Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die schulische Leistungsbeurteilung 4
2.1. Aufgaben und Ziele 4
2.2. Objektive Verfahren der Leistungsbeurteilung 5
2.3. Subjektive Verfahren der Leistungsbeurteilung 8
3. Leistungsbeurteilung durch Notengebung 10
3.1. Mängel der Zensuren oder: Zensurengebung?-Mangelhaft 10
3.2. Persönlichkeit des Schülers Erwartungshaltung
des Lehrers Schulnote? 13
4. Zusammenfassung 15
5. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
“- Setzen, sechs!” war vor einigen Jahren der entscheidende Teil und somit Aufhänger eines Werbespots für ein Milchprodukt, der landesweit über die Bildschirme flackerte. Natürlich wurde immer wieder über den kleinen Jungen gelacht, der jedes Mal aufs Neue die Antwort zur Frage der Lehrerin nicht wusste, doch bertachten wir uns diese entscheidenden Worte im Zusammenhang mit der objektiven Leistungsbeurteilung, wie sie in Schulen stattfinden soll, eindringlicher, so stellen sich doch viele Fragen. Was hat die Lehrerin in diesem Moment bewertet? Die einzelne Antwort des Jungen oder spielte sein forsches Auftreten vor der Klasse, die Wohnsituation seiner Eltern oder gar der Aspekt, dass er von den anderen Lehrern immer als nur unterdurchschnittlich begabt bewertet wurde, in diesem Moment die entscheidende Rolle?
Im Zuge des absolvierten Blockseminars über die Leistungsbeurteilung und -berechtigung in der Schule, habe ich mich dazu entschlossen, näher auf den Sinn oder Unsinn der Notengebung einzugehen. Ich möchte im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit herausstellen, aus welchen einzelnen Komponenten sich Leistungsmessung und Notengebung im alltäglichen Schulleben zusammensetzen und der Frage nachgehen, ob Zensurenvergabe überhaupt noch ein adäquates Mittel ist, die Leistungen der Schüler, so objektiv wie möglich, zu erfassen. Natürlich soll in diesem Zusammenhang auch angeschnitten werden, welche Indikatoren, außer der tatsächlichen Leistung des Schülers, noch Einfluss auf die Zensur haben und welche Verfahren zur Ermittlung angewandt werden. Zum Abschluss werde ich dann anschließend versuchen einzelne Lösungsverfahren für eine objektivere Leistungsmessung anzureißen und aufzuzeigen, um somit einen Ausblick auf mögliche zukünftige Verfahren zu ermöglichen.
3
2. Die schulische Leistungsbeurteilung
2.1. Aufgaben und Ziele 1
Im Zuge der Beschreibung der einzelnen Aufgaben und Ziele der schulischen Leistungsbeurteilung kann man drei einzelne Funktionen unterscheiden. Die Beurteilung von Leistung geschieht zu allererst im Dienste der Unterrichtsorganisation und Bildungs-reform. In diesem Zusammenhang wird deutlich gemacht, dass Leistungsbeurteilung nicht in erster Linie die Benotung des Schülers ist, sondern vielmehr eine Bewertung des Unterrichtserfolges sein soll, immer mit dem Ziel, falls das Ergebnis dieser Bewertung nicht den Ansprüchen entspricht, rechtzeitig eingreifen und handeln zu können. Die Determinanten des Unterrichtserfolges, wie die Erfüllung der aufgestellten Lernziele und die Gesamtheit des Lehr-Lernprozesses, die hierbei überprüft werden, geben somit die entscheidenden Informationen für zukünftige Curriculumplanung bzw. das Abändern bereits bestehender Aspekte und Strukturen des Lehrplans sowie der Lernzielbestimmung und der weiteren didaktischen Planung des Unterrichtsverlaufs. Die zweite Funktion von Leistungsbeurteilung wird als individuelle Beratung bezeichnet, was in diesem Zusammenhang bedeutet, dass der Schüler bzw. seine Eltern die Möglichkeit bekommen, die persönlichen Leistungen an sich, aber auch im Bezug auf die Lernfortschritte und die einzelne Position in der Klasse im Vergleich zu den übrigen Mitschülern zu beurteilen. Leistungsbeurteilung stellt