3 Lernziele 3.1 Groblernziel
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bewegungsmerkmale der Grobform des „Schlagballweitwurfs“ (Wurfarm lang nach hinten oben, gegenüberliegendes Bein steht vorne, Gegenwurfarm zeigt auf das Ziel, „groß“ werden, Ball hoch über dem Kopf abwerfen) anwenden. 3.2 Feinlernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen …
FLZ 1: … die Bewegungserfahrungen des Werfens wahrnehmen und verbalisieren (kognitiv). FLZ 2: … die Bewegungsmerkmale des „Schlagballweitwurfs“ (Wurfarm lang nach hinten oben, gegenüberliegendes Bein steht vorne, Gegenwurfarm zeigt auf das Ziel, „groß“ werden) anhand von Bildern gemeinsam erarbeiten (kognitiv).
FLZ 3: … die erarbeiteten Bewegungsmerkmale der Grobform des „Schlagballweitwurfs“ in Zielwurfübungen anwenden. (motorisch).
FLZ 4: … ihren Krafteinsatz und ihre Wurfausrichtung den Wurfgelegenheiten so anpassen, dass sie das Ziel treffen (motorisch).
FLZ 5: … die Bewegungsausführung ihrer Gruppenmitglieder beobachten, verbalisieren und gegebenenfalls korrigieren (kognitiv).
FLZ 6: … die Umsetzung der Bewegungsmerkmale reflektieren (kognitiv). 3.3 Differenzierte Lernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen …
DLZ 1: … sich selbst einschätzen, die Abwurfweite vergrößern/ verringern und unter Berücksichtigung der Bewegungsmerkmale auf das Ziel werfen (Differenzierung nach oben/ unten) (motorisch). DLZ 2: … mit dem „Nicht-Wurfarm“ die Bewegungsmerkmale anwenden (motorisch, kognitiv). 3.4 Längerfristige Lernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen …
LLZ 1: … ihre Auge-Hand-Koordination schulen (motorisch, kognitiv).
LLZ 2: … den absoluten Krafteinsatz des Armes der Situation entsprechend variieren können (Verbesserung der Antizipationsfähigkeit) (motorisch, kognitiv).
4 Bedingungsanalyse
Seit Beginn des 2. Schulhalbjahres 2006/2007 unterrichte ich die Klasse 2a der Grundschule Grasleben im Rahmen des Hospitationsunterrichts im Fach Sport zwei Stunden wöchentlich. Zuvor war ich ab dem 2. Schulhalbjahr 2005/2006 eigenverantwortlich drei Stunden wöchentlich im Fach Sachunterricht in dieser Klasse eingesetzt. Die Klasse setzt sich aus 8 Mädchen und 11 Jungen zusammen. Das Verhältnis zwischen der Lerngruppe und mir ist aufgeschlossen und freundlich.
2
5 Sachanalyse
Beim „Schlagballweitwurf“ handelt sich um eine Form des Werfens, die in der Leichtathletik Anwendung findet. Neben dem Speerwurf gehört er zu der Reihe der Schlagwürfe, die sich durch die Schlagbewegung des Armes (Unterarm und Hand) kennzeichnen (vgl. Katzenbogner, 1994, 8/1). Allgemein stellt der Schlagwurf als geradliniger Wurf eine elementare Wurftechnik dar und ist die Grundlage vieler Wurf- und Schlagtechniken im Sport (z.B. beim Handball und Wasserball). Jedoch hat er in den einzelnen Sportarten unterschiedliche Funktionen. Dient er beim Hand- und Wasserball um ein Tor zu erzielen oder mit geringerem Krafteinsatz dem Mitspieler zuzupassen, so geht es beim Schlagwerfen in der Leichtathletik vor allem um das Werfen des Balles oder Speeres nach oben hinaus, um Weite zu erzielen („Schlagballweitwurf“) (vgl. ebd. 1994, 8/1). Der „Schlagballweitwurf“ gliedert sich in eine vierphasige Bewegung: Anlauf, Wurfauslage, Abwurf, Auffangen der Restenergie (vgl. Kruber 1978, S. 65). In dieser Stunde kommt jedoch nur das Werfen frontal aus dem Stand (1. Schritt zum Schlagwurf, s. Methodische Vorüberlegungen) zum Tragen, so dass hier der „Schlagballweitwurf“ als „Standwurf“ (Wurfauslage und Abwurf) näher beschrieben wird:
Wurfauslage: In der Wurfauslage ist das Bein der Wurfarmseite angewinkelt und zurückgestellt, so dass auf ihm der Körperschwerpunkt liegt. Der Wurfarm wird auf Schulterhöhe mit nahezu gestrecktem Ellenbogen lang nach hinten oben gestreckt. Die wurfarmferne Schulter, Beckenachse sowie Fußspitze zeigen ungefähr in Wurfrichtung (vgl. Katzenbogner 1994, 8/2). Diese Verwringung des Körpers erzeugt eine
3
Oberkörperspannung, die auch „Bogenspannung“ genannt wird. Der Gegenwurfarm zeigt ausgestreckt in Zielrichtung (vgl. ebd. 2002, S. 124 und Busch et al. 2004, S. 81), um eine Ganzkörperspannung aufzubauen und das zu treffende Ziel anzuvisieren.
