Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das antike Theater 4
3. Christliche Kritik am antiken Theater - Tertullian 4
4. Der zweite Brief Cyprians 6
4.1 Biographie Cyprians 6
4.2 Inhalt des zweiten Briefes 7
4.3 Analyse des Briefes 8
5. Fazit 12
Literaturverzeichnis.................................................................................13
2
1. Einleitung
Das öffentliche Leben in der römischen Kaiserzeit, zu dem die frühen christlichen Gemeinden in einem spannungsvollen Verhältnis standen, war geprägt von der Omnipräsenz der ‚spectacula’, der Spiele. Im Jahr 354 n. Chr. fanden, laut dem Kalender des Philocalus, an der Hälfte aller Tage im Jahr Spiele statt, deren Zahl sich
bei besonderen Anlässen noch erhöhte. 1 Als Teil der Volkskultur war diese
Unterhaltungsindustrie ein Magnet für tausende Bürger, die sich zu Kämpfen in Amphietheatern, zu Wagenrennen im Circus, Gladiatoren-, und Tierkämpfen sowie Theateraufführungen von Dramen und Komödien zusammen fanden. Doch die junge Kirche grenzte sich entschieden von dieser Praxis ab und machte es für ihre Mitglieder verpflichtend, solchen Veranstaltungen fern zu bleiben. Auch die verhältnismäßig harmlose, weil unblutige, Schauspielerei, war in den Augen der ersten christlichen Autoren aufs schärfste zu verurteilen. Somit war es auch für Schauspieler, die zum Christentum übertreten wollten, schwer, Beruf und Berufung in Einklang zu bringen. Der zweite Brief Cyprians ist ein typisches Zeugnis dafür. Im Karthago des Jahres 249 behandelt er die Frage eines befreundeten Bischofs, ob Darsteller, die selber nicht mehr in ihrem Beruf aktiv sind, aber weiterhin durch Schauspielunterricht ihr Geld verdienen, in der Gemeinschaft der Kirche verbleiben dürfen. In dieser Arbeit soll gezeigt werden, wie der nordafrikanische Kirchenvater in seiner Ablehnung der Schauspielerei argumentiert, ob er dabei von seinem Vorgänger Tertullian beeinflusst worden sein könnte und warum seiner Ansicht nach der Beruf des Theaterlehrers für einen Christen nicht akzeptabel ist. Grundlage hierfür sei die deutsche Übersetzung des lateinischen Textes von Julius Baer aus dem Jahr 1928.
1 Vgl. Weismann, Werner: Kirche und Schauspiele. Die Schauspiele im Urteil der lateinischen
Kirchenväter unter besonderer Berücksichtigung von Augustin, Würzburg 1972, 25.
3
2. Das antike Theater
Das europäische Theater fußt auf dem Dionysos-Kult der Griechen. 2 Zu Ehren dieses
Gottes wurde gesungen und getanzt, es entstanden Wechselgesänge, Trink- und Festgesänge, vom Chor gemeinsam vorgetragen. 534 v. Chr. fügte Thespis einen Gegensprecher hinzu, der dem Chor gegenüber trat, und tat damit den ersten Schritt zur dramatischen Gestaltung. Aischylos führte den zweiten, Sophokles den dritten Schauspieler ein. Mit drei Schauspielern war das Ende der Entwicklung erreicht. Zunächst waren die Dichter zugleich die Schauspieler, erst seit Aischylos trennten sich beide Funktionen. Die Schauspielerei war im frühen Griechenland jedoch noch kein Beruf, denn die griechischen Theatervorstellungen wurden wegen ihres religiösen Charakters nur selten, im Rahmen von Festtagen, aufgeführt. Bei den Festen traten jeweils drei Dichter mit ihren Stücken gegeneinander an. Der Sieger erhielt einen dionysischen Efeukranz und einen Dreifuß. Er war verpflichtet für diesen einen Schrein zu Ehren des Dionysos zu bauen. Die Schreine wurden an der Tripodenstraße aufgebaut, einem Weg der die beiden Heiligtümer des Dionysos verband. Die Schauspieler genossen als Diener des Dionysos Privilegien, so waren sie vom Kriegsdienst befreit und hatten freies Geleit durch Feindesland. Daher wurden Sie häufig für diplomatische Missionen eingesetzt. Die Schauspieler im römischen Kaiserreich waren überwiegend Sklaven und Freigelassene aus den östlichen Provinzen, daher war ihre Tätigkeit dort nicht sehr angesehen. Des Weiteren wurden im Pantomismus und im pantomimischen Ausdruckstanz sehr oft Frauenrollen von jungen, männlichen Darstellern gespielt, die für ihr glaubwürdiges
Auftreten sehr bewundert, aber auch verachtet wurden. 3
3. Christliche Kritik am antiken Theater - Tertullian
Tertullian wurde um das Jahr 160 in Karthago geboren. Er absolvierte eine literarische, rhetorische und philosophische Ausbildung und verfügte über juristische Kenntnisse. Er bekehrte sich ca. 197 zum Christentum und starb nach 220. Vermutlich wirkte er als Lehrer der Katechumenen in Karthago, er war jedoch kein
Kleriker. 4 Tertullian ist prinzipiell gegen den Besuch des Theaters durch Christen. 5 In seiner
2 Für das Folgende: Blume, Horst-Dieter: Einführung in das antike Theaterwesen, Darmstadt 1978,
14.
3 Vgl. Ders., Art. Theater, in: Der neue Pauly, Band 12, Stuttgart 2002, 254-274.
4 Fürst, Alfons: Tertullian, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Band 9, Freiburg 2000, 1344-1348.
5 für das Folgende: Tertullian: De spectaculis, Über die Schauspiele, Lateinisch/Deutsch übersetzt und
4
Arbeit zitieren:
Benjamin Finkenrath, 2007, Der zweite Brief Cyprians , München, GRIN Verlag GmbH
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