiten 127
6.5.5 Erweiterte Einstellungen 127
6.6 Interpretation der Triangulationsergebnisse 129
6.6.1 Triangulation Summary 129
6.6.2 Der Triangulationsreport 130
6.6.3 Gully Gorom 133
6.6.3.1 Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001 133
6.6.3.2 Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2000 136
6.6.3.3 Monitoring-Zeitpunkt Juli 2000 137
6.6.4 Gully Inselberg-Gorom. 138
6.6.4.1 Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001 138
6.6.4.2 Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2000 139
7 DG-MErstellung 141
7.1 Manuelle DG-MErstellung mit Stereo Analyst am Beispiel Gully
Inselberg-Gorom 141
7.1.1 Erstellen eines neuen Feature-Projektes 141
7.1.2 3D-Kartierung im quad buffered-Stereomodus mit Shutterbrille 144
7.1.3 Analyse der Kartierungsergebnisse: Programmschwächen und
Kartierungsgenauigkeiten 145
Inhaltsverzeichnis 6
7.2 Automatische DG-MErstellung mit LPS 148
7.2.1 Allgemeine Einstellungen 148
7.2.2 Erweiterte Einstellungen 149
7.2.3 Mosaikierung, Genauigkeiten und Fehler der 3D-Modelle des
Monitoring-Zeitpunktes Dezember 2001 157
7.2.3.1 Gully Gorom. 157
7.2.3.2 Gully Inselberg-Gorom 162
7.2.4 Dreidimensionale Darstellung der Luftbildmosaike des
Monitoring-Zeitpunktes Dezember 2001 165
7.2.5 3D-Modellerstellung für die Monitoring-Zeitpunkte Dezember
und Juli 2000. 167
7.3 Vergleich der automatisch generierten Geländemodelle mit der
manuellen 3D-Kartierung. 167
8 Zusammenfassung 170
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Gully-Monitoring entlang des Transekts Südwesteuropa - Westafrika
Abb. 2 Initiale Gully-Einschneidung
Abb. 3 Aktiver Gully-headcut bei einem Abflussereignis.
Abb. 4 Gully-headcut in der Trockenzeit
Abb. 5 Bodenerosion/Vegetationsbedeckungs-Beziehung
Abb. 6 Schema eines badland-Gullies
Abb. 7 Schema eines bank-Gullies
Abb. 8 Kombinationstyp: Bank-Gullies im Unterhangbereich vereinigen sich mit
badland-Gullies im oberen Einzugsgebiet
Abb. 9 Burkina Faso: Administrative Gliederung, Klimazonen und durchschnitt-
liche Jahresisohyeten der Jahre 1960-1990
Abb. 10 Landsat T-MSzene des Arbeitsgebietes vom 5.8.2000
Abb. 11 Übersichtskarte der geologischen Einheiten West-Afrikas.
Abb. 12 Geologische Übersichtskarte von NE-Burkina Faso.
Abb. 13 Schema einer Laterit-Mesa.
Abb. 14 Verlagerung der 50-100 mm-Isohyete (klimatischer Südrand der Wüste) in
den letzten 130.000 Jahren im Verhältnis zur geographischen Breite
Abb. 15 Landschaftsgenetische und kulturhistorische Zeiträume in NE-Burkina Faso
und ihre Beziehung zu klimatischen Trends und vermuteten Klima-
schwankungen der letzten 20.000 Jahre
Abb. 16 Meridionalschnitt durch die Witterungszonen über Westafrika.
Abb. 17 Interannuelle Variabilität im Sahel von 1901 bis 1997.
Abb. 18 Klimadiagramm der Station Dori.
Abb. 19 Mittlere monatliche Luftfeuchtigkeit der Station Jalafanka (1976-1983)
Abb. 20 Monatsmittelwerte der Niederschläge unterschiedlicher Zeitreihen der
Station Dori
Abb. 21 Monatsmittelwerte der Niederschläge unterschiedlicher Zeitreihen der
Station Gorom Gorom.
Abb. 22 Jahressummen der Niederschläge im mm und 5-jähriges gleitendes Mittel
der Station Dori von 1922 -2001.
Abb. 23 Hydrographische Karte des Niger-Einzugsgebiets in NE-Burkina Faso
Abb. 24 Pedologische Übersichtskarte von NE-Burkina Faso
Abb. 25 Vegetationszonen in den nördlichen Sahelprovinzen Burkina Fasos
Abb. 26 Vegetationsabfolge der Gehölzgesellschaften und der Krautschicht in
verschiedenen Bereichen des Glacis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 27 Schematischer Querschnitt durch einen jungquartären Dünenzug im
zentralen Teil des Untersuchungsgebietes mit dem typischen Mosaik
verschiedener Gehölzgesellschaften
Abb. 28 Typisches Vegetationsmosaik der Gehölzgesellschaften an einem Inselberg
in relativer Siedlungsnähe
Abb. 29 Schematisches Blockbild der unterschiedlichen Landschaftseinheiten in
NO-Burkina Faso
Abb. 30 Lage der Arbeitsgebiete im Nordosten von Burkina Faso
Abb. 31 Rokkaku-Drachen des Instituts für Physische Geographie
Abb. 32 Prinzip der Fesseldrachenbefliegung
Abb. 33 Kameraaufhängung mit montierter Pentax-Spiegelreflexkamera
Abb. 34 Modell der Zentralperspektive
Abb. 35 Versatz von Bildpunkten bei unterschiedlichen Geländehöhen.
Abb. 36 Prinzip des natürlichen stereoskopischen Sehens
Abb. 37 Korrespondierende Bildposition von zwei Geländepunkten.
Abb. 38 Schematische Profilansicht eines Stereopaares und der korrespondierenden
Bildpositionen der Bildpunkte sowie der Parallaxenunterschiede
Abb. 39 X-Parallaxe in einem Anaglyphenbild in Abhängigkeit von der
Geländehöhe.
Abb. 40 Künstliches stereoskopisches Sehen (schematisch)
Abb. 41 Epipolar- bzw. Kernstrahlgeometrie zwischen zwei Stereoluftbildern.
Abb. 42 Y-Parallaxe in einem Anaglyphenbild
Abb. 43 Screenshot eines im Anaglyphenverfahren dargestellten Bildpaares in
Stereo Analyst.
Abb. 44 Unterschiedliche Koordinatensysteme und Parameter der äußeren
Orientierung
Abb. 45 Bild- und Pixelkoordinatensystem
Abb. 46 Parameter der inneren Orientierung
Abb. 47 Relative Orientierung bei einem Bildpaar.
Abb. 48 Absolute Orientierung
Abb. 49 Aerotriangulation (räumlicher Vorwärtsschritt)
Abb. 50 Überlappungsbereiche eines reguläreren Blocks von Luftbildern
Abb. 51 Prinzip des Bündelblockausgleiches
Abb. 52 Bildpyramidenstruktur
Abb. 53 TIN-Modell
Abb. 54 Suche nach korrelierenden Bildpunkten mit Hilfe der Epipolargeometrie
und der Suchfenster
Abbildungsverzeichnis
Abb. 55 Veränderung der Aufnahmebasis (b) je nach Verkippung der Bilder.
Abb. 56 Gully Gorom, Luftbildmosaik und Kartierung des Monitoring-Zeitpunktes
Juli 2000
Abb. 57 Gully Gorom, Luftbildmosaik und Kartierung des Monitoring-Zeitpunktes
Dezember 2000
Abb. 58 Gully Gorom, Luftbildmosaik und Kartierung des Monitoring-Zeitpunktes
Dezember 2001
Abb. 59 Gully Gorom, Erweiterungsbereiche der Beobachtungsjahre 2000 und 2001.
Abb. 60 Bodenprofil in der Sandrampe am Hang des Quarzitinselberges Collines de
Gagara
Abb. 61 Luftbildmosaik des Gully Inselberg-Gorom vom Monitoring-Zeitpunkt Juli
2000.
Abb. 62 Luftbildmosaik und flächenhafte Kartierung der Veränderungen für jeden
Monitoring-Zeitpunkt (Juli 2000, Dezember 2000 und Dezember 2001) des
Gullies Inselberg-Gorom.
Abb. 63 Gully Inselberg-Gorom, Erweiterungsbereiche der Beobachtungsjahre
2000, 2001 und Gesamterweiterungsbereich von Juli 2000 bis Dezember
2001.
Abb. 64 Einfacher Klapprahmen ohne Glas mit ausgefrästen Bildecken
Abb. 65 GEPE 40 x 40 mm Diarahmen mit Anti-Newton-Glas.
Abb. 66 „Set Frame-Specific Information“-Dialog.
Abb. 67 Programmoberfläche von LPS („Project Manager“)
Abb. 68 Die graphische Darstellung der Verzeichnungsfehler als Funktion der
Radialabstände der Pentax Z50P-Spiegelreflexkamera mit 50 mm-Normal-
und 28 mm-Weitwinkelobjektiv.
Abb. 69 Schema eines Dias mit Zuordnung der Rahmenmarken-Koordinaten.
Abb. 70 „Frame Camera Frame Editor“ zur Messung der Rahmenmarken
Abb. 71 Messen der nicht klar erkennbaren, abgerundeten Bildecken.
Abb. 72 Minimale GCP-Verteilung in Abhängigkeit von der Blockgröße und
Bildanordnung.
Abb. 73 Messen der Passpunkte im Bild im „Point Measurement“-Dialog
Abb. 74 „Strategy“-Parameter für die automatische Verknüpfungspunktsuche.
Abb. 75 Allgemeine Einstellungen im „Aerial Triangulation“-Dialog
Abb. 76 Einstellung der Bild- und Geländepunktgenauigkeiten im „Aerial
Triangulation“-Dialog
Abb. 77 Erweiterte Einstellungen im „Aerial Triangulation“-Dialog
Abb. 78 Beispiel einer „Triangulation Summary“
Abb 79 Angabe der bei der Triangulation verwendeten Einheiten
Abbildungsverzeichnis
Abb. 80 Bildkoordinaten der GCPs und Tie Points
Abb. 81 Affine Transformationsparameter zwischen dem Pixel- und
Bildkoordinatensystem.
Abb. 82 Ergebnisse eines „Advanced Robust Blunder Checkings“
Abb. 83 Äußere Orientierungsparameter
Abb. 84 Genauigkeiten der äußeren Orientierungsparameter.
Abb. 85 Parameter der inneren Orientierung
Abb. 86 Residuen der GCPs.
