Seminararbeit
Thema:
Rationalität und Organisation
Universität Sankt Gallen
Reflexionskompetenz
Soziologie der Organisation
von
Philipp Schuler
Disposition: 1
1. Einleitung 2
2. Max Weber 2
2.1 Analyse der Lebensführung in der Moderne 2
2.2 Bürokratietheorie 3
2.3 Rationalität bei Weber 4
3. Niklas Luhmann 5
3.1 Systemtheorie 5
3.2 Rationalität bei Luhmann 7
4. Kritische Betrachtung 8
5. Schlussbemerkung 10
Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
Ich untersuche in meiner Arbeit die Positionen zur Auffassung sozialer Systeme von Max Weber und Niklas Luhmann. Niklas Luhmann nimmt in seiner systemtheoretischen Perspektive auf formale Organisationen eine kritische Haltung gegenüber Max Webers Bürokratietheorie und seiner Analyse der Lebensführung in der Moderne ein. Dabei richte ich besonderes Augenmerk auf den für Weber, als auch für Luhmann zentralen Begriff der Rationalität. Zunächst soll die Position Webers erläutert werden, anschließend werde ich näher auf Niklas Luhmann eingehen. Im vierten Teil meiner Arbeit werde ich die Positionen kritisch vergleichend betrachten um dann am Ende eine persönliche Schlussbemerkung anzubringen.
2. Max Weber
Max Weber gilt als einer der wesentlichen Begründer der Soziologie als Wissenschaft in Deutschland. Er setzte sich unter anderem auch mit den Gründen für die spezifischen Eigenarten des Kapitalismus im Okzident auseinander. Seine Begriffsdefinitionen dienen heute in der Soziologie und Politikwissenschaft oft als Grundlage. Zu seinen bekanntesten und den weltweit wichtigsten Werken der Soziologie zählen "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", sowie "Wirtschaft und Gesellschaft" (Schmidt 1987, S. 8ff.). Weber betrachtet soziales Handeln zunächst von der Mikroperspektive und überträgt seine dort gewonnenen Erkenntnisse in einen größeren Zusammenhang.
2.1 Analyse der Lebensführung in der Moderne
Der Ausgangspunkt für Webers Analyse der Lebensführung in der Moderne ist die Frage nach der Entstehung des modernen Kapitalismus. Ziel seiner Ausführungen ist die Erfassung der Umstände, die dazu führten, dass sich die Kultur des Okzidents stärker entwickeln konnte als andere Kulturen. Weber beschreibt Kulturerscheinungen von universeller Bedeutung für diese Entwicklung im Okzident. Dazu gehören die Naturwissenschaften mit den Bereichen Mathematik, Physik und Chemie, sowie die Rationalisierung der Kunst mit klaren Strukturen in Architektur, Malerei und Musik. Dieser Fortschritt führte zur Entwicklung des Fachmenschentums und somit zur Beamtenorganisation. Beamten werden im Okzident zu den Trägern der wichtigsten Alltagsfunktionen des sozialen Lebens. Es entsteht eine Staat mit Verfassung, Recht und Verwaltung. Und somit die Grundlage für Webers Begriff des Kapitalismus, den er folgendermaßen definiert: "Ein kapitalistischer Wirtschaftsakt soll uns heißen, zunächst ein solcher, der auf Erwartung von Gewinn durch Ausnützung von Tausch-Chancen ruht: auf (formell) friedlichen Erwerbschancen also" (Weber, 1988, S. 6).
Damit grenzt er den Kapitalismusbegriff gegenüber dem Streben nach möglichst hohem Geldgewinn und schrankenloser Erwerbsgier ab. Er spricht dem Kapitalismus sogar eine rationale Temperierung dieser irrationalen Triebe zu. Gewinn soll Webers Ansicht nach kontinuierlich erzielt werden. Das Handeln im kapitalistischen System ist an Kapitalrechnung orientiert. Mit Kapitalrechung ist der Vergleich des Geldschätzungserfolges mit dem Geldschätzungseinsatz gemeint. Diese kapitalistische Vorgehensweise fand in allen Kulturländern der Erde statt, doch nur im Okzident entwickelte sich in der Neuzeit eine rational kapitalistische Organisation von (formell) freier Arbeit. Als weitere Eigenarten des Okzidents nennt Weber die Trennung von Haushalt und Betrieb, die rationale Buchführung und die rechtliche Sonderung von Betriebsvermögen und persönlichem Vermögen. Erst durch die aus der freien Arbeit entstandenen Klassen, wie Bürger, Bourgeoisie und Proletariat entsteht eine Grundlage für die Entwicklung des Sozialismus oder der Kommerzialisierung. In den Naturwissenschaften entstehen neue Anreize durch kapitalistische Chancen. Weber sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Religion des Protestantismus und der Entwicklung des okzidentalen Kapitalismus. Die rationale Ethik des Protestantismus machte die dafür notwendige Entstehung einer rationalen Lebensführung möglich (Weber, 1988, S. 1-16).
[....]
Arbeit zitieren:
Philipp Schuler, 2007, Rationalität und Organisation - Ein Vergleich zwischen Max Weber und Niklas Luhmann, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Zur Ökonomisierung des Sozialen
Paradigmenwechsel innerhalb de...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 38 Seiten
Organisation ist nach Luhmann ein funktionales Äquivalent für Geschich...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 16 Seiten
Organisationen in systemtheoretischer Betrachtung
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hauptseminararbeit, 32 Seiten
Sozialpädagogische Familienhilfe und die Beziehung des Familienhelfers...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 24 Seiten
Luhmann - Keine Kommunikation ohne Bewußtsein und doch: ohne das Bewuß...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 8 Seiten
Zu: Niklas Luhmann - "Soziale Systeme"
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Essay, 8 Seiten
Die Entwicklung von der Armenfürsorge zur Professionalisierung der Soz...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Max Weber - Merkmale einer bürokratischen Organisation
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Seminararbeit, 11 Seiten
Elternkurse als präventive sozialpädagogische Aufgabe
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 110 Seiten
Alice Salomon und ihre Bedeutung für die soziale Arbeit
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Die geschichtliche Entwicklung der Disziplinwerdung und Professionalis...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 22 Seiten
Elternbildung - Leistungsdruck in der Familie
Zunehmende Anforderungen an El...
Bachelorarbeit, 77 Seiten
Philipp Schuler's Text Rationalität und Organisation - Ein Vergleich zwischen Max Weber und Niklas Luhmann ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Philipp Schuler hat den Text Rationalität und Organisation - Ein Vergleich zwischen Max Weber und Niklas Luhmann veröffentlicht
Philipp Schuler hat einen neuen Text hochgeladen
Observing International Relations: Niklas Luhmann and World Politics
Mathias Albert, Lena Hilkermeier
Autopoietic Organization Theory: Drawing on Niklas Luhmann's Social Sy...
Tore Bakken, Tor Hernes
Backsteingiebel und Systemtheorie. Niklas Luhmann - Wissenschaftler au...
NEXUS, Lüneburg
Lilli Nitsche, Johanna Lutteroth, Andreas J. Meyer
0 Kommentare