Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Charakteristika einer Organisation im Hinblick auf ihre Struktur 3
3. Probleme interner Organisationsdemokratie ausgehend von der
Parteiensoziologie nach Robert Michels 5
3.1. Ursprung der Untersuchung von Problemen
interner Organisationsdemokratie 5
3.2. Michels Ätiologie der Oligarchie 7
4. Probleme durch die Entstehung von Oligarchie in Organisationen 9
5. Konzepte zur Verdeutlichung der Eigenschaften und Probleme
organisationsinterner Demokratie 10
5.1. Das Konzept der direkten organisationsinternen Demokratie 11
5.2. Das Konzept der repräsentativen organisationsinternen Demokratie 13
5.3. Das Konzept des demokratischen Zentralismus 14
6.Zusammenfassung und Fazit 15
7. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Im Rahmen des von mir besuchten Seminars zur Organisationssoziologie erhielt ich in Form eines Referats die Möglichkeit, mich mit den Problemen, die in Bezug auf Organisationen und deren interne Organisationsdemokratie auftauchen, näher zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang soll nun im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit näher beleuchtet werden, inwiefern gravierende Probleme bezüglich der organisationsinternen Demokratie überhaupt bestehen beziehungsweise wo hierbei die Ursachen für das jeweilige Problem zu finden ist. Im Zuge dessen soll jedoch zu allererst geklärt werden, was grundsätzlich unter dem Begriff Organisation im Hinblick auf die innere Struktur zu verstehen ist. Des weiteren sollen die Ursprünge für die Untersuchung der genannten Problemgruppe gefunden werden und anhand der Ätiologie der Oligarchie nach Robert Michels näher erläutert werden. Zudem sollen einzelne bedeutende Faktoren der Oligarchie herausgestellt werden und verknüpft werden mit Problemen, die durch eine oligarchische Organisationsführung entstehen. Anschließend werden die Erkenntnisse bezüglich der Problematik der Oligarchie durch ausgesuchte Konzepte zur innerorganisatorischen Demokratie verdeutlicht.
Abschließend sollen die einzelnen Erkenntnisse nochmals kurz benannt und dann zu einem Fazit zur Lösung der Problematik organisationsinterner Demokratie zusammengefasst werden.
2. Charakteristika einer Organisation im Hinblick auf ihre Struktur 1
Um den Begriff der Organisation in einem organisationssoziologischen Kontext näher zu erläutern und definieren, muss man ihn zunächst von seiner alltagssprachlichen Bedeutung abgrenzen. Entgegen seiner sozialwissenschaftlichen Bedeutung versteht man in der Alltagssprache unter dem Begriff Organisation entweder die explizite Tätigkeit des Organisierens oder aber den Zusammenschluss einer Gruppe von Menschen, die für eine Sache eintreten beziehungsweise etwas mit mehreren Personen durchsetzen möchten, das womöglich nicht durch eine einzelne Person durchzusetzen wäre. Fragt man nach expliziten Beispielen für Organisationen, so fallen zumeist Begriffe wie Parteien oder Gewerkschaften. Im sozialwissenschaftlichen Sprachgebrauch wird der Begriff der
1 Büschges / Abraham, Einführung in die Organisationssoziologie, Stuttgart, 1997, Teubner Verlag, S. 17 - 22
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Organisation jedoch weiter gefasst als in der Alltagssprache, da auch “Zusammenschlüsse von Menschen” wie zum Beispiel Schulen, Krankenhäuser oder Supermärkte darunter fallen, die in der Alltagssprache hingegen eher selten als Organisationen, sondern mehr als Institution oder Organisation bezeichnet werden. Grundsätzlich werden in der Soziologie solche Zusammenschlüsse von Menschen als Organisationen bezeichnet, die sich durch folgende vier Merkmale auszeichnen. Erstens entstehen Organisationen dadurch, dass die beteiligten Akteure zur Verwirklichung der angestrebten gemeinsamen Interessen bestimmte und benötigte Ressourcen zusammenlegen. Wird beispielsweise die Produktion einer bestimmten Ware angestrebt, so gibt der eine Akteur sein Stück Land, um die Produktionsanlage errichten zu lassen, während ein anderer mit seinem Kapital Maschinen zur Herstellung kauft.