Abb. 87 Geländekoordinaten aller Punkten
Abb. 88 Die Residuen der Bildpunkte
Abb. 89 „Triangulation Summary“ des Bilderblockes Gully Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001
Abb. 90 Ausschnitt aus dem LPS-Triangulationsreport des Bilderblockes Gully
Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001
Abb. 91 Orientierter Bilderblock ausgewählter großmaßstäbiger Luftbilder vom
Gully Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001
Abb. 92 „Triangulation Summary“ des Bilderblockes Gully Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2000
Abb. 93 Orientierter Bilderblock der großmaßstäbigen Luftbilder vom Gully Gorom
zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2000
Abb. 94 „Triangulation Summary“ des Bilderblockes Gully Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Juli 2000
Abb. 95 Orientierter Bilderblock der großmaßstäbigen Luftbilder vom Gully Gorom
zum Monitoring-Zeitpunkt Juli 2000
Abb. 96 „Triangulation Summary“ des Bilderblockes Gully Inselberg-Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001
Abb. 97 Ausschnitt aus dem LPS-Triangulationsreport des Bilderblockes Gully
Inselberg-Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001.
Abb. 98 Orientierter Bilderblock ausgewählter großmaßstäbigen Luftbilder vom
Gully Inselberg-Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001.
Abb. 99 „Triangulation Summary“ des Bilderblockes Gully Inselberg-Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2000
Abb. 100 Orientierter Bilderblock der großmaßstäbigen Luftbilder vom Gully
Inselberg-Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2000
Abb. 101 „Texture Filtering“- und „Texture Memory Usage“-Optionen im Stereo
Analyst
Abb. 102 „Feature Classes“-Rider mit den manuell erstellten Klassen
Abb. 103 Auswahl der für die Kartierung vorgesehenen LPS Blockdatei sowie des
Stereomodells im „Stereo Model“-Rider
Abbildungsverzeichnis 11
Abb. 104 Schräglage der Augenbasis relativ zur Geländeoberfläche aufgrund
unterschiedlicher Flughöhen zwischen den Bildern eines Stereomodells. 143
Abb. 105 Programmoberfläche des Stereo Analyst 144
Abb. 106 In Stereo Analyst kartierte 3D-Objekte in ArcScene visualisiert. 146
Abb. 107 Aus den im Stereo Analyst kartierten 3D-features erstelltest TIN 147
Abb. 108 Spitzen und Löcher im Geländemodell im Bereich kartierter Überhänge
aufgrund des 2,5D-TI-NFormates 147
Abb. 109 „DTM Extraction“-Dialog 149
Abb. 110 „Image Pair“-Rider des „DTM Extraction Properties“-Dialoges. 151
Abb. 111 „Area Selection“-Rider des „DTM Extraction Properties“-Dialoges 151
Abb. 112 „Set Strategy Parameters“-Dialog mit den „Default“-Einstellungen für den
Überlappungsbereich. 153
Abb. 113 DGM vom headcut-Bereich des Gully Gorom mit der „Region Strategy“-
Einstellung „Default“ 153
Abb. 114 DGM vom headcut-Bereich des Gully Gorom mit den „Region Strategy“-
Einstellungen „Default“ für den Gully-Bereich, „Flat Areas“(siehe Abb.
115) für den Glacisbereich und „Exclude Areas“ für die Baumbereiche. 154
Abb. 115 „Set Strategy Parameters“-Dialog mit den Einstellungen für flache
Geländebereiche 155
Abb. 116 Schema der automatischen DG-MGenerierung in LPS bei kleinster
Suchfenstergröße im „Set Strategy Parameters“-Dialog mit der Einstellung
„DTM Filtering High“ 155
Abb. 117 DGM vom headcut-Bereich des Gully Gorom mit den „Region Strategy“-
Einstellungen „Default“ für den Gully-Bereich und „Flat Areas“ für den
Glacisbereich - 2fach überhöht. 156
Abb. 118 „DTM Point Status Image“ des automatisch erstellten DGMs aus Abb. 117 157
Abb. 119 Orientierte Stereomodelle des Gully Gorom, auf denen die für die
Mosaikierung verwendeten DGMs basieren 158
Abb. 120 Differenzbilder von den Überlappungsbereichen der für die Mosaikierung
des Gully Goroms verwendeten DGMs 159
Abb. 121 Im ERDAS Imagine „Viewer“ für die Mosaikierung der DGMs digitalisier-
te AOIs 160
Abb. 122 Schrägansicht des dreidimensionalen Mosaiks des Gully Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001- 2fach überhöht 161
Abb. 123 Aufsicht auf das dreidimensionale Mosaik des Gully Gorom zum
Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001 - 2fach überhöht 162
Abb. 124 Orientierte Stereomodelle des Gully Inselberg-Gorom auf denen die für die
Mosaikierung verwendeten DGMs basieren (Screenshots aus LPS) 162
Abb. 125 Differenzbild vom Überlappungsbereich der für die Mosaikierung des
Gully Inselberg-Goroms verwendeten DGMs 163
Abbildungsverzeichnis 12
Abb. 126 Links: 3D-Modelle im ERDAS Imagine „Viewer“ mit den definierten
AOIs (rechts) Rechts: Auf den im ERDAS Imagine „Viewer“ definierten
AOIs basierende Ausschnitte der 3D-Modelle im ERDAS Imagine „Mosaik
Tool“ 163
Abb. 127 Unterschiedliche Ansichten des dreidimensionalen Mosaiks des Gully
Inselberg-Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001 - 2fach
überhöht. 164
Abb. 128 Seitliche Rinnen, die sich rückschreitend von der Hauptrinne aus in die
Sandrampe einschneiden 165
Abb. 129 Schrägansicht des dreidimensionalen Mosaiks des Gully Inselberg-Gorom
überlagert mit dem Luftbildmosaik zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember
2001- 2fach überhöht. 166
Abb. 130 Schrägansicht des dreidimensionalen Mosaiks des Gully Gorom überlagert
mit dem Luftbildmosaik zum Monitoring-Zeitpunkt Dezember 2001- 2fach
überhöht. Fehler Textmarke nicht definiert.
Abb. 131 Fehlerhaftes DGM vom Gully Inselberg-Gorom zum Monitoring-Zeitpunkt
Dezember 2000 167
Abb. 132 Überlagerung der manuell kartierten 3D-features mit dem automatisch in
LPS generierten Geländemodell. 168
Abb. 133 Automatisch in LPS erstellte Höhenlinenkarte mit Höhenlininen im
Abstand von 10cm vom headcut des Gully Gorom: Links: Senkrechte
Aufsicht Rechts: Schrägansicht. 169
Abb. 134 Automatisch in LPS erstellte Höhenlinenkarte mit Höhenlininen im
Abstand von 10cm vom zentralen Bereich des Gully Inselberg-Gorom:
Links: Senkrechte Aufsicht Rechts: Schrägansicht 169
Tabellen- und Fotoverzeichnis 13
Tabellenverzeichnis
Tab. 1 Klima- und Vegetationszonen des Sahels 62
Tab. 2 Überblick über die zu erzielenden Maßstäbe und Bodenauflösungen 76
Tab. 3 Sedimentanalysen des Glacis im nördlichen headcut-Bereich des Gully
Gorom. 100
Tab. 4 Niederschlagssummen in Millimeter der Regenzeitmonate der
Beobachtungsjahre 2000 und 2001 (Station: Gorom Gorom) 103
Tab. 5 Sedimentanalysen der Sandrampe am Hang des Quarzitinselberges Collines
de Gagara. 107
Tab. 6 Technische Daten und Merkmale der verwendeten Diascanner 111
Tab. 7 Zusammenfassung der Triangulationsergebnisse der unterschiedlichen
Ausgangsbedingungen 113
Tab. 8 Symmetrische Verzeichung in Abhängigkeit des Radiums in 1/1000 mm
des 50 mm-Normalobjektives 117
Tab. 9 Symmetrische Verzeichung in Abhängigkeit des Radiums in 1/1000 mm
des 28 mm-Weitwinkelobjektives 117
Tab. 10 Z-Koordinaten der generierten Passpunkte des Monitoring-Zeitpunktes
Dezember 2000 und die in Stereo Analyst aus dem Stereomodell des
Monitoring-Zeitpunktes Dezember 2001 abgelesenen Geländehöhen dieser
Punkte. 123
Tab. 11 Z-Koordinaten der generierten Passpunkte des Monitoring-Zeitpunktes Juli
2000 und die in Stereo Analyst aus dem Stereomodell des Monitoring-
Zeitpunktes Dezember 2001 abgelesenen Geländehöhen dieser Punkte 123
Fotoverzeichnis
Foto 1 Gully bei Oursi im Sahel Burkina Fasos, aufgenommen mit einem
Fesseldrachen aus etwa 100 Meter Höhe im Juli 2000 19
Foto 2 Gully in Südspanien (Salada 4): Deutlich erkennbar ist der scharfe
Übergang zwischen Fläche und Gully 20
Foto 3 Aktiver plunge pool (Ebrobecken, Spanien) 22
Foto 4 Pipe entlang eines Trockenrisses im headcut-Bereich des Gully Gorom
(NE-Burkina Faso) 26
Foto 5 Schrägluftbild mit Blick über die weite Glacis-Fläche im Dezember 2000
bei Gorom Gorom 35
Foto 6 Blick vom Inselberg Gangaol nach Nordwesten auf Inselberge und
tafelbergartige Flächenreste mit Lateritkrusten. 35
Foto 7 Blick vom Dünenzug bei Oursi nach Süden auf den Ost-West verlaufenden
spätpleistozänen Altdünenzug von Kaya 36
Tabellen- und Fotoverzeichnis 14
Foto 8 Links: Abgeerntetes Hirsefeld mit Hirsespeicher. Die restlichen Stoppeln
dienen während der Trockenzeit als Viehfutter. Rechts: Hirsefeld in der
Regenzeit. 37
Foto 9 Granitinselberg in der Region Aribinda 42
Foto 10 Lateritkrusten-Inselberg bei Gangaol. 43
Foto 11 Großflächige Überschwemmung in flachen Senken auf dem Glacis nach
einem Starkregenereignis 69
Foto 12 Stereoarbeitsstation im quad buffered-Stereomodus mit Infrarotsteuerung
zur Synchronisation auf dem Monitor und Stereobrille 84
Foto 13 Schrägluftbild des Gully Gorom - aufgenommen im Dezember 2001 vom
Fesseldrachen aus etwa 100 m Höhe. 99
Foto 14 Durch Unterspülung und Dispergierung des Unterbodens nachgebrochene
Sackungspolyeder im headcut-Bereich des Gully Gorom im Juli 2000 100
Foto 15 Seitenerosion an einer Insel im Prallhangbereich des Gully Gorom -
aufgenommen im Juli 2000 vom Fesseldrachen aus etwa 80 m Höhe. 101
Foto 16 Äolische Sandrampe am Collines de Gagara, einem quarzitischen
Inselberg. Zwischen Inselberghang und Sandrampe hat sich ein Gully
eingeschnitten 106
1 Einleitung 15
1 Einleitung
Die Arbeit entstand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs 268 „Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne“ - Teilprojekt D5. Sie knüpft eng an die bisher behandelten Fragestellungen bezüglich der aktuellen Landschaftsentwicklung (siehe ALBERT 2002; MÜLLER 2003) in dem stark anthropo-zoogen überprägten sahelischen Raum an. Aktuell ist im sahelischen Arbeitsgebiet, dem nördlichen Oudalan Burkina Fasos (siehe Abb. 30), eine Zerschneidung der weiträumig dominierenden Glacis-Rumpfflächen, der spätpleistozänen pedogenetisch verfestigten Altdünenzüge, sowie der Sandrampen an Inselberghängen durch Gully-Systeme zu beobachten. Diese Landschaftseinheiten unterliegen einem starken Nutzungsdruck, vor allem durch den Hirseanbau im Bereich der Altdünenzüge und die Weidenutzung in der gesamten Region. Die sich dadurch verringernde Vegetationsbedeckung erhöht die Erosionsanfälligkeit des Bodens. HUDSON (1995: 285) definiert Gullies als “...a steep-sided eroding watercourse which is subject to intermittend flash floods”.
