Der Kalte Krieg
von Carlo Pinamonti
Inhaltsverzeichnis:
1. Ebenen und Bestandteile des Ost - West - Konflikts Seite 3
1.1 Der originäre Konflikt: ideologische Positionsdifferenzen 3
1.2. Die sicherheitspolitische Ebene 4
1.3 Der machtpolitische Konflikt 5
1.4 Der abgeleitete Konflikt 6
2. Die Kuba-Krise 6
2.1 Der Weg in die Krise 6
2.2 Die Ereignisse im Oktober 1962 8
3. Konsequenzen der Kuba - Krise 9
4. Abkommen zur Rüstungskontrolle- und begrenzung 10
5. Der Vietnamkrieg (1954 - 1973) 11
5.1 Folgen der Niederlage 13
6. Entspannungspolitik 13
6.1 Gründe für die Entspannungspolitik 13
6.2 Rüstungskontrolle 14
Bibliographie 15
1. Ebenen und Bestandteile des Ost - West - Konflikts
Der Ost - West - Konflikt wird - vor allem in der Rückschau - häufig gleichgesetzt mit dem Kalten Krieg. Diese militärische Komponente der Auseinandersetzungen zwischen USA und Sowjetunion manifestierte sich in diversen Krisen, z.B. in Berlin und auf Kuba, und drängte sich aufgrund ihrer Brisanz in den Vordergrund der Diskussion. Die anderen, weniger offensichtlichen Ebenen und Bestandteile des Ost - West - Konflikts gerieten angesichts der allgegenwärtigen Gefahr, die von der nuklearen Hochrüstung der Supermächte ausging, aus dem Blickfeld. Sie sind jedoch grundlegend für die Entstehung des Ost - West - Konflikts und seinen Fortbestand über fünfzig Jahre hinweg.
1.1 Der originäre Konflikt: ideologische Positionsdifferenzen
"Konflikt [ist] zunächst einmal allgemein zu verstehen als eine Differenz zwischen zwei oder mehreren Verhaltenspositionen [...]."
Entsprechend bildete den Anfang des Ost - West - Konflikts eine ideologische Positionsdifferenz, nämlich die zwischen dem westlichen Kapitalismus und dem russischen Sozialismus. Im Grunde standen sich seit der Oktoberrevolution und der Entstehung eines bolschewistischen Staates in Rußland 1917 zwei völlig unterschiedliche Gesellschafts-, Wirtschafts- und Herrschaftssysteme unvereinbar gegenüber, und beide Systeme hatten auch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das in der Zeit des ersten Weltkrieges bröckelnde alte Staatensystem zu verändern sei. Die UdSSR verstand sich als "Basis der revolutionären Bewegung der ganzen Welt" , rechtfertigte auf den ideologischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus ihre expansive Politik als Bestandteil der Weltrevolution und strebte damit eine grundlegende Veränderung des Staatensystems an. Die westlichen Mächte, also Großbritannien, Frankreich und besonders die USA, verfolgten eine Art Gegenkurs zu diesem Programm. Ihr Ziel war es, das bestehende Staatensystem und den kapitalistischen Weltmarkt in den Grundstrukturen zu erhalten - entsprechend lief ihre Politik darauf hinaus, die bolschewistische Herrschaft einzudämmen und im Idealfall zu beseitigen. Der so entstandene, aus ideologischen Grundlagen resultierende Konflikt, verfestigte sich besonders zwischen dem bolschewistischen Rußland und den USA, weil der US-Präsident Wilson einen eigenen reformistischen Ansatz des Internationalismus - nämlich auf Basis des Völkerrechts und internationaler kapitalistischer Handelsbeziehungen - entwickelte, der zur weltrevolutionären Konzeption Lenins völlig konträr verlief. Dieser grundlegende - originäre - Konflikt zeigt allerdings nur eine geringe Spannung. Er wurde zunächst noch den gemeinsamen Interessen im Zweiten Weltkrieg, der Allianz gegen Nazideutschland, untergeordnet und trat später immer weiter in den Hintergrund. Nach dem Krieg wurde er lediglich als "ideologischer Schlagabtausch" und in der Konkurrenz um die ideologische Ordnung der Dritten Welt ausgetragen.
[...]
Arbeit zitieren:
Carlo Pinamonti, 2002, Der Kalte Krieg, München, GRIN Verlag GmbH
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