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Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: 2
1. Einleitung 3
2. Hörfunknutzung allgemein 3
2.1 Versorgung der Bevölkerung mit Empfangsgeräten 3
2.2. Empfangsarten. 5
2.3. Reichweite, Hör- und Verweildauer. 5
2.4. Programmtreue. 8
3. Hörfunknutzung im Tagesverlauf 9
4. Zusammenfassung. 12
5. Literaturverzeichnis 14
3
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel in der Nutzung des Mediums Radio. In Deutschland 1923 als erstes elektronisches Medium eingeführt, hat es sich seitdem stark verändert. Hauptgrund dafür ist die Einführung des Fernsehens Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Diese Konkurrenz hat das Radio nicht verdrängt, aber deutlich verwandelt. Ob es gewonnen oder verloren hat und besonders wie es sich gewandelt hat, soll diese Arbeit beleuchten.
Im Folgenden sollen zunächst allgemeine Entwicklungen in der Radionutzung aufgezeigt werden: beginnend bei der Versorgung der Bevölkerung mit Empfangsgeräten, über die Veränderung allgemeiner Nutzungsdaten wie Reichweite, Hör- und Verweildauer bis zur Programmtreue. Bei den einzelnen Betrachtungspunkten soll auch - soweit entsprechende Daten vorhanden sind - ein Vergleich der Hörfunknutzung in Ost- und Westdeutschland gezogen werden. Im dritten Kapitel geht es um die Mediennutzung im Tagesablauf. Dabei soll besonders der Frage nachgegangen werden, wie sich die Einführung des “Konkurrenzmediums“ Fernsehen auf die Nutzung im Tagesverlauf ausgewirkt hat. Anschließend werden in einer Schlussbetrachtung Ergebnisse zusammengefasst.
Grundlage dieser Arbeit sind vor allem die Daten der „Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung“ der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zwischen 1964 und 1995 (im Folgenden: ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation). Aktuellere Daten sind der jährlich von der Arbeitsgemeinschaft Media Analyse e.V. (ag.ma) durchgeführten „Media Analyse“ entnommen. Für den Zeitraum zwischen 1953 und 1971 dienen Daten des Instituts für Demoskopie Allensbach als Basis.
2. Hörfunknutzung allgemein
Nach einigen Radioversuchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ging in Berlin am 29. Oktober 1923 der erste regelmäßige Rundfunkprogrammdienst „Deutsche Stunde“ - errichtet von der Reichstelegraphenverwaltung - mit täglichen Sendungen “on air“.
2.1 Versorgung der Bevölkerung mit Empfangsgeräten
Die Deutsche Reichspost plante damals den Hörern das Programm in großen Sälen vorzuführen. Da die Technik aber für eine Saalbeschallung noch nicht ausgereift genug war, wurde den Hörern erlaubt, zuhause ein Empfangsgerät aufzustellen. Dafür musste eine Erlaubnis bei der Post eingeholt und eine Gebühr von zwei Mark pro Monat bezahlt werden. 1 „Die Zahl lizenzierter Geräte stieg
1 Vgl. Stuiber, Heinz-Werner: Medien in Deutschland. Band 2 Rundfunk. 1. Teil. Konstanz 1998, S. 51-52.
4
sehr schnell von 467 Geräten im Dezember 1923 über 100.000 im Juli 1924 auf über eine halbe Million nach einem Jahr regelmäßigen Programmdienstes.“ 2
Bald nach Beginn der terrestrischen Verbreitung von Rundfunk trieb die deutsche Reichspost die Verkabelung voran, wodurch Empfangsstörungen verringert werden sollten. Bis 1945 hörten immerhin 176.000 Bürger diesen sog. „Drahtfunk“.
Bei der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933, gab es also schon eine stetig wachsende Zahl von Radiohörern. Im selben Jahr „...mussten sich die Funkfirmen zur Produktion des Einheitsgerätes „Volksempfänger“ zusammenschließen, der - in hohen Stückzahlen gebaut- sehr preisgünstig angeboten wurde.“ 3 Der „Volksempfänger“ war mit einem Preis von 76 Reichsmark etwa halb so teuer wie ein Markengerät. Da sich nun fast jeder ein solches Gerät leisten konnte, verdoppelte sich bis 1938 die Zahl der registrierten Rundfunkteilnehmer auf acht Millionen. In den folgenden fünf Jahren stieg die Zahl auf 16 Millionen, wozu auch der sog. „Deutsche Kleinempfänger“ mit einem Preis von 35 Mark beitrug. Nachteil dieses Gerätes war allerdings, dass es so konzipiert war, dass keine sog. „Feindsender“ abgehört werden konnten, sondern nur deutsche Programme. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zwar die meisten Sendeanlagen zerstört und nur noch rund sieben Millionen Empfangsgeräte übrig, aber trotzdem war das Radio das wichtigste Medium der Nachkriegszeit. 4 Die Alliierten nutzten es vor allem zur sog. reeducation also zur Demokratisierung der Deutschen.