Wie schnell der Prozess der Gully-Erosion voranschreitet und welche Austragsmengen sich ergeben, soll beispielhaft an zwei Gully-Systemen, im Glacis und in einer Sandrampe ausgebildet, untersucht werden. Die Analyse bedient sich der Methode des großmaßstäbigen Luftbild-Monitorings mit einem Fesseldrachen (siehe Kap. 3.1). Während drei Geländephasen (Juli & Dezember 2000, Dezember 2001) wurden im Nordosten von Burkina Faso über 2500 Luftbilder von vier Gully-Systemen aus etwa 130 m Höhe erstellt, die deren jeweilige Ausdehnung dokumentieren. In dieser Arbeit soll geklärt werden, in wie fern die moderne photogrammetrische Software (Leica Geosystems „Leica Photogrammetry Suite“ und „Stereo Analyst“) die manuelle und automatische Erstellung von dreidimensionalen Geländemodellen sowie eine anschließende Austragsvolumenberechnung auf Basis dieser Bilder ermöglicht. Die detaillierte Kenntnis der Austragsmenge zunächst einzelner Systeme könnte einen wichtigen Beitrag zur offenen Fragestellung: „Welchen Anteil hat die Gully-Erosion am Gesamterosionsgeschehen?“ leisten. Auch für die Abschätzung zukünftiger Schäden auf den Flächen selbst (onsite-Schäden) sowie im unteren Einzugsgebiet durch die Sedimentbelastung der Vorfluter (offsite-Schäden) sind die Analysen zur Wachstumsgeschwindigkeit und Sedimentaustragsmenge von Bedeutung. Im Hinblick auf Fragestellungen in der theoretischen Geomorphologie können die Ergebnisse zur Untersuchung der intrasystemischen Reliefsteuerung (Verfüllung und Zerschneidung) genutzt werden.
1.1 Problemstellung
Viele neue Studien behandeln das Themenfeld der Gully-Erosion, jedoch nur wenige betrachten die großräumige sowie langzeitliche Entwicklung von Gully-Systemen. Es besteht daher sowohl ein großer Bedarf an experimentellen Untersuchungen, um die vielfältigen Einflussfaktoren der Gully-Erosion zu spezifizieren als auch die Entwicklung von Gully-Systemen durch Monitoring-Sequenzen zu dokumentieren. Ziel ist es dabei, den Zusammenhang von Gully-Erosion und Bodendegradation zu beleuchten und Modelle zur Vorher- sage der Gully-Erosionsraten im Zuge der globalen Veränderungen (Klima, Landnutzung)
1 Einleitung 16
zu entwickeln (POESEN et al. 2003: 96). Gerade die Erfassung des Austragsvolumens ist derzeit jedoch noch mit großen Schwierigkeiten verbunden, da die aus Standardluftbildern generierten Geländemodelle zu ungenau sind und die terrestrische Vermessung zu aufwendig. Die Bestimmung des Austragsvolumens ist aber notwendig, um den Anteil der Gully-Erosionsrate an der Gesamterosionsrate eines Einzugsgebietes zu bestimmen, sowie das Gefährdungspotential für die Flächen oberhalb und die fluvialen Systeme und Staureservoire unterhalb zu beurteilen.
Zur genauen Erfassung der Dimension des Austrages und der damit verbundenen Erosionsschäden muss der Prozess des Gully-Wachstums möglichst genau erfasst und dokumentiert werden. Problematisch ist diese Aufgabe, weil die notwendigen Informationen nur mit mangelnder Detailgenauigkeit aus Satelliten- oder Standardluftbildern entnommen werden können, da diese für eine maßstabsgerechte Dokumentation der Veränderungen ein zu geringes Auflösungsvermögen aufweisen (siehe Kap. 3.1.1). Konventionelle terrestrische Messverfahren (z.B. Querschnitts- und Längenmessungen, Erosions-Pins) sind sehr aufwendig und ungenau (ARCHIBOLD et al. 1996: 1002 ff.). Ein regelmäßiges Monitoring aus geringen Höhen, das präzise Aussagen über die Entwicklung des Gully-Systems ermöglicht, erscheint deshalb als geeignetes Dokumentationsmittel.
Mit dem Fesseldrachen (siehe Kap. 3.1.3) steht ein handliches Trägersystem für Kleinbildkameras zur Verfügung, welches großmaßstäbige Aufnahmen ermöglicht. Die Flughöhe und damit der Abbildungsmaßstab sowie die zeitliche Abfolge der Bilder (Flugzeitpunkte) kann variabel gestaltet und auf die Feldarbeiten im Gelände abgestimmt werden. Da die großmaßstäbigen Bilder nur kleinere Bereiche des Gully-Systems abdecken, sind immer mehrere Bilder bzw. orientierte Stereopaare notwendig, um die gesamte Gully-Fläche zu dokumentieren. Diese Aufnahmen ermöglichen nach der Entzerrung und Mosaikierung eine zweidimensionale Kartierung der flächenhaften Veränderungen eines Gully-Systems. Digitale photogrammetrische Techniken ermöglichen die dreidimensionale manuelle Kartierung und automatische Geländemodellerstellung aus orientierten Stereobildpaaren. Erste Versuche manueller photogrammetrischer Stereoauswertung haben gezeigt, dass sich auch ohne spezielle Messkameras mit Kleinbildaufnahmen dreidimensionale Geländemodelle erstellen lassen (MARZOLFF 1999: 92). Die automatische Geländemodellerstellung gestaltet sich aufgrund schwankender Flughöhen (unterschiedliche Bildmaßstäbe), nur näherungsweise bekannter Werte für die innere Orientierung der Kamera (siehe Kap. 3.2.6.1), sowie z.T. starker Verzerrungen der Bilder aufgrund von Kameraschwankungen zum Aufnahmezeitpunkt jedoch als schwierig. Passpunkte zur genauen äußeren Orientierung der Bilder konnten zudem nur zum letzten Aufnahmezeitpunkt (Dez. 2001) ausgelegt und vermessen werden, da zu Beginn des Monitorings kein Tachymeter zur Verfügung stand (Kap. 3.2.6.2). Doch selbst eine ausreichende Anzahl Passpunkte kann eine vollständige rechnerische Entzerrung mehrerer Bilder bei der Mosaikierung oder Triangulation nicht gewährleisten. ALBERT (2002: 196, 118), der eine zweidimensionale Kartierung für zwei der vier Gully-Systeme im Arbeitsgebiet (siehe Abb. 30) durchführte, beziffert den Kartierungsfehler auf etwa 10-15 %. Dieser Wert fällt besonders bei Weitwinkel- oder starken Schrägaufnahmen höher aus. Die Abschätzung des Messfehlers der manuellen Kartierung für das gesamte Monito- ring (am Beispiel des Gully-Systems Gorom) ist mit 5,7 % gering, jedoch schwanken die
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Werte je nach Bildqualität in den einzelnen Mosaikbereichen mit bis zu 22 % sehr stark (ALBERT 2002: 118). Damit stellt sich die Frage nach der Realisierbarkeit und Genauigkeit einer dreidimensionalen Auswertung mit photogrammetrischer Software.
1.2 Ziel der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, die bisher nur flächenhafte Auswertung der großmaßstäbigen Luftbilder mithilfe digitaler Messtechniken um die dritte Dimension zu erweitern. Dreidimensionale Geländemodelle von Gully-Systemen zu unterschiedlichen Monitoring-Zeit-
punkten würden die Quantifizierung des Austragsvolumens ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag für eine bessere Abschätzung der ausgetragenen Sedimentmenge leisten. Die manuelle dreidimensionale Kartierung und automatische Geländemodellerstellung er- folgt beispielhaft mit großmaßstäbigen Luftbildern von zwei Gully-Systemen im Sahel Burkina Fasos. Durch einen Vergleich mit den bereits durchgeführten zweidimensionalen Kartierungen der Gully-Systeme von ALBERT (2002) sollen Aussagen über die Genauigkeit der angewendeten Methoden und Auswertungen getroffen werden. Dabei stellen sich folgende Fragen:
• Worauf muss zukünftig bei der Luftbilderstellung geachtet werden (Anzahl der Passpunkte, Anordnung der Bilder, Überlappungsbereich, Flughöhe, Senkrechtaufnahmen usw.)?
• Worauf muss bei der Auswahl der Bilder geachtet werden?
• Welche Scanner eignen sich für die Digitalisierung der Bilder?
• Welche Dimension haben die Kamera- bzw. Scannerungenauigkeiten für die Auswertung der Bilder?
•
Mit welchen Programmeinstellungen der photogrammetrische Software „Leica Photogrammetry Suite“ (LPS)
1
von Leica Geosystems (ehemals ERDAS Imagine
„OrthoBASE“) können die genauesten Geländemodelle erstellt werden?
• Erzielt die manuelle Stereokartierung im Stereo Analyst oder die automatische Geländemodellerstellung in LPS die besseren Ergebnisse?
• Wie genau kann man die Sedimentaustragsmenge abschätzen?
Die automatische Geländemodellerstellung aus mehreren orientierten Stereobildpaaren (siehe Kap. 3.2.6) soll mit LPS durchgeführt werden, die u.a. die Auswertung von Kleinbildaufnahmen ermöglicht. Bei den großmaßstäbigen Drachenbildern handelt es sich zum Teil um starke Schrägaufnahmen und Bilder mit großen Maßstabunterschieden. Ob sich die Software dennoch für die Auswertung eignet, soll geprüft werden. Die manuelle Stereokartierung wird mit Leica Geosystems Stereo Analyst getestet. Die anschließende Volumenberechnung und 3D-Visualisierung erfolgt mit ESRI ArcView 8.3. Die in der Arbeit erworbenen Kenntnisse sollen im DFG-Forschungsprojekt MOGUL (Großmaßstäbiges Gully-Monitoring in semiariden Landschaften) von Prof. Dr. Ries und Dr. Marzolff, welches verschiedene Untersuchungsgebiete (Baza-Becken in Südspanien, Ebrobecken in Nordspanien, Südabdachung des Anti-Atlas in Südmarokko) vorangehender
1 Im Folgenden wird nur noch die Abkürzung LPS als Programmbezeichnung verwendet.
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Projekte vereint, zur besseren Analyse der Sedimentaustragsmenge aus Gully-Systemen genutzt werden. Ziel ist es, mit Hilfe der während der Auswertung gesammelten Erfahrungen, Anregungen zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Methodik des Monitorings zu geben, um die Verwertbarkeit der Bilder zu erhöhen.
