II
INHALTSVERZEICHNIS
Tabellenverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
I. PROBLEMSTELLUNG 1
II. DETERMINANTEN FÜR DIE ARBEITSMARKTCHANCEN GERING
QUALIFIZIERTER 2
1. Die Ausgestaltung des Bildungssystems 2
1.1. Das schulische Bildungssystem in Frankreich 2
1.2. Das allgemeine und berufliche Bildungssystem in Deutschland 3
1.3. Klassifizierung von Bildungssystemen 4
2. Die Organisation des Arbeitsmarktes 4
2.1. Die firmeninternen Arbeitsmärkte in Frankreich 4
2.2. Der berufsfachliche Arbeitsmarkt in Deutschland 5
III. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG DER THESE 5
1. Vorgehensweise der empirischen Untersuchung 5
2. Frankreich 6
2.1. Die Ausgangssituation 6
2.2. Rekrutierungsmuster in Frankreich 7
2.3. Vertikale Mobilität und Weiterbildung 8
2.4. Das Problem der befristeten Arbeitsverhältnisse 9
2.5. Die Arbeitsmarktchancen gering Qualifizierter 10
3. Deutschland 10
3.1. Die Ausgangssituation 10
3.2. Das Prinzip der qualifikationsadäquaten Beschäftigung 11
3.3. Die Arbeitsmarktchancen gering Qualifizierter 12
IV. BEWERTUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSBETRACHTUNG 13
Literaturverzeichnis 17
III
TABELLENVERZEICHNIS
Tab. 1: Anzahl der gering Qualifizierten 1982-2001 6
Tab. 2: Anteil der Abiturienten (in % des jeweiligen Jahrgangs) 7
Tab. 3: Besetzung der Arbeitsplätze in Abhängigkeit der Qualifikation 8
Tab. 4: Über- und Unterqualifizierung beim Eintritt ins Arbeitsleben (Befragung 1996) 8
Tab. 5: Gering Qualifizierte in befristeten Arbeitsverhältnissen 9
Tab. 6: Arbeitslosenquoten nach Bildungsniveau (Frankreich) 10
Tab. 7: Erwerbstätige nach Qualifikationsstufen 11
Tab. 8: Verwertung beruflicher Qualifikationen (16- bis 64-jährige Erwerbstätige) 12
Tab. 9: Arbeitslosenquoten nach Bildungsniveau (Deutschland) 13
Tab. 10: Arbeitslosenquoten von Arbeitnehmern nach Beendigung ihrer Ausbildung nach verschiedenen Qualifikationsniveaus (Frankreich) 14
IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Aufl. Auflage BAC PRO Baccalauréat professionnel BEP Brevet d’etudes professionnelles BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung bspw. beispielsweise CAP Certificat d’aptitude professionnelle CDD Contrat à durée déterminée CEP Certificat d’Education Professionnelle erw. erweitert GG Grundgesetz H. Heft Hrsg. Herausgeber INSEE Institut National de la Statistique et des Études Économiques ISCED International Standard Classification of Education Jg. Jahrgang mind. mindestens OECD Organisation for Economic Co-Operation and Development S. Seite SIVP Stages d’initiation à la vie professionnelle u. und überarb. überarbeitet usw. und so weiter
1
I. PROBLEMSTELLUNG
„In modernen Gesellschaften besteht ein enger Konnex zwischen erworbener Bildung und beruflicher Position.“ 1 Arbeitgeber stützen sich bei der Rekrutierung ihrer Beschäftigten auf Bildungszertifikate und Individuen investieren in Bildung, um den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig begegnen zu können. Es besteht somit eine enge Wechselwirkung zwischen Bildung, Beruf und sozialer Stellung in der Gesellschaft. Jedoch sind diese Kopplungen in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich ausgeprägt und die Gesellschaften variieren in den institutionellen Arrangements, die den Übergang von der Schule in den Beruf regulieren. 2 Besonders Frankreich ist „stärker als andere Länder von einer Kluft zwischen Ausbildungs- und Produktionssystem gekennzeichnet“ 3 und „le problème de l’enseignement est en effet devenu le problème numéro un de la France“ 4 .