Als 1964 die Ergebnisse der ersten Erhebung der ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation veröffentlicht wurden, verfügten 95 Prozent der Haushalte über mindestens ein Hörfunkgerät. 15 Prozent besaßen sogar ein Zweitgerät. Seitdem ist die Versorgungsdichte weiter gestiegen, sodass 1980 im Westen bzw. 1990 im Osten die Vollversorgung (d.h. 98 Prozent Abdeckung) erreicht wurde. Konkret bedeutet das, dass Ende März diesen Jahres 40.396.084 Empfangsgeräte angemeldet waren. 5 Auch die Zahl der Zweitgeräte hat sich mit der Zeit rapide erhöht: von 38 Prozent (1974) über 64 Prozent (1985) auf 71 Prozent (1995). 6 2000 waren 82 Prozent der deutschen Haus-
2 Noelle-Neumann,Elisabeth/Schulz, Winfried/ Wilke, Jürgen (Hg.): Fischer Lexikon. Publizistik
Massenkommunikation. Frankfurt am Main 1989, S. 333.
3 Stuiber 1998, a.a.O., S.59-60.
4 Vgl. Noelle-Neumann/Schulz/Wilke (Hg.) 1989, a.a.O., S. 335.
5 Vgl. Statistik: Anzahl der angemeldeten Rundfunkempfangsgeräte. In: MEDIA PERSPEKTIVEN 4/2002,
S. 197.
6 Vgl. Berg, Klaus/Kiefer, Marie-Luise (Hg.): Massenkommunikation V. Eine Langzeitstudie zur Mediennut-
zung und Medienbewertung. Baden-Baden 1996, S. 26.
5
halte mit zwei oder mehr Hörfunkgeräten ausgestattet, wobei acht Prozent bereits DAB (= Digital Audio Broadcasting) empfangen konnten. 7
Auffällig ist, dass 1990 die Haushaltsausstattung mit mehreren Empfangsgeräten in Ostdeutschland noch deutlich höher lag als in den alten Bundesländern (79 gegenüber 71 Prozent), wohingegen sie 1995 etwas niedriger war (68 gegenüber 72 Prozent). „Eine plausible Erklärung dafür könnte sein, dass die Ersatzbeschaffung für technisch überholte Hörfunkgeräte zunächst einmal zurückgestellt wurde, weil die neuen Bundesbürger seit 1990 offensichtlich vor allem in eine verbesserte Ausstattung mit Fernsehgeräten (...) investierten.“ 8
2.2. Empfangsarten
Wer Radio hört, empfängt die Programme (meist) terrestrisch. Daran hat auch die Einführung der Kabel- und Satellitentechnik Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts nicht viel geändert, auch wenn der Empfang über Kabel oder Satellit ständig steigt. 1994 waren 15,2 Prozent der Radiogeräte ans Kabelnetz angeschlossen, 4,1 Prozent empfingen das Hörfunkprogramm via Satellit. Die restlichen 80,7 Prozent hörten über Antenne Radio. Ein Jahr später wurde die Kabeltechnik von 18,6 Prozent der Radiohaushalte und Satellitenempfang von 4,8 Prozent genutzt, d.h., dass 76,6% ihr Radioprogramm terrestrisch empfingen.
Zu diesem Zeitpunkt lag in Westdeutschland der Anteil der Kabelnutzung mit 19,6 Prozent um 5,1 Prozentpunkte höher als im Osten, dafür wurde die Satellitentechnik in den neuen Bundesländern mit 7,8 Prozent fast doppelt so häufig genutzt als in den alten Bundesländern. „Gerade in den neuen Bundesländern verdeutlicht die vergleichsweise hohe Verbreitung von Satellitenschüsseln, die private Initiative zur Verbesserung der Empfangssituation.“ 9
2.3. Reichweite, Hör- und Verweildauer
Seit 1964 ermittelt die ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation - wie auch seit 1987 die jährliche Media Analyse der ag.ma - die Reichweite des Hörfunks, d.h. wie viel Prozent der Erwachsenen täglich durch das Medium erreicht werden. Tabelle 1 zeigt, wie sich die Reichweite zwischen 1964 und 2000 verändert hat. Nach geringfügigen Schwankungen bis 1980 stieg die Reichweite des Radios 1985 stark an. Der Grund dafür dürfte in der Einführung des privaten Hörfunks liegen. Durch neue, auch regionale Angebote stieg die Attraktivität des Mediums für die Rezipien- 7 Vgl.Eimeren, Birgit van/Ridder, Christa-Maria: Trends in der Nutzung und Bewertung der Medien 1970 bis
2000. In: MEDIA PERSPEKTIVEN 11/2001, S. 540.
8 Berg / Kiefer 1996, a.a.O., S. 25.
9 Stuiber, Heinz-Werner: Medien in Deutschland. Band 2 Rundfunk. 2. Teil. Konstanz 1998, S. 1080.
Arbeit zitieren:
Monika Eder, 2002, Radionutzung im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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