Die bereits vorliegenden, unterschiedlich weit zurückreichenden Monitoring-Sequenzen sollen auch in Zukunft in den bisherigen Arbeitsgebieten weitergeführt werden. Somit ergibt sich ein Transekt von Südwesteuropa über Nordafrika nach Westafrika, entlang eines Klimagradienten von den mediterranen Subtropen bis in die wechselfeuchten Randtropen (siehe Abb. 1). So kann die Gully-Bildung im Hinblick auf die regional unterschiedlichen Einflussfaktoren (Reliefsituation, Einzugsgebietsgröße, Klima, Sedimentstruktur, Vegetationsstruktur und -bedeckung sowie Landnutzung- bzw. Landnutzungswandel) (siehe Kap. 1.3.2) vergleichend analysiert und der Anteil der Gully-Erosion am Gesamtproblem Bodenerosion besser abgeschätzt werden.
Abb. 1 Gully-Monitoring entlang des Transekts Südwesteuropa - Westafrika.
1.3 Aktueller Forschungsstand
Gullies sind ein weltweit verbreitetes Erosionsphänomen mit starker Dynamik und hohem Veränderungsgrad vorwiegend in semiariden und ariden Gebieten. Dies spiegelt sich in der Vielfalt der Bezeichnungen wider (in Deutschland: Erosionsschlucht oder -graben; in Spanien: barranco; im Englischen: gully; in Süd-Afrika: donga; in Süd-Amerika: carcava oder arroyo) (HUDSON 1995: 284). Mit ihrer charakteristischen Grabenform und z.T. beachtlichen Tiefen (>25 m) repräsentieren sie das typische Bild einer von Bodenerosion schwer betroffenen Landschaft. Gullies bilden sich durch die enorme Erosionskraft konzentrierter,
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periodisch auftretender Oberflächenabflüsse, die in schmalen Rinnen bzw. Gräben kanalisiert werden (siehe Foto 1). In der agrarwirtschaftlich ausgerichteten Literatur spricht man von Gullies, wenn die Egalisierung durch gewöhnliches Pflügen nicht mehr möglich ist (POESEN et al. 2002: 229). Die Bildung ist damit irreparabel und betroffene Flächen sind für die landwirtschaftliche Nutzung verloren oder nur unter sehr hohem finanziellen Aufwand wieder herzustellen (HUDSON 1995: 291; POESEN et al. 2003: 92). POESEN (1993: 222) trennt Rillen von Gullies nach dem Querschnittskriterium (>929 cm²) und IMESON & KWAAD (1980: 224) nehmen eine minimale Tiefe für Gullies von 0,5 m an. Der Übergang von Rillen zu Gullies ist jedoch fließend und jegliche Abgrenzungskriterien subjektiv (POESEN et al. 2002: 230). Große Rinnen mit einer Breite von mehreren Metern und einer Tiefe bis zur Pflugsohle werden als ephemeral gullies bezeichnet. Sie können durch das Pflügen egalisiert werden, bilden sich beim nächsten großen Regenereignis jedoch meist erneut aus (POESEN et al. 2002: 229; POESEN et al. 2003: 94).
Foto 1 Gully bei Oursi im Sahel Burkina Fasos, aufgenommen mit einem Fesseldrachen aus etwa 100 Meter Höhe im Juli 2000 (Bildnummer OU1(N) 10).
Gullies bilden, obwohl sie kein perennierendes Gerinne aufweisen, eine typische fluviale Erosionsform, die periodisch bis episodisch weitergebildet wird (siehe Foto 1). Je nach klimatischen Bedingungen, Substrateigenschaften und Relief ist die Form recht unterschiedlich ausgebildet. Dennoch können einige allgemein beschreibende Merkmale aufgeführt werden:
• Das über wenige Meter bis mehrere Kilometer ausgedehnte Längsprofil des Gullies ist meist flach bis leicht geneigt und weist oft eine Treppung auf, für die häufig Wechsel im Substrat oder Bodenkrusten verantwortlich sind (siehe Abb. 2f).
• Die steilen oft senkrechten Wände gehen mit scharfem Knick in die Umgebung
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• Gullies können durch Vegetation nicht stabilisiert werden, da die hohe Dynamik an
zeln finden kaum Halt.
• Die abfließenden Wassermassen schneiden sich meist in tertiäre oder holozäne Lockermaterialablagerungen ein. Diese sind leicht erodierbar und ermöglichen so die initiale Einschneidung.
• Sind die Restflächen zwischen mehreren nebeneinander liegenden Gully-Systemen
Foto 2 Gully in Südspanien (Salada 4): Deutlich erkennbar ist der scharfe Übergang zwischen Fläche und Gully.
1.3.1 Gully-Bildung und -Entwicklung
Die Gully-Bildung steht immer in Verbindung mit einer Änderung der Oberflächenabflussverhältnisse, speziell einer Verkürzung der Verzögerungsspanne bis zum Einsetzen des Oberflächenabflusses (z.B. durch Abnahme der Vegetationsdichte) und/oder einer Erhöhung der Oberflächenabflussmenge (BILLI & DRAMIS 2003: 354). Sobald die Niederschlagsmenge die Infiltrationskapazität übersteigt, was durch Verschlämmung an der Bodenoberfläche sehr schnell der Fall sein kann, setzt oberflächlicher Abfluss ein (siehe Abb. 2a). An kleinen Hindernissen kommt es zur Ausbildung von Turbulenzen mit kleinräumig sehr hohen Geschwindigkeitsschwankungen, die punktuell die Erosion verstärken (siehe Abb. 2b). Die Bodenoberfläche wird aufgerissen und es entsteht eine kleine Stufe, der so genannte Rillenkopf (engl. headcut) (siehe Abb. 2c). Über derartige Stufen fließt das Wasser konzentriert ab und bildet am unteren Ende ein Strudelloch (engl. plunge pool) (siehe Abb. 2d und Foto 3). Die unterschiedlichen geomorphologischen und hydrologischen Ursa- chen werden von OOSTWOUD WIJDENES & GERITS (1994) näher beleuchtet.
1 Einleitung 21
Abb. 2 Initiale Gully-Einschneidung (verändert nach MORGAN 1999: 24).
Die Entwicklungsgeschwindigkeit von Gullies wird durch die Aktivität an der Stirnwand, d.h. am Gully-headcut, gesteuert (siehe DE OLIVEIRA 1989). Das herabstürzende Wasser führt an deren Fuß, durch Auswaschung des feinkörnigen Substrates, zur Übertiefung. Im Strudelloch selbst kommt es zu einer hangaufwärts gerichteten Fließbewegung, die die Stirnwand unterhöhlt (siehe Abb. 3) und langsam, durch nachfolgendes gravitatives Einstürzen der Wände entlang von Entlastungs-, Trocken- oder Frostrissen, rückwärtig verlagert (siehe Abb. 2e und Abb. 4) (klassisches Prinzip der rückschreitenden Erosion) (DE PLOEY 1989: 83 ff.; POESEN et al. 2002: 239). Dasselbe gilt für kleine Gefällsstufen (engl. knickpoints) im weiteren Verlauf der Rille (siehe Abb. 2f). Der Prozess der Unterhöhlung
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wird durch die Durchfeuchtung mit Spritzwasser oberhalb des plunge pools noch verstärkt. Aktive headcuts verlagern sich bis zu mehren Metern pro Niederschlagsereignis hangaufwärts; hier wird das meiste Material erodiert (COLLISON 2001: 4). Da der Gully-Boden nicht parallel zur Oberfläche, sondern um einige Grade flacher zurückverlagert wird, wächst die Höhe der Stirnwand mit der Verlagerung des headcuts hangaufwärts, d.h. das Gully-System vertieft sich zunehmend. Damit steigt wiederum die Erosionsintensität im Strudelloch. Innerhalb des Längsprofils bilden sich beim Abfluss Schraubenwellen aus, die durch Seitenerosion die Rinnenwände häufig unterscheiden und hier ebenfalls zum Nachbrechen von Wandpartien führen; so dehnt sich der Gully auch seitlich aus. Dabei können Auslieger, isolierte Türme, Säulen und Brücken entstehen (siehe Foto 2).
Foto 3 Aktiver plunge pool (Ebrobecken, Spanien).
Abb. 3 Aktiver Gully-headcut bei einem Abflussereignis: Am Fuß der Stirnwand bildet sich durch
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1.3.2 Einflussfaktoren der Gully-Entwicklung
Gully-Bildung findet vor allem unter semiariden Klimabedingungen mit geringer Niederschlagsmenge bei hoher Niederschlagsvariabilität statt (POESEN & HOOKE 1997: 163 ff.). Sieben bis neun aride Monate haben zur Konsequenz, dass die Vegetationsbedeckung nur lückenhaft ist. Nach STOCKING (1988: 164) bietet auf Agrar- und Grasflächen 60 % Vegetationsbedeckung effektiven Schutz gegenüber Bodenerosion. Die exponentielle Funktion des Verhältnisses zwischen Vegetationsbedeckung und Bodenabtrag, mit einer wirkungsvollen Reduktion der geomorphodynamischen Aktivität ab einem Grenzwert von 30-40 % Vegetationsbedeckung, ist in Abb. 5 dargestellt. Für semiaride Regionen mit Brachflächen und Buschbeständen im Ebrobecken Spaniens tritt nach RIES (2000: 551) allerdings erst ab 60 % Vegetationsbedeckung eine Reduktion der geomorphodynamischen Aktivität ein. Häufig reichen auch Bedeckungsgrade von bis zu 90 % nicht aus, um Rinnenerosion wirkungsvoll einzudämmen (RIES 2000: 551). Grenzwertunterschiede bei gleichen Vegetationsbedeckungsgraden werden vor allem durch die unterschiedliche Wuchsform der Pflanzen und die Variation der Bodenfeuchte bedingt (RIES 2000: 85). Das Auflassen bzw. Brachfallen von Ackerflächen erhöht den Oberflächenabfluss bis zu deren Wiederbegrünung und trägt somit ebenfalls zum Gully-Wachstum bei. Bei geringer Vegetationsbedeckung führt die Erosion des humosen Oberbodens zur Herabsetzung der Infiltrationskapazität. Die Neuansiedelung von Vegetation wird durch den Verlust des organischen, nährstoffreichen und gut durchwurzelbaren Bodenmaterials, der z.T mit der Ausbildung von Steinpflastern verbunden ist, zudem erschwert (RIES 2000: 90). Ein hoher Anteil der Niederschläge fließt daher oberflächlich ab, wobei sich die abfließenden Wassermassen meist zwischen Sträuchern oder anderen Vegetationsinseln konzentrieren. Die Pflanzenarten und Artenzusammensetzung steuern dabei die Abflussprozesse und Abflussbildung entschei- dend mit (RIES 2000: 87 ff.). Art und Grad der Vegetationsbedeckung haben dabei einen
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größeren Einfluss auf das Überschreiten der kritischen topographischen Schwellenwerte für den Oberflächenabfluss als die Klimabedingungen (VANDEKERCKHOVE et al. 2000b: 1212; POESEN et al. 2002: 247 f.).
