Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Elemente der Organisationssoziologie am Beispiel Schule 4
2.1. Der Begriff der Organisation 4
2.2. Probleme der Analyse von Schule nach
organisationssoziologischen Aspekten 5
2.3. Schule als Organisation 6
3. Schule als soziale Organisation 8
3.1. Die allgemeine Situation der Schule 8
3.2. Funktionen der Organisation Schule 9
3.3. Sozialisation in der Schule 11
3.4. Das Bild der Organisation Schule im Gegensatz zu
anderen Organisationsformen 12
4. Probleme bezogen auf die Teilbereiche der Organisation Schule 13
5. Zusammenfassung und Fazit 17
6. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Im Rahmen der von mir besuchten Vorlesungen zur Organisationssoziologie erhielt ich die Möglichkeit sehr viel über die unterschiedlichsten Formen von Organisationen in unserer heutigen Gesellschaft zu erfahren. Darüber hinaus wurde auf mehrere soziologische Aspekte von Organisationen, wie beispielsweise deren interne Struktur oder die Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern näher eingegangen, was mein Interesse für diesen großen Themenkomplex noch gesteigert hat. Aus diesem Grund möchte ich mich in der folgenden Hausarbeit mit den organisationssoziologischen Aspekten einer ganz bestimmten Organisationsform beschäftigen, nämlich der Schule. Bevor jedoch auf die soziologischen Aspekte am Beispiel Schule näher eingegangen wird, soll vorab der Terminus “Organisation” kurz aufgefasst und erläutert werden. Anschließend sollen neben der Beschreibung von Schule als Organisation im Allgemeinen auch die Probleme benannt werden, die bei der Analyse unter organisationssoziologischen Aspekten auftreten. Im Anschluss daran wird näher auf die angestrebte Thematik eingegangen, indem die Schule in ihrer Funktion als soziale Organisation untersucht wird. Dazu wird die allgemeine Situation der Schule und ihre Funktionen, wie beispielsweise als Ort der Sozialisation, sowie das Verhältnis der beteiligten Individuen zur Organisation näher erläutert. Zudem soll in kurzer Form auf das Bild, welches die einzelnen Beteiligten von Schule im Unterschied zu anderen Organisationsformen haben, eingebracht werden. Anschließend sollen die zentralen Probleme von Schulen als Organisationen aufgezeigt werden, darunter nicht nur die allgemeinen Probleme, die auftreten, sondern auch die Probleme, welche den Schulablauf im schlimmsten Falle wesentlich beeinträchtigen können, aufgezeigt werden. Als Abschluss der Hausarbeit soll im letzten Kapitel die Schule nochmals in ihren organisationssoziologischen Aspekten und in ihrer Bedeutung für die heutige Gesellschaft zusammengefasst werden.
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2. Elemente der Organisationssoziologie am Beispiel Schule
Im Folgenden soll, wie bereits oben beschrieben, nun auf die einzelnen Aspekte einer Analyse von Schule unter organisationssoziologischen Gesichtspunkten eingegangen werden. Dazu wird der Begriff der Organisation kurz erläutert und danach zu den Problemen, welche die benannte Analyse mit sich bringt, eingegangen. Abschließend wird die Schule in ihrer Funktion als Organisation näher betrachtet.
2.1. Der Begriff der Organisation
Der Terminus “Organisation” wird in den verschiedenen Teildisziplinen der Soziologie auf die unterschiedlichsten Arten ausgelegt. Nachfolgend sollen nun vier zentrale Auslegungen anhand ihrer Ursprünge benannt und klassifiziert werden.
Die erste Auslegung hat ihren Ursprung in der Spencer-Schule in England, wonach der Begriff der “sozialen Organisation” das gesamte Spektrum der Ordnung des menschlichen sozialen Verhaltens beziehungsweise seines Lebens umfasst. Unter die Organisation fallen, gemäß dem naturalistisch orientierten Soziologen Spencer, nicht nur die natürlich gewachsenen Formen von Gesellschaft, sondern auch jene, die vom Menschen bzw. aufgrund äußerer Einflüsse und anderer Lebensumstände planvoll geschaffenen Organisationsformen. Letztere werden nicht durch die Existenz von Familien, Ständen oder Klassen bestimmt, sondern gelten an sich als soziale Gesamtkonstrukte, unter welche die genannten Formen lediglich als Elemente derer fallen. Die zweite Ausprägung des Begriffes stammt aus dem Bereich der Organisationslehre, welche ihn dichotomisch auslegt. Einerseits wird hierbei die Organisation als geistig bewusster Prozess gesehen, welcher auf einen bestimmten Zweck hin angelegt ist und meist bei Untersuchungen im Bereich der Betriebswirtschaftslehre zum Tragen kommt. Andererseits gilt die Organisation als das Ergebnis der Koordination von Menschen mit gezielten Funktionen und Fertigkeiten, welches einem bestimmten Zweck dienlich ist. Die dritte Art der Auslegung des Begriffes entspricht gleichsam der sozialwissenschaftlichen Ansicht, als auch der Umgangssprache. Unter Organisation wird hierbei oftmals eine freiwillige Zusammenkunft von Menschen gesehen, die ein gemeinsames Interesse verfolgen und sich zu diesem Zweck in Verbänden, Parteien,
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Gewerkschaften oder Ähnlichem zusammenschließen.