Zweitens ist im Bezug auf die Merkmale von Organisationen zu bemerken, dass sie, was die Verwirklichung der angestrebten Interessen angeht, arbeitsteilig unterteilt sind, das heißt nicht alle Beteiligten beschäftigen sich mit der gleichen Aufgabe, sondern jeweils mit unterschiedlichen Teilbereichen des Projektes. Die Unterteilung in die verschiedene Aufgabenbereiche und die Zuordnung von Personen zwecks der Erfüllung der jeweiligen Aufgabe geschieht jedoch nicht willkürlich sondern nach bestimmten jeweils festgelegten Voraussetzungen wie beispielsweise durch eine bestimmte Qualifikation, die mitgebracht werden muss, oder aber anhand bestimmter ökonomischer Gegebenheiten, die beachtet werden müssen. Als drittes Merkmal ist zu erwähnen, dass Organisationen stets mit einer sogenannten Leitungsinstanz versehen sind, welche die internen Prozesse, wie zum Beispiel die Verteilung von Ressourcen und die Aufgabenzuteilung, steuert und koordiniert. Sie vertritt zudem die Organisation als leitendes Element nach außen und trägt die Verantwortung für die zweckmäßige Erreichung und Erfüllung der angestrebten Interessen. Als letzter und damit auch zugleich abschließender Punkt zum Kapitel über die Charakteristika einer Organisation soll noch erwähnt werden, dass Organisationen immer auch über eine entweder formelle oder auch informelle Verfassung verfügen, welche unter anderem die hierarchischen Strukturen innerhalb der Organisation festlegt und Rechte und Pflichten für alle Beteiligten nochmals durchsichtig macht und festhält. Die jeweilige Verfassung wird immer auch in Anlehnung an kulturelle und rechtliche Rahmenbedingungen erstellt, die in der jeweiligen Gesellschaft vorherrschen.
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3. Probleme interner Organisationsdemokratie ausgehend von der Parteiensoziologie nach Robert Michels
Nachdem auf den vorangehenden Seiten erläutert wurde, was aus sozialwissenschaftlicher Sicht unter dem Terminus der Organisation zu verstehen ist, soll im Folgenden nun näher auf die Organisationssoziologie mit ihrer Fragestellung nach den Problemen interner Organisationsdemokratie eingegangen werden. Dafür soll zunächst der Ausgangspunkt für jene Diskussion erläutert und anschließend anhand der Ätiologie der Oligarchie verdeutlicht werden.
3.1. Ursprung der Untersuchung von Problemen interner Organisationsdemokratie Obwohl sich die Diskussion und die verschiedenen Meinungen zur Problematik der internen Organisationsdemokratie bereits seit mehreren Jahrzehnten hinzieht, so fußen ihre wesentlichsten Erkenntnisse nach wie vor auf der Untersuchung des deutschen Soziologen Robert Michels aus dem Jahre 1911.
Michels nennt als Kernpunkt seiner Untersuchung das starke Missverhältnis zwischen der innerorganisatorischen Willensbildung einerseits und dem internen Wertesystem der Organisation und bezieht seine Erkenntnisse auf die Untersuchung von sozialistischen Parteien aus jener Zeit. Aufgrund seiner Beobachtungen stellt er die These auf, dass in großen und somit oft auch strukturell sehr komplexen Organisationen die angestrebte demokratische Willensbildung durch eine oligarchische Führung, das heißt eine Führung durch eine bestimmte Gruppe bzw. eine kleine Clique, welche durch die Führung persönliche Vorteile zieht, ersetzt wird. 2 3
Bevor nun auf die einzelnen Probleme eingegangen wird, die eine solche Oligarchie-Tendenz mit sich bringt, soll zuvor kurz erläutert werden, warum es in Organisationen grundsätzlich im Bezug auf die demokratischen Strukturen überhaupt zu Problemen kommt. Frieder Naschhold rezitiert in seinem Werk “Organisation und Demokratie” namenhafte Soziologen wie Habermas, Weber und Presthus, welche die Hauptursache für die Problematik hauptsächlich in der Entwicklung zweier gesellschaftlicher Tendenzen
2 Naschold, Organisation und Demokratie, Stuttgart, 1972, Verlag W. Kohlhammer GmbH, S. 12f.
3 Lenk/Neumann (Hrsg), Theorie und Soziologie d. pol. Parteien II, Darmstadt, 1974, Luchterhand Verlag, S. 3-12
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Arbeit zitieren:
Sarah Fäuster, 2006, Probleme interner Organisationsdemokratie und das eherne Gesetz der Oligarchie nach Robert Michels, München, GRIN Verlag GmbH
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Macht und Herrschaft nach Max Weber
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Robert Michels, Political Sociology, and the Future of Democracy
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