Abb. 5 Bodenerosion/Vegetationsbedeckungs-Beziehung (aus STOCKING 1988: 165 nach ELWELL 1980 und ELWELL & STOCKING 1974).
Häufige Starkniederschläge während der Regenzeit (siehe Kap. 2.4.2) sorgen kurzfristig für große Wassermengen auf der Oberfläche, die nur langsam in den vor allem nach der Trockenzeit stark ausgetrockneten Oberboden infiltrieren. Die hohe kinetische Energie der Starkregen führt zudem zur Verstärkung der Erosivität durch den splash-Effekt (Regentropfenschlagwirkung). Beim Aufprall des Regentropfens auf die Bodenoberfläche werden Bodenpartikel gelockert, Bodenaggregate zerschlagen (Spratzeffekt), Bodenteilchen und -aggregate verlagert sowie die Bodenrauhigkeit durch Einschlagstrichter erhöht. Damit bereitet dieser Prozess Material für die Erosion auf (RIES 2000: 93 f.). Nach AUERSWALD (1998: 35) und FOHRER (1995: 19) wird der splash-Effekt durch einen dünnen Wasserfilm auf der Oberfläche von bis zu 0,1-0,3 Tropfendurchmessern Dicke durch die Planschwirkung der Regentropfen noch verstärkt und die Suspensionsfracht besonders in schluffreichen Substraten erhöht.
In semiariden Gebieten wie dem Sahel führen schon geringfügige klimatische Veränderungen, wie in den letzten Jahrzehnten (siehe Kap. 2.4.2), zur drastischen Veränderung der Bedingungen im Einzugsgebiet. Zum Beispiel hat eine Abnahme der Niederschlagsmenge oder eine variablere Verteilung eine geringere Vegetationsbedeckung zur Folge. Dadurch wird der Abtrag auf den Hängen erhöht. Die erodierten Sedimentmengen können bei geringerem Abfluss vom Vorfluter nicht ausgetragen werden, sondern führen zu einer Verfüllung. Umgekehrt kommt es bei höheren Niederschlägen und einer ausgeglicheneren Niederschlagsverteilung zu dichterer Vegetationsbedeckung auf den Hängen und damit zu geringerem Abtrag. Eine Verringerung der geschütteten Sedimentmenge ist die Folge. Die höheren Abflüsse führen dann zur Einschneidung der Gerinne und zur Ausräumung der vorher aufgefüllten Sedimente.
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Für die Ausbildung der Gully-Form sind vor allem physikalische und chemische Substrateigenschaften sowie die Reliefposition maßgebend (TERNAN et al. 1998: 88; VANDEKERCK- HOVE etal. 2000a: 48 ff.). Die für das Einsetzten des Oberflächenabflusses notwendige kritische Hangneigung ist von den Bedingungen (Boden, Klima, Landnutzung usw.) und der Verzweigung des Entwässerungssystems im Einzugsgebiet abhängig (POESEN et al. 2002: 241 ff.). Je größer das Einzugsgebiet (Hanglänge) ist, desto mehr oberflächlich abfließender Niederschlag kann sich sammeln und erosiv wirksam werden. Anfällig für eine lineare Zerschneidung durch Gully-Systeme sind einerseits Lockergesteine (z.B. Sandsteine, Tonsteine, Mergel, Gipse) und zum anderen wenig bis gar nicht verfestigte Lockersedimente und Umlagerungsprodukte aufgrund ihrer geringen Widerstandsfähigkeit. Diese Sedimente kommen meist in Beckenlandschaften und Senkenbereichen vor. Besonders schnell werden lösungsanfällige Lockersubstrate mit hohen Salz- und Gipsgehalten und/oder einem Defizit an organischem Material, was zur Verringerung der Aggregatstabilität führt, erodiert (POESEN & HOOKE 1997: 166 f.). In derartigen Sedimenten kommt es häufig zu piping-Prozessen (siehe unten) und flächenhaft hohen Abtragsraten auf den Hängen.
Bei zur Krustenbildung neigenden, lehmig-schluffigen Sedimenten kann durch Verschlämmung 2 von Substrat an der Oberfläche eine oberflächennahe Versiegelung der Fein-und Grobporen erfolgen, die eine Verringerung der Infiltrationskapazität bedingt. Das führt zu einer Erhöhung des oberflächlich abfließenden Niederschlaganteils und damit auch der Erosionsintensität infolge höherer Abflussgeschwindigkeiten. Bodenkrusten können sogar die für hohe Infiltrationsraten positiven bodenphysikalischen Eigenschaften (z.B. hohe Bodenfeuchtegehalte, hoher Anteil organischer Substanz) kompensieren (CEBALLOS BARBAN- CHO &SCHNABEL 1998: 35 ff.).
Ebenfalls Einfluss auf die Oberflächenabflussbildung haben die Bodenfeuchte und der Grad der Steinbedeckung an der Bodenoberfläche. Die flächenhaften Abtragsraten reduzieren sich um 20-65 % bei bereits durchfeuchteten Oberböden im Vergleich zu trockenen, da das Wasser schneller infiltriert. Eine Steinbedeckung reduziert ebenfalls die Oberflächenabflussraten, allerdings ist dieser Effekt je nach Bedeckungsgrad und Art der Einbettung in den Boden recht unterschiedlich (POESEN et al. 1999a: 315).
In den immerfeuchten und wechselfeuchten Tropen schneiden sich Gullies häufig in tiefenverwittertes aufgeweichtes Festgestein, sog. Saprolit-Komplexe, ein. Der geringe Tongehalt, das Fehlen von organischer Substanz, sowie nur geringe Gehalte an zementierend wirkenden Eisenoxiden machen die Saprolite sehr anfällig gegenüber linearer Wassererosion. In semiariden Gebieten kommen Saprolit-Komplexe allerdings nur reliktisch vor. Subterrane Röhren (engl. pipes), in denen es zur Abfuhr und Dispersion (Ablösung) von Material durch unterirdisch abfließendes Wasser kommt, zeichnen die Wachstumsrichtung der Gullies häufig vor (siehe MÄCKEL & RIES 1996: 40 f.; GARCÍA-RUIZ et al. 1997: 276 f.; TERNAN et al. 1998: 82; FARIFTEH & SOETERS 1999: 249 f.; BENITO et al. 2000: 213 ff.; VANDEKERCKHOVE et al. 2000a: 51). Sie bilden sich ausgehend von Trockenrissen,
2 Voraussetzung für die Verschlämmung ist der Aggregatzerfall, der durch splash-Effekt, Dispersion, Luftsprengung, Quellung/Schrumpfung und die Reduktion der Kohäsion bei zunehmendem Wassergehalt ausgelöst wird (RIES 2000: 93).
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Wurm- oder Tiergängen in standfesten Lockersedimenten und werden bei Wasserdurchfluss immer stärker erweitert - ein tunnelförmiger Hohlraum, die pipe, entsteht (siehe Foto 4). Anfällig für piping-Prozesse ist vor allem schluffig-toniges Substrat mit einer hohen elektrischen Leitfähigkeit, das Unterschiede in Porosität, Lösbarkeit und Stabilität zwischen den einzelnen Sedimentschichten aufweist. Initiierend für die Bildung sind Tiergänge sowie tiefe Schrumpf- bzw. Trockenrisse, die das konzentrierte Eindringen des Oberflächenabflusses ermöglichen. Eine hohe Leitfähigkeit deutet auf eine höhere Dispersionsneigung des Substrates hin (VANDEKERCKHOVE et al. 2000a: 51). Auch Bodenkrusten über wenig konsolidiertem Material begünstigen die Entstehung von pipes (POESEN et al. 2002: 238 f.). Hohe Sandanteile und/oder ein geringer Anteil an Grobporen reduzieren die Anfälligkeit hingegen. Kleine Röhren und Schächte können sowohl die headcut-Bildung als auch die Entstehung von knickpoints in schon bestehenden Rinnen initiieren. Auch das Einbrechen von pipes oder das Nachbrechen von Wandpartien entlang von piping-Schächten kann den Rinnenverlauf beeinflussen (MÄCKEL 1976: 479). Piping-Prozesse spielen auch beim
Wachstum des Gully Gorom eine entscheidende Rolle (siehe Kap. 4.1.1).
Die Geschwindigkeit der rückschreitenden Erosion ist vor allem von der einströmenden Wassermenge abhängig. Diese wird von den Bedingungen für die Oberflächenabflussbildung und der Einzugsgebietsgröße gesteuert. Mit zunehmender Oberflächenabflussmenge und/oder Hangneigung steigt die Abflussgeschwindigkeit und damit die Erosivität. Die Größe des Einzugsgebietes wird durch die Verlagerung des Gully-heads hangaufwärts notwendigerweise immer kleiner, die einströmende Wassermenge nimmt ab und damit lässt auch die Strudelwirkung und Übertiefung nach. Die Stirnwand bildet sich daher weniger hoch aus und der Gully verliert in seinem oberen Teil an Tiefe. Hat ein Gully-System den oberen Bereich des Einzugsgebietes erreicht, wird es inaktiv und die steilen Hänge, auch im Seitenbereich, werden durch Spülprozesse verflacht und abgerundet.
Foto 4 Pipe entlang eines Trockenrisses im headcut-Bereich des Gully Gorom (NE-Burkina Faso).