Die an dieser Stelle abschließend genannte Interpretation von Organisation hat sich in den vergangenen Jahren als zentrale Beschreibung von Organisationen in unserer heutigen modernen Gesellschaft durchgesetzt. Als Organisation gilt hierbei nicht eine bestimmte zweckgerichtete Handlung oder deren Ergebnis, sondern vielmehr die Struktur des sozialen Gebildes, die erfasst werden soll. Obwohl das gesamte Handeln auf einen bestimmten Zweck hin gerichtet ist, gibt es dennoch auch spontane und ungeplante Prozesse und Strukturen, die darunter gefasst werden und die Komplexität einer Organisation im hier verstandenen Sinne erst deutlich machen. Bei der vorangehenden Auslegung müssen in jedem Fall die folgenden drei Merkmale erfüllt sein. Erstens muss eine explizite Spezifikation der Zwecke und Ziele stattfinden, zweitens muss die Organisation als soziales Gebilde verstanden sein und so auch in seinen Strukturen nach außen getragen werden und drittens gilt es den Zustand der Organisiertheit zu verwirklichen. 1 2.2. Probleme der Analyse von Schule nach organisationssoziologischen Aspekten Das Hauptproblem, welches sich bei einer Analyse von Schule als Organisation unter soziologischen Aspekten ergibt, kann kaum auf einen Punkt gebracht werden, da in diesem Bereich mehrere Faktoren zusammenkommen. Zu allererst ist zu beachten, dass sich mit der benannten Thematik erst wenige Soziologen beschäftigt haben. Diejenigen, die es getan haben, haben zwar die soziologischen Aspekte beachtet, jedoch die formale und auch organisatorische Grundstruktur einer Schule im Allgemeinen vernachlässigt, was in den wissenschaftlichen Ansätzen teilweise sogar soweit führte, dass die Charakteristika von Schule als Organisation nicht einmal mehr gezielt und präzise benannt werden konnten. Immer häufiger stellt sich die Frage, ob es mit soziologischen Möglichkeiten überhaupt machbar sei, eine Institution mit derart vielfältigen Variablen bezüglich ihrer realen Wirklichkeit überhaupt unter formalen Kriterien der Organisation analysieren zu können. Im Kern der gesamten Diskussion über diese Problematik steht immer häufiger die Frage, mit welchem soziologischen Begriff sich dieses System mit all seinen Vorgaben, Richtlinien und Verhaltensweisen am ehesten beschreiben lässt. Mehr und mehr wird jedoch gleichsam auch zum Problem, dass die bisherigen Instrumente zur
1 Peter, Die Schule als soziale Organisation, Weinheim/Basel, 1973, Beltz Verlag, S. 26ff.
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organisationssoziologischen Untersuchung eher auf andere Typen von Organisationen gerichtet waren, bei denen zumeist eine starke Hierarchie im System selbst oder andere herausragende Eigenschaften vorherrschten. Natürlich soll an dieser Stelle nicht bestritten werden, dass auch die Organisation Schule sich durch einen gewissen Grad der Hierarchisierung auszeichnet, jedoch in keinem Fall dem ähnlich, was der Organisationssoziologie aus Bereichen wie der Parteiensoziologie bereits bekannt ist. 2 Die Problematik der Analyse von Schule könnte an dieser Stelle noch vielfach fortgesetzt werden, was jedoch nicht im Sinne des Themas der Hausarbeit liegt. Vielmehr wird sich auf die bereits benannten Punkte beschränkt, was einzig und allein dem Zweck dient, aufzuzeigen, dass die Organisationssoziologie von Schule noch längst kein etablierter Bereich in der Soziologie ist.
2.3. Schule als Organisation
Nachdem oben bereits die Charakteristika einer Organisation in unserer heutigen modernen Gesellschaft genannt wurden, sollen im Folgenden die einzelnen Aspekte von Schule als Organisation im allgemeinen Sinne näher erläutert werden. Die Schule ist zu allererst, bezogen auf die Mitglieder und deren Rollen in der Organisation, unterteilt in die Schülerschaft, welche nach Alter den einzelnen Klassen zugeteilt wird, die Lehrerschaft, bei der zwischen den einzelnen Fachrichtungen und dem Ausmaß ihrer berufsmäßigen Tätigkeit an der Schule unterschieden wird, und schließlich der Schulleiter, welchem die Leitung der Prozesse und Mitglieder obliegt. Hinzu kommt in aller Regel eine gewisse Anzahl an Personen, welche als Verwaltungspersonal bezeichnet werden, und Angestellte wie beispielsweise der Hausmeister. Wie in anderen Organisationen ist jede einzelne Rolle mit gewissen Pflichten verbunden, die im Rahmen der Tätigkeit in der Organisation zu erfüllen sind. Darunter zählt zum Beispiel die Pflicht des Lehrers Unterricht zu erteilen und jene des Schülers an diesem Unterricht teilzunehmen. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu erwähnen, dass beispielsweise die Rolle des Lehrers in keinem Fall ausschließlich an Pflichten und Vorgaben gebunden ist, sondern in ihrer tatsächlichen Ausübung auch viele Freiheiten bezüglich der Umsetzung und Gestaltung gibt, welche jedoch immer auch den Erwartungen, die an diese Rolle
2 Lohmann (Hrsg.), Schule als soziale Organisation, Bad Heilbrunn, 1978, Klinkhardt Verlag, S. 7ff.
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Arbeit zitieren:
Sarah Fäuster, 2006, Organisationssoziologische Aspekte am Beispiel Schule und die Probleme von Schulen als Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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