INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 1
2. GRUNDLAGEN DER EVOLUTIONSPSYCHOLOGIE 3
2.1 Darwins Theorie der natürlichen Selektion 3
2.2 Darwins Theorie der sexuellen Selektion 4
2.3 Gesamtfitness nach Hamilton 5
2.4 Parentales Investment nach Trivers 5
3 PSYCHOLOGIE DER PARTNERWAHL 6
3.1 Geschlechtsunterschiede bei der Partnerwahl 6
3.2 Langfristige Partnerwahlstrategien der Frau 10
3.3 Kurzfristige Partnerwahlstrategien der Frau 15
4 FAZIT 18
1. EINLEITUNG
Frauen sind von der Venus, Männer anscheinend vom Mars. Kein Wunder also, dass Schwierigkeiten bei der Verständigung auftreten. Frauen und ihre Bedürfnisse, so wird Männern häufig suggeriert, sind ein „Buch mit sieben Siegeln“.
Casanova schien die Gabe eines „Frauenverstehers“ in die Wiege gelegt worden zu sein. Mel Gibson musste sich das Wissen um die wahren Bedürfnisse der Frauen im Film „Was Frauen wollen“ erst durch wochenlanges Gedankenlesen erarbeiten. Doch so leicht, wie Hollywood uns glauben lässt, scheint es in der Realität nicht zu sein. Allein im Jahr 2005 ließen sich über 200.000 Paare scheiden (siehe Abb. 1).
Abbildung 1: Statistik rechtskräftiger Urteile in Ehesachen (Deutschland)
Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland (2006a)
Doch was erwarten Frauen von Männern? Welche Strategien verfolgen Sie und welche Präferenzen haben sie bei der Partnerwahl?
1
Warum unterscheiden sich Frauen in ihrem Bedürfnis nach Sex signifikant von Männern? Gibt es Frauen, die - genau wie viele Männer - kurzfristige Partnerschaften bevorzugen? Und wenn ja, worin liegen die Vor- und Nachteile?
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den oben genannten Fragestellungen mit Hilfe von einigen viel beachteten Theorien und Studien aus dem Bereich der Evolutionspsychologie auf den Grund zu gehen.
2
2. GRUNDLAGEN DER EVOLUTIONSPSYCHOLOGIE
Die Psychologie beschäftigt sich seit Jahrhunderten mit den oben genannten Themen. Die Evolutionspsychologie ist hierbei eine der jüngsten Entwicklungen der Verhaltensforschung. Sie stellt eine Synthese der modernen Prinzipien der Psychologie und der Evolutionsbiologie dar.
Basis der Evolutionspsychologie ist die Annahme, dass der menschliche Körper und die menschliche Psyche Produkte der Evolutionsgeschichte sind. Physische und psychische Dispositionen werden somit als Adaptationen an die „natürliche Umwelt“ des Menschen erklärt. Im Folgenden werden daher zunächst die der Evolutionspsychologie zugrunde liegenden Theorien von Darwin, Hamilton und Trivers erläutert, aus denen sich dann in Kapitel drei die Partnerwahlpräferenzen der Frau ableiten lassen.
Darwins Theorie der natürlichen Selektion 2.1
Als CHARLES DARWIN im Jahre 1859 sein Buch „On the Origin of Species“ veröffentlichte, sorgte er damit für zahlreiche Diskussionen. Heutzutage wird Darwins Werk als Grundlage der modernen Evolutionstheorie betrachtet. Seine Theorie der natürlichen Selektion beinhaltet zwei grundlegende Bestandteile: Variation und Selektion.
Darwin stellte fest, dass sich die einzelnen Individuen einer Art hinsichtlich verschiedener Merkmale unterscheiden (Variation). Die Wahrscheinlichkeit, in einer spezifischen Umwelt zu überleben ist demnach nicht für alle Individuen gleich verteilt. Eine Überproduktion an Nachkommen bei begrenzten Ressourcen lässt zudem eine Konkurrenz unter den Mitgliedern einer Population entstehen.
Organismen, die aufgrund ihrer genetischen Disposition besser an ihre Umwelt angepasst sind, haben demnach eine größere Chance zu überleben und ihr Erbgut an folgende Generationen weiterzugeben. Durch diesen ständigen „Kampf ums Dasein“ bilden sich so im Laufe der Jahrtausende bestimmte Eigenschaften heraus, die ein erfolgreiches Überleben sichern (Selektion).
Darwin sprach in diesem Zusammenhang auch von „survival of the fittest“. Fitness ist in diesem Zusammenhang eine Maßeinheit für den direkten Reproduktionserfolg eines Individuums.
3
Darwins Theorie der sexuellen Selektion 2.2
Zwölf Jahre später erschien „The descent of man and selection in relation to sex“ (DARWIN, 1871). Ausschlaggebend für die Entwicklung der Theorie der sexuellen Auslese waren zwei Beobachtungen Darwins, die er bereits 1859 erwähnte, die sich aber nicht durch die Theorie der natürlichen Selektion erklären ließen. Zum einen stellte er meist erhebliche Größenunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Individuen einer Art fest. Zum anderen beobachtete er bei manchen Tieren auffällige Merkmale, durch die der Träger jedoch keinen offensichtlichen Reproduktionsvorteil erlangte.
Bekanntestes Beispiel ist hier vielleicht das Federkleid des Pfauenmännchens, das hinsichtlich der Überlebenswahrscheinlichkeit eher eine Gefahr als einen Vorteil darstellt. Der Aufbau des prächtigen Gefieders belastet den Stoffwechsel des Pfaus enorm. Weiterhin steigt durch die auffälligen Farben und die Größe der Federn die Wahrscheinlichkeit, von Fressfeinden entdeckt zu werden. Greift man hier auf die Theorie der natürlichen Selektion zurück, erscheint dieses Merkmal paradox.
Darwin konstatierte, dass es sich um Merkmale handeln müsse, die einzig und allein dem Zweck dienen, den Reproduktionserfolg eines Individuums zu steigern. Er formulierte daraufhin die Theorie der sexuellen Selektion als vermeintliche zweite Theorie der Evolution. Er unterschied hierbei zwei Funktionsweisen sexueller Selektion:
Bei der intrasexuellen Selektion konkurrieren Individuen des gleichen Geschlechts miteinander. Der Sieger sichert sich den Zugang zu Paarungsmöglichkeiten mit dem anderen Geschlecht. Der Verlierer geht meistens leer aus.
Bei intersexueller Selektion hingegen, geschieht die Selektion durch Partnerwahlpräferenzen des anderen Geschlechts. Vertreter einer Art, die die gewünschten Merkmale aufweisen, werden bevorzugt als Partner ausgewählt. Somit bilden sich im Laufe der Evolution genau diese Merkmale heraus. Da Darwin in der Tierwelt beobachtete, dass Weibchen wählerischer bei der Partnerwahl sind, nannte er die intersexuelle Selektion auch „Female Choice“.
4
Arbeit zitieren:
Cathrin Voß, 2007, Reproduktive Strategien von Frauen, München, GRIN Verlag GmbH
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