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Eine sehr wichtige Rolle spielt die anthropogene Einflussnahme durch die agrar- und weidewirtschaftliche Landnutzung auf das ökologische Gleichgewicht. Dieses wird für den semiariden sahelischen Raum jedoch besser als hoch variables „Prozess-Response-System“ (Klima, Vegetationsbedeckung; Morphodynamik) beschrieben. Veränderungen der Vegetationsverteilung und -bedeckung z.B. durch flächenhafte Rodung, Pflügen des Oberbodens, Fruchtwechselfolgen, Brachfallen oder Reaktivieren von Anbauflächen, Brennholzentnahme oder intensive Beweidung verändern die geomorphodynamischen Bedingungen auf den Hängen im Einzugsgebiet (SMITH 1982: 33). Der Oberflächenabfluss und damit die Bodenerosion nehmen sprunghaft zu (POESEN & HOOKE 1997: 157, 168). Die Art der Landnutzung hat einen großen Einfluss auf die Intensität der Bodenerosion im Einzugsgebiet. Saisonal brachliegendes Land ist z.B. stärker erosionsgefährdet als eine spärliche „natürliche“ Vegetationsbedeckung, da vor allem die Rauhigkeit der Pflugrillen häufig die Richtung des Oberflächenabflusses vorgibt und diesen kanalisiert; Viehpfade haben eine ähnliche Wirkung (AUZEIT et al. 1995: 768). In Tälern und Senken kommt es durch die verstärkte Erosion zur Verfüllung mit den ausgeräumten Sedimenten. Nimmt aber die abgetragene Substratmenge z.B. durch Veränderungen im Anbaugefüge, bodenschonende Bearbeitung, Flächenstilllegungen, Erosionsschutzmaßnahmen (z.B. Terrassierung der Hänge) oder weil an den Hängen der erodierbare Boden bis auf das Anstehende abgetragen ist wieder ab, so kann es zu einer Zerschneidung der Sedimente durch Gully-Erosion kommen. Einen besonderen Einfluss hat die Terrassierung von Hängen auf die Gully-Entwicklung. Terrassen verkürzen die Hanglänge und reduzieren damit den Oberflächenabfluss. Allerdings fließt über die Kanten stellenweise konzentriert Wasser ab, zerschneidet diese und räumt sie rückwärtig aus - ein neuer headcut entsteht. Hier greift das Prinzip der bank- Gully-Entstehung(siehe Kap. 1.3.3).
Der Wechsel zwischen Sedimentations- und Einschneidungsphasen kann allerdings auch systemimmanent bedingt sein, d.h. Änderungen im fluvialen System führen zu Einschneidung oder Sedimentation. Senkt sich z.B. die Erosionsbasis durch zunehmende Einschneidung des Hauptvorfluters, so kommt es ebenfalls zur Zerschneidung der Talbodensedimente, bis sich das Gerinne und mit ihm das Tallängsprofil auf die veränderten Bedingungen eingestellt hat. Eine Erhöhung der Erosionsbasis bewirkt Sedimentation in den unteren Talabschnitten, die sich langsam bis in das obere Einzugsgebiet fortpflanzt, da die Erosions- und Transportkraft bei abnehmendem Gefälle geringer wird. Somit können systemimmanente Wechsel von Aufhöhungs- und Einschneidungsphasen stattfinden, ohne dass sich das Klima ändert oder der Mensch eingreift.
Zusammenfassend kann festgehalten werden: Die Gully-Entwicklung wird hauptsächlich von den Faktoren Klima, Vegetationsbedeckung, anthropogene Aktivität im Einzugsgebiet (Landnutzung und Landnutzungswandel), Einzugsgebietsgröße sowie Aufhöhung bzw. Absenkung der lokalen Erosionsbasis gesteuert. Die Eigenschaften des Ausgangssubstrates, piping-Prozesse und das Relief beeinflussen die Form, Tiefe und Entwicklungsrichtung von Gully-Systemen. Da die Entwicklungsgeschwindigkeit vor allem von der in den Gully einströmenden Wassermenge abhängt, sind außer der Niederschlagsmenge und -intensität die Größe des Einzugsgebietes und die Landnutzung bzw. Vegetationsbedeckung die das Aus- maß der Gully-Erosion kontrollieren Faktoren (AUTZEIT et al. 1995: 768; VANDEKERCK-
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HOVE et al. 2000a: 56). Je nach Standort ergeben sich jedoch vielfältige Kombinationsmöglichkeiten der Einflussfaktoren und damit recht unterschiedliche Bildungsbedingungen.
1.3.3 Gully-Typen und -Entwicklungsgeschwindigkeiten
Die unterschiedlichen Ausprägungen von Gullies sowie ihre Wachstumsgeschwindigkeiten wurden in vielen Studien nach unterschiedlichen Kriterien wie Form, Position in der Landschaft und Ausgangssubstrat untersucht, typisiert und beschrieben (z.B. IMESON & KWAAD 1980; MCFARLANE & WHITLOW 1990; CROUCH 1990; POESEN 1993; POESEN et al. 1996; BEAVIS 2000; KIRKBY & BULL 2000; NOGUERAS et al. 2000). Häufig kommen zur Dokumentation der Entwicklungsgeschwindigkeit auch Luftbilder unterschiedlichen Maßstabs zum Einsatz (siehe BARRÓN et al. 1994; RIES & MARZOLFF 1997; MARZOLFF 1999; RIES 1999; MORETTI & RODOLFI 2000; RIES & MARZOLFF 2003).
Grundsätzlich kann man nach Lage im Relief und Substrattyp zwei Arten von Gullies unterscheiden:
Der badland-Typ (siehe Abb. 6) bildet sich vorwiegend in Sedimentgestein aus und ist an mäßig steilen bis steilen Hängen zu finden. Die Form und die Geschwindigkeit des Wachstums werden von der Menge und Konzentration des Oberflächenabflusses gesteuert. Der Gully weitet sich im Verlauf der Entwicklung stark flächenhaft aus (DE OLIVEIRA 1989: 417).
Abb. 6 Schema eines badland-Gullies (DE OLIVEIRA 1989: 418).
Bank-Gullies (siehe Abb. 7) entstehen in Sedimenten und Kolluvien im Tal- und Unterhangbereich, wenn konzentrierter Oberflächenabfluss über eine Kante oder eine Versteilung, z.B. eine Flussterrasse, abfließt und sich von dieser ausgehend rückschreitend einschneidet (DE OLIVEIRA 1989: 416 f.; VANDEKERCKHOVE et al. 2000a: 37, 52; POESEN et al. 2002: 253). Die Ausprägung von bank-Gullies ist im unteren Teil linienhaft. Hangaufwärts kommt es durch eine Vielzahl von Abzweigungen und Auffächerungen häufig zu einer flächenhaften Ausdehnung. Eine Untersuchung von OOSTWOUD WIJDENES et al. (2000) zu den Steuerungs-Faktoren der räumliche Verteilung und Aktivität von bank-Gullies kommt zu dem Schluss, dass vor allem die Landnutzung im Einzugsgebiet einen entscheidenden Einfluss auf die Gully-Aktivität hat.
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Abb. 7 Schema eines bank-Gullies (DE OLIVEIRA 1989: 418).
Die Unterscheidung zwischen bank-Gully und badland-Gully ist jedoch nur von theoretischer Bedeutung. Im Gelände kommen beide Gully-Typen oft nebeneinander bzw. übereinander und nicht selten zusammenhängend vor (siehe Abb. 8). Die Menge an konzentriertem Oberflächenabfluss, welche für die Ausbildung von bank-Gullies erforderlich ist, stammt häufig aus badland-Gullies am Mittel- und Oberhang (DE OLIVEIRA 1989: 417).
Abb. 8 Kombinationstyp: Bank-Gullies im Unterhangbereich vereinigen sich mit badland-Gullies im oberen Einzugsgebiet (DE OLIVEIRA 1989: 418).
1.3.4 Gully-Erosionskontrolle und -Vermeidung
Gully-Erosionskontrolle ist schwierig und teuer, daher stellt Erosionsvorsorge bzw. eine Wiederherstellung des Gleichgewichts durch Verringerung des Oberflächenabflusses die sinnvollere Lösung dar. Dies kann z.B. durch die Erhöhung der Vegetationsbedeckung, Kanalbau oder Drainage, Terrassierung der Hänge zur Verkürzung der Hanglänge oder Veränderung der Bearbeitungsweise bzw. der Anbaukulturen im Einzugsgebiet erreicht werden. Die Kosten für die Schadensbehebung übersteigen meist den Wert des Landes und lohnen sich daher kaum (HUDSON 1995: 291 f.).
Ist durch die Ausdehnung des Gully-heads Infrastruktur (z.B. Straßen, Strommasten…) gefährdet, macht partielle Gully-Erosionskontrolle ökonomisch Sinn. Deren Ziel ist das Aufhalten der Gully-Entwicklung, nicht jedoch die Herstellung des Ausgangszustandes. Dies kann zum Beispiel durch das Abdecken des headcuts mit Planen erfolgen, um die
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rückschreitende Erosion zu stoppen. Diese Maßnahme ist jedoch teuer und aufwändig und nicht immer erfolgreich (HUDSON 1995: 291 f.).
1.3.5 Folgen und Bedeutung der Gully-Erosion für das Gesamterosionsge- schehen
Die negativen Folgen der Gully-Entwicklung lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Zum einen die Schäden, die direkt durch das Gully-Wachstum an den betroffenen Flächen entstehen (onsite-Schäden); neben dem Verlust der natürlichen Ressource Boden zählt dazu der Flächenverlust, die Absenkung des Grundwasserspiegels sowie die Zerstörung von Infrastruktur (Straßen, Brücken, Zäune, Häuser usw.). Zum anderen kommt es zur Ablagerung von Sedimentfracht in den flachen Bereichen des unteren Einzugsgebietes (offsite-Schäden), was z.B. zur Verfüllung von Staureservoiren führt und damit enorme volkswirtschaftlichen Schäden nach sich zieht (LÓPEZ-BERMÚDEZ et al. 1999: 415; POESEN et al. 2002: 234; BILLI & DRAMIS 2003: 354).
Die Meinungen der Erosionsforscher hinsichtlich der Bedeutung und des Anteils der Gully-Erosion am Gesamtproblem Bodenerosion sind recht unterschiedlich, widersprechen sich aber nur scheinbar. HUDSON (1995: 284) bezieht sich vor allem auf die onsite-Schäden und bezeichnet Gullies zwar als spektakuläre Erosionsformen, die aber meist dort vorkommen, wo nur unproduktives Land oder wenig wertvolles Weideland, in den seltensten Fällen jedoch ertragreiche Ackerflächen betroffen sind. Somit würde die Gully-Erosion für die Verminderung des Ertrages nur eine untergeordnete Rolle spielen. Gerade für Entwicklungsländer, die vor allem von der Agrarwirtschaft und damit von der Ressource Boden leben, ist jedoch der Flächenverlust oft von substanzieller ökonomischer Bedeutung und könnte einen relevanten Einschnitt in die wirtschaftliche Entwicklung darstellen (BILLI & DRAMIS 2003: 354).
Auf dem Dritten Internationalen „symposium on gully erosion“ (http://gullyconference- 2004.olemiss.edu) imApril 2004 in Oxford, Mississippi U.S.A., präsentierten Wissenschaftler die aktuellsten Forschungsergebnisse des Themenfeldes Gully-Erosion. Aktuelle Untersuchungen zeigen auf, dass
• der Bodenverlust und Sedimentaustrag durch Gully-Systeme großen Einfluss auf das Gleichgewicht des Ökosystems hat (POESEN et al. 2000: 102),
• Gullies wichtige und effektive Transporteure von Sediment und Wasser von den oberen Einzugsgebieten in die permanenten Flusssysteme und auf Talböden sind (POESEN et al. 2000: 102),
• offsite-Effekte der Erosion verstärkt werden, wenn Gully-Erosion stattfindet (POESEN et al. 2003: 96).
