Gliederung zur Seminararbeit:
Gliederung zur Seminararbeit: 2
1 Einleitung 3
2 Das Bildverbot im Judentum 6
3 Die Ikonen des Christentums 9
3.1 Geschichtliche Vorbetrachtung zur Ikone des Christentums 9
3.2 Die ökumenisch-theologischen Ansätze zur Bilderverehrung bis ins
Frühmittelalter 11
3.3 Die Typologien 15
3.4 Zur Ikone in der orthodoxen Kirche 15
3.5 Die goldene Mitte der römisch-katholischen Kirche 17
3.6 Der lutherische und reformierte Umgang mit dem Bild 22
4 Der Ikonoklasmus im Islam 25
5 Conclusio 28
6 Quellennachweis 33
6.1 Primärliteratur: 33
6.2 Sekundärliteratur: 33
6.3 Quellennachweis zu den Anmerkungen: 34
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1 In der Thora und/ bzw. im Alten Testament findet sich das Verbot in Ex 20,4
2 Im Quran lässt sich kein ausdrückliches Bilderverbot finden, es lässt sich aber durch die Erfahrungen
und Taten Mohammeds erschließen. Nur der Hadith spricht das Bilderverbot wirklich aus.
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2 Das Bildverbot im Judentum
Das Judentum verbinden wir, ob bewusst oder unbewusst, nicht mit aufwendig gemalten oder hergestellten Ikonen oder überhaupt mit Bildern religiösen Bezuges. Das liegt daran, dass, wie uns die folgenden Informationen von Hannelore Künzl mitteilen, das Judentum die Bilderverbote der Thora streng durchsetzte, die wir im 2. Mose 20, 3-4, 5. Mose 4, 25-31 und im 5. Mose 27, 15 finden können. Speziell mit dem Verbot von gegossenen Bildern setzt sich das Judentum am Anfang seiner Geschichte von den umliegenden Religionen und Hochkulturen, mit der bis dahin einzigartigen Einstellung zum Verhältnis zwischen Religion und Kunst, ab. Etwa 200 n.Chr. wird durch die Mishna, Avodah sarah 40b-43b, eine Lockerung erwirkt, indem die Darstellung von Mensch und Tier im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Studien erlaubt wird. vii In der Antike ließen sich sogar vereinzelt Tierplastiken finden, die, damit eine Verbindung zur Götzenverehrung ausgeschlossen war, einer eindeutigen Funktion unterlagen. In der Zeit der Spätantike verbreiteten sich Bodenmosaike zur Raumgestaltung, sodass bald auch Synagogen damit ausgestattet waren. Vereinzelt konnte man auch hier Bilder finden, die jedoch grundsätzlich biblischen Inhalts waren. Symbole spielten natürlich eine große Rolle, denn sie ersetzten, was mit dem Bilderverbot untersagt war. So wurde Gottes Einfluss auf Erden zunächst mit einer aus dem Himmel kommenden Hand dargestellt, die nicht die Hand Gottes, sondern dessen Macht und Kraft im Bild sichtbar werden ließ. Freskenmalereien und Bodenmosaike geben auch im Mittelalter biblische Motive wieder, allerdings werden sie nicht, wie Altar- und Heiligenbilder im christlichen Umfeld, angebetet. Um sich weiterhin abgrenzen zu können, enthalten die mittelalterlichen Synagogen weder Bodenmosaike, noch Fresken oder Buntglasfenster mit figürlichen Darstellungen. Stattdessen werden Bücher immer künstlerischer gestaltet, selbst Bibeln 3 und Gebetbücher werden bildlich verziert. Nur die Thorarolle bleibt jeglicher künstlerischer Ausgestaltung fern, sie gilt als von Gott geschaffen.
3 Ausgenommen seien hier die spanischen Bibeln, sie sind zwar ornamental reich verziert, aber bildlos. Man vermutet hier den Einfluss der islamischen Kultur, deren Koran schließlich ebenfalls reich verziert ist, aber trotz eingelegter reiner Ornamentalseiten bildlos bleibt. Die Spanier vertreten außerdem den Standpunkt, dass die Bibel eben wie die Thora bildlos zu sein hat, schließlich sei die Thora ein Teil der Bibel.
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Die folgenden Jahrhunderte bis ins 19. Jahrhundert bringen keine wesentlichen Veränderungen. Die Synagogen passen sich in Bau und Ausstattung ihrer jeweiligen Umgebung und Zeit an, bleiben im Innenraum aber immer bildlos.
Die für Juden veränderte rechtliche und gesellschaftliche Lage des 19. Jahrhunderts ermöglicht nun auch die Verbreitung jüdischer Kunst. Von Buchmalerei undillustration losgelöste Kunst in Form von Gemälden und Drucken konnte so einer breiten Öffentlichkeit das moderne jüdische Leben vorstellen. Während zunächst nur jüdische Themen behandelt werden, folgen bald auch neutrale Themen. Anfang des 20. Jahrhunderts lassen sich bereits alle Themenkreise vorfinden. Die Grabkunst bleibt bis heute bildlos, mit Ausnahme von Künstlern, auf deren Gräbern mitunter figürliche Darstellungen wie Musen verwendet wurden. In Italien lassen sich zeitweilig sogar Fotos auf den Gräbern finden, ebenfalls eine Erscheinung von kurzer Dauer. Die Grabsteine entwickelten sich jedoch von einer zunächst schmucklosen, dann der Umwelt angepassten und reich verzierten, zu einer heute schlichten und eher konservativen Gestaltung. Ende des 19. Jahrhunderts können sich auch Plastiken als Kunstform etablieren. Zwar setzten sich die Künstler über das religiöse Gesetz und die Tradition hinweg, jedoch wurden ausschließlich jüdische oder biblische Themen behandelt. Die Synagoge blieb trotz dieser Entwicklungen immer bildlos. Allein Symbole und prächtige Verzierungen werden verwendet. So z.B. der Thoraschmuck, hier werden nun prächtige Kronen, Aufsätze und Textilien verwendet. Seitdem in Europa der Nazi-Terror wütete, der viele Gemeinden zerstörte oder zur Anpassung zwang, konzentrieren sich die jüdischen Gemeinden auf ihre eigenen religiösen Vorstellungen und Gesetze und leben, bis auf einige Reformgemeinden in den USA, traditionsbewusster.
Nach Ernst Cohn-Wiener viii gab es für das Bilderverbot keinen anderen Anlass, als den des Götzendienstes, woraus sich schließen ließe, dass das dritte Wort des Dekalogs die Kunst ohne religiösen Inhalt nicht mit einbeziehen sollte. Als sich jedoch eine den Glauben ausschließende Kunst hätte entwickeln können, zwang das Bilderverbot die Phantasie zur Enthaltsamkeit. Das barg andererseits die Einhaltung der Gebote und die Isolierung von der restlichen antiken, phantasie- und schmuckbegeisterten Welt.
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Antje Kaczmarek, 2007, Theologie und Geschichte der Bilderverehrung in den drei großen Offenbarungsreligionen, München, GRIN Verlag GmbH
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