In dieser Arbeit sollen die Chancen von gering Qualifizierten auf dem französischen und deutschen Arbeitsmarkt untersucht und verglichen werden. Müller/Steinmann/Schneider stellen dazu in ihrer Untersuchung die These auf, dass gering Qualifizierte schlechte Arbeitsmarktchancen haben, wenn ein Berufsbildungssystem eher allgemeine als berufs- und arbeitsplatzspezifische Qualifikationen vermittelt. 5
Diese These soll im Folgenden an den Beispielen Frankreich und Deutschland überprüft werden. Da dominante Eigenschaften des Bildungssystems, sowie die jeweilige spezifische Organisationsform des Arbeitsmarktes besonders das Verhältnis zwischen individuellem Bildungsniveau und dem „labour market outcome“ determinieren, 6 sollen zunächst die Ausgestaltungen der Bildungssysteme und Organisationsformen der Arbeitsmärkte in beiden Ländern dargestellt werden. Im Anschluss wird die These im empirischen Teil der Arbeit überprüft, bevor die Arbeit dann mit einer Bewertung der Ergebnisse schließt.
1 Müller/Shavit, 1998, S. 501.
2 Vgl. ebenda, S. 502.
3 Kirsch, 1992, S. 23.
4 LE FIGARO, 2000, S. 18.
5 Vgl. Müller/Steinmann/Schneider, 1997, S. 227.
6 Brauns et al., 1997, S. 8.
2
II. DETERMINANTEN DER ARBEITSMAKRTCHANCEN GERING QUALIFI-ZIERTER
1. DIE AUSGESTALTUNG DES BILDUNGSSYSTEMS
1.1. Das schulische Bildungssystem in Frankreich 7
„La tradition de l’École française, de l‘Éducation nationale, est celle de l’État-éducateur.“ 8 Der Staat stellt den gleichen Zugang zum Unterricht, zur Berufsausbildung und zur Bildung sicher. 9 Dieses republikanische Prinzip der Chancengleichheit wurde mit der Schaffung einer einheitlichen Sekundarstufe I (collège) im Bildungssystem institutionalisiert und mit weiteren bildungspolitischen Reformen bis Anfang der 70er-Jahre verstärkt. An das collège schließt sich eine ausdifferenzierte Sekundarstufe II an, in der sich die Schüler entweder für den allgemeinbildenden Weg (baccalauréat général) oder den technisch-orientierten Weg (baccalauréat technique) zum Abitur entscheiden können. Leistungsschwächere Schüler werden in mehreren Selektionsschritten aus dem allgemeinbildenden in das berufliche Bildungswesen „ausselektiert“, was der beruflichen Ausbildung in der französischen Öffentlichkeit den Ruf von „Abschiebe-Bildungsgängen“ 10 oder „Auffangbecken für Schulversager“ 11 eingebracht hat. „Die allgemeinbildende Schule bleibt der ‚Königsweg‘“. 12 Das französische Berufsbildungssystem ist eng mit dem allgemeinbildenden Schulwesen verknüpft und bezieht - im Gegensatz zum deutschen Modell - seine Sinnbezüge daraus. „Es richtet sich weder strukturell noch funktional an den Erfordernissen der Arbeitswelt aus, sondern folgt einer [...] ‚Fremdinduzierung‘.“ 13 Bis zur Reform 1987 waren diese beruflichen Ausbildungen auf die unterste Qualifikationsstufe (CAP/BEP) 14 beschränkt. Durch Schaffung eines weiteren Abiturtyps - dem Berufsabitur (BAC PRO) - wurden auch die beruflichen Bildungsgänge nach oben anschlussfähig. 15 Die zentrale Stellung des Abiturs als Positionsbestimmung im französischen Bildungssystem wurde dadurch weiter unterstrichen.
7 Zur graphischen Darstellung vgl. Brauns/Steinmann, 1999, S. 11.
8 Lelièvre, 1996, S. 98.
9 Vgl. Rothe, 1994, S. 276.
10 Brauns, 1996, S. 24.
11 Kirsch, 1992, S. 24.
12 Battagliola, 1995, S. 38.
13 Deißinger, 1998, S. 191.
14 Das certificat d’aptitude professionnelle (CAP) entspricht dem deutschen Facharbeiterbrief.
15 Vgl. Koch, 1998, S. 55.
Arbeit zitieren:
Dr. rer. pol. Michael Ruf, 2001, Arbeitsmarktchancen gering Qualifizierter im deutsch-französischen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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