Viele Untersuchungen in Trockengebieten bestätigen, dass Gullies eine wichtige oder sogar die dominierende Sedimentquelle sind: z.B. in Algerien (z.B. GTZ 1996), in Südfrankreich (z.B. MUXART et al. 1990; BUFALO & NAHON 1992; LHÉNAFF et al. 1993; WAINWRIGHT 1996; LECOMPTE et al. 1997), in Israel (z.B. NIR & KLEIN 1974; PERATH & ALMAGOR 2000), in Nordmarokko (z.B. HEUSCH 1970; LAOUINA et al. 1993), in Rumänien (z.B. RADOANE et al. 1995) und in Spanien (z.B. DONKER & DAMEN 1984; THORNES 1984; TERNAN et al. 1994; POESEN et al. 1996; FAULKNER 1995; MARTÍNEZ-CASASNOVAS 1998;
1 Einleitung 31
CASALI et al. 1999; MEYER & MARTÍNEZ-CASASNOVAS 1999; NOGUERAS et al. 2000; MARTÍNEZ-CASASNOVAS et al. 2003).
Veröffentlichte Daten aus semi-ariden oder ariden Gebieten zeigen auf, dass der Anteil der Gully-Erosion an der gesamten Sedimentproduktion beträchtlich ist: z.B. 83 % für hauptsächlich als Weideland genutzte Brachflächen in Süd-Spanien (POESEN et al. 1996), bis zu 51 % für Mandelhaine in Südost-Spanien (POESEN et al. 1999b), 53 % für ein Einzugsgebiet in Kenia (OOSTWOUD WIJDENES & BRYAN 1994), 58 % für aride Gebiete in Argentinien (CORONATO & DEL VALLE 1993), 80 % für Winterweizenfelder in Süd-Portugal (POESEN et al. 1996), 60-81 % für semi-aride Weideländer in Arizona, USA (OSBORN & SIMANTON 1989) und bis zu 80 % in einem semiariden Gebiet im Niger (HEUSCH 1980). Damit zeigt eine Vielzahl von Untersuchungen auf, dass die Gully-Erosion in Trockengebieten durchschnittlich einen Anteil von 50-80 % an der gesamten Bodenerosion hat. In Anbetracht dieser Erkenntnisse wurde der Bodendegradation durch Gully-Erosion in der Vergangenheit zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht. Daher sollte im Bereich der Austragsraten und Einflussfaktoren verstärkt geforscht werden (POESEN et al. 1996: 259 f., 263; POESEN et al. 2002: 233 f.).
1.3.6 Untersuchungsmethoden
Da die Gewichtung der unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Gully-Erosion zwischen verschiedenen Untersuchungsgebieten zum Teil stark variiert, ist eine Vielzahl von Messungen und Analysen notwenig, um allgemeingültige Aussagen treffen bzw. Parameter für Modellrechnungen bestimmten zu können.
Um die Typologie und den Effekt der Gully-Erosion (Sedimentaustrag und Landdegradation) zu studieren und das Risiko mit seinen ökologischen, sozialen und ökonomischen Effekten vorherzusagen, werden unterschiedliche Methoden angewendet:
• Experimentelle Untersuchungen (z.B. Beregnungen und Infiltrationen auf Test-
• Messung DEZ 1990;ROMERO-DÍAZ et al. 1992; SANZ MONTERO et al. 1996; AVENDAÑO SALAS et al. 1997; DESCLOITRES et al. 2003).
• Charakterisierung des Erosionsgrades auf der Basis von Indizes (z.B. WILLIAMS & MORGAN 1976).
• Erfassung geringer Wachstumsraten mit dendrochronologischen Methoden (z.B. VANDEKERCKHOVE et al. 2001).
• Kartierung existierender Gullies und der aktuellen Erosions-Aktivität sowie Quanti-
1 Einleitung 32
HOVE
et al.
2000a, b, 2001; NACHTERGAELE
et al.
2002; GÄBRIS
et al.
2003;
•
Langzeitstudien zur Gully-Entwicklung: Sie bedienen sich historischer Daten (Karten und Dokumente), Artefakten und verschiedener Datierungstechniken, um die
•
Empirische- (z.B. RUSLE; RENARD
et al.
1997) und prozessgesteuerte Erosionsmodelle (z.B. EUROSEM; MORGAN
et al.
1998 oder LISEM; DE ROO
et al.
1994,
Erst die Fusion von Photogrammetrie und digitaler Bildverarbeitung in den letzten Jahren ermöglichte die Modellierung der Gully-Erosion basierend auf digitalen Geländemodellen bzw. den daraus abgeleiteten topographischen Faktoren (BETTS & DEROSE 1999: 91). Die Modelle werden genutzt, um Grenzwerte der Gully-Initiierung zu bestimmen, die Gully-Verteilung und Entwicklung in Zusammenhang mit verschiedenen Parametern (z.B. Relief, Klima, Einzugsgebietsgröße) zu untersuchen oder das Erosionsrisiko bei Landschaftsveränderungen abzuschätzen (z.B. DONKER & DAMEN 1984; MOORE et al. 1988; DE PLOEY 1989; DESMET & GOVERS 1994; PROSSER & ABERNETHY 1996; VANDAELE et al. 1997; FLORINSKY 1998; DESMET et al. 1999; KIRKBY & BULL 2000; NACHTERGAELE et al. 2001a; NACHTERGAELE et al. 2001b; HESSEL 2002; HESSEL & VAN ASCH 2003; STOLTE et al. 2003). Dennoch wird, je nach Komplexität des Modells, eine Vielzahl von Eingangsfaktoren benötigt, die in Feldarbeit erhoben werden müssen (HESSEL 2002: 38 f.). STOCKING (1980) fasst die Wichtigsten zusammen.
Die hauptsächlich auf der Nutzung von Fernerkundungstechniken, in Verbindung mit der Weiterentwicklung Geographischer Informationssysteme (GIS) sowie digitaler Bildverarbeitung und Photogrammetrie, basierende Forschung der letzten Jahrzehnte bietet ein großes Potential für ein kontinuierliches Monitoring der Gully-Erosion. Sie ermöglichen die digitale Kartierung von linearen Veränderungen (z.B. BURKARD & KOSTASCHUK 1995, 1997; POESEN et al. 1996), flächenhaften Veränderungen (z.B. BURKARD & KOSTASCHUK 1995; OOSTWOUD WIJDENES et al. 2000) und Volumenveränderungen aus digitalen Geländemodellen zur Berechnung bzw. Abschätzung der ausgetragen Sedimentmenge (z.B. DYMOND & HICKS 1986; THOMAS et al. 1986; SNEDDON et al. 1988; POESEN et al. 1996; DEROSE et al. 1998; MARTÍNEZ-CASASNOVAS 1998; BETTS & DEROSE 1999; NACHTER- GAELE &POESEN 1999; DABA et al. 2003; BETTS et al. 2003; MARTÍNEZ-CASASNOVAS et al. 2003) ohne aufwendige Vermessungen im Gelände. Auch die Gully-Dichte bzw. Verteilung in einem Gebiet kann bestimmt werden (z.B. FAULKNER 1995; HESSEL & VAN ASCH 2003). Die Auflösung von Standardluftbildern (z.B. 1:5.000) reicht für detaillierte Messungen und Kartierungen allerdings nicht aus (siehe Kap. 3.1.1). Daher werden zum Teil alternative Methoden, wie die terrestrische Photographie (z.B. für nahbereichsphotogramme- trische Auswertungen) (SNEDDON et al. 1988; ARCHIBOLD et al. 1996; BARKER et al. 1997)
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oder die großmaßstäbige Luftbildphotographie für das Gully-Monitoring eingesetzt - z.B. mit einem gefesselten Heißluftzeppelin (RIES & MARZOLFF 1997, 2003, RIES 1999, 2000) oder einem Fesseldrachen (MARZOLFF et al. 2002a; MARZOLFF et al. 2003). Da Volumenrekonstruktionen aus Luftbildern (aufgrund der geringen Auflösung) oder aus großmaßstäbigen Bildern (aufgrund fehlender Orientierungsgenauigkeiten) recht schwierig oder zu ungenau sind, kombinieren einige Autoren (z.B. VANDAELE et al. 1996, NACHTERGAELE & POESEN 1999; VANDEKERCKHOVE et al. 2003) die zweidimensionale
Auswertung hochauflösender Luftbilder mit Feldmessungen (z.B. Querschnittmessungen oder Erosions-Pins).
Auch Satellitenbilder offerieren eine interessante Perspektive um großflächig Gully-Erosionsprozesse zu untersuchen und zu kartieren (z.B. GIORDANO & MARCHISIO 1991; SOLÈ et al. 1986; BOCCO 1990; MARTÍNEZ-CASASNOVAS 1998), vorausgesetzt, dass die von Gully-Erosion betroffenen Gebiete groß genug sind, um von der Auflösung der Bilder erfasst zu werden. Veränderungen im Zentimeter-Bereich sind mit den bisher zugänglichen Auflösungen (z.B. IKONOS mit 1x1 m im panchromatischen Bereich) jedoch nicht dokumentierbar. Sie eignen sich allerdings besonders zu großflächigen Vegetationsklassifizierungen und -bedeckungsanalysen, die z.T. Rückschlüsse auf die Erosionsaktivität im Einzugsgebiet erlauben (z.B. MARTÍNEZ-CASASNOVAS 1998).
2 Geographische Grundzüge des Untersuchungsraumes 34
2 Geographische Grundzüge des Untersuchungsraumes
Mit von Norden nach Süden zunehmenden mittleren Jahresniederschlägen zwischen 350 und 500 mm liegt die Untersuchungsregion um Gorom Gorom (Provinz Oudalan) und Dori (Provinz Seno) in der semiariden, zentralen bis südlichen Sahelzone. Typisch für diesen randtropischen Bereich ist eine ausgeprägte Wechselfeuchte mit einer kurzen sommerlichen Regenzeit, in der Regel zwei bis drei Monate, und einer langen winterlichen Trockenzeit. Dieser wenige hundert Kilometer breite Übergangsbereich zwischen der ariden Sahara im Norden und der semihumiden Sudanzone im Süden wird in etwa durch die 100 und 500 mm-Isohyeten begrenzt (siehe Abb. 9). Die Abgrenzung erfolgt je nach den zu Grunde liegenden Abgrenzungskriterien (hygrisch-klimatisch, vegetationskundlich, prozessorientiert/morphodynamisch) jedoch recht unterschiedlich (siehe MENSCHING 1988: 245; CASENAVE & VALENTIN 1989: 13; RIOU 1990: 176 f.).
Abb. 9 Burkina Faso: Administrative Gliederung, Klimazonen und durchschnittliche Jahresisohyeten der Jahre 1960-1990 (verändert nach LACLAVÈRE 1993:16; digitale Kartengrundlage: ALBERT 2001).