Abwurf: Der Abwurf wird mit dem energischen Vorbringen der Brust und des Beckens der wurfarmfernen Seite in Wurfrichtung eingeleitet. Der Wurfarm bleibt dabei zunächst zurück. Dadurch werden sowohl die Brust-, als auch die Bauch und Schultermuskeln stark vorgespannt (Bogenspannung). Das Körpergewicht wird auf das vordere Bein verlagert. Sobald sich die Rumpf- und Beckenachse annähernd senkrecht zur Wurfrichtung befindet, beginnt die Rumpf- und Armschleuder. Der Ellenbogen bleibt auf Kopfhöhe und führt die Bewegung des Armes, damit anschließend der Unterarm als Armschleuder nach vorne schnellen kann. Der Ball verlässt die Hand auf Höhe des vorderen Fußes in einem Winkel von ca. 35°, der Blick bleibt in Wurfrichtung.
In dieser Stunde wird der Schwerpunkt in der Bewegungsausführung des „Schlagballweitwurfs“ auf folgende Bewegungsmerkmale gelegt:
· Wurfauslage: Schrittstellung: gegenüberliegendes Bein steht vorne,
· Abwurf: „groß“ werden,
Ball hoch über dem Kopf abwerfen (vgl. Busch et al. 2005, S. 80).
Beim Ausführen der Grobform können Bewegungsfehler und Schwierigkeiten auftreten. An dieser Stelle werden nur die Fehler beschrieben, die in dieser Stunde korrigiert werden sollen:
6 Didaktische Vorüberlegungen
Beim Werfen handelt es sich um eine Grundform des Bewegens, die nicht nur eine leichtathletische Disziplin, sondern die Voraussetzung vieler (Wurf-)Spiele darstellt. Spricht man von einem Rückgang leichtathletischer Grundfähigkeiten der Kinder, so ist in besonderem Maße das Werfen gemeint. Der Mangel außerschulischer Wurferfahrungen der Kinder ist durch die direkte zunehmend dichter besiedelte Lebensumwelt der Kinder zu begründen, die nicht mehr einen so hohen Aufforderungscharakter zum Werfen bietet wie früher (vgl. Katzenbogner et al. 2003, S. 127). Wiesen früher vorrangig die Mädchen schwächere Wurfleistungen vor, so sind diese heute zunehmend auch bei den Jungen zu beobachten (vgl. Liegmann 2002, S. 4). Ohne eine intensive Schulung der Bewegungsfertigkeit des Werfens sind die Wurfleistungen ab dem 8. Lebensjahr kaum noch zu verbessern (vgl. Katzenbogner 2002, S. 124). Die Schule muss deshalb die
4
Arbeit zitieren:
Nina Lawitschka, 2007, Die Grobform des Schlagballweitwurfs an unbeweglichen Zielwurf-Stationen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtsstunde: Werfen auf feste Ziele im Stationsbetrieb (2. Klass...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Sinnentnehmendes Lesen - Eine Piratengeschichte!
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 17 Seiten
Unterrichtsstunde: Spiele zur Förderung der Laufausdauer: "Die Po...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Wir spielen mit Fliegenklatsche und Luftballon
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Das Spiel "Takeshi" im Sportunterricht einer Berufsschule
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 24 Seiten
Die Bedeutung des Themas 'Zeit' im Grundschulunterricht
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Schulung koordinativer Fähigkeiten - Schulung der Differenzierungs...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Vielseitige Bewegungserfahrungen mit Alltagsmaterialien
Durchgeführt in einer Unterric...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 59 Seiten
Die Bestandteile des Apfels - eine 2. Klasse spielt Apfelforscher im S...
Unterrichtsentwurf, 26 Seiten
Unterrichtsstunde: Das verkehrssichere Fahrrad
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Unterrichtseinheit: Platzwechsel auf Langbänken – Kooperative Spiele z...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Englischunterricht in der Grund...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 63 Seiten
Unterrichtseinheit: Spiel und Spaß mit Alltagsmaterialien - Wir erfind...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 20 Seiten
Unterrichtsstunde: Ausdauer / Ausdauerndes Laufen (4. Klasse)
Sport - Sportarten: Theorie und Praxis
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
"Perspektivrahmen Sachunterricht" - ein Vorschlag der GDSU
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Verbeamtungsstunde - Die Sprunghocke an verschiedenen Stationen
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
Das Baumdiagramm als Hilfsmittel zur Erstbegegnung mit kombinatorische...
Examensarbeit, 64 Seiten
Nina Lawitschka hat den Text Die Grobform des Schlagballweitwurfs an unbeweglichen Zielwurf-Stationen veröffentlicht
Nina Lawitschka hat einen neuen Text hochgeladen
Formelsammlung für die Haupt- und Realschule
Mathematik, Chemie, Physik
Marco Bettner, Michael Körner
Topfit für die Prüfung - Mathematik Abschluss 10. Klasse (Ausgabe Real...
Heiko Drube, Irina Huber
0 Kommentare