hierbei also eine Art von Orientierungshilfe für den Schüler selbst und seine Eltern dar, bei der jedoch drei Aspekte unerlässlich sind. Erstens die Kenntnis der genauen Lernanforderungen, was eine exakte Lernzielformulierung mit sich zieht, und zweitens die Transparenz des Beurteilungssystems mit den Determinanten Objektivität, Zuverlässigkeit und Gültigkeit der einzelnen Bewertungskriterien. Drittens und Letztens sollte den Schülern vorab klargemacht werden, welche Notwendigkeit und Zweck diese Bewertung mit sich trägt und in welchen Formen sie angewandt werden kann. Im Gegensatz zur ersten Funktion geht es also hierbei nicht mehr vorrangig um das Interesse der Unterrichtsdidaktik im Sinne der Lehrerzentriertheit, sondern um die Individualdiagnose der einzelnen Schüler. Neben der einzelnen Leistung, die jeder Schüler erbringt und über deren Verlauf (Verbesserung oder Abnahme) er auch
1 Heller, Kurt, Leistungsbeurteilung in der Schule, Heidelberg, 1978, Quelle & Meyer, S. 18ff.
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jederzeit werden sollte, so werden auch Aspekte wie auffällige Lern- oder Leistungshemmungen, wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen und partielle/ allgemeine Leistungsschwächen, wie beispielsweise Legasthenie, im Verlauf dieser Diagnose festgestellt und können durch entsprechende Maßnahmen therapeutisch behandelt werden. Die dritte Funktion der Leistungsbeurteilung ist jene der Schullaufbahn- und Systemberatung. Hierbei orientiert sich die Schullaufbahnberatung vornehmlich am klassischen, vertikal gegliederten, Schulsystem und der einzelnen Anforderungen der Schularten Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Regelmäßige Leistungskontrollen und das Prinzip der Durchlässigkeit verhindern hierbei eine Versteifung des Systems zum Nachteil des Schülers. Im Gegensatz zu diesem traditionellen System verlagern die Gesamtschulen ihre Leistungsbeurteilung mehr nach innen, das heißt der Unterricht und das didaktische Handeln spielen die entscheidende Rolle und benötigen deshalb die entsprechenden Kriterien zur Bewertung. Es fällt auf, dass beide Systeme in jedem Fall der Leistungsbeurteilung bedürfen, aber in der Realität nicht, wie aufgeführt, einzelne betrachtet werden können, sondern vielmehr miteinander verzahnt sind.
Es lässt sich somit also feststellen, das der Begriff schulische Leistungsbeurteilung weit über den Bereich der Benotung der Schüler hinausgeht und viele weitere Aspekte in sich vereint, die jeder für sich, Beachtung finden sollten.
2.2. Objektive Verfahren der Leistungsbeurteilung 2
Bei der schulischen Leistungsbeurteilung lassen sich vorab zwei große Gruppen unterscheiden, die objektiven und die subjektiven Verfahren. Zu den objektiven Verfahren, die in diesem Abschnitt näher beleuchtet werden sollen, gehört die Gesamtheit aller entweder formellen, das heißt standardisierten, oder informellen, das bedeutet kriterienbezogenen Tests. Diese können dann nochmals in Lernsteuerungs- und Lernkontrolltests unterteilt werden, wobei jedoch zu beachten ist, dass für die schulische Leistungsbeurteilung im eigentlichen Sinne die Lernkontrolltests die größere Rolle spielen. Es soll nochmals verdeutlicht werden, dass der nun folgende Abschnitt sich nur auf Testverfahren schriftlicher Natur, nicht aber mündliche Prüfungen, bezieht, um eine angemes-
2Weiss, Rudolf, Leistungsbeurteilung in den Schulen, Wien/München, 1989, Jugend und Volk
Verlagsgesellschaft m.b.H., S. 72 ff.
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Arbeit zitieren:
Sarah Fäuster, 2005, Sinn und Unsinn der Leistungsbeurteilung in Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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