Vegetationsgeographisch bezeichnet WHITE (1983) den Bereich zwischen 250 und 500 mm mittleren Jahresniederschlags als „sahel wooded grassland“. Die weitständige, diskontinuierliche, meist xerophile Dornstrauchvegetation wird von ausgedehnten annuellen Grasfluren unterbrochen. Große vegetationsfreie Bereiche sind häufig auf dem vorherrschenden Reliefelement, den weiten Glacisflächen mit flachen Wasserscheidenbereichen zu finden (siehe Foto 5).
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Die homogene Reliefsituation der präkambrischen, kristallinen Rumpffläche wird nur durch Inselberge und tafelbergartige Flächenreste mit verwitterungsresistenten Lateritkrusten am Top (siehe Foto 6) sowie die Ost-West verlaufenden spätpleistozänen Altdünenzüge unterbrochen (siehe Foto 7). Diese fixierten Dünen durchziehen als schmale Bänder von 1-10 km Breite die gesamte Region (siehe Abb. 10), wobei nach Norden hin die Breite und Dichte zunimmt (ALBERT 2002: 14). Sie blockieren stellenweise seit ihrer Genese im Spätpleistozän den Abfluss der Wassermassen und stauen diese an ihren Rändern zu meist flachen ausgedehnten Seen ohne Dauerwasserstand, den mares (Tümpel, Lache), auf. Für die Wasserversorgung der Bevölkerung sowie der großen Viehherden sind diese endorheischen Seen von zentraler Bedeutung und dementsprechend stark frequentiert.
Foto 5 Schrägluftbild mit Blick über die weite Glacis-Fläche im Dezember 2000 bei Gorom
Foto 6 Blick vom Inselberg Gangaol nach Nordwesten auf Inselberge und tafelbergartige Flächen- reste mit Lateritkrusten.
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Foto 7 Blick vom Dünenzug bei Oursi nach Süden auf den Ost-West verlaufenden spätpleisto-
Mit 10,6 Einw./km 2 im Oudalan und 17,0 Einw./km 2 in Seno ist die Bevölkerungsdichte im Sahel sehr gering (INSD 1989). Oftmals widrige und hochvariable Umweltbedingungen erfordern von den Menschen besondere Anpassungen der Lebens- und Wirtschaftsweise. Bis zu einer Menge von 250 mm Jahresniederschlag wird auf Sandböden, vor allem im Bereich der Altdünen, Hirseanbau im Regenfeldbau betrieben (Foto 8). Die wirtschaftliche Grundlage der z.T. nomadisch lebenden Bevölkerung ist jedoch die Viehwirtschaft in Form
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von extensiver Weidewirtschaft. Die SEREIN-Initiative (Sahel-Sudan Environmental Research Initiative) führte zahlreiche Untersuchungen zur Landnutzung in der Sahelzone sowie zu den natürlichen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen durch (siehe REEN- BERG 1998,1999). Die Kenntnisse zur Siedlungs- und Nutzungsgeschichte der Region resultieren aus den zahlreichen archäologischen Grabungen und archäo-botanischen Untersuchungen im Rahmen des SFB 268 (siehe HALLIER 1998, 1999, 2001; NEUMANN et al. 1998, 2001; BREUNIG & NEUMANN 1999; KAHLHEBER 1999; NEUMANN 1999; VOGELSANG et al. 1999; HALLIER & PETIT 2000, 2001; VOGELSANG 2000; ALBERT et al. 2001; KAHLHEBER et al. 2001; PELZER & MAGNAVITA SANTOS 2001). Die Landnutzung, insbesondere der Beweidungsdruck, hat einen signifikanten Einfluss auf die Vegetation im Hinblick auf Landdegradation und Desertifikation. Diese stark mit der Sahelzone in Verbindung stehenden Begriffe wurden vielfältig diskutiert und aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert und belegt (siehe MENSCHING 1980, 1990; FORD 1992; STURM 1995; LE HOUÉROU 1996; TENGBERG & CHEN 1998; CONACHER 1999; RASMUSSEN 1999; RIES 2000; RASMUSSEN et al. 2001; MÜLLER & WITTIG 2002; ALBERT et al. 2004 u.a.). Verschiedene Autoren bedienen sich Fernerkundungsmethoden, um einen Zusammenhang zwischen Landnutzungswandel und Desertifikation herzustellen (siehe KRINGS 1980; REENBERG & RASMUSSEN 1990; LINDQVIST & TENGBERG 1993; KAPPAS & WANDELT 1996; KAPPAS 1997 u.a.).
2.1 Geologischer Bau
Als Teil des tektonisch seit etwa 1,7 Ma stabilen, gondwanaländischen Urkratons stellt der westafrikanische Raum eine geologisch alte Plattform dar, die aus dem präkambrischen Kristallin des Unterbaus und einer Reihe von Sedimentgesteinen unterschiedlichen Alters aufgebaut wird. Das anstehende präkambrische Basement baut den westafrikanischen Schild auf, welcher von zwei Hauptorogenesen überprägt wurde - der Liberian-Orogenese (Archaische) und der Eburnian-Orogenese. Ihre Grundstruktur erhält diese Landmasse durch epirogene, weitgespannte Geosynklinalen, wie dem Taoudeni-Becken, die mit unverformten paläozoischen und jüngeren Sedimenten verfüllt sind, und ebenso großräumigen flachen Antiklinalzonen (z.B. die Leo-Schwelle), an denen das Basement zutage tritt (siehe Abb. 11) (BLACK & FABRE 1983: 17 ff.; CAHEN et al. 1984: 296; PIQUÉ 2001: 5).
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Abb. 11 Übersichtskarte der geologischen Einheiten West-Afrikas (verändert nach WRIGHT et al. 1985: 6).
Der Nordosten Burkina Fasos liegt im Bereich der schwach nach Norden einfallenden Leo-Schwelle. Hier bilden die eingerumpften und erstmalig während der Liberian-Orogenese, vor etwa 2,7 Ga (Präkambrium D oder Ante-Birrimien), stark metamorphisierten und gefalteten Gesteine des Kristallin die Oberfläche (HOTTIN & OUEDRAOGO 1975: 5; BARTH 1977: 71 f.). Diese kristallinen Formationen, größtenteils aus kalk-alkalischen Graniten und Migmatiten, dominieren das zentrale Arbeitsgebiet (siehe Abb. 12). Im frühen Proterozoikum (Präkambrium C) zerbrach im Zuge der Birrimien-Orogenese (2,03-1,83 Ga) der kristalline Sockel. In mehreren, meist schmalen und langgestreckten Becken, die durch Bruchbildung im frühen Birrimien (2,4-2,3 Ga) entstanden, kam es zur Ablagerung der vulkanisch-sedimentären Serien des Birrimien. Während der Eburnian-Orogenese (2,10-1,95 Ga) wurden sie metamorphisiert und gefaltet (DELFOUR & JEAM- BRUN 1970:8). Diese schwach metamorphen Beckenfüllungen aus Abtragungssedimenten und Vulkaniten (Tuffe, Laven, Pyroklastite) befinden sich im Arbeitsgebiet östlich der von Nordnordwest nach Südsüdost verlaufenden Störungslinie bei Markoye und westlich von etwa 0°30’W (siehe Abb. 12) (HOTTIN & OUEDRAOGO 1975: 11, 33). Im Zuge der Eburnian-Orogenese drangen sowohl im Bereich des kristallinen Kratons als auch in den Randbereichen magmatische Intrusionen, vor allem große Mengen synorogener vorwiegend kalk-alkalischer Granite auf, die heute in Form von Inselbergen im Oudalan reliefbildend in
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Erscheinung treten (MACHENS 1966: 590; HOTTIN & OUEDRAOGO 1975: 5, 11 ff., 33; BESSOLES 1977: 124 ff.). Nach dem Ende dieser Faltungsphase vor 1,8-1,75 Ga kam es zu weiteren magmatischen Aktivitäten, die bis 1,5 Ga andauerten. Dabei drangen auch im Oudalan alkalische Magmen (roches vertes) auf, die den Liberiansockel oder die Birrmienlaven durchziehen. Diese grobkristallinen, z. T. porphyrischen Gesteine wurden später nicht mehr metamorphisiert und bilden heute als herauspräparierte Inselbergkomplexe die höchsten Erhebungen der Region (z.B. Tin Edja 498 ü. NN und Kolèl 448 ü. NN) (HOTTIN & OUEDRAOGO 1975: 6, 21 f., 33).
Im äußersten Norden des Arbeitsgebietes wird die Leo-Schwelle von Sedimentgesteinen des Präkambrium A (1,3-1,0 Ga) aus dem Taoudeni-Becken diskordant überlagert (siehe Abb. 12). Von den bis 8000 m mächtigen, gefalteten und schwach metamorphisierten, epikontinentalen Sedimenten (Ydouban-Serie) sind im nördlichen Burkina Faso nur die Basissedimente vertreten (REICHELT 1972: 46). Zu diesen gehört die unterste Abfolge der Sedimente des Taoudeni-Beckens mit quarzitischen Sandsteinen und Konglomeraten (HOTTIN & OUEDRAOGO 1975: 25). Aufgrund ihrer morphologischen Härte sind sie heute als NW-SE streichende, 20-30 m hohe Hügelketten herauspräpariert und werden von den unteren Formationen der gefalteten Sedimente des Gourma-Beckens überlagert (REICHELT 1972: 158 ff., 179). Diese litoral abgelagerten Sedimente setzen sich östlich von 0°30’W überwiegend aus Tonschiefern zusammen, die von morphologisch härteren Einschaltungen aus quarzitischen Sandsteinen, Feuersteinen und kieseligen Brekzien überragt werden. Westlich von 0°30’W und in der Umgebung des Béli dominieren Karbonatgesteine (Stromatolithen-Riffe, Dolomite und Kalksteine). Die Tonschiefer nördlich des Béli kommen in Form von kleinen Synklinalen vor und unterscheiden sich durch ihre rotviolette Färbung sowie ihre größere Härte und Dichte von den diskordant darunter liegenden Tonschiefern (siehe Abb. 12) (REICHELT 1972: 158 ff.; HOTTIN & OUEDRAOGO 1975: 25 f.). Im Zuge der in der Oberkreide beginnenden und bis ins Quartär andauernden bruchtektonischen Zerlegung des Kontinentes entstanden Störungen und Grabenbrüche, die von einem jungen, z.T. noch rezenten Vulkanismus begleitet werden. Einer dieser Störungen folgt auch der Niger, der seit dem Rückzug des Sahara-Meeres der Oberkreide die regionale Haupterosionsbasis des Arbeitsgebietes bildet (MACHENS 1966: 589, 595 ff.).
Arbeit zitieren:
Annika Wachsmuth, 2005, Gully-Monitoring im Sahel Burkina Fasos: Methodische Aspekte der großmaßstäbigen Luftbildauswertung, München, GRIN Verlag GmbH
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